{"id":436357,"date":"2024-06-19T10:38:17","date_gmt":"2024-06-19T08:38:17","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zum-25-juni-2024-50-jahre-baby-notarztwagen-eine-erfindung-fuer-die-kleinsten-feiert-geburtstag\/"},"modified":"2024-06-19T10:38:17","modified_gmt":"2024-06-19T08:38:17","slug":"zum-25-juni-2024-50-jahre-baby-notarztwagen-eine-erfindung-fuer-die-kleinsten-feiert-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zum-25-juni-2024-50-jahre-baby-notarztwagen-eine-erfindung-fuer-die-kleinsten-feiert-geburtstag\/","title":{"rendered":"Zum 25. Juni 2024: 50 Jahre &#8222;Baby-Notarztwagen&#8220; \/ Eine Erfindung f\u00fcr die Kleinsten feiert Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p>Winnenden (ots) &#8211; <\/p>\n<p>Bis ins Jahr 1974 hatte Deutschland die h\u00f6chste S\u00e4uglingssterblichkeitsrate aller westlichen Industriestaaten. Schon damals mussten die Fr\u00fchchen in herk\u00f6mmlichen Rettungswagen zur besseren Versorgung in Spezialkliniken transportiert werden &#8211; das ist \u00fcbrigens bis heute so. Dabei sollen Fr\u00fchgeborene m\u00f6glichst gar nicht transportiert werden; zu gro\u00df sind die Gefahren, die etwa starke Ersch\u00fctterungen w\u00e4hrend der Fahrt f\u00fcr das Kleine mit sich bringen. <\/p>\n<p>Zu ihrem besseren Schutz, zur Vermeidung von Sp\u00e4tsch\u00e4den bei Fr\u00fchgeburten und auf Anregung der Kinder\u00e4rzte des Olgahospitals und der St\u00e4dtischen Kinderkliniken Stuttgart plante die gemeinn\u00fctzige Bj\u00f6rn Steiger Stiftung daher den ersten &#8222;Baby-Notarztwagen&#8220;; die Ausarbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am 25. Juni 1974 wurde das erste Modell in Deutschland offiziell in den Dienst gestellt. <\/p>\n<p>&#8222;Der kleine Patient wird in dem Spezialrettungswagen in einem ger\u00e4umigen Intensivpflegeinkubator gelagert und kann durch eine Vakuummatratze vor Ersch\u00fctterungen und pl\u00f6tzlichen Lage\u00e4nderungen w\u00e4hrend der Fahrt bewahrt werden&#8220;, schrieb die Ludwigsburger Kreiszeitung damals. Der Transport des Brutkastens sei &#8222;in dem neuen Fahrzeug wesentlich sicherer&#8220;, da er fest im Fahrzeug verankert sei, lobte die Cannstatter Zeitung das ausgekl\u00fcgelte System. &#8222;Arzt und Schwester sitzen bequem und sicher hinter dem Brutkasten und haben gen\u00fcgend Handlungsfreiheit, um den kleinen Patienten zu \u00fcberwachen und zu behandeln. Die \u00dcberwachung wird durch einen elektronischen Herzmonitor erg\u00e4nzt. Der Rettungswagen erm\u00f6glicht es besser als bisher, die in den Frauenkliniken begonnene Behandlung der kleinen und kleinsten Patienten ununterbrochen fortzusetzen; er wird dazu beitragen, die \u00dcberlebenschancen der Kinder zu verbessern und besonders Sp\u00e4tsch\u00e4den zu vermeiden&#8220;, jubelte das Blatt am 26. Juni 1974. <\/p>\n<p>Baby-Notarztwagen auch in Nordrhein-Westfalen<\/p>\n<p>Oktober 1975, Ortswechsel: Bei Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen kommt der kleine Jochen zur Welt, sein Blut ist \u00fcbers\u00e4uert. Ein Feuerwehrmann bringt den Kleinen in einer Tragetasche und ohne \u00e4rztliche Begleitung in die Klinik nach Datteln; von dort aus wird er per Hubschrauber in die Klinik nach D\u00fcsseldorf geflogen. Doch der Junge wird nur eine Woche alt &#8211; eine echte Chance hatte er nie. <\/p>\n<p>Jahrzehnte lang verwindet sein Vater Herbert Wiethoff den Tod seines Sohnes nicht &#8211; nimmt ihn aber \u00e4hnlich wie das Ehepaar Ute und Siegfried Steiger nach dem vermeidbaren Tod ihres Sohnes Bj\u00f6rn zum Anlass, um etwas f\u00fcr die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Deutschland zu tun. Unerm\u00fcdlich und \u00fcber zwei Jahrzehnte hinweg sammelt er als ehrenamtlicher Landesbeauftragter des damaligen Rettungsdienstes Bj\u00f6rn Steiger 700 000 Mark, nutzt seine guten Kontakte zum damaligen VW-Chefkonstrukteur in Wolfsburg und luchst diesem einen VW-Bus als Rohling ab. &#8222;Den haben wir mit einigen medizinischen Ger\u00e4ten ausger\u00fcstet und erste Erfahrungen gesammelt&#8220;, erinnert sich Wiethoff. <\/p>\n<p>Am 8. September 1979 war es dann soweit: Die Kinderklinik in Datteln erhielt ihren ersten Baby-Notarztwagen. Nur wenige Stunden nach der offiziellen \u00dcbergabe rettete genau dieses Fahrzeug dem ersten Kind das Leben: Die kleine Karin aus Herten kam in der 34. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von 1350 Gramm zur Welt und wurde im Baby-Notarztwagen in eine Klinik gebracht. &#8222;Sie w\u00e4re ansonsten sicherlich gestorben&#8220;, so Wiethoff. Auch der kleine Andy aus Recklinghausen kam damals nicht mit den besten Bedingungen auf die Welt: Der Junge wog bei seiner Geburt gerade einmal 635 Gramm und \u00fcberlebte nur dank schneller medizinischer Hilfe in der richtigen Klinik. &#8222;Ich hatte ihn selbst auf dem Arm&#8220;, sagte Herbert Wiethoff damals. &#8222;Das vergesse ich nie.&#8220; Alleine die beiden ersten Baby-Notarztwagen der Kinderklinik Datteln fuhren in den ersten 17 Jahren mehr als 12 000 Eins\u00e4tze und retteten so das Leben unz\u00e4hliger Babys. <\/p>\n<p>Kontinuierliche Weiterentwicklung<\/p>\n<p>In den 50 Jahren seit der ersten Indienststellung 1974 wurde das System kontinuierlich auch in enger Kooperation mit der L\u00fcbecker Firma Dr\u00e4gerwerk weiterentwickelt; seit dem Jahr 2012 ist die f\u00fcnfte Generation des Baby-Notarztwagens mit dem Namen &#8222;Felix&#8220; &#8211; benannt nach dem Schutzpatron f\u00fcr Schwangere und Kleinkinder, Felix von Cantalice &#8211; auf Deutschlands Stra\u00dfen unterwegs und hat alleine im Jahr 2023 mehr als 300 Fr\u00fchchen schonend in Spezialkliniken transportiert. <\/p>\n<p>Das Fahrzeug verf\u00fcgt \u00fcber ein spezielles D\u00e4mpfungssystem f\u00fcr einen ruhigen, ersch\u00fctterungsfreien Transport und gleicht Schlagl\u00f6cher einer Tiefe von bis zu 10 Zentimetern aus. Das R\u00fcckhaltesystem &#8222;Traveller RS&#8220; sichert das Baby zus\u00e4tzlich, w\u00e4hrend der Transportinkubator &#8222;AirBORNE &#8211; AVIATOR&#8220;, bis zu zw\u00f6lf Perfusoren, zwei Sauerstoffflaschen und eine eigene Stromversorgung f\u00fcr die bestm\u00f6gliche Versorgung w\u00e4hrend der Fahrt sorgen. Zudem werden die Babys nicht &#8211; wie in herk\u00f6mmlichen Rettungswagen &#8211; l\u00e4ngs zur Fahrtrichtung transportiert, sondern quer. Somit ist auch das K\u00f6pfchen der Kleinen mit noch offener Fontanelle besser gesch\u00fctzt als bei einem L\u00e4ngs-Transport. <\/p>\n<p>Eine Mutter, deren Kind vor sieben Jahren vom Baby-Notarztwagensystem der Bj\u00f6rn Steiger Stiftung in Stuttgart profitierte, ist Julia K\u00f6stlin. Gerade einmal 1150 Gramm brachte ihre Tochter Valerie bei der Geburt auf die Waage; die Kleine musste in der 28. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt geholt werden. Zwei Mal musste das Fr\u00fchchen innerhalb der ersten f\u00fcnf Tage operiert werden &#8211; und in die Spezialklinik wurde es jeweils mit dem Baby-Notarztwagen transportiert. &#8222;Da haben uns ganz viele Engel begleitet&#8220;, sagt die dreifache Mutter heute. <\/p>\n<p>Auch Prof. Dr. Neysan Rafat h\u00e4lt das Baby-Notarztwagensystem f\u00fcr eine \u00fcberaus wichtige Einrichtung. &#8222;Diese spezialisierten Rettungsfahrzeuge sind mit modernster medizinischer Technik ausgestattet, die speziell auf die Bed\u00fcrfnisse von Neugeborenen und S\u00e4uglingen abgestimmt sind. Durch diese Ausstattung und die Expertise der mitfahrenden \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte k\u00f6nnen lebensbedrohliche Zust\u00e4nde bei Babys schnell und effektiv behandelt werden&#8220;, sagt der \u00c4rztliche Direktor der Neonatologie im Olgahospital des Klinikums Stuttgart. Der Baby-Notarztwagen erm\u00f6gliche eine schnelle Reaktion des medizinischen Teams und den schonenden Transport zu spezialisierten Einrichtungen. &#8222;Mit Hilfe von &#8218;Felix&#8216; k\u00f6nnen viele Leben gerettet und die Chancen auf eine schnelle Genesung erh\u00f6ht werden&#8220;, betont der Mediziner. <\/p>\n<p>Bis heute wird der Baby-Notarztwagen &#8211; ein Fahrzeug kostet etwa 300 000 Euro &#8211; durch Spenden und Sponsoren \u00fcber die Bj\u00f6rn Steiger Stiftung finanziert; noch immer ist jenes Fahrzeugsystem nicht im Rettungsdienstgesetz verankert. <\/p>\n<p>Pressekontakt:<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<p>Claudia Bell<br \/>\nBj\u00f6rn Steiger Stiftung<br \/>\nT +49 7195-30 55-213<br \/>\nE pressestelle@steiger-stiftung.de<br \/>\nH www.steiger-stiftung.de<\/p>\n<p>Original-Content von: Bj\u00f6rn Steiger Stiftung, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde automatisch von Presseportal.de zur Verf\u00fcgung gestellt: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/119576\/5804746<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Winnenden (ots) &#8211; Bis ins Jahr 1974 hatte Deutschland die h\u00f6chste S\u00e4uglingssterblichkeitsrate aller westlichen Industriestaaten. Schon damals mussten die Fr\u00fchchen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":436358,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-436357","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=436357"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436357\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/436358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=436357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=436357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=436357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}