{"id":4430,"date":"2007-09-23T10:31:22","date_gmt":"2007-09-23T10:31:22","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=4330"},"modified":"2007-09-23T10:31:22","modified_gmt":"2007-09-23T10:31:22","slug":"gntergrasshaus_mit_neuer_ausstellung_wiedererffnet__nobelpreistrger_wird_im_oktober_80_jahre_alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gntergrasshaus_mit_neuer_ausstellung_wiedererffnet__nobelpreistrger_wird_im_oktober_80_jahre_alt\/","title":{"rendered":"G\u00fcnter-Grass-Haus mit neuer Ausstellung wiederer\u00f6ffnet &#8211; Nobelpreistr\u00e4ger wird im Oktober 80 Jahre alt"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"GrassHLogo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/GrassHLogo.jpg\" alt=\"GrassHLogo\" \/><br \/>\nAus Anlass des achtzigsten Geburtstags von G\u00fcnter Grass am 16. Oktober 2007 wurde das G\u00fcnter Grass-Haus nun mit einer neuen Dauerausstellung, einer Sonderausstellung und einem neu angelegten Museumsgarten wiederer\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Heute kann das Haus mit einem eintrittsfreien Tag der offenen T\u00fcr besucht werden.<br \/>\n<!--more-->Kultursenatorin Annette Borns, die Vorsitzenden des Stiftungsrates der Hansestadt L\u00fcbeck, Oliver Fraederich und Frank-Thomas Gaulin, sowie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktor der L\u00fcbecker Museen, Prof. Dr. Hans Wi\u00dfkirchen, pr\u00e4sentierten bereits die neu gestalteten R\u00e4ume. Die wissenschaftliche Leiterin des G\u00fcnter Grass-Hauses, Stefanie Wiech, f\u00fchrte in die Ausstellung ein.<\/p>\n<p>Senatorin Borns dankte den anwesenden F\u00f6rderern, der Possehl-Stiftung, vertreten durch Renate Menken, und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein, Brigitte Hohmann, sowie Prof. Dr. Hans Arnold, dem Vorsitzenden des Freundeskreises des G\u00fcnter Grass-Hauses, f\u00fcr die Unterst\u00fctzung. Dank ging auch nach Berlin: &#8222;Dass sich neben dem Land auch der Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien f\u00fcr das Haus engagieren, unterstreicht die weit \u00fcber L\u00fcbeck hinausgehende nationale Bedeutung dieser Ausstellungs- und Forschungsst\u00e4tte.&#8220; Die L\u00fcbecker B\u00fcrger k\u00f6nnten stolz sein, das Haus in der Stadt und den K\u00fcnstler Grass in ihrer Mitte zu haben. &#8222;Die Erweiterung und Neuer\u00f6ffnung ist zugleich unser Geschenk an G\u00fcnter Grass zu seinem achtzigsten Geburtstag.&#8220;<\/p>\n<p>Brigitte Hohmann lobte f\u00fcr die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein die gelungene Neugestaltung. &#8222;Unsere Aufgabe ist es, das kulturelle Erbe zu sichern und zugleich die kulturelle Entwicklung und neue Pr\u00e4sentationsformen zu f\u00f6rdern. Auf sichtbare Weise kommt im G\u00fcnter Grass-Haus beides zusammen.&#8220;<br \/>\nMit Blick auf die f\u00fcnfj\u00e4hrige Geschichte des G\u00fcnter Grass-Hauses betonte Prof. Dr. Hans Wi\u00dfkirchen die enge Zusammenarbeit mit dem Heinrich und Thomas Mann gewidmeten Buddenbrookhaus. Ende des Jahres komme nun mit dem Willy-Brandt-Haus ein weiteres Haus f\u00fcr einen weiteren Nobelpreistr\u00e4ger aus L\u00fcbeck hinzu. &#8222;Eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung hat es erm\u00f6glicht, dass dieses neue Haus mit dem G\u00fcnter Grass-Haus \u00fcber einen Museumsgarten verbunden werden konnte. Hier ergeben sich f\u00fcr die Zukunft neue M\u00f6glichkeiten nicht nur der r\u00e4umlichen, sondern auch der engen inhaltlichen Zusammenarbeit, zumal auch daran gedacht ist, den Garten durch einen Zugang zu den benachbarten L\u00fcbecker &#8222;B\u00fcrgerg\u00e4rten&#8220; mit weiteren Kultureinrichtungen und Museen zu verkn\u00fcpfen und f\u00fcr das Publikum zu \u00f6ffnen&#8220;, so Prof. Wi\u00dfkirchen. Der neu gestaltete Garten bietet Platz f\u00fcr Skulpturen. Bereits jetzt beherbergt er ein Geschenk, f\u00fcr das Wi\u00dfkirchen dem Ehepaar Erika und Frank-Thomas Gaulin sowie G\u00fcnter Grass dankte, die so genannte &#8222;Aua&#8220;, ein liegender dreibr\u00fcstiger Torso aus Bronze, 200 Kilogramm schwer, entstanden in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Kuratiert wurden die neuen Ausstellungen von der Kunsthistorikerin Stefanie Wiech, die dabei von Hilke Ohsoling, Sekretariat G\u00fcnter Grass, Prof. Hans Arnold und Grass&#8216; Galeristen Frank-Thomas Gaulin beratend unterst\u00fctzt wurde. Mit der Sonderausstellung &#8222;Der fr\u00fche Grass &#8211; Die 50er Jahre&#8220; blickt das Haus auf die k\u00fcnstlerischen Anf\u00e4nge des Literaturnobelpreistr\u00e4gers und Bildk\u00fcnstlers zur\u00fcck. Dabei zeigen sich \u00fcberraschende Aspekte: Bevor Grass mit dem Roman &#8222;Die Blechtrommel&#8220; zu Weltruhm gelangte, begriff er sich vor allem als Lyriker und Theaterautor. &#8222;Seine Dramen lassen sich dem Absurden Theater zuordnen und spiegeln in grotesken Szenen menschliche Verhaltensweisen wieder&#8220;, erkl\u00e4rte Wiech. Neben den Dramen stehen fr\u00fche Lyrik und das experimentelle Entwickeln eigener Ausdrucksformen in der Grafik im Mittelpunkt und zeigen eher unbekannte Seiten des K\u00fcnstlers Grass. In dieser Sonderausstellung werden zum gr\u00f6\u00dften Teil Grafiken gezeigt, die die \u00d6ffentlichkeit so noch nie zu Gesicht bekommen hat. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Gedichte und Grafiken zu &#8222;Die Vorz\u00fcge der Windh\u00fchner&#8220;, mit denen Grass seine ersten Erfolge feierte. Als bildender K\u00fcnstler suchte Grass, der nach dem Krieg zun\u00e4chst ein Praktikum als Steinbildhauer gemacht und dann in D\u00fcsseldorf und Berlin Kunst studiert hatte, seinen eigenen Stil: Dabei entschied er sich gegen den Trend der Zeit f\u00fcr eine gegenst\u00e4ndlich Kunst, der er Zeit seines Lebens treu blieb. Die Ausstellung zeigt Manuskripte und Grafiken, Fotografien der Urauff\u00fchrungen der Dramen, Skulpturen, Akt- und Portr\u00e4tstudien sowie Aquarelle.<\/p>\n<p>Die neue Dauerausstellung hingegen stellt unter dem Titel &#8222;Bildwelten des G\u00fcnter Grass&#8220; zentrale Elemente als Konstanten seines k\u00fcnstlerischen Schaffens dar. Der Begriff der &#8222;Bildwelten&#8220; sei dabei nicht auf die bildende Kunst allein bezogen zu verstehen, erl\u00e4uterte Wiech, sondern trage der Tatsache der k\u00fcnstlerischen Mehrfachbegabung G\u00fcnter Grass&#8216; auch auf der gestalterischen Ebene Rechnung. So gehe es um die Wechselwirkung von Kunst und Literatur, aber auch das Medium Film habe jetzt seinen Platz in der neuen Pr\u00e4sentation. &#8222;Wir haben versucht, in der neu konzipierten Dauerausstellung die Erfahrungen der vergangenen f\u00fcnf Jahre produktiv werden zu lassen&#8220;, so Wi\u00dfkirchen. In der neuen Ausstellung findet sich erstmals ein umfangreicher Komplex zu dem Roman &#8222;Die Blechtrommel&#8220; &#8211; dem Buch, das den Ruhm von G\u00fcnter Grass begr\u00fcndet hat.<\/p>\n<p>Auch die oscarpr\u00e4mierte Verfilmung durch Volker Schl\u00f6ndorff ist pr\u00e4sent. Insbesondere Sch\u00fclern bietet dieser Komplex einen sehr guten Einstieg in das Werk von G\u00fcnter Grass. Das gilt auch f\u00fcr die Ausstellungsbereiche, die sich mit &#8222;Mein Jahrhundert&#8220; und der Novelle &#8222;Im Krebsgang&#8220; besch\u00e4ftigen. Hier kann man die Arbeitsweise von G\u00fcnter Grass an zwei konkreten Beispielen verfolgen. Aber auch die &#8222;Experten&#8220; sollen in der neuen Ausstellung auf ihre Kosten kommen: So kann etwa das vertraute &#8222;Bestiarium&#8220; von G\u00fcnter Grass &#8211; Ratte, Butt betrachtet werden.<\/p>\n<p>Zu den bereits vorhandenen H\u00f6rstationen sind weitere multimediale Elemente hinzugekommen. Der Besucher kann sich am Computer intensiver mit den Bildwelten von G\u00fcnter Grass besch\u00e4ftigen und an anderer Stelle authentische Filmaufnahmen betrachten. Gestaltet wurden die neuen Ausstellungen vom Studio Andreas Heller, Hamburg.<\/p>\n<p>Am 27. Oktober 2007 w\u00fcrdigt die Hansestadt L\u00fcbeck G\u00fcnter Grass offiziell zu seinem achtzigsten Geburtstag mit einem Festakt im Theater L\u00fcbeck. Bundespr\u00e4sident Horst K\u00f6hler und der schleswig-holsteinische Ministerpr\u00e4sident Peter Harry Carstensen haben ihre Teilnahme zugesagt. Den Part der Laudatoren teilen sich Juli Zeh und Klaus Wagenbach.<\/p>\n<p>Ebenfalls im Oktober beginnt im G\u00fcnter Grass-Haus ein Zyklus mit Lesungen zum Thema &#8222;Lebenserinnerungen&#8220; mit Johano Strasser, Ralph Giordano, Fritz Raddatz und Hartmut von Hentig. Das G\u00fcnter Grass-Haus bietet au\u00dferdem Einf\u00fchrungskurse in k\u00fcnstlerische Techniken wie Radierung, Aquarell und Lithografie, sowie F\u00fchrungen durch die Ausstellungen an. Das gesamte Programm ist zu finden unter: www.guenter-grass-haus.de<\/p>\n<p>Zur Neuer\u00f6ffnung des Hauses erscheint der Begleitband &#8222;G\u00fcnter Grass &#8211; Schriftsteller und Bildk\u00fcnstler&#8220; mit einf\u00fchrenden Beitr\u00e4gen zu den &#8222;Bildwelten&#8220; des G\u00fcnter Grass, zur fr\u00fchen Lyrik, zu Grass als Theaterautor, zur Blechtrommel-Verfilmung und zu &#8222;Mein Jahrhundert&#8220; sowie einer Auswahlbibliografie. Ein farbiger Bildteil gibt Einblicke in die umfangreichen Best\u00e4nde des Hauses und damit einen \u00dcberblick \u00fcber das k\u00fcnstlerische Schaffen von G\u00fcnter Grass in all seinen Techniken: Radierung und Lithografie, Zeichnung und Aquarell, Bronze und nat\u00fcrlich das Schreiben. Der 63 Seiten umfassende Band ist zum Preis von 7,50 \u00a4 im Museumsshop des G\u00fcnter Grass-Hauses erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Die Ausstellungen wurden gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert durch den Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein und den Freundeskreis des G\u00fcnter Grass-Hauses. Die baulichen Ma\u00dfnahmen, insbesondere die Einrichtung des neuen Gartens, wurden erm\u00f6glicht durch die Possehl &#8211; Stiftung, L\u00fcbeck.<\/p>\n<p>G\u00fcnter Grass-Haus<br \/>\nForum f\u00fcr Literatur und Bildende Kunst<br \/>\nGlockengie\u00dferstra\u00dfe 21<br \/>\n23552 L\u00fcbeck<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Anlass des achtzigsten Geburtstags von G\u00fcnter Grass am 16. 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