{"id":440283,"date":"2024-11-26T16:05:10","date_gmt":"2024-11-26T15:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=440283"},"modified":"2024-11-26T16:05:10","modified_gmt":"2024-11-26T15:05:10","slug":"geschirr-aus-bioplastik-sicherheit-bei-der-verwendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/geschirr-aus-bioplastik-sicherheit-bei-der-verwendung\/","title":{"rendered":"Geschirr aus Bioplastik \u2013 Sicherheit bei der Verwendung?"},"content":{"rendered":"<p>Trinkflaschen, Geschirr, Brettchen und Besteck sind f\u00fcr den Lebensmittelkontakt gemacht. Doch bestimmte Materialzusammensetzungen oder ein fehlerhafter Gebrauch k\u00f6nnen Schadstoffe freisetzen, die in die Lebensmittel \u00fcbergehen.<!--more-->\u00a0In einem bundesweiten Marktcheck untersuchten die Verbraucherzentralen 48 K\u00fcchenutensilien, die aus oder mit nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden. Das Ergebnis: Einige Produkte d\u00fcrften gar nicht im Handel sein, w\u00e4hrend bei anderen wichtige Informationen f\u00fcr eine sichere Verwendung fehlten.<\/p>\n<p><strong>Gef\u00e4hrliche Materialmischungen<\/strong><br \/>\nDie Ergebnisse des Marktchecks zeigen, dass viele unterschiedliche Materialien und Rohstoffe zur Herstellung der K\u00fcchenutensilien zum Einsatz kamen. Allgemeine Angaben wie \u201epflanzliche Rohstoffe\u201c oder \u201eBioplastik\u201c wurden teils erg\u00e4nzt durch Nennung einzelner Rohstoffe wie \u201eBambus\u201c oder \u201eWeizenstroh\u201c. Die vollst\u00e4ndige Zusammensetzung blieb jedoch h\u00e4ufig unklar. \u201eDamit Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, womit sie es konkret zu tun haben, muss gesetzlich festgeschrieben werden, dass die verwendeten Materialien und Rohstoffe klar benannt und nicht nur unspezifische Worth\u00fclsen wie \u201apflanzenbasiert\u2018 oder \u201aBioplastik\u2018 verwendet werden\u201c, fordert Dr. Stefanie Staats, Referatsleiterin Lebensmittel und Ern\u00e4hrung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH).<\/p>\n<p>Bei vier Produkten gingen die Verbraucherzentralen aufgrund der Materialangaben davon aus, dass diese nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprachen. Bei einigen Produkten waren einem Kunststoff als F\u00fcllstoff Bambus beigemischt. \u201eDiese Materialmischungen sind daf\u00fcr bekannt, sch\u00e4dliche Stoffe an die Lebensmittel, die mit ihnen in Kontakt kommen, abzugeben\u201c, erkl\u00e4rt Staats. Die Gefahr besteht besonders dann, wenn zu hei\u00dfe Lebensmittel eingef\u00fcllt werden. Weitere f\u00fcnf Produkte enthielten Kunststoffgemische mit Holzmehlen oder -fasern. Auch diese werden nach einer gesetzlichen \u00dcbergangsfrist nicht mehr erlaubt sein. Grund daf\u00fcr ist laut der Europ\u00e4ischen Kommission, dass zu wenig Informationen f\u00fcr eine sichere Verwendung zur Verf\u00fcgung stehen. \u201eDass wir so viele dieser Produkte gefunden haben, ist bedenklich. Die Lebensmittel\u00fcberwachung muss auch zuk\u00fcnftig genau hinschauen und nicht gesetzeskonforme Produkte konsequent aus dem Handel nehmen\u201d, betont Staats.<\/p>\n<p><strong>Zu wenige Verwendungshinweise direkt auf dem Produkt<\/strong><br \/>\nFast alle K\u00fcchenutensilien trugen zumindest auf der Verpackung Verwendungshinweise, etwa zur Reinigung in der Sp\u00fclmaschine oder zum Einsatz in der Mikrowelle. Lediglich bei zwei Produkten fehlten diese Angaben g\u00e4nzlich. \u201eKritisch sehen wir es auch, wenn sich diese wichtigen Informationen ausschlie\u00dflich auf der Verpackung befinden. Denn diese landet nach dem Kauf meist im M\u00fcll und die Informationen gehen verloren. Hier bedarf es klarer rechtlicher Vorschriften,\u201c so die Expertin der VZSH. Zudem existieren viele unterschiedliche Symbole f\u00fcr ein und dieselbe Aussage. Einigen Symbolen mangelt es an Aussagekraft, andere sind kaum lesbar. \u201eEine Vorgabe vom Gesetzgeber zur Verwendung einheitlicher Piktogramme w\u00e4re hier w\u00fcnschenswert\u201c, so Staats.<\/p>\n<p><strong>Nachhaltigkeit als Verkaufsargument<\/strong><br \/>\nBei einigen Verbrauchern hat gerade der Nachhaltigkeitsaspekt eine kaufentscheidende Bedeutung. Die Mehrheit der Produkte warb mit Nachhaltigkeitsversprechen. Begriffe wie \u201ebiobasiert\u201c, \u201eumweltfreundlich\u201c, \u201ewiederverwendbar\u201c oder \u201enachhaltig\u201c wurden werbewirksam eingesetzt. Allerdings sind diese Begriffe \u00fcberwiegend rechtlich nicht definiert. Ohne eine rechtliche Grundlage oder weiterf\u00fchrende Informationen k\u00f6nnen diese Angaben Verbraucher eher verwirren, statt Transparenz zu schaffen. \u201eUm \u00fcberzogene Nachhaltigkeitsaussagen zu verhindern und eine Irref\u00fchrung der Verbraucher zu vermeiden, m\u00fcssen Vorgaben zur Nachhaltigkeitswerbung schnellstm\u00f6glich im nationalen Recht verankert werden\u201c, fordert Staats.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br \/>\nIn Rahmen eines bundesweiten Marktchecks im April und Mai 2024 erfassten die Verbraucherzentralen stichprobenartig 48 K\u00fcchenutensilien. Voraussetzung war, dass die Produkte laut Packungsangabe unter Verwendung nachwachsender Rohstoffe hergestellt wurden. Im Fokus des Marktchecks stand die Untersuchung der Kennzeichnung der verwendeten Rohstoffe und Materialien sowie die Auffindbarkeit und Verst\u00e4ndlichkeit von Verwendungshinweisen. Auch Werbeaussagen mit Nachhaltigkeitsaspekt wurden erfasst und ausgewertet.<br \/>\nDen vollst\u00e4ndigen Bericht zum Marktcheck sowie weiterf\u00fchrende Informationen finden Interessierte auf\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-bkp2422f-qu83cg3b-mmy\">der Seite der VZSH<\/a>.<\/p>\n<p>Der Marktcheck ist im Rahmen einer durch das <a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-bkp2422f-tln0e4ba-1ag9\">Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft<\/a> gef\u00f6rderten Ma\u00dfnahme entstanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trinkflaschen, Geschirr, Brettchen und Besteck sind f\u00fcr den Lebensmittelkontakt gemacht. 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