{"id":43791,"date":"2011-09-26T09:51:13","date_gmt":"2011-09-26T07:51:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=43791"},"modified":"2011-09-26T09:51:44","modified_gmt":"2011-09-26T07:51:44","slug":"43791","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/43791\/","title":{"rendered":"BKA: Bundeslagebild Menschenhandel 2010, Bundeskriminalamt ver\u00f6ffentlicht aktuelle Zahlen f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/7\/\" href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/7\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0pt none;\" title=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/7\/\" src=\"http:\/\/www.presseportal.de\/bild\/7_logo_.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"158\" \/><\/a><\/p>\n<div>26.09.2011  &#8211; 09:00 Uhr, Bundeskriminalamt<\/div>\n<div>\n<p>Wiesbaden  (ots) &#8211; Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 470 Ermittlungsverfahren wegen  Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen. Dies bedeutet  im Vergleich zum Vorjahr einen R\u00fcckgang um 12 Prozent (2009: 534). Auch die  Anzahl der Opfer ist mit 610 um 14 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr (2009: 710)  gesunken. Entsprechend der Entwicklung in den vergangenen Jahren stammte auch  2010 der Gro\u00dfteil der Opfer (85 Prozent) aus dem europ\u00e4ischen Raum. Bei den  ausl\u00e4ndischen Opfern dominierten erneut rum\u00e4nische (119 Opfer) und bulgarische  (115 Opfer) Staatsangeh\u00f6rige. Die Zahl nigerianischer Opfer stieg auf 46 (2009:  34). Rund 14 Prozent der Opfer waren minderj\u00e4hrig. Die Zahl der wegen Verdachts  des Menschenhandels registrierten Tatverd\u00e4chtigen betrug 730 und damit etwa  sechs Prozent weniger als im Vorjahr (2009: 777). Bei den Tatverd\u00e4chtigen  dominierten mit einem Anteil von fast 26 Prozent erneut deutsche  Staatsangeh\u00f6rige. Den gr\u00f6\u00dften Anteil bei den ausl\u00e4ndischen Tatverd\u00e4chtigen  stellten bulgarische, rum\u00e4nische und t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rige.<!--more-->Nach  wie vor ist von einem erheblichen Dunkelfeld im Bereich Menschenhandel  auszugehen. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bleibt die Schwierigkeit, Opfer von  Menschenhandel zu identifizieren und diese zu einer Aussage vor den  Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu bewegen, um den Straftatbestand des Menschenhandels  nachweisen zu k\u00f6nnen. Bei Staatsangeh\u00f6rigen aus den neuen EU-Beitrittsl\u00e4ndern,  insbesondere Bulgarien, Rum\u00e4nien und Ungarn, die sich mittlerweile legal in  Deutschland aufhalten und der Prostitution als selbst\u00e4ndiger Dienstleistung  nachgehen k\u00f6nnen, besteht h\u00e4ufig der Verdacht der Scheinselbst\u00e4ndigkeit und von  Ausbeutungsstrukturen. Diese Personen sind \u00fcberwiegend aber fest in famili\u00e4r  und\/oder ethnisch dominierte Sozialstrukturen eingebunden, haben keine Beziehung  zum deutschen Rechts- und Sozialstaat und sind nicht bereit, gegen die T\u00e4ter aus  den eigenen Reihen auszusagen. Bei Opfern aus schwarzafrikanischen L\u00e4ndern  beobachten die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden weiterhin besondere Formen der  Einsch\u00fcchterung &#8211; beispielsweise bringen die T\u00e4ter die Opfer durch  Voodoo-Rituale in eine psychische Zwangslage. Die Folge ist, dass die  Betroffenen in der Regel nicht bereit sind, mit der Polizei und den  Fachberatungsstellen zu kooperieren oder ihre anf\u00e4nglichen Zeugenaussagen  oftmals wieder zur\u00fccknehmen. Speziell in diesem Ph\u00e4nomenbereich wurden im Mai  2011 &#8211; auf Anregung und koordiniert durch das BKA &#8211; bundesweit Kontrollen im  Rotlichtmilieu durchgef\u00fchrt. Ziel der Ma\u00dfnahm en war es, Opfer von  Menschenhandel aus Westafrika zu identifizieren und Hinweise auf die dahinter  stehenden T\u00e4terstrukturen zu erlangen. Insgesamt wurden in 13 Bundesl\u00e4ndern etwa  1.000 Prostitutionsst\u00e4tten durchsucht. Durch diese Ma\u00dfnahmen konnten potentielle  Opfer von Menschenhandel erkannt und 6 Ermittlungsverfahren gegen  Menschenh\u00e4ndler eingeleitet werden. (BKA-Pressemitteilung vom 13.05.2011).<\/p>\n<p>Im  Bereich Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft wurden im  vergangenen Jahr insgesamt 24 Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Dies  entspricht einer Steigerung von 140 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr.<\/p>\n<p>Insgesamt  wurden 37 Tatverd\u00e4chtige &#8211; und damit knapp 16 Prozent mehr als im Vorjahr &#8211;  registriert. Es dominierten deutsche Staatsangeh\u00f6rige mit knapp 46 Prozent. Im  Jahr 2010 wurden 41 Opfer des Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung der  Arbeitskraft ermittelt, rund 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Steigerungen  sind vor allem auf einen Verfahrenskomplex des Landeskriminalamtes Niedersachsen  zur\u00fcckzuf\u00fchren. In diesem Komplex wurde gegen eine in Hannover ans\u00e4ssige Firma  wegen Verdachts des Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft  zum Nachteil chinesischer Staatsangeh\u00f6riger ermittelt. Nach wie vor ist die  (illegale) Arbeitsaufnahme in Deutschland ein wesentlicher Antrieb f\u00fcr  Migration. Es zeigt sich, dass die Delikte schwerpunktm\u00e4\u00dfig im  Gastst\u00e4ttengewerbe zum Nachteil von nichtdeutschen Staatsangeh\u00f6rigen ver\u00fcbt  werden. Auch in diesem Ph\u00e4nomenbereich muss von einem gro\u00dfen Dunkelfeld  ausgegangen werden, da auch hier eine besondere Abh\u00e4ngigkeit der Opfer von den  T\u00e4tern besteht, die die Opfer in ihrer Kooperationsbereitschaft mit den  Strafverfolgungsbeh\u00f6rden einschr\u00e4nkt. Ziel muss es daher sein,  Bek\u00e4mpfungskonzepte, die im Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen  Ausbeutung seit Jahren erfolgreich in der Praxis angewendet werden, entsprechend  anzugleichen beziehungsweise zu erweitern und auf diesen Ph\u00e4nomenbereich zu  \u00fcbertragen. BKA-Vizepr\u00e4sident J\u00fcrgen Stock: &#8222;Menschenhandel ist ein  Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomen, bei dem die T\u00e4ter gezielt ein Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis  ausnutzen und ihre Opfer durch physische und psychische Gewalt gef\u00fcgig machen.  Die Aussagen der Opfer sind nach wie vor von zentraler Bedeutung, um gegen die  T\u00e4ter ermitteln zu k\u00f6nnen. Polizei und Fachberatungsstellen m\u00fcssen Opfern, die  sich aus eigenem Antrieb an die Polizei wenden wollen, m\u00f6glichst umfassende  M\u00f6glichkeiten zur Anzeigenerstattung schaffen &#8211; durch verst\u00e4rkte Pr\u00e4senz im  Milieu und gezi elte Ansprachen. Im Rahmen der Befragung der Opferzeugen ist ein  hohes Ma\u00df an Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und interkultureller Kompetenz notwendig &#8211;  neben Herkunft und Kultur muss dabei das oft sehr junge Alter der Betroffenen  ber\u00fccksichtigt werden. Nur wenn es uns gelingt, das Vertrauen der Opfer zu  gewinnen und sie zur Kooperation mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu bewegen,  k\u00f6nnen wir den Kreislauf aus Unterdr\u00fcckung, Einsch\u00fcchterung und Abh\u00e4ngigkeit  zwischen Opfern und T\u00e4tern durchbrechen. Eine professionelle Opferbetreuung und  die enge Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden mit Fachberatungsstellen  sind daher auch weiterhin von zentraler Bedeutung.&#8220;<\/p>\n<p>Weitere  Einzelheiten finden Sie auf der Homepage des BKA unter <a title=\"outbind:\/\/43-00000000D1481070092A9344AA6F6981BDA9C7EDC4C26100\/h ttp:\/\/www.bka.de\" href=\"h%20ttp:\/\/www.bka.de\">www.bka.de<\/a> unter Themen A &#8211; Z \/ Menschenhandel.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26.09.2011 &#8211; 09:00 Uhr, Bundeskriminalamt Wiesbaden (ots) &#8211; Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 470 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-43791","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipps-informationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43791","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43791"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43791\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43791"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43791"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}