{"id":43790,"date":"2011-09-26T11:29:16","date_gmt":"2011-09-26T09:29:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=43790"},"modified":"2011-09-26T11:29:16","modified_gmt":"2011-09-26T09:29:16","slug":"justizminister-schmalfus-verleiht-stiftungspreis-arbeit-fur-straffallige-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/justizminister-schmalfus-verleiht-stiftungspreis-arbeit-fur-straffallige-2011\/","title":{"rendered":"Justizminister Schmalfu\u00df verleiht Stiftungspreis &#8222;Arbeit f\u00fcr Straff\u00e4llige 2011&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>KIEL. Justizminister Emil Schmalfu\u00df hat heute (26. September) den von der Stiftung Straff\u00e4lligenhilfe Schleswig-Holstein ausgelobten Preis &#8222;Arbeit f\u00fcr Straff\u00e4llige 2011&#8220; an drei Preistr\u00e4ger aus der Wirtschaft und aus der sozialen Arbeit \u00fcbergeben. &#8222;&#8220;Bezahlte Arbeit ist der Schl\u00fcsselfaktor zu einer erfolgreichen Resozialisierung&#8220;&#8220;, sagte Schmalfu\u00df bei der Verleihung im Landeshaus. Alle Bem\u00fchungen um die Eingliederung von Straft\u00e4tern in den Arbeitsmarkt dienten T\u00e4tern und potenziellen Kriminalit\u00e4tsopfern gleicherma\u00dfen. In dieser Einsch\u00e4tzung war sich Schmalfu\u00df einig mit der Jury des Stiftungspreises, zu der neben dem Stiftungsvorstand und Vizepr\u00e4sidenten des Landgerichts Itzehoe, Dietmar Wullweber, auch der vorsitzende Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Regionaldirektion Nord der BA, J\u00fcrgen Goecke, sowie der stellvertretende Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK zu Kiel, Rainer Bock, geh\u00f6ren.<!--more--><\/p>\n<p>Untersuchungen in der Bew\u00e4hrungshilfe haben eine hohe Besch\u00e4ftigungslosigkeit unter ehemaligen Strafgefangenen festgestellt. Gleichzeitig wei\u00df man, dass das R\u00fcckfallrisiko ehemaliger Strafgefangener von rund 35 Prozent bei ausbildungsgerecht Besch\u00e4ftigten auf 90 Prozent bei unqualifizierten Entlassenen ohne Besch\u00e4ftigung steigt. &#8222;&#8220;Vor dem Hintergrund des gesetzlichen Auftrags zur Resozialisierung von Straft\u00e4tern und im Sinne des Schutzes potenzieller Opfer von Straftaten besteht hier dringender Handlungsbedarf&#8220;&#8220;, so Schmalfu\u00df. Straff\u00e4llige h\u00e4tten es jedoch besonders schwer, Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu finden. Oft liege es an mangelnder schulischer oder beruflicher Qualifikation, manchmal fehlten die f\u00fcr das Arbeitsleben notwendigen pers\u00f6nlichen Voraussetzungen. Unter den Inhaftierten seien Sondersch\u00fcler, Schulabbrecher, Personen ohne oder mit abgebrochener Ausbildung, Hilfs- und Gelegenheitsarbeiter \u00fcberrepr\u00e4sentiert. Darum habe die Landesregierung im Justizvollzug in den Bereichen Bildung und Ausbildung Schwerpunkte gesetzt.<\/p>\n<p>&#8222;&#8220;Alle Ma\u00dfnahmen der Landesregierung sind jedoch auch angewiesen auf ein funktionierendes Netz b\u00fcrgerschaftlicher Aktivit\u00e4ten&#8220;&#8220;, betonte der Minister. &#8222;&#8220;Ohne die vorurteilsfreie Bereitschaft von Wirtschaftsbetrieben und Organisationen der Wohlfahrtspflege, Straff\u00e4llige zu besch\u00e4ftigen, kann das Ziel der R\u00fcckfallvermeidung nicht erreicht werden.&#8220;&#8220; Drei gute Beispiele, die diesem erkl\u00e4rten Ziel dienen, wurden von der Jury ausgew\u00e4hlt und von Minister Schmalfu\u00df ausgezeichnet:<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfenmagazine &#8222;HEMPELS&#8220; und &#8222;Die Jerusalemmer&#8220;. Sowohl &#8222;Die Jerusalemmer&#8220; in Neum\u00fcnster als auch &#8222;HEMPELS&#8220; in Kiel, L\u00fcbeck, Flensburg und vielen weiteren Orten in Schleswig-Holstein besch\u00e4ftigen seit mehr als 15 Jahren eine gro\u00dfe Anzahl von entlassenen Strafgefangenen und anderen Straff\u00e4lligen. Der Verkauf der Stra\u00dfenzeitung sichert ein kleines Zusatzeinkommen, strukturiert den Tagesablauf und sorgt f\u00fcr soziale Kontakte zu Kunden und Kollegen. Insbesondere f\u00fcr Menschen, die aufgrund vielschichtiger Problembelastungen, von Wohnungsnot und \u00dcberschuldung bis hin zu Abh\u00e4ngigkeiten von legalen oder illegalen Suchtmitteln, nicht in der Lage sind einer Vollzeitbesch\u00e4ftigung nachzugehen, stellt die Arbeit als Zeitungsverk\u00e4ufer eine hilfreiche Berufsperspektive dar.<br \/>\nDer Malereibetrieb Kr\u00fctzfeldt in Heikendorf bei Kiel. Die Firma wurde vom Integrationsbegleiter der Grone Bildungszentren in der JVA Kiel f\u00fcr den Preis vorgeschlagen. Es handelt sich hier um ein besonderes, individuelles Beispiel f\u00fcr eine gelingende Resozialisierung. Die Firma Kr\u00fctzfeldt hat einen straff\u00e4llig gewordenen Mitarbeiter nicht fallen gelassen, sondern ihm nach der geschlossenen Haftzeit, in enger Zusammenarbeit mit der JVA, seinen alten Arbeitsplatz wieder zur Verf\u00fcgung gestellt. Resozialisierung ist immer auch angewiesen auf funktionierende soziale Beziehungen. Wenn diese im beruflichen Bereich aufrecht erhalten werden k\u00f6nnen, ist dies die beste Voraussetzung f\u00fcr eine gelingende Reintegration.<br \/>\nDas Bauunternehmen Lorenzen in Schleswig. Der Betrieb wurde von den Integrationsbegleiterinnen des T\u00dcV NORD Bildung in der Jugendanstalt Schleswig f\u00fcr den Stiftungspreis vorgeschlagen. Hervorgehoben wurden das unerm\u00fcdliche Engagement der Firma Lorenzen in der Bereitstellung und intensiven Begleitung von Praktikumspl\u00e4tzen und Ausbildungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr jugendliche Strafgefangene sowie die enge und vertrauensvolle Kooperation mit dem Strafvollzug. Nur mit Hilfe eines solchen besonderen Einsatzes von Seiten der Wirtschaft kann es gelingen, Jugendliche aus dem Strafvollzug dauerhaft in Besch\u00e4ftigung und ein straffreies Leben zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Stiftung Straff\u00e4lligenhilfe Schleswig-Holstein w\u00fcrdigt das erfolgreiche Engagement dieser Preistr\u00e4ger mit einem Preisgeld von insgesamt 2.500 Euro.<\/p>\n<p>Die Stiftung Straff\u00e4lligenhilfe Schleswig-Holstein besteht seit 29 Jahren. Ihre Arbeit baut auf drei S\u00e4ulen auf:<\/p>\n<p>Straff\u00e4llige k\u00f6nnen Darlehen beantragen, um im Wege von Vergleichszahlungen Schulden abzubauen. In besonderen F\u00e4llen werden auch berufliche Eingliederungsma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert. Unterst\u00fctzt werden dabei nur Menschen, bei denen die Erwartung besteht, dass sie k\u00fcnftig straffrei leben werden. Auch Angeh\u00f6rige oder Opfer von Straff\u00e4lligen k\u00f6nnen in diese Hilfeleistungen einbezogen werden.<br \/>\nAu\u00dferdem f\u00f6rdert die Stiftung Projekte gemeinn\u00fctziger Tr\u00e4ger der Straff\u00e4lligenhilfe, die der Resozialisierung oder Entschuldung dienen.<br \/>\nDritte S\u00e4ule ist die F\u00f6rderung des T\u00e4ter-Opfer-Ausgleichs. T\u00e4tern wird mit der Vergabe von Darlehen f\u00fcr eine schnelle und vollst\u00e4ndige Opferentsch\u00e4digung geholfen.<\/p>\n<p>Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahrestagung des Schleswig- Holsteinischen Verbands f\u00fcr soziale Strafrechtspflege; Straff\u00e4lligen- und Opferhilfe statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIEL. Justizminister Emil Schmalfu\u00df hat heute (26. 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