{"id":438803,"date":"2024-10-04T14:14:53","date_gmt":"2024-10-04T12:14:53","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=438803"},"modified":"2024-10-04T14:14:53","modified_gmt":"2024-10-04T12:14:53","slug":"herbst-kastrationsaktion-von-freilebenden-katzen-startet-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/herbst-kastrationsaktion-von-freilebenden-katzen-startet-wieder\/","title":{"rendered":"Herbst-Kastrationsaktion von freilebenden Katzen startet wieder"},"content":{"rendered":"<p>KIEL. Das Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, l\u00e4ndliche R\u00e4ume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) unterst\u00fctzt auch in diesem Herbst die Kastration von freilebenden Katzen. Ab <strong>Montag,<\/strong> <strong>7. Oktober 2024,<\/strong> k\u00f6nnen in Teilen Schleswig-Holsteins wieder freilebende Katzen, das hei\u00dft Tiere, die sich nicht in fester menschlicher Obhut befinden, \u00fcber einen von der Tier\u00e4rztekammer Schleswig-Holstein verwalteten Fonds kastriert werden. <!--more-->Das Angebot richtet sich vorrangig an die \u00f6rtlichen Tierschutzvereine. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Tierschutzverb\u00e4nden, der Tier\u00e4rzteschaft, der Kommunalen Familie, des Landesjagdverbands und des Landes Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p><strong>Landwirtschafts- und Verbraucherschutzstaatssekret\u00e4rin Anne Benett-Sturies <\/strong>sagte dazu: \u201eDas Katzenkastration-Projekt ist ein Erfolgsmodell f\u00fcr Schleswig-Holstein &#8211; f\u00fcr den Tier- und Artenschutz gleicherma\u00dfen. Um die vorhandenen Finanzmittel bestm\u00f6glich einzusetzen, haben alle Beteiligten Anfang 2024 gemeinsam beschlossen, in der Fr\u00fchjahresaktion die Anzahl, der pro Tierarztpraxis in dem angesetzten Aktionszeitraum zu ber\u00fccksichtigten Kastrationen, zu deckeln.\u201c Pro Tierarztpraxis konnte im Rahmen der Aktion die Kastration von maximal 10 Tieren pro Aktionszeitraum abgerechnet werden, um mehr Tier\u00e4rztinnen und \u2013\u00e4rzten die M\u00f6glichkeit zu geben, sich an der Aktion zu beteiligen und eine gute Fl\u00e4chendeckung sicherzustellen. \u201eDie Fr\u00fchjahresaktion konnte so erfolgreich \u00fcber den gesamten Zeitraum und fl\u00e4chendeckend durchgef\u00fchrt werden. Ihr problemloser Ablauf erm\u00f6glicht uns in Abstimmung mit allen Beteiligten, die kommende Aktion wieder \u00fcber einen Zeitraum von 4 Wochen durchzuf\u00fchren sowie die Deckelung zu lockern. Es kann pro Tierarztpraxis im Rahmen der Herbstaktion nun die Kastration von maximal 20 Tieren pro Aktionszeitraum abgerechnet werden\u201c, so die Staatssekret\u00e4rin weiter und hob hervor: \u201eDer Erfolg der Aktion wird dabei auch ma\u00dfgeblich durch das gro\u00dfe ehrenamtliche Engagement der vielen Helferinnen und Helfer gew\u00e4hrleistet, die die Tiere einfangen, transportieren und im Anschluss wieder freilassen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ellen Kloth, Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes,<\/strong> betonte: \u201eDie Tierheime im Land sind zwischenzeitlich ganzj\u00e4hrig mit Fundkatzen \u00fcberf\u00fcllt. Werden zwei vermittelt kommen vier wieder rein. Sie stammen \u00fcberwiegend von freilebenden Katzen ab. Die landesweite Kastrationsaktion tr\u00e4gt wesentlich dazu bei, die Katzenschwemme in den Griff zu bekommen. Durch die F\u00f6rderung von Lotto Bingo, Stiftungen, privater Spender und der Human Society International sind wir in diesem Herbst in der Lage, m\u00f6glichst viele Katzen zu kastrieren, zu chippen und zu registrieren. Die ehrenamtlichen Tiersch\u00fctzer werden engagiert freilebende Katzen einfangen und zu den Tier\u00e4rzten bringen. Ich appelliere jedoch auch an die privaten Katzenhalter: Lasst Eure Freig\u00e4ngerkatzen kastrieren. Solange sich unkastrierte Freig\u00e4ngerkatzen mit verwilderten unkastrierten Katzen vermehren, wird die Katzenschwemme nicht nachhaltig einged\u00e4mmt und Krankheiten und Leid bei den verwilderten Katzen setzt sich fort.\u201c<\/p>\n<p>Die landesweiten Aktionen sind ein wichtiger Baustein, um die Population verwilderter Hauskatzen eind\u00e4mmen zu k\u00f6nnen, wei\u00df auch die <strong>Tierschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Katharina Erdmann<\/strong>. Denn neben dem Leid der verwilderten Hauskatzen k\u00f6nnten damit auch die negativen Auswirkungen auf die heimische Fauna reduziert werden, erg\u00e4nzt sie und bezieht sich dabei nicht nur auf die eigene langj\u00e4hrige Erfahrung im Wildtierschutz, sondern auch auf die Auswertung mehrerer Studien, laut denen streunende Hauskatzen zahlreiche Wildtierarten bedrohen und zu den gef\u00e4hrlichsten invasiven Arten weltweit z\u00e4hlen. \u201eHauskatzen wildern jedes Jahr unz\u00e4hlige junge Feldhasen und Singv\u00f6gel, mit einer nat\u00fcrlicher Regulierung hat das nichts zu tun\u201c, mahnt Erdmann.<\/p>\n<p><strong>Voraussetzung<\/strong> f\u00fcr die Teilnahme an der Aktion und der damit verbundenen \u00dcbernahme der Behandlungskosten ist, dass die Katzen im Aktionszeitraum in einer der <strong>teilnehmenden Gemeinden<\/strong> gefangen wurden. Der Fokus sollte auf die Hotspots, an denen sich die Tiere aufhalten, gelegt werden. Die jeweiligen Hotspots k\u00f6nnen bei den zust\u00e4ndigen Gemeinden oder den \u00f6rtlichen Tierschutzvereinen erfragt werden. Von dem F\u00e4nger bzw. der F\u00e4ngerin ist ein daf\u00fcr vorbereiteter Vordruck auszuf\u00fcllen und zu unterschreiben. Der Vordruck best\u00e4tigt, dass es sich tats\u00e4chlich um eine freilebende Katze handelt. Die Kosten f\u00fcr die Kastrationen werden in voller H\u00f6he \u00fcbernommen: 30 Euro durch Spende (Honorarverzicht) der durchf\u00fchrenden Tierarztpraxen und 125 Euro bzw. 156 Euro Restkosten\u00fcbernahme durch den Fonds, je nachdem, ob es sich um einen Kater oder eine weibliche Katze handelt. Alle Katzen m\u00fcssen nach der Kastration wieder an die Stelle gebracht werden, wo sie gefangen wurden. Die Aktion ist bis zum 1. November 2024 geplant. Falls die Mittel im Fonds ersch\u00f6pft sind, wird die Aktion vorzeitig durch die Tier\u00e4rztekammer Schleswig-Holstein beendet.<\/p>\n<p>Das Land Schleswig-Holstein hat f\u00fcr das Jahr 2024 einen Betrag von 110.000 Euro bereitgestellt. Der Deutsche Tierschutzbund und der Landesverband Schleswig-Holstein beteiligten sich mit 10.000 Euro. Zus\u00e4tzlich konnte durch das Engagement des Deutschen Tierschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein eine F\u00f6rderung der BINGO! &#8211; Umweltlotterie \u00fcber 155.000 Euro akquiriert werden. Die teilnehmenden Gemeinden \u00fcbernehmen weiterhin 50 Prozent der jeweils in der Gemeinde entstandenen Kastrationskosten. Auch Privatpersonen haben die M\u00f6glichkeit, sich finanziell an der Aktion zu beteiligen.<\/p>\n<p>Zwischen 2014 und Fr\u00fchjahr 2024 wurden in Schleswig-Holstein im Rahmen der Aktion gegen Katzenelend bereits rund 29.700 Katzen kastriert. Dabei handelte es sich zu rund 60 Prozent um weibliche Tiere und zu rund 40 Prozent um Kater.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Die Zahl von freilebenden, nicht an Menschen gebundenen Katzen steigt stetig. Auf der Suche nach Nahrung werden die Tiere jedoch nicht immer f\u00fcndig und ein Teil der Tiere ist krank und\/oder verletzt. Gleichwohl bekommen die Katzen Nachwuchs. Viele der jungen Katzen werden daher bereits krank geboren und leiden unter Mangelern\u00e4hrung, Parasitenbefall und Infektionen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang weist das Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, l\u00e4ndliche R\u00e4ume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) darauf hin, dass Privatpersonen, die herrenlose Katzen f\u00fcttern, Verantwortung und Pflichten \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen: <\/strong><\/p>\n<p>Alle erforderlichen Dokumente (Liste der teilnehmenden Gemeinden, Vordruck und Datenschutzerkl\u00e4rung) finden Sie unter: <a href=\"http:\/\/www.gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de\">www.gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIEL. 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