{"id":440986,"date":"2024-12-13T12:12:38","date_gmt":"2024-12-13T11:12:38","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=440986"},"modified":"2024-12-13T12:17:27","modified_gmt":"2024-12-13T11:17:27","slug":"dagmar-hildebrand-es-gilt-der-wille-des-verstorbenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/dagmar-hildebrand-es-gilt-der-wille-des-verstorbenen\/","title":{"rendered":"Dagmar Hildebrand: Es gilt der Wille des Verstorbenen"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten rund zehn Jahren haben sich unsere Gesellschaft und auch die Bestattungskultur stark ver\u00e4ndert. Deswegen ist es richtig, dass wir darauf mit einer \u00c4nderung des Gesetzes \u00fcber das Leichen-, Bestattungs- und Friedhofswesen reagieren.<br \/>\nIch m\u00f6chte an dieser Stelle drei Punkte herausgreifen, die mir besonders wichtig sind.<!--more-->1) Da ist zun\u00e4chst einmal das Ausbringen der Asche auf Friedh\u00f6fen.<br \/>\nDamit kann k\u00fcnftig die Asche eines Verstorbenen auf einem Bereich des Friedhofs verstreut werden, den der Tr\u00e4ger zuvor festgelegt hat. Ob und wie der Tr\u00e4ger einen entsprechenden Bereich bestimmt, entscheidet er jeweils selbst. Wichtig f\u00fcr diese Art der Beisetzung ist: Es gilt immer und ausschlie\u00dflich der Wille des Verstorbenen \u2013 und nicht der Wunsch der Hinterbliebenen.<\/p>\n<p>2) Ein weiterer relevanter Punkt ist f\u00fcr mich die Vermeidung der Strafbarkeit f\u00fcr die Betreiber von Krematorien, so dass diese in Zukunft<br \/>\n&#8211; freiwerdende Metallteile<br \/>\n&#8211; k\u00fcnstliche K\u00f6rperteile<br \/>\n&#8211; und weitere biologisch nicht abbaubare Materialien<\/p>\n<p>der Asche entnehmen k\u00f6nnen. Dabei geht es genauso um die k\u00fcnstliche H\u00fcfte wie um das Kniegelenk oder den Herzschrittmacher. Hinsichtlich etwa bestehender Aneignungsbefugnisse \u00e4ndert sich dabei nichts. Es geht nur darum, alle biologisch nicht abbaubaren Materialien zu entfernen und so auch etwa beim Ausbringen der Asche auf Friedh\u00f6fen daf\u00fcr zu sorgen, dass der Boden dort nicht belastet wird.<\/p>\n<p>3) Einen dritten Punkt der Gesetzes\u00e4nderung m\u00f6chte ich gerne herausgreifen und zwar den geplanten Wegfall der Privilegierung von Bestattungsunternehmen.<br \/>\nNach dem bisher geltenden \u00a718 entf\u00e4llt f\u00fcr Bestattungsunternehmen bislang die Pflicht zum Nachweis einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen Bestattung. Dies soll k\u00fcnftig nicht mehr der Fall sein, nachdem es Einzelf\u00e4lle gegeben hat, in denen Urnen in die H\u00e4nde von Privatleuten gelangt sind.<br \/>\nDamit wurden die Urnen einer Beisetzung g\u00e4nzlich entzogen bzw. nicht in einer Weise bestattet, die bestattungsrechtlichen Vorgaben entspricht.<\/p>\n<p>Anders gewendet, die aus Filmen oder vielleicht auch aus famili\u00e4ren Besuchen in den USA bekannte Situation, in der die Urne eines Verstorbenen auf dem Kaminsims oder einer Fensterbank steht, ist bei uns in Deutschland bestattungsrechtlich nicht vorgesehen. Und wir wollen zumindest bis jetzt nicht in diese Richtung gehen.<br \/>\nAuch die \u00fcbrigen \u00c4nderungen, wie etwa die<br \/>\n&#8211; sarglose Bestattung, die auf Wunsch des Verstorbenen m\u00f6glich werden soll<br \/>\noder auch<br \/>\n&#8211; die Seebestattung, die in Zukunft nur noch durch<br \/>\na) Bestattungsunternehmen,<br \/>\nb) durch Fischereibetriebe<br \/>\nc) oder von einem Wasserfahrzeug des \u00f6ffentlichen Dienstes aus gestattet sein sollen<br \/>\nsind gute und sinnvolle Regelungen, die es jetzt in der Gesetzes\u00e4nderung umzusetzen gilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten rund zehn Jahren haben sich unsere Gesellschaft und auch die Bestattungskultur stark ver\u00e4ndert. 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