{"id":440518,"date":"2024-12-02T17:32:58","date_gmt":"2024-12-02T16:32:58","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=440518"},"modified":"2024-12-02T17:32:58","modified_gmt":"2024-12-02T16:32:58","slug":"die-lachmoewe-ist-seevogel-des-jahres-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/die-lachmoewe-ist-seevogel-des-jahres-2025\/","title":{"rendered":"Die Lachm\u00f6we ist Seevogel des Jahres 2025"},"content":{"rendered":"<p>Foto: Jordsand \u00b7 Biodiversit\u00e4tsverlust trifft mittlerweile auch vertraute Arten \u00b7 Ahrensburg, 02.12.2024. Die Lachm\u00f6we (<em>Chroicocephalus ridibundus<\/em>) ist Seevogel des Jahres 2025. Der Verein Jordsand m\u00f6chte mit dieser Wahl auf den schleichenden und unbemerkten R\u00fcckgang einer M\u00f6wenart aufmerksam machen, die sowohl an den K\u00fcsten als auch in St\u00e4dten \u2013 vor allem im Winter \u2013 zum vertrauten Bild geh\u00f6rt. <!--more--><em>\u201eWir benennen mit der Lachm\u00f6we eine Vogelart, die augenscheinlich noch h\u00e4ufig bei uns zu beobachten ist. Die Bestandszahlen sind aber \u00fcberregional stark r\u00fcckl\u00e4ufig und ihre Brutgebiete durch vom Menschen verursachte Ver\u00e4nderungen gef\u00e4hrdet, sodass wir fr\u00fchzeitig mehr Schutzma\u00dfnahmen zum Erhalt der Brutbest\u00e4nde dieser wundersch\u00f6nen M\u00f6wenart durchf\u00fchren m\u00fcssen.\u201c<\/em> sagt Steffen Gruber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Jordsand.<\/p>\n<p>Die Best\u00e4nde der Lachm\u00f6we an den K\u00fcsten haben seit den 1990er Jahren in Deutschland ebenso wie in den Niederlanden, D\u00e4nemark, Schweden, Finnland und Lettland sehr stark abgenommen. Auch die Kolonien im Binnenland zeigen \u00fcber die Jahre hinweg negative Trends bei der Anzahl der Brutpaare.<\/p>\n<p>Ursachen hierf\u00fcr sind: die klimabedingte Austrocknung von Brutgew\u00e4ssern; die landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmethoden mit nur kurzfristig offenen B\u00f6den, die den Lachm\u00f6wen die Jagd auf Regenw\u00fcrmer und Insekten erschweren; der Pr\u00e4dationsdruck durch einheimische und zugewanderte Raubs\u00e4uger (z.B. Fuchs, Marderhund, Igel, Ratten), die in den Kolonien Eier, Jungv\u00f6gel sowie erwachsene Lachm\u00f6wen erbeuten; die w\u00e4hrend der Brutsaison h\u00e4ufiger auftretenden Sturmfluten im K\u00fcstenbereich im Zuge des Klimawandels (\u201eK\u00fckenfluten\u201c); sowie Hochwassersituationen an Fl\u00fcssen, die Eier und Nester vernichten; und die Vogelgrippe (avi\u00e4re Influenza), die w\u00e4hrend der Brutzeit 2023 insbesondere bei Lachm\u00f6wen vor allem an der Nordseek\u00fcste zu gro\u00dfen Verlusten gef\u00fchrt hat (mehrere 1.000 Tiere).<\/p>\n<p><em>\u201eSchutzma\u00dfnahmen sollten insbesondere auf die qualitative Verbesserung der Lebensr\u00e4ume zur Nutzung als Brutgebiete abzielen.\u201c so Steffen Gruber.<\/em><\/p>\n<p>Die Brutgebiete der Lachm\u00f6we lagen in Mitteleuropa fr\u00fcher \u00fcberwiegend in Feuchtgebieten des Binnenlandes, hier gerne in Verlandungszonen gr\u00f6\u00dferer Seen und Fl\u00fcsse. In den letzten Jahrzehnten erfolgte \u2013 verbunden mit Bestandsr\u00fcckg\u00e4ngen \u2013 eine Ausbreitung in die K\u00fcstenregionen, wo sie auf Inseln und Salzwiesen von Nord- und Ostsee br\u00fcten. Der deutsche Name Lachm\u00f6we ist wohl auf das Vorkommen an Lachen des Binnenlandes zur\u00fcckzuf\u00fchren, obwohl der lateinische Artname \u201eridibundus\u201c lachend, also \u201elachende M\u00f6we\u201c, bedeutet.<\/p>\n<p>Die kleine M\u00f6wenart, die im Prachtkleid von M\u00e4rz bis Juli ein auff\u00e4lliges schwarzbraunes Kopfgefieder besitzt und in der \u00fcbrigen Zeit an einem dunklen Punkt hinter jedem Auge zu erkennen ist, lebt verbreitet in Europa und Asien. Lachm\u00f6wen br\u00fcten in Kolonien, die aus wenigen Tieren bis hin zu 30.000 Brutpaaren bestehen k\u00f6nnen. Sie ern\u00e4hren sich und ihre K\u00fcken \u00fcberwiegend von tierischer, aber auch pflanzlicher Kost. Das Nahrungsspektrum reicht von Regenw\u00fcrmern und Insekten, die u.a. auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen gefangen werden, \u00fcber kleine Fische und Krebstiere, bis hin zu Pflanzensamen und Nahrungsresten des Menschen. Lachm\u00f6wen sind Teilzieher, d.h. in Regionen mit milderen Wintern bleiben die V\u00f6gel ganzj\u00e4hrig in der Brutregion, w\u00e4hrend in Nordeuropa br\u00fctende Tiere im Herbst an die K\u00fcsten und gr\u00f6\u00dferen Gew\u00e4sser West- und Mitteleuropas ziehen. Auf dem Zug k\u00f6nnen gr\u00f6\u00dfere Rastvorkommen z.B. in der Elbm\u00fcndung beobachtet werden.<\/p>\n<p>Seit 2014 k\u00fcrt der Verein Jordsand j\u00e4hrlich eine Vogelart zum Seevogel des Jahres, die stellvertretend f\u00fcr eine akute Problematik steht und die besonders bedrohlich f\u00fcr eine Artengemeinschaft oder einen Lebensraum ist.<\/p>\n<p>Seit 117 Jahren hat sich der Verein Jordsand dem Schutz von Seev\u00f6geln an unseren K\u00fcsten verschrieben. Er betreut rund 20 Schutzgebiete vorwiegend an Nord- und Ostsee, von Helgoland \u00fcber das nordfriesische und hamburgische Wattenmeer, die Unterelbe, bis zur schleswig-holsteinischen und vorpommerschen Ostseek\u00fcste rund um R\u00fcgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Jordsand \u00b7 Biodiversit\u00e4tsverlust trifft mittlerweile auch vertraute Arten \u00b7 Ahrensburg, 02.12.2024. 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