{"id":438441,"date":"2024-09-18T15:05:25","date_gmt":"2024-09-18T13:05:25","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=438441"},"modified":"2024-09-18T15:05:41","modified_gmt":"2024-09-18T13:05:41","slug":"sechs-monate-nach-veroeffentlichung-des-aktionsplans-ostseeschutz-naturschutzverbaende-draengen-auf-umsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/sechs-monate-nach-veroeffentlichung-des-aktionsplans-ostseeschutz-naturschutzverbaende-draengen-auf-umsetzung\/","title":{"rendered":"Sechs Monate nach Ver\u00f6ffentlichung des \u201eAktionsplans Ostseeschutz\u201c: Naturschutzverb\u00e4nde dr\u00e4ngen auf Umsetzung"},"content":{"rendered":"<p>\u2022 Fragenkatalog an den Ministerpr\u00e4sidenten<br \/>\n\u2022 Schlechter \u00f6kologischer Zustand der Ostsee verlangt schnelles Handeln<br \/>\n\u2022 Reduktion des D\u00fcngemittel-Eintrags nur in Kooperation mit Landwirtschaft m\u00f6glich<br \/>\nKiel, 18. September 2024. 12,5 Prozent der Ostseefl\u00e4che Schleswig-Holsteins sollen unter strengen Schutz gestellt, Industriefischerei in allen schleswig-holsteinischen K\u00fcstengew\u00e4ssern verboten und der Eintrag von D\u00fcngemitteln durch Zielvereinbarungen mit der Landwirtschaft vermindert werden \u2013<!--more--> dies sind einige Punkte aus dem \u201eAktionsplan Ostseeschutz 2030 f\u00fcr eine nachhaltige und zukunftsf\u00e4hige Entwicklung der Ostseeregion\u201c, den Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther vor genau einem halben Jahr pr\u00e4sentierte. Zuvor hatte er im Namen der Landesregierung die Einrichtung eines Nationalparks Ostsee abgelehnt. Alle seien sich dar\u00fcber einig, dass die Ostsee in einem schlechten \u00f6kologischen Zustand sei und dringend Ma\u00dfnahmen dagegen ergriffen werden m\u00fcssten, so die Aussage damals.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-438444 alignleft\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1-550x367.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1-550x367.jpg 550w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1-320x213.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a>\u201eNoch ein hei\u00dfer Sommer mit Algenbl\u00fcten und der Ausbreitung sauerstofffreier Zonen ist vergangen. Nach einem halben Jahr ist Zeit zu fragen, was die Landesregierung unternommen hat, um den Ostseeschutz zu verbessern\u201c<\/em>, so Dietmar Ulbrich, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein im Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND SH). <em>\u201eIm Aktionsplan werden viele konkrete Ma\u00dfnahmen genannt. Aber sie helfen nur, wenn sie umgesetzt werden. Die Patientin bekommt keine Luft mehr \u2013 es ist h\u00f6chste Zeit zu handeln!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Brief mit den Fragen zur Umsetzung des Aktionsplans ist unterzeichnet von der Arbeitsgemeinschaft Integrierter Ostseeschutz (AGIO) sowie den Umweltverb\u00e4nden BUND SH, LNV (Landesnaturschutzverband), NABU (Naturschutzbund Deutschland, Landesverband SH), Verein Jordsand und dem WWF.<\/p>\n<p>Die Fragen orientieren sich am Wortlaut des Aktionsplans. Besonders wichtig sind den Verb\u00e4nden die Zielvereinbarungen mit der Landwirtschaft, um den Eintrag von D\u00fcngemitteln in die Ostsee zu vermindern. Der N\u00e4hrstoff-Eintrag ist die Ursache f\u00fcr die Bildung von sauerstofffreien Zonen, so genannten \u201eTodeszonen\u201c, auf dem Meeresgrund. Durch immer h\u00f6here sommerliche Temperaturen wird der Effekt noch verst\u00e4rkt und f\u00fchrt regelm\u00e4\u00dfig zu Massensterben von Fischen, Seesternen und anderen Tieren. <em>\u201eDie konventionelle Landwirtschaft, gemeint sind hier Betriebe, die sich noch nicht oder nur unzureichend um umweltschonendere Wirtschaftsweise k\u00fcmmern, ist Hauptverursacherin des gr\u00f6\u00dften Ostsee-Problems. Sie wird jedoch bei Weitem noch nicht ausreichend in die Pflicht genommen. Mit den Zielen der erwarteten Vereinbarung steht das Land bereits gegen\u00fcber internationalen Abkommen in der Pflicht. Ist das Prinzip Hoffnung der Landesregierung hier wirklich zielf\u00fchrend?\u201c<\/em>, fragt Dagmar Stru\u00df, stellvertretende Vorsitzende des NABU SH.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-438444 alignright\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1-550x367.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1-550x367.jpg 550w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1-320x213.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/DeadTuftedDuckInGillnet2_Katie-Maehler_Sea-Shepherd_Press-1.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a>\u201eDem Biodiversit\u00e4tsschutz und der Renaturierung muss ein deutlich h\u00f6herer Stellenwert einger\u00e4umt werden als bisher\u201c<\/em>, sagt Dr. Julia-Maria Hermann von der AGIO, <em>\u201enicht zuletzt im Sinne einer zukunftsf\u00e4higen Fischereiwirtschaft.\u201c<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die K\u00fcstenfischerei verspricht der Plan die Einbindung in Umweltma\u00dfnahmen und Ausgleichszahlungen f\u00fcr Gemeinwohl-Leistungen. Interessierte Fischer k\u00f6nnten zum Beispiel Aufgaben im Bereich der Umweltbeobachtung \u00fcbernehmen oder meeresbiologische Seetier-Fangfahrten anbieten. Das vergleichbare Programm \u201eSea Ranger\u201c l\u00e4uft in Mecklenburg-Vorpommern bereits erfolgreich.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Punkt gerade im Zusammenhang mit der Anpassung an den Klimawandel ist die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Auen und naturnahen Flie\u00dfgew\u00e4ssern, die ebenfalls im Aktionsplan versprochen wird.<\/p>\n<p>Angek\u00fcndigt wird auch eine verst\u00e4rkte Einbindung der Naturschutzverb\u00e4nde, die schon jetzt wertvolle Arbeit im Bereich Umweltbeobachtung und Umweltbildung leisten.<\/p>\n<p><em>\u201eViele Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Naturschutz an der Ostsee werden derzeit abgelehnt. Auch in der Umweltbildung wird der Ostseeschutz stiefm\u00fctterlich behandelt\u201c<\/em>, sagt Dr. Veit Hennig vom Verein Jordsand. <em>\u201eEin Umdenken ist dringend angesagt. F\u00fcr viele Arten ist es schon f\u00fcnf nach zw\u00f6lf.\u201c<\/em> Als Beispiel nennt er tauchende Meeresenten, die in der Ostsee \u00fcberwintern und regelm\u00e4\u00dfig in Stellnetzen h\u00e4ngen bleiben und ertrinken.<\/p>\n<p>Dr. Finn Viehberg, Leiter des WWF-B\u00fcros Ostsee: <em>\u201eDie Zeit f\u00fcr mutiges und entschlossenes Handeln zum Schutz der Ostsee ist gekommen. Ein Nationalpark w\u00e4re die beste L\u00f6sung und eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr Natur und Mensch an der Ostsee gewesen. Nun muss der kleine Aktionsplan Ostseeschutz 2030 \u00fcber Versprechungen hinausgehen, um eine gesunde Ostsee f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen zu erm\u00f6glichen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jordsand.de\/app\/download\/19896833225\/Fragenkatalog_+Aktionsplan-Ostseeschutz+.pdf?t=1726661835\">https:\/\/www.jordsand.de\/app\/download\/19896833225\/Fragenkatalog_+Aktionsplan-Ostseeschutz+.pdf?t=1726661835<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2022 Fragenkatalog an den Ministerpr\u00e4sidenten \u2022 Schlechter \u00f6kologischer Zustand der Ostsee verlangt schnelles Handeln \u2022 Reduktion des D\u00fcngemittel-Eintrags nur in<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":438442,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[11],"tags":[23813],"class_list":["post-438441","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-menschlich-gesehen","tag-sechs-monate-nach-veroeffentlichung-des-aktionsplans-ostseeschutz-naturschutzverbaende-draengen-auf-umsetzung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438441","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=438441"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438441\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":438446,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438441\/revisions\/438446"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/438442"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=438441"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=438441"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=438441"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}