{"id":437010,"date":"2024-07-17T15:39:02","date_gmt":"2024-07-17T13:39:02","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=437010"},"modified":"2024-07-17T15:39:02","modified_gmt":"2024-07-17T13:39:02","slug":"wildkraeuter-in-der-kueche-gruene-zutaten-mit-gefahrenpotenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wildkraeuter-in-der-kueche-gruene-zutaten-mit-gefahrenpotenzial\/","title":{"rendered":"Wildkr\u00e4uter in der K\u00fcche \u2013 gr\u00fcne Zutaten mit Gefahrenpotenzial"},"content":{"rendered":"<p>Das Sammeln von Wildkr\u00e4utern und Wildgem\u00fcse ist eine tolle M\u00f6glichkeit, um Gerichte mit frischen und zudem kostenfreien Zutaten aufzupeppen. Doch einige der beliebten essbaren Wildpflanzen haben giftige \u201eDoppelg\u00e4nger\u201c. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) erkl\u00e4rt, worauf zu achten ist und r\u00e4t, nur Pflanzen zu sammeln und zu verzehren, die ohne Zweifel zugeordnet werden k\u00f6nnen.<!--more-->Welche Wildkr\u00e4uter wachsen in Schleswig-Holstein?<br \/>\nWildkr\u00e4uter wachsen in freier Natur jedes Jahr von allein nach, wenn Standort und Bedingungen stimmen. Auch in Schleswig-Holstein gibt es einige beliebte und bekannte Vertreter. Zu diesen z\u00e4hlt L\u00f6wenzahn, der in vielen G\u00e4rten, auf Wiesen, in Parks und an zahlreichen Wegesr\u00e4ndern w\u00e4chst. Der oberirdische Teil der Pflanze, auch die gelbe Bl\u00fcte, ist essbar. Auch Brennnesseln, G\u00e4nsebl\u00fcmchen, Wiesenkerbel, Hirtent\u00e4schelkraut, Vogelmiere, Schafgarbe oder Giersch sind Wildpflanzen, die in Schleswig-Holstein wachsen und gesammelt werden. Unterschiedliche Teile dieser Pflanzen eignen sich zum Beispiel als Salat-Highlight oder f\u00fcr Aufg\u00fcsse. B\u00e4rlauch geh\u00f6rt zu den bekanntesten heimischen Wildkr\u00e4utern. Gesammelt und gegessen werden sollte er jedoch nur von denjenigen, die sich wirklich gut auskennen. Denn er hat giftige Doppelg\u00e4nger, die nach dem Verzehr zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie unterscheiden sich \u201egiftige Doppelg\u00e4nger\u201c von essbaren Wildkr\u00e4utern?<br \/>\nB\u00e4rlauch ist vielf\u00e4ltig verwendbar und wird gern in der warmen und kalten K\u00fcche, beispielsweise als Pesto verarbeitet, eingesetzt. Maigl\u00f6ckchen oder Herbstzeitlose sehen den jungen Bl\u00e4ttern des B\u00e4rlauchs jedoch zum Verwechseln \u00e4hnlich. Sie sind f\u00fcr den Menschen giftig und k\u00f6nnen zu Durchfall, Erbrechen oder zu schweren bis t\u00f6dlich verlaufenden Vergiftungen f\u00fchren. B\u00e4rlauch erkennt man an seinem typischen knoblauchartigen Geruch, der schon beim Zerreiben eines Laubblattes auftritt. Die Geruchsprobe kann jedoch durch vorherige Reibetests mit den H\u00e4nden und dem Anhaften des Geruchs verf\u00e4lscht werden. Sammler m\u00fcssen sich besonders mit den optischen Merkmalen gut auskennen, um eine Verwechslung zu vermeiden. Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung r\u00e4t, im Zweifelsfall besser auf den Verzehr von selbst gesammeltem vermeintlichen B\u00e4rlauch zu verzichten.<\/p>\n<p>Der Wiesenkerbel verleiht Gerichten eine w\u00fcrzige Note, ist jedoch mit dem giftigen Schierling leicht zu verwechseln. W\u00e4hrend sich der gefleckte Schierling anhand des rotbraunviolett gemusterten St\u00e4ngels noch gut vom Wiesenkerbel unterscheiden l\u00e4sst, f\u00e4llt dieses wichtige Unterscheidungsmerkmal bei dem Wasserschierling weg. Neben optischen Merkmalen kann zudem der Geruch zur Beurteilung der Identit\u00e4t herangezogen werden: Der Wiesenkerbel riecht w\u00fcrzig, wobei Geruch und Aussehen auch vom Standort abh\u00e4ngen. Insgesamt gilt: Wiesenkerbel sollte nur von echten Pflanzenkennern bestimmt und gesammelt werden.<\/p>\n<p>Gleiches gilt auch f\u00fcr die Schafgarbe, die insbesondere vor der Bl\u00fctezeit ein hohes Verwechslungsrisiko mit dem Schierling aufweist.<\/p>\n<p>Sauerampfer ist ein seit Jahrhunderten beliebtes Wildgem\u00fcse mit namensgebendem s\u00e4uerlichen Geschmack. Er w\u00e4chst auf sonnigen Wiesen und in Schreberg\u00e4rten. Verwechslungsgefahr besteht hier zum giftigen Aronstab. Unterscheiden lassen sich die beiden Pflanzen sowohl an der Ausformung der Blattspreite als auch dem stechenden Schmerz, den der Aronstab bei Kontakt mit der Zunge verursacht und der bestenfalls vom Verzehr abh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Tipps f\u00fcr das Sammeln: Ratgeber, Experten, Erntezeit<br \/>\nWer sich als Anf\u00e4nger dem Sammeln von Wildkr\u00e4utern und Wildgem\u00fcsen widmet, sollte zun\u00e4chst Pflanzen ohne gef\u00e4hrliche Doppelg\u00e4nger ausw\u00e4hlen. Darunter fallen etwa die Brennnessel, das Hirtent\u00e4schelkraut oder die Vogelmiere. Zur Bestimmung von Wildkr\u00e4utern bieten zahlreiche Ratgeber mit Bildern sowie einschl\u00e4gige Webseiten Informationen. Neugierige sollten sich zun\u00e4chst an erfahrene Wildkr\u00e4uter-Experten wenden oder an einer Kr\u00e4uterwanderung teilnehmen. Wildkr\u00e4uterfachleute, Kr\u00e4uterp\u00e4dagogen oder Kr\u00e4uterf\u00fchrer leiten die Teilnehmenden an und k\u00f6nnen Fragen direkt fachkundig kl\u00e4ren. So kann der versehentliche Kontakt mit giftigen Pflanzen vermieden und neben schmackhaften Kr\u00e4utern auch praxisnahe Erfahrung gesammelt werden.<br \/>\nNicht alle Wildkr\u00e4uter wachsen zur gleichen Jahreszeit. B\u00e4rlauch ist etwa im Fr\u00fchjahr erntereif, doch auch dessen giftige Zwillinge sind im April und Mai zu finden. Der optimale Erntezeitpunkt f\u00fcr den L\u00f6wenzahn, insbesondere seiner jungen Bl\u00e4tter, ist April und auch G\u00e4nsebl\u00fcmchen beginnen bereits im zeitigen Fr\u00fchjahr mit der Bl\u00fcte. Wer Brennnesseln sammeln m\u00f6chte, muss sich bis zum August gedulden. Angehende Sammler sollten sich \u00fcber die Saison der Wildkr\u00e4uter und immer auch \u00fcber die der giftigen Doppelg\u00e4nger informieren.<br \/>\nWichtig: Immer nur an Orten sammeln, an denen eine Verunreinigung unwahrscheinlich ist. Pflanzen, die an den R\u00e4ndern frisch ged\u00fcngter oder gespritzter Felder, stark befahrener Stra\u00dfen oder an Hundeauslaufwegen wachsen, besser stehen lassen. Hier droht Gefahr durch krankmachende Erreger oder Pestizide. Die Kr\u00e4uter m\u00f6glichst frisch verarbeiten und vor dem Verzehr gr\u00fcndlich verlesen und waschen. Was \u00fcbrig bleibt, kann im Gem\u00fcsefach des K\u00fchlschranks in einem feuchten Tuch eingeschlagen f\u00fcr wenige Tage aufbewahrt werden. Achtung: in Naturschutzgebieten und in Gebieten mit Betretungsverbot darf nicht gesammelt werden. Generell sollte beim Sammeln die \u201eHandstrau\u00dfregel\u201c befolgt werden: Nur geringe Mengen entnehmen und pfleglich mit der Umgebung umgehen.<\/p>\n<p>Und wenn doch etwas Giftiges dabei war? Symptome und Hilfe<br \/>\nWer versehentlich giftige Wildpflanzen verzehrt hat, bekommt dies durch Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen zu sp\u00fcren. Auch das Auftreten einer trockenen Mundschleimhaut, Hautreaktionen, Pupillenerweiterung, Unruhe, Kaltschwei\u00dfigkeit, Herz-Rhythmus-St\u00f6rungen, Kr\u00e4mpfe oder L\u00e4hmungserscheinungen sollten Anlass sein, sich umgehend fachkundige Hilfe zu holen. Die Giftinformationszentrale oder ein Arzt sind hier die richtigen Ansprechpartner, um das weitere Vorgehen abzustimmen, denn der Krankheitsverlauf h\u00e4ngt entscheidend davon ab, wieviel Gift aufgenommen wurde und welche konkreten Ma\u00dfnahmen ergriffen werden. Apotheker oder G\u00e4rtner k\u00f6nnen bei der Bestimmung der Giftpflanze helfen. Pflanzenteile sollten aus dem Mund entfernt und der Mundraum mit Wasser ausgesp\u00fclt werden. Weitere Ma\u00dfnahmen sollten unter \u00e4rztlicher Beaufsichtigung durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sammeln von Wildkr\u00e4utern und Wildgem\u00fcse ist eine tolle M\u00f6glichkeit, um Gerichte mit frischen und zudem kostenfreien Zutaten aufzupeppen. 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