{"id":433829,"date":"2024-02-16T15:50:32","date_gmt":"2024-02-16T14:50:32","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=433829"},"modified":"2024-02-16T15:50:32","modified_gmt":"2024-02-16T14:50:32","slug":"unternehmen-in-schleswig-holstein-bewerten-wirtschaftspolitische-rahmenbedingungen-so-schlecht-wie-ni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/unternehmen-in-schleswig-holstein-bewerten-wirtschaftspolitische-rahmenbedingungen-so-schlecht-wie-ni\/","title":{"rendered":"Unternehmen in Schleswig-Holstein bewerten wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen so schlecht wie ni"},"content":{"rendered":"<p>Die konjunkturelle Lage in Schleswig-Holstein bleibt weiter angespannt. Trotz einer leichten Verbesserung im vierten Quartal 2023 l\u00e4sst sich keine Trendwende beobachten. Der Konjunkturklimaindex der IHK Schleswig-Holstein steigt zwar von 81,7 auf 84,5\u00a0Punkte, bleibt damit aber auf einem niedrigen Niveau und liegt weiterhin unter seinem langj\u00e4hrigen Mittel von 108,1\u00a0Punkten. \u201eFachkr\u00e4ftemangel, ein ung\u00fcnstiges Zinsumfeld und der schwache Konsum erweisen sich weiterhin als herausfordernd f\u00fcr die Wirtschaft. <!--more-->Aber besonders unzufrieden sind die Unternehmen mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die Warnzeichen werden immer lauter: Hier muss die Politik dringend handeln und Bedingungen schaffen, die die Unternehmen eigenverantwortlich wirtschaften lassen, statt diese zu g\u00e4ngeln\u201c, sagte Hagen Goldbeck, Pr\u00e4sident der IHK\u00a0Schleswig-Holstein, heute (16.\u00a0Februar\u00a02024) in Kiel.<\/p>\n<p>Zur aktuellen Situation sind die Einsch\u00e4tzungen ausgeglichen: Knapp 30\u00a0Prozent der Unternehmen bewerten ihre Situation als gut. Fast jeder vierte Betrieb (23\u00a0Prozent) spricht von einer schlechten aktuellen Lage. Es sind vor allem die Gesch\u00e4ftserwartungen, die die konjunkturelle Lage eintr\u00fcben: 42\u00a0Prozent der Befragten erwarten in den kommenden zw\u00f6lf Monaten eine Verschlechterung ihrer Gesch\u00e4fte. Der Anteil der Betriebe, der mit einer Verbesserung rechnet, liegt bei gerade einmal neun Prozent. \u201eAlles in Allem zeigt sich ein sehr hartnackiger Pessimismus in der norddeutschen Wirtschaft\u201c, so Goldbeck.<\/p>\n<p>Die schw\u00e4chelnde Konjunktur wirkt sich auf alle Branchen aus. Vor allem betroffen sind der Einzelhandel und das Verkehrsgewerbe. Au\u00dfer den hohen Kraftstoffkosten ist es die Mautausweitung, die dem Verkehrsgewerbe zu schaffen macht. Aber auch der Fachkr\u00e4ftemangel wird als ein zentrales Problem benannt. Der Einzelhandel konnte sich seit der Corona-Pandemie kaum erholen. In der Phase der hohen Inflation verringerten sich die Realeinkommen, was zu einer sp\u00fcrbaren Konsumschw\u00e4che f\u00fchrte. Trotz wieder steigender Realeinkommen verhalten sich die Konsumenten immer noch zur\u00fcckhaltend: 53\u00a0Prozent der befragten Einzelh\u00e4ndler beurteilen die Konsumneigung im vierten Quartal\u00a02023 als schlecht.<\/p>\n<p>Im Durchschnitt der langj\u00e4hrigen Konjunkturbefragung benennen die Betriebe zweieinhalb Gesch\u00e4ftsrisiken, mit denen sie sich konfrontiert sehen. In der aktuellen Befragung gaben die Unternehmen allerdings mehr als drei (3,2) Gesch\u00e4ftsrisiken an. \u201eAktuell sehen wir deutlich erh\u00f6hte Werte in der Risikobewertung. Das zeigt uns, wie tief viele Unternehmen noch immer im Krisenmodus stecken\u201c, sagt Goldbeck. Als gr\u00f6\u00dftes Risiko bewerten die Befragten nach wie vor den Fachkr\u00e4ftemangel: 63\u00a0Prozent sind vom geringen Arbeitskr\u00e4fteangebot betroffen. Fast zwei von drei Firmen (62\u00a0Prozent) sind dar\u00fcber hinaus unzufrieden mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und sehen darin einen Wettbewerbsnachteil. Noch nie wurde dieser Faktor von so vielen Unternehmen in Schleswig-Holstein als Risiko eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Die IHK-Konjunkturbefragung zeigt, dass in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung und den Kurs der Wirtschaftspolitik Unsicherheiten dominieren. Um mit den zuk\u00fcnftigen Herausforderungen umgehen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen die Unternehmen jedoch dringend die richtigen Rahmenbedingungen. Die Politik m\u00fcsse mit einem kr\u00e4ftigen Aufbruchssignal und langfristig verl\u00e4sslichen, wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen Vertrauen zur\u00fcckgewinnen, Zuversicht f\u00fcr eine gelingende Transformation schaffen und endlich wieder Entwicklungschancen erm\u00f6glichen. \u201eWir brauchen: konkurrenzf\u00e4hige Strompreise, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, Investitionen in Infrastruktur und eine umfassende Entb\u00fcrokratisierung\u201c, fordert Goldbeck.<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcsste die Politik die im Pakt f\u00fcr Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung beschlossenen \u00c4nderungen konsequent verwirklichen. Nach der vielversprechenden Vereinbarung zwischen Bund und L\u00e4ndern sei es wichtig, dass den Ank\u00fcndigungen rasch Taten folgten und die Politik Verbindlichkeit schafft. Goldbeck: \u201eEs braucht einen Befreiungsschlag gegen die B\u00fcrokratie \u2013 und zwar schnell. Das B\u00fcrokratieentlastungsgesetz IV soll die Digitalisierung aller wirtschaftsbezogenen Verwaltungsleistungen und eine Entlastung der Wirtschaft von \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Pflichten bringen. Gemeinsam mit den Pl\u00e4nen der EU-Kommission zur Reduzierung von Berichtspflichten setzt es die richtigen Signale. F\u00fcr die Unternehmen z\u00e4hlt aber nur, was sie im betrieblichen Alltag konkret als Entlastung erfahren \u2013 und davon kann bislang keine Rede sein.\u201c<\/p>\n<p>Aus diesem Grund fordert die IHK Schleswig-Holstein eine Reform der Unternehmenssteuer, um den Betrieben \u00fcber eine Beschleunigung steuerlicher Abschreibungen und Verbesserungen bei Verlustverrechnung Liquidit\u00e4t und Freir\u00e4ume f\u00fcr Investitionen zu verschaffen. \u201eAuch die Gewerbesteuer l\u00e4sst sich durch eine gewinnabh\u00e4ngige Kommunalsteuer ersetzen\u201c, erg\u00e4nzt der Pr\u00e4sident. Von gro\u00dfer Bedeutung sei es zudem, die Stromsteuer und -zusatzkosten wie Umlagen und Netzentgelte deutlich zu reduzieren, damit die deutsche Industrie wieder wettbewerbsf\u00e4hig wird. \u201eEs ist paradox, dass die drittgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt, nicht in der Lage ist, zu den Spitzenreitern bei den Standortfaktoren zu z\u00e4hlen. Hier muss endlich etwas passieren, damit wir den Anschluss halten und unseren Wohlstand erhalten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Goldbeck: \u201eUnser Konjunkturbericht spricht eine deutliche Sprache: Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein war seit Aufzeichnungsbeginn noch nie so unzufrieden mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Wir appellieren daher an die politischen Entscheidungstr\u00e4ger, pragmatische und effiziente L\u00f6sungen zu schaffen, um die Wirtschaftsentwicklung zu beschleunigen, B\u00fcrokratie abzubauen und Deutschland als attraktiven Wirtschaftsstandort zu sichern.\u201c<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Konjunkturumfrage im dritten Quartal 2023 haben die IHKs Flensburg, Kiel und L\u00fcbeck rund 4.100\u00a0Unternehmen in ihren Bezirken angesprochen. 986 haben sich an der Umfrage beteiligt und ihre Einsch\u00e4tzungen geteilt. Das entspricht einer R\u00fccklaufquote von 24\u00a0Prozent.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die konjunkturelle Lage in Schleswig-Holstein bleibt weiter angespannt. 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