{"id":438820,"date":"2024-10-04T17:22:30","date_gmt":"2024-10-04T15:22:30","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=438820"},"modified":"2024-10-04T17:22:30","modified_gmt":"2024-10-04T15:22:30","slug":"broschuere-jehovas-zeugen-in-luebeck-und-umgebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/broschuere-jehovas-zeugen-in-luebeck-und-umgebung\/","title":{"rendered":"Brosch\u00fcre \u201eJehovas Zeugen in L\u00fcbeck und Umgebung\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Quelle zu Max Kipke: Lebensbericht von Max Kipke zitiert in der Brosch\u00fcre \u201eJehovas Zeugen in L\u00fcbeck und Umgebung\u201c von Andreas Mitgutsch und Jochen Schiffer. 20.000 Telegramme und Briefe an Adolf Hitler: Jahrestag eines weltweiten Aufrufs<br \/>\nvon Jehovas Zeugen, religi\u00f6se Unterdr\u00fcckung zu beenden. Wegen ihrer friedlichen Haltung und politischen Neutralit\u00e4t mussten Jehovas Zeugen schon viele Anfeindungen ertragen. <!--more-->Besonders zur Zeit des Nationalsozialismus waren sie Verfolgung ausgesetzt. Am 7. Oktober 1934 protestierten sie daher mit rund 20.000 Telegrammen und Briefen gegen die Unterdr\u00fcckung.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Jahovas-Zeugen-Telegramm-und-Brief.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-438821 alignleft\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Jahovas-Zeugen-Telegramm-und-Brief-441x550.jpg\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Jahovas-Zeugen-Telegramm-und-Brief-441x550.jpg 441w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Jahovas-Zeugen-Telegramm-und-Brief-257x320.jpg 257w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Jahovas-Zeugen-Telegramm-und-Brief.jpg 481w\" sizes=\"auto, (max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><\/a>Kiel, 7. Oktober \u2013Vor genau 90 Jahren bewiesen Jehovas Zeugen in Deutschland und 50 weiteren L\u00e4ndern ihren au\u00dfergew\u00f6hnlichen Mut, indem sie \u00f6ffentlich die Behandlung durch das NS-Regime verurteilten. \u201eHitler-Regierung, Berlin, Deutschland. Ihre schlechte Behandlung der Zeugen Jehovas emp\u00f6rt alle guten Menschen und entehrt Gottes Namen\u201c, so war es in den zahlreichen Telegrammen zu lesen, die an die deutsche Regierung gesandt wurden. \u201eH\u00f6ren Sie auf, Jehovas Zeugen weiterhin zu verfolgen, sonst wird Gott Sie und Ihre nationale Partei vernichten.\u201c<\/p>\n<p>Dann unterzeichneten die Absender ihre Schriftst\u00fccke mit \u201eJEHOVAS ZEUGEN\u201c und f\u00fcgten den Ortssitz der Gemeinde hinzu. Auch die Ortsgemeinden in Schleswig-Holstein beteiligten sich an der Aktion. \u201eMan muss den Mut dieser Menschen wirklich bewundern\u201c, kommentiert Michael Tsifidaris, Regionaler Sprecher von Jehovas Zeugen, und erz\u00e4hlt von Max Kipke, einem Familienvater aus L\u00fcbeck: \u201eEr hat sich nicht nur in Gemeinschaft mit anderen an der Protestaktion beteiligt, er ging sogar so weit, seinem Betriebsrat den Brief pers\u00f6nlich vorzulesen.\u201c Dieses furchtlose Handeln konfrontierte Hitler mit dieser aus seiner Sicht \u201el\u00e4cherlichen\u201c Minderheit. Doch deren couragiertes Handeln war nicht das erste Aufeinandertreffen.<\/p>\n<p><strong>Ultimatum an Hitler<\/strong><br \/>\nBereits im Februar 1934 hatte sich Joseph F. Rutherford, ein Vertreter der Religionsgemeinschaft, an Adolf Hitler gewandt. \u201eFalls bis zum 24. M\u00e4rz 1934 auf dieses ernstliche Begehren keine Antwort erfolgt und von Seiten Ihrer Regierung nichts getan wird, um den oben erw\u00e4hnten Zeugen Jehovas in Deutschland Erleichterung zu gew\u00e4hren, dann wird Gottes Volk [die Zeugen Jehovas] in anderen L\u00e4ndern [\u2026] mit der Ver\u00f6ffentlichung der Tatsachen \u00fcber Deutschlands ungerechte Behandlung von Christen beginnen\u201c, hatte er in einem Brief gewarnt. Doch dieses Ultimatum lie\u00df Hitler verstreichen.<\/p>\n<p>Als sich das NS-Regime am 7. Oktober 1934 mit der Flut an Telegrammen und Briefen konfrontiert sah, reagierten die Nationalsozialisten mit einer verst\u00e4rkten Verhaftungswelle durch die Gestapo. F\u00fcr viele Zeugen Jehovas bedeutete das grausame Verfolgung, KZ und sogar den Tod. Tsifidaris berichtet: \u201eBis 1935 war bereits die H\u00e4lfte der Zeugen Jehovas in L\u00fcbeck verhaftet worden, unter ihnen auch Max Kipke und seine Frau Wanda, die zu diesem Zeitpunkt ein weiteres Kind erwartete. Das Hanseatische Sondergericht Hamburg verurteilte Max zu 6 Monaten Haft und unmittelbar nach seiner Entlassung musste die nun hochschwangere Wanda ihre Haft antreten. Auch nach ihrer R\u00fcckkehr ging die Verfolgung durch die Gestapo weiter und die Familie musste wiederholt n\u00e4chtliche Hausdurchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen.\u201c<\/p>\n<p>Am 22. Juni 2023 beschloss der Deutsche Bundestag einstimmig, f\u00fcr die unter dem NS-Regime verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas ein Mahnmal in Berlin zu errichten. Damit soll an ihre Zivilcourage und Standhaftigkeit erinnert werden, die l\u00e4nder\u00fcbergreifend am 7. Oktober 1934 mutig zum Ausdruck kam und<br \/>\nniemals vergessen werden sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle zu Max Kipke: Lebensbericht von Max Kipke zitiert in der Brosch\u00fcre \u201eJehovas Zeugen in L\u00fcbeck und Umgebung\u201c von Andreas<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":438822,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[11],"tags":[23894],"class_list":["post-438820","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-menschlich-gesehen","tag-broschuere-jehovas-zeugen-in-luebeck-und-umgebung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=438820"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438820\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":438823,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438820\/revisions\/438823"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/438822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=438820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=438820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=438820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}