{"id":435159,"date":"2023-08-24T12:23:37","date_gmt":"2023-08-24T10:23:37","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bauwirtschaft-droht-der-kollaps-branchentreff-in-stuttgart-fordert-bundesregierung-zum-sofortigen-handeln-auf-massnahmenpakete-muessen-ganz-kurzfristig-kommen\/"},"modified":"2023-08-24T12:23:37","modified_gmt":"2023-08-24T10:23:37","slug":"bauwirtschaft-droht-der-kollaps-branchentreff-in-stuttgart-fordert-bundesregierung-zum-sofortigen-handeln-auf-massnahmenpakete-muessen-ganz-kurzfristig-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bauwirtschaft-droht-der-kollaps-branchentreff-in-stuttgart-fordert-bundesregierung-zum-sofortigen-handeln-auf-massnahmenpakete-muessen-ganz-kurzfristig-kommen\/","title":{"rendered":"Bauwirtschaft droht der Kollaps \/ Branchentreff in Stuttgart fordert Bundesregierung zum sofortigen Handeln auf \/ Ma\u00dfnahmenpakete m\u00fcssen ganz kurzfristig kommen"},"content":{"rendered":"<p>Ransbach-Baumbach\/Stuttgart (ots) &#8211; <\/p>\n<p>Deutliche Ausweitung und Erh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t der F\u00f6rderprogramme f\u00fcr privates Wohneigentum, degressive AfA f\u00fcr Investoren, 50 Milliarden Euro Sonderverm\u00f6gen zur Schlie\u00dfung der L\u00fccke im sozialen Wohnungsbau <\/p>\n<p>Die Situation in der deutschen Baubranche ist sehr bedrohlich und die Ignoranz in Berlin k\u00f6nnte nicht h\u00f6her sein. Das Wort &#8222;Baukrise&#8220; scheint nur ein Euphemismus f\u00fcr eine Situation, die es so auch in den 2000er Jahren nach dem Wegfall der Eigenheimzulage und der Finanzkrise in diesem Ausma\u00df nicht gegeben hat. Eine Lage, die die Bundesregierung und das eigens erst nach der Bundestagswahl 2021 neu geschaffene Ministerium f\u00fcr Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen unter Bauministerin Klara Geywitz aufgrund der Jahre des Baubooms mit Niedrigzinsen und durch tausendfache Baugenehmigungs\u00fcberh\u00e4nge in der &#8211; auch volkswirtschaftlichen &#8211; Dimension scheinbar noch nicht erkannt hat. Baugenehmigungen, die durch Preissteigerungen und damit Nicht-Rentabilit\u00e4t f\u00fcr Bauherren wie Investoren nie zur Finanzierung kommen und damit real nicht gebaut werden. <\/p>\n<p>Viele Unternehmen innerhalb der Baubranche &#8211; ganz gleich ob Hausbauunternehmen, Bautr\u00e4ger, Zuliefererindustrie oder Verb\u00e4nde &#8211; schlagen seit Monaten Alarm in Berlin und finden nur wenig Beachtung. &#8222;Wir als Marke Kern-Haus haben bereits seit Oktober 2022 in regelm\u00e4\u00dfigen Schreiben das Bau-, Wirtschafts- und Finanzministerium aufgrund der Zins- und Baukostenentwicklung sowie der unwirksamen F\u00f6rderprogrammans\u00e4tze auf die kommende Situation im Baugewerbe aufmerksam gemacht und Ma\u00dfnahmenpakete vorgeschlagen. Au\u00dfer kurzen Standardantwortschreiben fanden jedoch keine Anregungen Eingang in den politischen Diskurs&#8220;, so Bernhard Sommer, Vorstandsvorsitzender der Kern-Haus AG. &#8222;Daher sind wir mittlerweile davon \u00fcberzeugt, dass wir nur mit vereinter Stimme \u00fcber die gesamte Branche Geh\u00f6r finden und auf die bevorstehende fundamentale Krise der Bauwirtschaft und die Folgen f\u00fcr Gesamt-Deutschland aufmerksam machen k\u00f6nnen.&#8220; <\/p>\n<p>Aus diesem Grund lud der Unternehmer Sommer Mitte August zu einem Branchentag nach Stuttgart ein. Der Einladung folgten rund 50 Teilnehmer aus allen Sparten der Branche. Trotz der wirtschaftlichen Vielfalt und der unterschiedlichen Unternehmensschwerpunkte der teilnehmenden Brancheninsider bestand Einm\u00fctigkeit \u00fcber die relevanten Sofort- und Langfristma\u00dfnahmen zur Beendigung der prek\u00e4ren Situation der Baubranche und damit einhergehend dem Wohnraummangel in Deutschland. <\/p>\n<p>Es gilt, schnellstm\u00f6glich wirksame und kombinierbare F\u00f6rderprogramme massiv auszuweiten. Die KfW-Programme 297\/298 und 300 m\u00fcssen energetisch mindestens auf den GEG-Standard zur\u00fcckgestuft werden. Um einen attraktiven Mischzins bei der Wohneigentums-Finanzierung zu erreichen, m\u00fcssen zudem die F\u00f6rderkreditbetr\u00e4ge deutlich erh\u00f6ht und ein f\u00fcr die Programme niedriger Zins offeriert werden. Das Programm &#8222;Wohneigentum f\u00fcr Familien&#8220; (300) muss einkommensunabh\u00e4ngig ausgestaltet und damit allen Familien gew\u00e4hrt werden. &#8222;Wir m\u00fcssen den m\u00fcndigen B\u00fcrger auch selbst entscheiden lassen, welche Wohnform seiner Lebenswirklichkeit und seinen Bed\u00fcrfnissen entspricht &#8211; sei es das frei stehende Einfamilienhaus oder das Leben in einem Mehrgenerationenhaus&#8220;, erl\u00e4utert Sommer. <\/p>\n<p>Von den j\u00e4hrlich 400.000 geplanten Wohnungen sollen laut Bundesregierung ein Viertel sozial gef\u00f6rdert werden. Auch dieses Ziel scheint mittlerweile au\u00dfer Reichweite. Bis 2026 stellt die Bundesregierung hierzu 14,5 Milliarden Euro bereit. Selbst mit der angedachten Aufstockung der Bundesregierung auf 18,1 Milliarden Euro und erhofften zus\u00e4tzlichen Mitteln der L\u00e4nder stehen f\u00fcr den diskutierten Zeitraum bis 2027 maximal lediglich 36 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung. Das &#8222;B\u00fcndnis f\u00fcr Soziales Wohnen&#8220; hat bis 2025 ein Sonderverm\u00f6gen von 50 Milliarden Euro ermittelt, um 100.000 Wohnungen zu bauen. Dieser Forderung folgend sollte das geplante Sonderverm\u00f6gen auf 50 Milliarden Euro f\u00fcr den Zeitraum bis 2025 ausgeweitet werden, um das gesteckte Ziel zu erreichen und damit den stark schrumpfenden Bestand &#8211; etwa durch auslaufende Preisbindungen &#8211; an Sozialwohnungen auszugleichen. <\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Investoren sind unter den derzeitigen Rahmenbedingungen Projekte nicht mehr rentabel. Sie brechen daher als stabiler Zutr\u00e4ger von neuem Wohnraum ebenso weg. F\u00fcr Investoren muss die steuerliche Abschreibung wieder attraktiver werden. Daher pl\u00e4dierten die Teilnehmer f\u00fcr die auch bereits vorgeschlagenen sieben Prozent bei der degressiven AfA (Absetzung f\u00fcr Abnutzung). &#8222;Damit k\u00f6nnten auch bereits genehmigte, aber derzeit aufgrund der gestiegenen Baukosten auf Eis liegende Projekte noch in die Realisierung gebracht sowie Investoren gerade jetzt zu einer Wohnbau-Investition bzw. Wohnbau-Offensive motiviert werden&#8220;, erkl\u00e4rt Sommer die Intention. &#8222;Eine Forderung schwebt aber \u00fcber allen diesen Sofortma\u00dfnahmen: Die Branche und auch k\u00fcnftige Bauherren und Investoren brauchen Planungssicherheit. Es muss daher schnellstens ebenso entschieden werden, 2025 keine weitere Versch\u00e4rfung des Geb\u00e4udeenergiegesetzes zu erlassen. Der derzeitige GEG-Geb\u00e4udestandard (= Effizienzhaus 55) ist bei den derzeitigen Baupreisentwicklungen v\u00f6llig ausreichend und ebenso mit den Klimazielen mehr als vereinbar.&#8220; <\/p>\n<p>Neben den Sofortma\u00dfnahmen m\u00fcssten mit allen Marktteilnehmern auch \u00fcber die Themen tempor\u00e4re Absenkung der Grunderwerbsteuer durch die einzelnen Bundesl\u00e4nder, eine m\u00f6gliche Ersatzneubau-Pr\u00e4mie, die Digitalisierung in der Baubranche sowie den B\u00fcrokratieabbau im Allgemeinen &#8211; etwa bei Baugenehmigungsverfahren &#8211; diskutiert und zukunftsfeste L\u00f6sungen gefunden werden. <\/p>\n<p>Wohnbauziele nur durch Turbo bei Sanierungen und Neubauten erreichbar <\/p>\n<p>Das Ziel der Ampel-Koalition wurde fr\u00fchzeitig kommuniziert: 400.000 neue Wohnungen j\u00e4hrlich sollten entstehen. Das Zwischenfazit ist mehr als ern\u00fcchternd: Bereits jetzt fehlen 700.000 Einheiten in Deutschland. Auch in diesem Jahr wird das Neubauziel deutlich verfehlt werden. Prognosen sehen die Baufertigstellungen im kommenden Jahr nur noch bei 56.000 Einheiten bei den Ein- und Zweifamilienh\u00e4usern und damit rund 30.000 Einheiten weniger als noch 2022. Die Zahl der Baugenehmigungen sank von Januar bis Juni 2023 um -35,4 Prozent bei Einfamilienh\u00e4usern, -53,4 Prozent bei Zweifamilienh\u00e4usern sowie -27,0 Prozent bei Mehrfamilienh\u00e4usern. Demgegen\u00fcber steht nach wie vor der Wunsch von mehr als 90 Prozent der jungen Deutschen nach Wohneigentum, Deutschland schafft es jedoch nur auf 46 Prozent und weist damit eine der niedrigsten Eigentumsquoten in Europa auf. Die Situation versch\u00e4rfen zwei gravierende \u00e4u\u00dfere Einflussfaktoren &#8211; die schon l\u00e4nger andauernde Zins- und Baupreisentwicklung, die aktuell nur eine Richtung kennt: nach oben. <\/p>\n<p>Dennoch wird von politischer Seite nichts Wirksames getan, um eine sp\u00fcrbare Trendwende zu schaffen. Stattdessen wurden seit Anfang 2022 sukzessive die wirkungsvollen F\u00f6rderprogramme im Neubaubereich nach und nach ausgeh\u00f6hlt und die energetischen Einstiegsstandards weiter versch\u00e4rft. &#8222;Zu Beginn des Jahres wurde das Geb\u00e4udeenergiegesetz erneut novelliert und damit die Anforderungen erh\u00f6ht. Die F\u00f6rderung f\u00fcr ein Effizienzhaus 55 wurde abgeschafft und durch \u00fcberb\u00fcrokratisierte F\u00f6rderprogramme f\u00fcr Effizienzh\u00e4user 40 mit Klima- und Nachhaltigkeitssiegeln ersetzt. Zudem wurde ein Wohneigentumsprogramm als Ersatz f\u00fcr das erfolgreiche Baukindergeld im Juni etabliert, dessen Einkommensgrenzen an der Finanzierbarkeit von Immobilien in G\u00e4nze vorbeigehen. Dies wird bereits jetzt dadurch best\u00e4tigt, dass bis Mitte August erst rund 100 Antr\u00e4ge eingegangen sind. Es bleibt der Eindruck, dass diese F\u00f6rderprogramme, die allesamt ein geringeres F\u00f6rdervolumen haben, nur Nebelkerzen sind, mehr Schein als wirkliches Sein&#8220;, erl\u00e4utert Sommer die derzeitige F\u00f6rderkulisse. <\/p>\n<p>Einig waren sich die Teilnehmer, dass die Bek\u00e4mpfung des Wohnraummangels, die Erreichung der Wohnbauziele sowie hinreichender Klimaschutz im Geb\u00e4udebereich nur durch die Koexistenz von Bestandssanierung und Neubaut\u00e4tigkeit erzielt werden kann. Beide Sparten m\u00fcssten daher gleichrangig behandelt und sinnvoll staatlich gef\u00f6rdert werden. Zudem bestand Einm\u00fctigkeit dar\u00fcber, dass die Bundesregierung die bevorstehende fundamentale Krise nur durch schnelle und gro\u00dfe Ma\u00dfnahmenpakete noch abwenden k\u00f6nne. Hier m\u00fcssten die verantwortlichen Minister als auch der Bundeskanzler kurzfristig ihrer Verantwortung f\u00fcr eine ganze Branche nachkommen. <\/p>\n<p>Eine langfristige Krise h\u00e4tte eine gro\u00dfe Auswirkung auf den ohnehin vorhandenen Wohnraummangel, der bereits jetzt auf 700.000 Wohnungen gesch\u00e4tzt wird und kurz- und mittelfristig zu steigenden Mieten f\u00fchrt, welches die Inflation weiter antreiben w\u00fcrde. Die Baubranche besch\u00e4ftigt im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe rund 2,5 Millionen Menschen. Es droht daher nicht nur der Fachkr\u00e4fteverlust, sondern nachgelagert massive Arbeitslosigkeit, die dann die Sozialausgaben des Bundes deutlich ansteigen lassen w\u00fcrde. Und nicht nur das: 2020 wurden in Deutschland \u00fcber 387 Milliarden Euro f\u00fcr Bauma\u00dfnahmen aufgewendet. Die Baubranche zeichnet sich f\u00fcr mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes verantwortlich und ist damit eine tragende S\u00e4ule der deutschen Wirtschaft. &#8222;Eine Beendigung der Bau-Rezession tr\u00e4gt damit deutlich zu einer Stabilisierung der Inflation und zu einer Linderung der Gesamt-Rezession bei.&#8220;, so Sommer abschlie\u00dfend. <\/p>\n<p>Alle einschl\u00e4gigen Forderungen hat der Branchentreff \u00e4u\u00dferst umfangreich und fundamentiert ausgearbeitet und in ein Positionspapier gebracht, welches der Bundesregierung und den verantwortlichen Ministern zugestellt wird. <\/p>\n<p>Das Positionspapier finden Sie anbei. <\/p>\n<p>Pressekontakt:<\/p>\n<p>Kern-Haus AG<br \/>\nLaura Welling<br \/>\n02623 884 259<br \/>\npresse@kern-haus.de<\/p>\n<p>Original-Content von: Kern-Haus AG, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde automatisch von Presseportal.de zur Verf\u00fcgung gestellt: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/10875\/5587460<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ransbach-Baumbach\/Stuttgart (ots) &#8211; Deutliche Ausweitung und Erh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t der F\u00f6rderprogramme f\u00fcr privates Wohneigentum, degressive AfA f\u00fcr Investoren, 50 Milliarden<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-435159","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bauen-wohnen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/435159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=435159"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/435159\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=435159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=435159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=435159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}