{"id":438338,"date":"2024-09-11T16:37:35","date_gmt":"2024-09-11T14:37:35","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/pressekonferenz-der-bundesinnung-der-hoerakustiker-in-berlin-hoerakustiker-ermoeglichen-wohnortnahe-ci-nachsorge-2\/"},"modified":"2024-10-30T14:30:13","modified_gmt":"2024-10-30T13:30:13","slug":"pressekonferenz-der-bundesinnung-der-hoerakustiker-in-berlin-hoerakustiker-ermoeglichen-wohnortnahe-ci-nachsorge-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/pressekonferenz-der-bundesinnung-der-hoerakustiker-in-berlin-hoerakustiker-ermoeglichen-wohnortnahe-ci-nachsorge-2\/","title":{"rendered":"Pressekonferenz der Bundesinnung der H\u00f6rakustiker in Berlin: H\u00f6rakustiker erm\u00f6glichen wohnortnahe CI-Nachsorge"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; <\/p>\n<p>Bei der Pressekonferenz der Bundesinnung der H\u00f6rakustiker (biha) am 11. September 2024 im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin, ging es um die Versorgung von an Taubheit grenzenden Schwerh\u00f6rigen mit Cochlea-Implantaten (CI). Experten, die in unterschiedlicher Weise am Versorgungsprozess beteiligt sind, und CI-Patienten berichteten \u00fcber die Nachsorge-Situation und diskutierten Optimierungsm\u00f6glichkeiten. <\/p>\n<p>Eberhard Schmidt, Pr\u00e4sident der Bundesinnung der H\u00f6rakustiker Kd\u00f6R, und Dr. Veronika Wolter, Chef\u00e4rztin der Klinik f\u00fcr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Helios H\u00f6rklinik Oberbayern in M\u00fcnchen, sprachen \u00fcber Besonderheiten der CI-Versorgung und -Nachsorge aus Perspektive der Versorgenden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Daniel Schilling, Vorstand der IKK S\u00fcdwest, schilderte den Prozess aus Sicht einer gesetzlichen Krankenversicherung. Stefanie Ziegler, die beidseitig mit CIs versorgt wurde, berichtete \u00fcber Schwierigkeiten bei der Anpassung und Nachsorge. <\/p>\n<p>J\u00e4hrlich werden in Deutschland ca. 4.000 CI-Implantationen in \u00fcber 100 HNO-Kliniken durchgef\u00fchrt. Bestenfalls erfolgt nach der Operation und Erstanpassung eine Reha vor Ort, bevor die Patienten teilweise Hunderte Kilometer bis zu ihrem Heimatort zur\u00fccklegen. Die lebenslang notwendige Nachsorge findet entweder in der implantierenden Klinik statt oder in Wohnortn\u00e4he beim H\u00f6rakustiker. Die Abrechnung dieser Folgedienstleistung gestaltet sich bislang schwierig. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt den Kliniken eine Pauschale f\u00fcr alle Leistungen, inklusive der Nachsorge. Damit H\u00f6rakustiker f\u00fcr ihre Arbeit entlohnt werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie Kooperationsvertr\u00e4ge mit den Kliniken abschlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Eberhard Schmidt ging als Pr\u00e4sident der Bundesinnung der H\u00f6rakustiker auf die Herausforderungen ein, die sich f\u00fcr das H\u00f6rakustiker-Handwerk bei der CI-Versorgung ergeben, und fokussierte dabei die Themen Fort- und Weiterbildung sowie Abrechnungsm\u00f6glichkeiten mit der GKV. Er betonte, dass H\u00f6rakustiker gem\u00e4\u00df der Meisterpr\u00fcfungsverordnung CI-Versorgungen vornehmen d\u00fcrfen; Voraussetzung daf\u00fcr seien entsprechende z.B. am Campus H\u00f6rakustik in L\u00fcbeck angebotene Schulungen. Diese w\u00fcrden jedoch nicht von allen Kliniken anerkannt. Hinsichtlich der ungekl\u00e4rten Zust\u00e4ndigkeiten bei der CI-Nachsorge forderte Schmidt mit Blick auf die wohnortnahe Versorgung: &#8222;Dieses Versorgungskn\u00e4uel muss dringend entwirrt werden, sodass Klarheit dar\u00fcber besteht, wer, wann, wo und von wem nach einer CI-Implantation nachversorgt werden kann.&#8220; Denn wer bei diesem &#8222;Hin- und Her-Geschiebe&#8220; auf der Strecke bleibe, sei der Patient. <\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung erhielt Schmidt von Dr. Veronika Wolter, Chef\u00e4rztin der Helios HNO- und H\u00f6rklinik Oberbayern, die selbst CI-Tr\u00e4gerin ist. Ihre Klinik bildet zwar den gesamten Versorgungsprozess ab &#8211; von der Erstvorstellung in der Sprechstunde \u00fcber die Diagnostik, die Operation sowie die ambulante Rehabilitation bis hin zur lebenslangen Nachsorge. Dennoch forderte sie die Kostentr\u00e4ger und Verantwortlichen auf, eine bundesweit einheitliche Regelung zu finden, damit Patienten an ihrem Heimatort lebenslang betreut werden k\u00f6nnen. &#8222;Dann h\u00e4tten wir eine ganz gro\u00dfe L\u00fccke in der Versorgung geschlossen&#8220;, so Wolter. Das duale Ausbildungssystem in der H\u00f6rakustik stufte die HNO-\u00c4rztin auch im internationalen Vergleich als exzellent ein. &#8222;Dies weiter auszubauen und zu nutzen, sichert uns auch zuk\u00fcnftig den entscheidenden Standortvorteil&#8220;, zeigte sich Wolter \u00fcberzeugt. <\/p>\n<p>F\u00fcr Daniel Schilling, Vorstand der IKK S\u00fcdwest, entscheidet neben der Implantation die lebenslange wohnortnahe Nachsorge durch die H\u00f6rakustiker \u00fcber den Erfolg der CI-Versorgung. Erste Ergebnisse einer k\u00fcrzlich gestarteten Versichertenbefragung haben ergeben, dass der Wunsch nach einem festen Ansprechpartner vor Ort bei CI-Patienten ausdr\u00fccklich bestehe, berichtete Schilling. Angesichts der aktuellen gesundheitspolitischen Herausforderungen und mit Blick auf die immer \u00e4lter werdende Gesellschaft rief der Vorstand der IKK S\u00fcdwest dazu auf: &#8222;Es muss einen unkomplizierten Zugang zur Gesundheitsversorgung geben. Und daf\u00fcr m\u00fcssen wir den Mut haben, bestehende Pfr\u00fcnde und b\u00fcrokratische H\u00fcrden abzubauen. Nur so kann unser Gesundheitssystem zukunftsf\u00e4hig werden.&#8220; <\/p>\n<p>Stefanie Ziegler schilderte ihre Erfahrungen aus Sicht einer CI-Patientin. Bei ihr wurden vor neun Jahren zum ersten Mal und vor acht Jahren zum zweiten Mal CIs implantiert. Die Erstanpassung erfolgte jeweils \u00fcber einen Audiologen des CI-Herstellers in der Klinik. Da es dort weder H\u00f6rakustiker noch Audiologen oder Logop\u00e4den gab, erarbeitete sie sich das Sprachverstehen nach der Implantation durch ein intensives Musiktraining selbst. Erst in der Reha habe sie alles Wichtige zur CI-Versorgung erfahren und Kontakt zu Selbsthilfeorganisationen bekommen. Die CI-Nachsorge erfolgt inzwischen in ihrem Wohnort bei einem kompetenten H\u00f6rakustiker. In der ehemals implantierenden Klinik finden keine CI-Versorgungen mehr statt. Stefanie Ziegler geht offen mit ihrer H\u00f6rsch\u00e4digung um und die Akzeptanz daf\u00fcr ist gro\u00df. &#8222;Dennoch gibt es immer wieder Momente, in denen ich mein privates und berufliches Umfeld daran erinnern muss, dass ich eben taub bin, auch wenn ich trotzdem h\u00f6ren kann&#8220;, sagte Ziegler. <\/p>\n<p>Mit \u00fcber 7.300 H\u00f6rakustiker-Betrieben und ca. 18.000 H\u00f6rakustikern versorgt das H\u00f6rakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen schwerh\u00f6rige Menschen in Deutschland mit modernsten H\u00f6rsystemen. <\/p>\n<p>Pressekontakt:<\/p>\n<p>Michael Skwarciak, M.A. (biha), skwarciak@biha.de<\/p>\n<p>Original-Content von: Bundesinnung der H\u00f6rakustiker Kd\u00f6R, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde automatisch von Presseportal.de zur Verf\u00fcgung gestellt: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/70547\/5862655<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Bei der Pressekonferenz der Bundesinnung der H\u00f6rakustiker (biha) am 11. 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