{"id":442750,"date":"2025-02-05T18:46:24","date_gmt":"2025-02-05T17:46:24","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=442750"},"modified":"2025-02-05T18:46:24","modified_gmt":"2025-02-05T17:46:24","slug":"ihk-konjunkturumfrage-schleswig-holsteins-wirtschaft-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/ihk-konjunkturumfrage-schleswig-holsteins-wirtschaft-in-der-krise\/","title":{"rendered":"IHK-Konjunkturumfrage: Schleswig-Holsteins Wirtschaft in der Krise"},"content":{"rendered":"<p>Wirtschaftsklima angespannt: Konjunkturklimaindex f\u00fcr Schleswig-Holstein liegt mit<br \/>\n87,2 Punkten weiter deutlich unter der 100er-Marke.<\/p>\n<p>Zunehmende Gesch\u00e4ftsrisiken: hohe Energie- und Rohstoffpreise (48 Prozent),<br \/>\nFachkr\u00e4ftemangel (55 Prozent), hohe Arbeitskosten (54 Prozent) und eine schwache<br \/>\nInlandsnachfrage (52 Prozent) belasten.<!--more-->\u00a065 Prozent der Unternehmen sehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen<br \/>\nals gr\u00f6\u00dftes Gesch\u00e4ftsrisiko.<\/p>\n<p>In rund zweieinhalb Wochen w\u00e4hlt Deutschland einen neuen Bundestag \u2013 und die Unsicherheit<br \/>\nin der Wirtschaft ist gro\u00df, wie die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Schleswig-Holstein zeigt.<br \/>\n\u201eDie Unternehmen brauchen schnellstm\u00f6glich stabile Regierungsverh\u00e4ltnisse und eine<br \/>\nentschlossene Wirtschaftspolitik. Deutschland steckt in einer tiefgreifenden konjunkturellen und<br \/>\nstrukturellen Krise, und die Politik darf nicht weiter z\u00f6gern\u201c, sagte Hagen Goldbeck, Pr\u00e4sident der<br \/>\nIHK Schleswig-Holstein, bei der heutigen Konjunkturpressekonferenz.<br \/>\nDie deutsche Wirtschaft befindet sich seit zwei Jahren in einer Rezession. Auch der aktuelle<br \/>\nKonjunkturklimaindex f\u00fcr Schleswig-Holstein liegt bei 87,2 Punkten und damit weiterhin deutlich<br \/>\nunter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt von 100 Punkten. Ein echter Aufschwung ist nicht in Sicht.<br \/>\nZwar hat sich der Wert im Vergleich zum Vorquartal (86,4 Punkte) leicht verbessert, doch die<br \/>\nLage bleibt angespannt. Die Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr 2025 sind \u00e4u\u00dferst pessimistisch: Nur<br \/>\nnoch neun Prozent der Unternehmen erwarten in den n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monaten eine<br \/>\nVerbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation (Vorquartal: elf Prozent). Jedes dritte Unternehmen<br \/>\n(34 Prozent) rechnet mit einer weiteren Verschlechterung (Vorquartal: 36 Prozent).<br \/>\nDie wirtschaftliche Schw\u00e4che zeigt sich \u00fcber fast alle Branchen hinweg. Besonders kritisch ist die<br \/>\nLage im Baugewerbe, in der Industrie und im Handel, wo eine schwache Inlandsnachfrage f\u00fcr<br \/>\nschlechte Gesch\u00e4fte sorgt. Nur das Dienstleistungsgewerbe und das Gastgewerbe zeigen sich<br \/>\neinigerma\u00dfen stabil. Die Unsicherheit \u00fcber die k\u00fcnftige Wirtschaftspolitik und die schlechten<br \/>\nRahmenbedingungen f\u00fchren dazu, dass die Unternehmen ihre Investitionen und<br \/>\nBesch\u00e4ftigungspl\u00e4ne zur\u00fcckfahren: 65 Prozent der Betriebe rechnen mit gleichbleibenden<br \/>\nBesch\u00e4ftigungszahlen. 23 Prozent erwarten einen R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigung (Vorquartal:<br \/>\n21 Prozent). Nur noch 13 Prozent wollen neue Stellen schaffen (Vorquartal: 15 Prozent).<\/p>\n<p>Auch die Investitionsneigung bleibt schwach: Der Anteil der Unternehmen, die weniger<br \/>\ninvestieren wollen, stieg von 35 auf 36 Prozent, w\u00e4hrend 23 Prozent steigende Investitionen<br \/>\nplanen (Vorquartal: 24 Prozent). Hagen Goldbeck: \u201eDie f\u00fcr das Wachstum wichtigen<br \/>\nKapazit\u00e4tserweiterungen werden immer seltener als Hauptmotiv f\u00fcr Investitionen genannt. Was<br \/>\nuns besorgt, ist, dass zwei von drei Unternehmen nur noch in den Ersatzbedarf investieren.<br \/>\nUnsere Betriebe verlieren an wirtschaftlicher Substanz.\u201c<br \/>\nRegelm\u00e4\u00dfig befragt die IHK ihre Unternehmen zu den gr\u00f6\u00dften Gesch\u00e4ftsrisiken. Die<br \/>\nUnternehmen sehen sich im Durchschnitt mit 3,1 Gesch\u00e4ftsrisiken gleichzeitig konfrontiert \u2013 ein<br \/>\nsehr hoher Wert. Die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen sind: Fachkr\u00e4ftemangel (55 Prozent), hohe<br \/>\nArbeitskosten (54 Prozent), schwache Inlandsnachfrage (52 Prozent) sowie hohe Energie- und<br \/>\nRohstoffkosten (48 Prozent). Dramatisch ist, dass 65 Prozent der Unternehmen die<br \/>\nwirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als gro\u00dfes Risiko sehen \u2013 ein Allzeithoch f\u00fcr viele<br \/>\nBranchen. \u201ePolitische Machtk\u00e4mpfe und eine instabile Regierung sind Gift f\u00fcr die Wirtschaft. Wir<br \/>\nbrauchen eine l\u00f6sungsorientierte Wirtschaftspolitik, die Unternehmen Sicherheit gibt und<br \/>\nInvestitionen wieder attraktiv macht\u201c, mahnt Goldbeck.<br \/>\nDie Standortqualit\u00e4t Deutschlands habe in den letzten Jahren massiv gelitten. Kapital flie\u00dft ab,<br \/>\nUnternehmen z\u00f6gern mit Investitionen. Die Politik des vergangenen Jahrzehnts habe die Lage<br \/>\nvieler Unternehmen untersch\u00e4tzt, warnt die IHK: \u201eReformen wurden verschleppt, statt mutig<br \/>\nangegangen zu werden. Nun stehen wir vor einem Ver\u00e4nderungsnotstand\u201c, so Goldbeck.<br \/>\nDie IHK Schleswig-Holstein fordert deshalb in ihrem Positions- und Forderungspapier zur<br \/>\nBundestageswahl von der kommenden Bundesregierung:<\/p>\n<p>Einen entschiedenen B\u00fcrokratieabbau: Deutschland ist zu kompliziert geworden,<br \/>\nUnternehmen brauchen weniger Vorschriften und Dokumentationspflichten.<\/p>\n<p>Weniger Steuern und Abgaben f\u00fcr Unternehmen: Die Belastung muss sinken, um die<br \/>\nWettbewerbsf\u00e4higkeit zu erhalten.<\/p>\n<p>Energiepreise auf wettbewerbsf\u00e4higem Niveau: Unternehmen brauchen langfristige<br \/>\nPlanungssicherheit und Konkurrenzf\u00e4higkeit im internationalen Wettbewerb.<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen gegen den Fachkr\u00e4ftemangel: Qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte sind das R\u00fcckgrat der<br \/>\ndeutschen Wirtschaft, ein geregelter Zuzug ist unbedingt sicherzustellen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zeigen: Die wirtschaftliche Lage ist kritisch, die<br \/>\nAussichten d\u00fcster. Goldbeck: \u201eDie Unsicherheit ist gro\u00df \u2013 und mit der anstehenden<br \/>\nBundestagswahl besteht die Chance auf einen wirtschaftspolitischen Neustart. Deutschland<br \/>\nmuss einfacher, flexibler und wirtschaftsfreundlicher werden. Die n\u00e4chste Regierung muss<br \/>\nzeigen, dass sie das Unternehmertum nicht als Problem, sondern als L\u00f6sung begreift. Denn<br \/>\nwirtschaftliche St\u00e4rke ist die Basis f\u00fcr politische Stabilit\u00e4t und sozialen Wohlstand.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Konjunkturumfrage im vierten Quartal 2024 haben die IHKs Flensburg, Kiel und L\u00fcbeck<br \/>\nrund 3.400 Unternehmen in ihren Bezirken angesprochen. 965 haben sich an der Umfrage<br \/>\nbeteiligt und ihre Einsch\u00e4tzungen geteilt. Das entspricht einer R\u00fccklaufquote von 28 Prozent.<br \/>\nWeitere Informationen und immer die aktuellen IHK-Konjunkturberichte finden Sie unter:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ihk.de\/sh\/konjunkturbericht\">www.ihk.de\/sh\/konjunkturbericht<\/a><br \/>\nDas Positions- und Forderungspapier der IHK Schleswig-Holstein finden Sie unter:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ihk.de\/sh\/positionen\">www.ihk.de\/sh\/positionen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaftsklima angespannt: Konjunkturklimaindex f\u00fcr Schleswig-Holstein liegt mit 87,2 Punkten weiter deutlich unter der 100er-Marke. 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