{"id":438455,"date":"2024-09-18T15:46:29","date_gmt":"2024-09-18T13:46:29","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=438455"},"modified":"2024-09-18T15:46:29","modified_gmt":"2024-09-18T13:46:29","slug":"klares-profil-mehr-aufgaben-weniger-geld-haw-in-zeiten-des-wandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/klares-profil-mehr-aufgaben-weniger-geld-haw-in-zeiten-des-wandels\/","title":{"rendered":"Klares Profil, mehr Aufgaben, weniger Geld: HAW in Zeiten des Wandels"},"content":{"rendered":"<p>Foto: TH L\u00fcbeck: BU: Geschlossen auftreten, zusammen viel erreichen: Bei der 39. Jahrestagung der Kanzler und Kanzlerinnen der HAW in L\u00fcbeck wurden Probleme diskutiert, Best-Practice-Beispiele vorgestellt und L\u00f6sungen gesucht. Foto: TH L\u00fcbeck \u00b7 Die Gesellschaft steht vor gro\u00dfen Herausforderungen, damit werden auch die Aufgaben f\u00fcr die Hochschulen mehr und anspruchsvoller. <!--more-->Auch die Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (HAW, ehemals Fachhochschulen) stehen vor umfassenden Ver\u00e4nderungsprozessen. \u201eHochschulen in Zeiten von Transformationsprozessen\u201c lautete daher der Titel der 39. Jahrestagung der Hochschulkanzler*innen der HAW, die Kanzlerin Yvonne Plaul vom 11. bis zum 13. September 2024 an der Technischen Hochschule L\u00fcbeck ausgerichtet hatte.<\/p>\n<p><strong>L\u00fcbeck:<\/strong> In Deutschland gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aktuell 215 Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (HAW). In den letzten Jahren wurden an diesem Hochschultyp \u00fcberproportional viele Studienpl\u00e4tze aufgebaut. Auch die Aufgaben der HAW mit ihrem Fokus auf der anwendungsorientierten Forschung und Lehre wurden mehr und anspruchsvoller. \u201eDie Finanzierung dieser wichtigen Aufgaben bei sich verschlechternder Finanzlage in Bund und L\u00e4ndern ist eine Mammutaufgabe\u201c, so Kanzlerin Yvonne Plaul. Welche Weichenstellungen sind daf\u00fcr an den HAW, aber auch in der Politik notwendig? Kanzler*innen aus ganz Deutschland tauschten in L\u00fcbeck Ideen aus, wie dieser Wandel nicht nur gestaltet, sondern auch finanziert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Immer mehr Drittmittel, immer weniger Grundfinanzierung<\/strong><\/p>\n<p>Die Finanzierung von Hochschulen ist ein komplexes Zusammenspiel von Bund, L\u00e4ndern und externen Drittmittelgebern, das immer wieder neu verhandelt und angepasst werden muss. Ein Problem: \u201eDer Anteil an der fixen Grundfinanzierung ist \u00fcber die Jahre und mit dem R\u00fcckzug des Bundes aus der Bildungsfinanzierung deutlich abgesunken. Finanzielle Aufw\u00fcchse haben die HAW vor allem \u00fcber tempor\u00e4re Finanzierungen erhalten.\u201c, so Yvonne Plaul. \u201eDamit fehlt es an Verbindlichkeit und Planbarkeit der mittel- bis langfristigen Situation und z.B. wichtigen Investitionen wie in den klimagerechten Hochschul(um)bau. Mit steigendem Aufwand f\u00fcr Mittelakquise und Verwendungsberichte fehlt die Zeit f\u00fcr Kernaufgaben in Lehre und Forschung.\u201c<\/p>\n<p>Die Hochschulgesetze der L\u00e4nder weisen den HAW das Thema Forschung zwar als Daueraufgabe zu, stellen daf\u00fcr aber kaum Geld in der Grundfinanzierung zur Verf\u00fcgung. Daher lautet ein Trend: Mehr (zeitlich befristete) Projektf\u00f6rderung \u00fcber Drittmittel, weniger (langfristige) Grundfinanzierung. Eine Folge: Auch Daueraufgaben in Forschung, Lehre und inzwischen auch Infrastrukturaufgaben m\u00fcssen in immer gr\u00f6\u00dferem Umfang mit befristeten Mitteln bestritten werden.<\/p>\n<p>In verschiedenen Bundesl\u00e4ndern gibt es unterschiedliche Modelle: \u00dcber 100 Teilnehmende, so viele wie noch nie, tauschten ihre Erfahrungen in Kleingruppen und Workshops zur Hochschulfinanzierung, Hochschulautonomie und politischer Steuerung aus. \u201eWichtig erschien den Teilnehmenden vor allem die Konsistenz von Landes- und Hochschulstrategien. Hier m\u00fcssen alle an einem Strang ziehen und die Hochschulen ausreichend Freiheiten haben, um auch aus wenig Ressourcen m\u00f6glichst viel zu machen\u201c, so Yvonne Plaul. Zur Forschungsf\u00f6rderung mit guten Besch\u00e4ftigungsbedingungen wurde zudem das Papier \u201eLernendes Manifest\u201c vorgestellt und diskutiert, dass u.a. durch Gewerkschaften initiiert wurde.<\/p>\n<p><strong>Anwendungsorientierte Forschung hat Fokus auf Probleml\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eHochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften sind in Zeiten von gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen mit ihrem besonderen Leistungsspektrum f\u00fcr die anstehende Transformation von besonderer Bedeutung\u201c, sagte Guido Wendt, Staatssekret\u00e4r des Ministeriums f\u00fcr Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein: \u201eSie sind es, die den Wissenstransfer von der Hochschule in die Gesellschaft organisieren.\u201c Gerade habe der Wissenschaftsrat auf Bitte des Landes das Hochschulsystem in Schleswig-Holstein begutachtet und \u201eden HAW ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt\u201c, so Wendt. \u201eSie sind Innovationstreiber, z.B. bei der Forschung zur Energiewende.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHochschulen sind f\u00fcr die Resilienz einer Gesellschaft unerl\u00e4sslich\u201c, betonte Prof. Dr. Micha Teuscher in seiner Keynote. Sie leisten sowohl mit der Lehre als auch mit ihrer anwendungsorientierten Forschung einen unverzichtbaren Beitrag bei der L\u00f6sung der vielen aktuellen Herausforderungen vom Klimawandel \u00fcber die Energiekrise bis hin zur demografischen Entwicklung. \u201eDie einzelnen Herausforderungen wirken wechselseitig aufeinander ein, dynamisieren und versch\u00e4rfen den Problemdruck und damit den Transformationsbedarf in der Gesellschaft.\u201c<\/p>\n<p>Die Folge: Unsere Welt wird komplexer. \u201eDiese Ver\u00e4nderungen m\u00fcssen erforscht und erkl\u00e4rt werden, damit die Gesellschaft sie verstehen und mit ihr umgehen kann.\u201c Es gehe auch um soziale Transformation und um neue Formen der Beteiligung. Das Ziel sei \u201enicht nur wissen und verstehen, sondern vor allem Anwendung von Wissen, Handeln und K\u00f6nnen. Die HAW haben durch die anwendungsorientierte wissenschaftliche Qualifizierung ihrer Studierenden eine zentrale Verantwortung f\u00fcr die Gesellschaft: Die Vermittlung wissensbasierter Handlungskompetenzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Konkrete Zusammenarbeit in einer neuen schlagkr\u00e4ftigen Struktur<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Aufgaben werden mehr, die Gelder weniger\u201c, blickte Heinz-Joachim Henkemeier, scheidender Bundessprecher der Hochschulkanzlerinnen und \u2013kanzler, in die Zukunft. Die Verteilung der Studierenden an die unterschiedlichen Hochschulen wird sich auch durch die ver\u00e4nderte Wirtschaftslage ver\u00e4ndern \u2013 ein Trend, der sich auch in der neuen SIT-Studie abzeichnet. Gleichzeitig werden die Anforderungen aus der Wirtschaft an die Qualifikationen der Absolvent*innen differenzierter und die Verhandlungen mit der Politik aufw\u00e4ndiger.<\/p>\n<p>Die Kanzler und Kanzlerinnen der HAW in Deutschland wollen daher zuk\u00fcnftig konkreter zusammenarbeiten, haben sich daf\u00fcr eine neue, schlagkr\u00e4ftigere Struktur gegeben und bei der Tagung in L\u00fcbeck einen Verein restrukturiert. Zur ersten Bundessprecherin der Hochschulkanzler*innen wurde Andrea Gerlach-Newman von der Technischen Hochschule N\u00fcrnberg Georg Simon Ohm gew\u00e4hlt. Als Sprecherin der Kanzler von rund 120 Hochschulen wird sie deren Themen auf Bundesebene vertreten.<\/p>\n<p><strong>Geschlossenes Auftreten unglaublich wichtig<\/strong><\/p>\n<p>Die Wichtigkeit von Zusammenarbeit in Zeiten der Transformation unterstrich auch Muriel Helbig, Pr\u00e4sidentin der TH L\u00fcbeck, in Ihrer Begr\u00fc\u00dfung. \u201eVor f\u00fcnf Jahren feierten wir hier in L\u00fcbeck unter der Schirmherrschaft des Bundespr\u00e4sidenten Steinmeier den 50. Geburtstag des Hochschultyps Fachhochschule, heute Hochschule f\u00fcr angewandte Wissenschaften. Die ersten drei Fachhochschulen wurden tats\u00e4chlich in Schleswig-Holstein gegr\u00fcndet, in Flensburg, Kiel und L\u00fcbeck.\u201c Sie erinnerte an die Kampagne unglaublich wichtig und an das \u201eL\u00fcbecker Manifest\u201c, das vor f\u00fcnf Jahren im Rahmen der Fachtagung der HAW-Pr\u00e4sidenten von \u00fcber 100 Leitungsverantwortlichen der Hochschulen ver\u00f6ffentlicht wurde und das ein klares Statement an die Politik enthielt.<\/p>\n<p>Erste Erfolge sind sichtbar. \u201eWenn wir geschlossen auftreten, k\u00f6nnen wir viel erreichen\u201c, sagt sie, und nennt als Beispiele die Verhandlungen \u00fcber das Promotionsrecht oder das Programm FH-Personal. \u201eWie unglaublich wichtig, dass Sie diese Kanzler*innen-Tagung durchf\u00fchren und in so gro\u00dfer Zahl nutzen. Dass Sie gemeinsame Positionen erarbeiten, sich austauschen und hoffentlich gest\u00e4rkt wieder an Ihre jeweilige Hochschule zur\u00fcckreisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: TH L\u00fcbeck: BU: Geschlossen auftreten, zusammen viel erreichen: Bei der 39. 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