{"id":43785,"date":"2011-09-26T09:13:03","date_gmt":"2011-09-26T07:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=43785"},"modified":"2011-09-26T09:13:03","modified_gmt":"2011-09-26T07:13:03","slug":"bka-bundeslagebild-menschenhandel-2010-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-bundeslagebild-menschenhandel-2010-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland\/","title":{"rendered":"BKA: Bundeslagebild Menschenhandel 2010, Bundeskriminalamt ver\u00f6ffentlicht aktuelle Zahlen f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-13230\" href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/03\/13229\/bundeskriminalamt-3\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-13230\" title=\"Bundeskriminalamt\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Bundeskriminalamt.jpg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"77\" \/><\/a>Wiesbaden (ots) &#8211; Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 470 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen R\u00fcckgang um 12 Prozent (2009: 534). Auch die Anzahl der Opfer ist mit 610 um 14 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr (2009: 710) gesunken. Entsprechend der Entwicklung in den vergangenen Jahren stammte auch 2010 der Gro\u00dfteil der Opfer (85 Prozent) aus dem europ\u00e4ischen Raum. Bei den ausl\u00e4ndischen Opfern dominierten erneut rum\u00e4nische (119 Opfer) und bulgarische (115 Opfer) Staatsangeh\u00f6rige. Die Zahl nigerianischer Opfer stieg auf 46 (2009: 34). Rund 14 Prozent der Opfer waren minderj\u00e4hrig. Die Zahl der wegen Verdachts des Menschenhandels registrierten Tatverd\u00e4chtigen betrug 730 und damit etwa sechs Prozent weniger als im Vorjahr (2009: 777). Bei den Tatverd\u00e4chtigen dominierten mit einem Anteil von fast 26 Prozent erneut deutsche Staatsangeh\u00f6rige. Den gr\u00f6\u00dften Anteil bei den ausl\u00e4ndischen Tatverd\u00e4chtigen stellten bulgarische, rum\u00e4nische und t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rige.<!--more--><\/p>\n<p>Nach wie vor ist von einem erheblichen Dunkelfeld im Bereich Menschenhandel auszugehen. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bleibt die Schwierigkeit, Opfer von Menschenhandel zu identifizieren und diese zu einer Aussage vor den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu bewegen, um den Straftatbestand des Menschenhandels nachweisen zu k\u00f6nnen. Bei Staatsangeh\u00f6rigen aus den neuen EU-Beitrittsl\u00e4ndern, insbesondere Bulgarien, Rum\u00e4nien und Ungarn, die sich mittlerweile legal in Deutschland aufhalten und der Prostitution als selbst\u00e4ndiger Dienstleistung nachgehen k\u00f6nnen, besteht h\u00e4ufig der Verdacht der Scheinselbst\u00e4ndigkeit und von Ausbeutungsstrukturen. Diese Personen sind \u00fcberwiegend aber fest in famili\u00e4r und\/oder ethnisch dominierte Sozialstrukturen eingebunden, haben keine Beziehung zum deutschen Rechts- und Sozialstaat und sind nicht bereit, gegen die T\u00e4ter aus den eigenen Reihen auszusagen. Bei Opfern aus schwarzafrikanischen L\u00e4ndern beobachten die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden weiterhin besondere Formen der Einsch\u00fcchterung &#8211; beispielsweise bringen die T\u00e4ter die Opfer durch Voodoo-Rituale in eine psychische Zwangslage. Die Folge ist, dass die Betroffenen in der Regel nicht bereit sind, mit der Polizei und den Fachberatungsstellen zu kooperieren oder ihre anf\u00e4nglichen Zeugenaussagen oftmals wieder zur\u00fccknehmen. Speziell in diesem Ph\u00e4nomenbereich wurden im Mai 2011 &#8211; auf Anregung und koordiniert durch das BKA &#8211; bundesweit Kontrollen im Rotlichtmilieu durchgef\u00fchrt. Ziel der Ma\u00dfnahmen war es, Opfer von Menschenhandel aus Westafrika zu identifizieren und Hinweise auf die dahinter stehenden T\u00e4terstrukturen zu erlangen. Insgesamt wurden in 13 Bundesl\u00e4ndern etwa 1.000 Prostitutionsst\u00e4tten durchsucht. Durch diese Ma\u00dfnahmen konnten potentielle Opfer von Menschenhandel erkannt und 6 Ermittlungsverfahren gegen Menschenh\u00e4ndler eingeleitet werden. (BKA-Pressemitteilung vom 13.05.2011).<\/p>\n<p>Im Bereich Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft wurden im vergangenen Jahr insgesamt 24<br \/>\nErmittlungsverfahren abgeschlossen. Dies entspricht einer Steigerung von 140 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 37 Tatverd\u00e4chtige &#8211; und damit knapp 16 Prozent mehr als im Vorjahr &#8211; registriert. Es dominierten deutsche Staatsangeh\u00f6rige mit knapp 46 Prozent. Im Jahr 2010 wurden 41 Opfer des Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft ermittelt, rund 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Steigerungen sind vor allem auf einen Verfahrenskomplex des Landeskriminalamtes Niedersachsen zur\u00fcckzuf\u00fchren. In diesem Komplex wurde gegen eine in Hannover ans\u00e4ssige Firma wegen Verdachts des Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft zum Nachteil chinesischer Staatsangeh\u00f6riger ermittelt. Nach wie vor ist die (illegale) Arbeitsaufnahme in Deutschland ein wesentlicher Antrieb f\u00fcr Migration. Es zeigt sich, dass die Delikte schwerpunktm\u00e4\u00dfig im Gastst\u00e4ttengewerbe zum Nachteil von nichtdeutschen Staatsangeh\u00f6rigen ver\u00fcbt werden. Auch in diesem Ph\u00e4nomenbereich muss von einem gro\u00dfen Dunkelfeld ausgegangen werden, da auch hier eine besondere Abh\u00e4ngigkeit der Opfer von den T\u00e4tern besteht, die die Opfer in ihrer Kooperationsbereitschaft mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden einschr\u00e4nkt. Ziel muss es daher sein, Bek\u00e4mpfungskonzepte, die im Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung seit Jahren erfolgreich in der Praxis angewendet werden, entsprechend anzugleichen beziehungsweise zu erweitern und auf diesen Ph\u00e4nomenbereich zu \u00fcbertragen. BKA-Vizepr\u00e4sident J\u00fcrgen Stock: &#8222;Menschenhandel ist ein Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomen, bei dem die T\u00e4ter gezielt ein Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis ausnutzen und ihre Opfer durch physische und psychische Gewalt gef\u00fcgig machen. Die Aussagen der Opfer sind nach wie vor von zentraler Bedeutung, um gegen die T\u00e4ter ermitteln zu k\u00f6nnen. Polizei und Fachberatungsstellen m\u00fcssen Opfern, die sich aus eigenem Antrieb an die Polizei wenden wollen, m\u00f6glichst umfassende M\u00f6glichkeiten zur Anzeigenerstattung schaffen &#8211; durch verst\u00e4rkte Pr\u00e4senz im Milieu und gezielte Ansprachen. Im Rahmen der Befragung der Opferzeugen ist ein hohes Ma\u00df an Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und interkultureller Kompetenz notwendig &#8211; neben Herkunft und Kultur muss dabei das oft sehr junge Alter der Betroffenen ber\u00fccksichtigt werden. Nur wenn es uns gelingt, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen und sie zur Kooperation mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu bewegen, k\u00f6nnen wir den Kreislauf aus Unterdr\u00fcckung, Einsch\u00fcchterung und Abh\u00e4ngigkeit zwischen Opfern und T\u00e4tern durchbrechen. Eine professionelle Opferbetreuung und die enge Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden mit Fachberatungsstellen sind daher auch weiterhin von zentraler Bedeutung.&#8220;<\/p>\n<p>Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Homepage des BKA unter www.bka.de unter Themen A &#8211; Z \/ Menschenhandel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 470 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen. Dies<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-43785","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43785"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43785\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}