{"id":440365,"date":"2024-11-28T13:06:36","date_gmt":"2024-11-28T12:06:36","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=440365"},"modified":"2024-11-28T13:06:36","modified_gmt":"2024-11-28T12:06:36","slug":"moore-statt-ccs-auch-in-dithmarschen-steinburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/moore-statt-ccs-auch-in-dithmarschen-steinburg\/","title":{"rendered":"Moore statt CCS \u2013 auch in Dithmarschen\/ Steinburg"},"content":{"rendered":"<p>Symbolfoto Moorlandschaft_Bullenkuhle_Christian-Fischer<\/p>\n<ul>\n<li><strong>BUND SH fordert: CO2-Emissionen insgesamt reduzieren, statt Millionen in Pipeline-Infrastruktur zu stecken<\/strong><\/li>\n<li><strong>Moore, W\u00e4lder und Gr\u00fcnland k\u00f6nnen CO2 nachhaltig und g\u00fcnstig speichern<\/strong><\/li>\n<li><strong>CO2-Pipeline von L\u00e4gerdorf nach Brunsb\u00fcttel: BUND SH vermutet Planung von CCS-Infrastruktur <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more-->Brunsb\u00fcttel\/Kiel. \u201eWarum investieren wir Millionen in eine risikobehaftete technische Infrastruktur, um f\u00fcnf Prozent angeblich unvermeidbare CO2-Emissionen zu verklappen? Stattdessen sollte die Politik Anreize schaffen, dieselbe Menge CO2 durch weniger Energieverbrauch zu vermeiden. Wenn man daf\u00fcr sorgt, dass mit Steuergeldern in gleicher H\u00f6he mehr Moore, Weiden und Seegraswiesen Emissionen auf nat\u00fcrliche Weise speichern k\u00f6nnen, hat man einen doppelten Nutzen ohne Fl\u00e4chenverbrauch.\u201c So die Position von Ole Eggers, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V. (BUND SH). Auch bundesweit setzt sich der Naturschutzverband gegen die Technik der Kohlendioxid-Abscheidung und -Verpressung, englisch \u201eCarbon Capture and Storage\u201c (CCS), ein.<\/p>\n<p>In Schleswig-Holstein ist die Lagerung von CO2 unter der Erde durch einen Landtagsbeschluss aus dem Jahr 2014 aus guten Gr\u00fcnden verboten. Die Deponierung in der ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszone der Nordsee, f\u00fcr die die Bundesregierung zust\u00e4ndig ist, wird jedoch aktuell debattiert. Ein CO2-Speichergesetz soll die milliardenteure CCS-Technologie zuk\u00fcnftig erm\u00f6glichen und dem daf\u00fcr notwendigen Pipelinebau ein \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse zubilligen. Auch die aktuelle schwarz-gr\u00fcne Landesregierung zeigt sich offen f\u00fcr diese Technik und bricht damit den langj\u00e4hrigen \u00fcberparteilichen Konsens im Norden. CCS wird von Politiker*innen der Regierungsparteien als sicher bezeichnet, obwohl es gegenteilige wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen gibt und keine der bisherigen Deponien die in sie gesetzten Erwartungen erf\u00fcllt (<a href=\"https:\/\/ieefa.org\/resources\/norways-sleipner-and-snohvit-ccs-industry-models-or-cautionary-tales\">https:\/\/ieefa.org\/resources\/norways-sleipner-and-snohvit-ccs-industry-models-or-cautionary-tales<\/a>).<\/p>\n<p>In Deutschland wird der Bau von CO2-Leitungen geplant. Ein Teilst\u00fcck soll von L\u00e4gerdorf in Steinburg nach Brunsb\u00fcttel in Dithmarschen f\u00fchren. \u201eWir f\u00fcrchten, dass damit die Verpressung von CO2 in der Nordsee vorbereitet werden soll\u201c, sagt Lothar Wittorf, der f\u00fcr den BUND SH eine Stellungnahme zum Bau der Pipeline verfasst hat. \u201eEs werden keine Vorgaben zur Reinheit des transportierten Kohlenstoffdioxids gemacht. Dadurch ist das Gas in der chemischen Industrie Brunsb\u00fcttels kaum verwendbar. Wir m\u00fcssen also davon ausgehen, dass das Klimagas nach dem Bau der Pipeline von Brunsb\u00fcttel aus in die CO2-Deponien in D\u00e4nemark oder Norwegen verschifft wird.\u201c<\/p>\n<p>Eigentlich war ein \u201eCarbon Capture and Usage\u201c (CPU)-Projekt geplant, bei dem CO2 aus der Zementherstellung zur Produktion von synthetischen Kraftstoffen f\u00fcr den Flughafen Hamburg verwendet werden sollte. Doch diese Planungen wurden offenbar zu den Akten gelegt, denn statt einer CO2-Leitung vom Zementwerk in L\u00e4gerdorf zur Raffinerie in Hemmingstedt ist nun die Pipeline von L\u00e4gerdorf nach Brunsb\u00fcttel geplant.<\/p>\n<p>Das sogenannte \u201eLondoner Protokoll\u201c von 2006, ein v\u00f6lkerrechtlich verbindlicher Vertrag zum Schutz der Meere, verbietet derzeit eine Verbringung von Klimagasen in andere L\u00e4nder zum Zweck der Entsorgung. Die Planungen der Pipeline nach Brunsb\u00fcttel nehmen somit die geplanten \u00c4nderungen im Kohlendioxidspeichergesetz vorweg, in dessen vorliegendem Entwurf entsprechende Passagen gestrichen wurden.<\/p>\n<p>Der BUND und andere Naturschutzverb\u00e4nde bef\u00fcrchten zudem, dass CO2 aus den Pipelines austritt. Der Bruch einer Erd\u00f6l-Pipeline in Brunsb\u00fcttel von Weihnachten 2022 ist daf\u00fcr ein warnendes Beispiel. Kohlendioxid ist schwerer als Luft und sammelt sich in Bodensenken. Bei Bodenlebewesen, im Extremfall auch bei Menschen kann ein Unfall zu Erstickungen f\u00fchren. Mit Wasser verbindet sich CO2 zu Kohlens\u00e4ure. Gasaustritte bei der geplanten Deponierung unter der Nordsee w\u00fcrden die Kalkgeh\u00e4use von Muscheln, Schnecken und Kaltwasserkorallen angreifen und das ohnehin gesch\u00e4digte \u00d6kosystem der Nordsee weiter belasten.<\/p>\n<p>\u201eDie Abscheidung und Verfl\u00fcssigung von CO2 verbraucht mehr Energie, als sich durch ein einfaches Tempolimit einsparen lie\u00dfe. Der Bau der Rohrleitungen und Pumpstationen verbraucht wertvolle Fl\u00e4chen. Wer es wirklich ernst meint mit dem Klimaschutz, sucht L\u00f6sungen, die der Natur und nicht der Industrie n\u00fctzen\u201c, stellt Ole Eggers abschlie\u00dfend fest.<\/p>\n<p>Hier finden Sie die Stellungnahme zum Vorhaben des Neubaus einer Kohlenstoffdioxid-Transportleitung zwischen L\u00e4gerdorf und Brunsb\u00fcttel:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bund-sh.de\/publikationen\/\">https:\/\/www.bund-sh.de\/publikationen\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Symbolfoto Moorlandschaft_Bullenkuhle_Christian-Fischer BUND SH fordert: CO2-Emissionen insgesamt reduzieren, statt Millionen in Pipeline-Infrastruktur zu stecken Moore, W\u00e4lder und Gr\u00fcnland k\u00f6nnen CO2<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":60444,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[6],"tags":[24267],"class_list":["post-440365","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bauen-wohnen","tag-moore-statt-ccs-auch-in-dithmarschen-steinburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/440365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=440365"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/440365\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":440366,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/440365\/revisions\/440366"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60444"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=440365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=440365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=440365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}