{"id":438894,"date":"2024-10-07T14:16:57","date_gmt":"2024-10-07T12:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/318-000-menschen-in-schleswig-holstein-leiden-unter-depressionen-fallzahlen-steigen-aok-hilft-mit-besonderen-angeboten\/"},"modified":"2024-10-07T14:16:57","modified_gmt":"2024-10-07T12:16:57","slug":"318-000-menschen-in-schleswig-holstein-leiden-unter-depressionen-fallzahlen-steigen-aok-hilft-mit-besonderen-angeboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/318-000-menschen-in-schleswig-holstein-leiden-unter-depressionen-fallzahlen-steigen-aok-hilft-mit-besonderen-angeboten\/","title":{"rendered":"318.000 Menschen in Schleswig-Holstein leiden unter Depressionen &#8211; Fallzahlen steigen &#8211; AOK hilft mit besonderen Angeboten"},"content":{"rendered":"<p>Kiel (ots) &#8211; <\/p>\n<p>Immer mehr Menschen in Schleswig-Holstein leiden unter Depressionen. Insgesamt waren 318.000 Menschen ab zehn Jahren in 2022 deshalb in \u00e4rztlicher Behandlung, das entspricht 11,9 Prozent der Bev\u00f6lkerung im n\u00f6rdlichsten Bundesland. Besorgniserregend ist, dass die Anzahl der Betroffenen in den vergangenen f\u00fcnf Jahren kontinuierlich angestiegen ist und nunmehr einen H\u00f6chstwert erreicht hat. Dabei ist besonders auff\u00e4llig, dass es zwischen den Regionen in Schleswig-Holstein deutliche Unterschiede gibt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das geht aus dem neuen &#8218;AOK-Gesundheitsatlas Depressionen&#8216; des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, der erstmals die regionale Verteilung des Krankheitsbildes transparent macht. &#8222;Depressionen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen und stellen eine enorme Herausforderung f\u00fcr unser Gesundheitssystem dar. Die Erkrankung f\u00fchrt zu einer starken Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen und deren Angeh\u00f6rigen. Oft sind Patientinnen und Patienten nicht mehr in der Lage, ihren allt\u00e4glichen Aktivit\u00e4ten nachzugehen&#8220;, sagte Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest, bei der Vorstellung der Auswertung in Kiel.<br \/>\nDeutliche regionale Unterschiede<\/p>\n<p>Der AOK-Gesundheitsatlas zeigt bei der Depressions-H\u00e4ufigkeit deutliche Unterschiede zwischen den Kreisen und kreisfreien St\u00e4dten in Schleswig-Holstein: W\u00e4hrend im Kreis Nordfriesland 10,6 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner wegen Depressionen in \u00e4rztlicher Behandlung waren, lag der Anteil im Kreis Ostholstein bei 13,6 Prozent. Im Vergleich zu anderen Bundesl\u00e4ndern liegt der Anteil der wegen Depressionen behandelten Personen in Schleswig-Holstein mit 11,9 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 12,5 Prozent. <\/p>\n<p>Krankheitsh\u00e4ufigkeit steigt im Alter an &#8211; Frauen st\u00e4rker betroffen<\/p>\n<p>Bereits Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren sind wegen Depressionen in \u00e4rztlicher Behandlung. Die Krankheitsh\u00e4ufigkeit steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Frauen sind in fast allen Altersgruppen st\u00e4rker betroffen als M\u00e4nner. Bei den 60 bis 64-J\u00e4hrigen ist mehr als jede f\u00fcnfte Frau und jeder siebte Mann betroffen. In den Altersklassen zwischen 65 und 74 Jahren ist dann ein leichter R\u00fcckgang zu verzeichnen. Nach diesem &#8218;Knick&#8216; steigen die Pr\u00e4valenzen jedoch weiter deutlich an. Der Pr\u00e4valenzgipfel wird bei den 80 bis 84-j\u00e4hrigen Frauen mit 25,9 Prozent erreicht. Bei den M\u00e4nnern wird die h\u00f6chste Pr\u00e4valenz mit 15,8 Prozent in der Altersgruppe ab 90 Jahren gemessen. <\/p>\n<p>Hohe Krankheits- und Produktions-Ausfallkosten durch Depressionen <\/p>\n<p>Die Relevanz der Erkrankung zeigt sich auch bei den volkswirtschaftlichen Kosten, die im AOK-Gesundheitsatlas analysiert werden. So entfielen nach der letzten vorliegenden Krankheitskosten-Statistik des Statistischen Bundesamtes 9,5 Milliarden Euro auf Depressionen. Dies entspricht 2,2 Prozent aller Krankheitskosten. Depressionen haben somit aus Kostenperspektive eine h\u00f6here Relevanz als Herzinsuffizienz (7,4 Mrd. Euro) oder Diabetes mellitus (7,4 Mrd. Euro). <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den direkten Krankheitskosten entstehen indirekte Kosten durch krankheitsbedingte Fehltage. Auf die 34,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten im Jahr 2022 hochgerechnet ergeben sich daraus 53,8 Millionen Arbeitsunf\u00e4higkeitstage und Produktions-Ausfallkosten in H\u00f6he von etwa 6,9 Milliarden Euro. Der Anteil der Depressionen an den gesamten volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunf\u00e4higkeit bel\u00e4uft sich somit auf 7,7 Prozent. <\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte in der Haus- und Familienpflege mit hohen Ausfalltagen<\/p>\n<p>Allein nur bei den bei der AOK NordWest in Schleswig-Holstein versicherten Besch\u00e4ftigten in 2023 fielen 769.345 Fehltage wegen Depressionen an. Die Dauer je Fall lag bei 45 Tagen. Am h\u00e4ufigsten betroffen von Depressionen waren Besch\u00e4ftigte aus Berufen in der Haus- und Familienpflege, Sozialverwaltung &#038; -versicherung, Kinderbetreuung &#038; -erziehung sowie der Altenpflege. &#8222;Unabh\u00e4ngig davon, welchen Einfluss berufliche Belastungen auf die Entstehung einer Depression haben, bieten Instrumente wie Fehlzeiten-Analysen oder Befragungen zur Gesundheit der Mitarbeitenden im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements die M\u00f6glichkeit, die Relevanz im eigenen Unternehmen zu erkennen und den Betroffenen entsprechende Unterst\u00fctzung anzubieten. Angesichts des Fachkr\u00e4ftemangels kommt gerade auch dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement nach einer Depression eine wichtige Rolle zu&#8220;, betonte Ackermann. <\/p>\n<p>Risikofaktoren f\u00fcr Depressionen <\/p>\n<p>Die Ursachen von Depression sind abschlie\u00dfend nicht aufgekl\u00e4rt. &#8222;Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung der Krankheit beeinflussen k\u00f6nnen&#8220;, so AOK-Chef Ackermann. Neben einer genetischen Veranlagung geh\u00f6ren dazu etwa Alkoholabh\u00e4ngigkeit und Zigarettenkonsum, langanhaltende chronische Erkrankungen, hormonelle Ver\u00e4nderungen bei der Geburt eines Kindes oder kritische, mit Stress verbundene Lebensereignisse wie beispielsweise Beziehungskrisen, Todesf\u00e4lle, berufliche Entt\u00e4uschungen oder Traumata durch Gewalt, Krieg oder Missbrauch. Im AOK-Gesundheitsatlas werden auch die Zusammenh\u00e4nge zwischen Depressionen und Risikofaktoren in den Regionen Schleswig-Holsteins untersucht. Dazu geh\u00f6ren Angstst\u00f6rungen und R\u00fcckenschmerzen. <\/p>\n<p>Regionen mit vielen R\u00fcckenschmerz-Patientinnen und Patienten st\u00e4rker betroffen<\/p>\n<p>Die Analyse best\u00e4tigt die aus der wissenschaftlichen Literatur bekannten Zusammenh\u00e4nge, wonach in Regionen mit einem hohen Anteil von Personen mit R\u00fcckenschmerzen auch mehr Menschen von Depressionen betroffen sind. In Schleswig-Holstein sind jedoch nur niedrige oder unterdurchschnittliche Bev\u00f6lkerungsanteile mit R\u00fcckenschmerzen zu finden. <\/p>\n<p>Zusammenhang zwischen Angstst\u00f6rungen und Depressionen<\/p>\n<p>Au\u00dferdem l\u00e4sst sich ein Zusammenhang zwischen Depressionen und Angstst\u00f6rungen ableiten. Danach sind in Regionen mit einem hohen Anteil von Menschen mit Angstst\u00f6rungen auch mehr Personen von Depressionen betroffen. Das trifft vor allem auf die Kreise Pl\u00f6n, Dithmarschen, Ostholstein und L\u00fcbeck zu. <\/p>\n<p>Depressionen h\u00e4ufiger in Regionen mit materieller und sozialer Benachteiligung<\/p>\n<p>Der AOK-Gesundheitsatlas hat ebenfalls analysiert, dass materiell und sozial benachteiligte Menschen (Deprivation) h\u00e4ufiger an Depressionen erkranken als Menschen mit einem hohen sozialen Status. Dies betrifft die Kreise Dithmarschen, Ostholstein, Pl\u00f6n und Steinburg sowie die St\u00e4dte L\u00fcbeck und Neum\u00fcnster. <\/p>\n<p>Konkrete Diagnostik und gezielte Behandlung<\/p>\n<p>&#8222;Je fr\u00fcher eine Depression erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Schon beim Verdacht auf eine Depression sollten Betroffene fr\u00fchzeitig \u00e4rztliche Hilfe in Anspruch nehmen&#8220;, so Ackermann. Dabei ist eine genaue Diagnosestellung erforderlich. So m\u00fcssen neben Risikofaktoren auch die Krankheitsgeschichte des Patienten ber\u00fccksichtigt werden. Als medizinische Leistungen stehen die Psychotherapie oder auch eine medikament\u00f6se Therapie zur Verf\u00fcgung. Medikamente gegen Depressionen werden als Antidepressiva bezeichnet. Im Jahr 2023 wurden in Schleswig-Holstein 696.079 Antidepressiva-Verordnungen f\u00fcr GKV-Versicherte in H\u00f6he von 20,9 Millionen Euro ausgestellt. Nach Empfehlung der Nationalen Versorgungsleitlinie sollten diese Medikamente bei leichten Depressionen nicht die erste Wahl darstellen, da in diesem Fall das Nutzen-Risiko-Verh\u00e4ltnis zwischen Wirkung und Nebenwirkung negativ ausf\u00e4llt. <\/p>\n<p>Begleitende Therapieoptionen mit interaktivem Trainingsprogramm moodgym<\/p>\n<p>Bew\u00e4hrt hat sich das interaktive Trainingsprogramm moodgym vom Anbieter ehubHealth in Kooperation mit der AOK. Das Selbsthilfeprogramm hilft Betroffenen bei der Vorbeugung und Verringerung von depressiven Symptomen. Das Programm ist kostenlos und frei zug\u00e4nglich, ersetzt aber keine \u00e4rztliche oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung. moodgym beruht auf grundlegenden Methoden und Erkenntnissen der kognitiven Verhaltenstherapie, unter anderem der Bearbeitung und Modifikation von ung\u00fcnstigen Denkmustern sowie der Vermittlung von Techniken zur Stressbew\u00e4ltigung und Entspannung. Seit dem Start im Jahr 2017 sind allein beim Programm moodgym insgesamt knapp 175.000 Registrierungen von Nutzerinnen und Nutzern zu verzeichnen. <\/p>\n<p>Hilfe f\u00fcr Angeh\u00f6rige mit dem AOK-Familiencoach Depression <\/p>\n<p>Ein weiteres Angebot ist der AOK-Familiencoach Depression, der Angeh\u00f6rige von Erwachsenen mit unklaren Depressionen Hilfestellungen gibt. Damit sollen sie den Alltag mit einem depressiv erkrankten Mitmenschen besser bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. In interaktiven Trainingsmodulen werden Informationen zur Verf\u00fcgung gestellt, wie Angeh\u00f6rige in schwierigen Situationen gut auf sich selbst achten, Alltagsprobleme besser bew\u00e4ltigen und die Beziehung zu dem erkrankten Menschen st\u00e4rken k\u00f6nnen. Das Online-Selbsthilfeprogramm steht kostenlos, anonym und zeitlich unbegrenzt f\u00fcr alle Interessierten zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)<\/p>\n<p>Helfen bei Depressionen k\u00f6nnen auch Internet- und mobilbasierte Interventionen, auch IMIs genannt. Das sind Anwendungen, die online eingesetzt werden k\u00f6nnen. Die Programme basieren auf Selbsthilfe, Selbstmanagement, Monitoring oder dienen zur Unterst\u00fctzung von Behandlungen. Dazu geh\u00f6ren auch die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA). Bei allen DIGAs zeigten sich nach drei Monaten statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen der depressiven Symptomatik. Die Kosten\u00fcbernahme durch die GKV erfolgt nach \u00e4rztlicher Verordnung. <\/p>\n<p>Stigmata abbauen und Wissensl\u00fccken schlie\u00dfen<\/p>\n<p>Obwohl das Krankheitsbild immer mehr ins Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit r\u00fcckt, bleibt das Bild \u00fcber die Betroffenen oft von Vorurteilen und Stigmata gepr\u00e4gt. Das kann Patientinnen und Patienten stark belasten. &#8222;Durch mehr Offenheit und fr\u00fchzeitige Behandlungsangebote k\u00f6nnte vielen Menschen geholfen werden. Mit unserem AOK-Gesundheitsatlas m\u00f6chten wir mit dazu beitragen, Wissensl\u00fccken beim Thema Depressionen zu schlie\u00dfen, ein Bewusstsein f\u00fcr die gro\u00dfe Bedeutung dieser Erkrankung zu schaffen und Ber\u00fchrungs\u00e4ngste abzubauen&#8220;, so Ackermann. <\/p>\n<p>Pressekontakt:<\/p>\n<p>Jens Kuschel, Pressesprecher<br \/>\nAOK NordWest &#8211; Die Gesundheitskasse. Edisonstra\u00dfe70, 24145Kiel<br \/>\nTelefon 0800 2655-505528<br \/>\nMobil 01520-1566136<br \/>\nE-Mail presse@nw.aok.de<\/p>\n<p>Original-Content von: AOK NordWest, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde automatisch von Presseportal.de zur Verf\u00fcgung gestellt: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/73028\/5880642<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (ots) &#8211; Immer mehr Menschen in Schleswig-Holstein leiden unter Depressionen. 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