{"id":442175,"date":"2025-01-22T18:49:02","date_gmt":"2025-01-22T17:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=442175"},"modified":"2025-01-22T18:49:02","modified_gmt":"2025-01-22T17:49:02","slug":"promi-werbung-fuer-cybertrading-plattformen-vorsicht-dahinter-stecken-betrueger-aus-dem-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/promi-werbung-fuer-cybertrading-plattformen-vorsicht-dahinter-stecken-betrueger-aus-dem-ausland\/","title":{"rendered":"Promi-Werbung f\u00fcr Cybertrading-Plattformen: Vorsicht, dahinter stecken Betr\u00fcger aus dem Ausland!"},"content":{"rendered":"<p>Foto: stock.adobe.com\/Summit Art Creations \u00b7 Mit nur 250 Euro innerhalb kurzer Zeit viel Geld erwirtschaften?<!--more--> Prominente wie Peter Maffay oder Tim M\u00e4lzer werben mit angeblich todsicheren Geldanlage-Tipps im Internet f\u00fcr Cybertrading-Plattformen. Sogar tagesschau.de soll dar\u00fcber berichten. Die Wahrheit: Alles Fake! Es ist Teil einer Masche, mit der Kriminelle, h\u00e4ufig aus dem Ausland, hohe Geldsummen ergaunern. Karolina Wojtal, Juristin und Co-Leiterin des Europ\u00e4ischen Verbraucherzentrums (EVZ), warnt vor dreistem Anlage-Betrug.<\/p>\n<p><u>Ein exemplarischer Fall aus der Praxis des EVZ<\/u><\/p>\n<p>\u00dcber eine Meldung gelangt Harald G. (Name ge\u00e4ndert) zu einem echt wirkenden Online-Artikel der Tagesschau: Dort wird \u00fcber einen Skandal von Peter Maffay berichtet. Angeblich soll der Musiker in einer Sendung verraten haben, wie er schnell Geld mit einer Bitcoin-Software verdient. Nun soll er von der Deutschen Bundesbank verklagt worden sein. Ein Link im Artikel f\u00fchrt direkt zur besagten Plattform. Von der seri\u00f6sen Aufmachung der Seite get\u00e4uscht, klickt Harald G. auf den Link und meldet sich mit Namen, E-Mail und Handynummer an. Daraufhin meldet sich eine Finanzbrokerin aus \u00d6sterreich. Mit der \u00dcberweisung von 250 Euro k\u00f6nne sein Depot auf der Cybertrading-Plattform aktiviert werden. Nun kann er den vermeintlich rasanten Anstieg seines Kapitals verfolgen. Doch als Harald G. den Gewinn ausgezahlt haben m\u00f6chte, soll er auf einmal Geb\u00fchren zahlen. Er widerruft seine Anmeldung und fordert sein Geld zur\u00fcck. Seitdem wird er von den Brokern aus \u00d6sterreich telefonisch bel\u00e4stigt. An sein Geld kommt er jedoch nicht.<\/p>\n<p><em>Hallo Frau Wojtal, der beschriebene Fall wurde nat\u00fcrlich anonymisiert. Er ist jedoch so bei Ihnen gelandet. Gibt es f\u00fcr den betroffenen Mann eine Aussicht, wieder an sein verlorenes Geld zu kommen?<\/em><\/p>\n<p>Leider sind die Chancen, den Schaden ersetzt zu bekommen, eher gering. Besonders bei \u00dcberweisungen. Bei einer Zahlung mit Kreditkarte ist ein Chargeback m\u00f6glich, jedoch nicht garantiert. Schnelles Handeln erh\u00f6ht die Erfolgschancen. Falls eine Versicherung (z. B. eine Cyber-Versicherung) abgeschlossen wurde, k\u00f6nnte diese unter Umst\u00e4nden einen Teil des entstandenen Schadens \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><em>Das klingt sehr ern\u00fcchternd. Welche Handlungsm\u00f6glichkeiten haben Verbraucher, die auf einen Betrug reingefallen sind?<\/em><\/p>\n<p>Betroffene sollten sofort den Kontakt zu den Brokern abbrechen. Dann sollten Sie sich an ihre Bank oder Kreditkartenanbieter wenden, um eine R\u00fcckbuchung der \u00dcberweisung oder der Kreditkartenzahlung (<a href=\"https:\/\/www.evz.de\/einkaufen-internet\/online-einkauf\/rechtsdurchsetzung\/chargeback-kreditkartenzahlung-stornieren.html\">Chargeback<\/a>) zu versuchen. \u00dcberweisungen lassen sich, wenn \u00fcberhaupt, nur in einem sehr engen Zeitfenster r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Je nach Fall sollten Sie Bankkonto und Karte ebenfalls sperren lassen. Und unbedingt eine Strafanzeige bei der Polizei erstatten.<\/p>\n<p><em>Solche kuriosen Meldungen, die mit dem schnellen Geld winken, tauchen regelm\u00e4\u00dfig im Internet auf. Wie realistisch sind die Versprechungen?<\/em><\/p>\n<p>Die Versprechungen, wie \u201aschnell und ohne Aufwand\u2018 reich zu werden, sind v\u00f6llig unrealistisch. Sie sind gezielt darauf ausgelegt, Menschen mit Erfolgsgeschichten zu t\u00e4uschen. Dabei haben die Promis, die diese Methoden angeblich empfehlen, niemals diese Aussagen getroffen. Das investierte Geld wird nicht angelegt, sondern direkt von den Betr\u00fcgern einbehalten.<\/p>\n<p><em>Wann sollte man stutzig werden, wenn man auf einen solchen Artikel st\u00f6\u00dft?<\/em><\/p>\n<p>Stutzig sollten Sie werden, wenn Prominente f\u00fcr ein Produkt oder eine Methode werben, ohne dass dies auf deren offiziellen Kan\u00e4len best\u00e4tigt wird. Auch wenn die angeblichen Nachrichtenartikel von Tagesschau &amp; Co. authentisch wirken, sie sind ein Fake. Oft behaupten die T\u00e4ter auch, dass sie von Institutionen wie der Deutschen Bundesbank oder renommierten Medienh\u00e4usern unterst\u00fctzt werden. Oder die Anbieter behaupten, \u201aexklusive Handelsgeheimnisse\u2018 oder eine \u201aspezielle Software\u2018 zu haben. Das alles soll Glaubw\u00fcrdigkeit erzeugen.<\/p>\n<p><em>Haben Sie Tipps f\u00fcr Verbraucher, um die Betr\u00fcger zu enttarnen?<\/em><\/p>\n<p>Betroffene sollten auf der Webseite des vermeintlichen Cybertrading-Unternehmens nachschauen: Hat die Website kein Impressum oder keine Angabe zur zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rde (z. B. <a href=\"https:\/\/www.bafin.de\/DE\/PublikationenDaten\/Datenbanken\/Unternehmenssuche\/unternehmenssuche_node.html\">BaFin<\/a>), sollten Sie misstrauisch werden. Sind die Gesch\u00e4ftsbedingungen nur auf Englisch, obwohl der Anbieter als deutscher Broker auftritt, ist das bereits ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Auch ein Warnsignal: Pop-Ups oder Banner (z. B. \u201anur noch wenige Pl\u00e4tze verf\u00fcgbar\u2018), mit denen Druck ausge\u00fcbt wird. Recherchieren Sie im Internet \u00fcber unabh\u00e4ngige Quellen nach den Aussagen, die die Promis get\u00e4tigt haben.<\/p>\n<p><em>Was ist das Ziel der Betr\u00fcger?<\/em><\/p>\n<p>Die Betr\u00fcger wollen m\u00f6glichst hohe Summen erlangen. Sie bauen \u00fcber Wochen oder Monate Vertrauen zu den Betroffenen auf, zeigen ihnen vermeintliche Gewinne an und dr\u00e4ngen wiederholt zu weiteren Zahlungen. Das angeblich investierte Geld wird jedoch nie angelegt, sondern flie\u00dft direkt in das kriminelle Netzwerk.<\/p>\n<p><em>Welcher Schaden entsteht bei den betroffenen Verbraucherinnen und Verbrauchern?<\/em><\/p>\n<p>Der finanzielle Schaden ist teils enorm. Betroffene verlieren ihr gesamtes investiertes Kapital. In extremen F\u00e4llen kommen sie sogar in existenzgef\u00e4hrdende Situationen, etwa wenn sie Ersparnisse, Immobilien oder ganze Erbschaften verspekulieren. Dazu kommt auch die psychische Belastung: Viele verlieren das Vertrauen in andere Menschen und sch\u00e4men sich, auf den Betrug reingefallen zu sein. In einigen F\u00e4llen brechen sogar Beziehungen und Familien auseinander.<\/p>\n<p><em>Was sind Ihre Empfehlungen, um gar nicht erst auf die Masche reinzufallen?<\/em><\/p>\n<p>Angebote, die unrealistisch erscheinen oder schnelle Gewinne versprechen, besser ignorieren und keine unbekannten Links oder Banner anklicken. Selbst wenn diese auf seri\u00f6sen Plattformen erscheinen. Werden Sie skeptisch, wenn man Ihnen das Gef\u00fchl gibt, Teil einer Gruppe \u201aAuserw\u00e4hlter\u2018 zu sein, mit denen ein Geheimnis geteilt wird. Suchen Sie in Online-Foren nach Erfahrungen anderer Nutzer. Auf keinen Fall sollten Verbraucher Daten von sich (Name, E-Mail, Telefonnummer) auf unbekannten Plattformen eingeben. Pr\u00fcfen Sie das Impressum und holen Sie Informationen \u00fcber den Anbieter \u00fcber offizielle Quellen (z. B. BaFin). Im Zweifel lieber noch einmal extern \u00fcberpr\u00fcfen lassen, bevor das erste Geld flie\u00dft. <a href=\"https:\/\/www.evz.de\/fragen-beschwerden.html\">Das EVZ ber\u00e4t Betroffene kostenlos<\/a> .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: stock.adobe.com\/Summit Art Creations \u00b7 Mit nur 250 Euro innerhalb kurzer Zeit viel Geld erwirtschaften?<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":442176,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1527,14],"tags":[24693,24692],"class_list":["post-442175","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blaulicht","category-tipps-informationen","tag-dahinter-stecken-betrueger-aus-dem-ausland","tag-promi-werbung-fuer-cybertrading-plattformen-vorsicht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/442175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=442175"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/442175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":442177,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/442175\/revisions\/442177"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/442176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=442175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=442175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=442175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}