{"id":443802,"date":"2025-03-02T19:50:31","date_gmt":"2025-03-02T18:50:31","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=443802"},"modified":"2025-03-02T19:50:31","modified_gmt":"2025-03-02T18:50:31","slug":"indien-offener-aufruf-zur-gewalt-gegen-christen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/indien-offener-aufruf-zur-gewalt-gegen-christen\/","title":{"rendered":"Indien: Offener Aufruf zur Gewalt gegen Christen"},"content":{"rendered":"<p>Symbolbild: Open Doors \u00b7 Hindu-Extremisten stellen angebliche \u201eKuhschl\u00e4chter\u201c an den Pranger.<\/p>\n<p>Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh haben Hindu-Extremisten in den sozialen Medien f\u00fcr den 1. M\u00e4rz explizit zur Gewalt gegen Christen aufgerufen. Die Videos haben gro\u00dfe Verbreitung gefunden und unter der christlichen Gemeinschaft gro\u00dfe Unruhe ausgel\u00f6st; sie bitten Christen in aller Welt dringend um Gebet und F\u00fcrsprache. Brisant ist vor allem der Vorwurf, Christen w\u00fcrden K\u00fche schlachten und essen. Bislang unbest\u00e4tigten Berichten zufolge sollen die geplanten Ausschreitungen vorerst abgesagt worden sein, die Situation bleibt jedoch ungewiss.<!--more--><\/p>\n<h2>\u201eWir werden die Dinge selbst in die Hand nehmen!\u201c<\/h2>\n<p>Im Hinduismus gelten K\u00fche als heilige Tiere. Einige indische Bundesstaaten verbieten deshalb das Schlachten von K\u00fchen. Hindu-Extremisten haben Muslime und Christen in der Vergangenheit immer wieder \u00f6ffentlich beschuldigt, K\u00fche zu t\u00f6ten und Rindfleisch zu essen. Mehrfach ist es in der Folge davon bereits zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen.<\/p>\n<p>Die aktuell kursierenden Reden fanden w\u00e4hrend einer Hindu-Pilgerreise statt, die im Januar begann und 45 Tage dauerte. Insgesamt nahmen Sch\u00e4tzungen zufolge mehr als 600 Millionen Menschen daran teil. Die meisten Veranstaltungen verliefen friedlich.<\/p>\n<p>Ende Januar bezeichnete jedoch ein Mann namens Aadesh Soni in einer Rede Christen als \u201eKuhfresser\u201c und sagte unter anderem: \u201eMenschen, die K\u00fche t\u00f6ten, m\u00fcssen hart bestraft werden; wir sollten ihre Knochen brechen und alles tun, was n\u00f6tig ist, um das Schlachten von K\u00fchen zu beenden.\u201c Das Gesetz werde sp\u00e4ter seinen Lauf nehmen, \u201eaber wir werden die Dinge zuerst selbst in die Hand nehmen und die bestrafen, die f\u00fcr das Schlachten von K\u00fchen verantwortlich sind\u201c.<\/p>\n<h2>Aufruf mit sehr konkreten Planungen<\/h2>\n<p>In seiner Rede benannte Soni die D\u00f6rfer Vishrampur, Ganeshpur und Jhanakpur als Orte mit einem hohen christlichen Bev\u00f6lkerungsanteil, in denen K\u00fche geschlachtet w\u00fcrden. Er forderte, dass sich am 1. M\u00e4rz 5.000 Personen dorthin begeben und die Christen angreifen sollten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der gleichen Veranstaltung rief ein einflussreicher religi\u00f6ser Hindu-F\u00fchrer, Shankaracharya Avimukteshwaranand, dazu auf, 1.000 Hindus sollten hinausgehen und \u201ediejenigen t\u00f6ten, die unsere Mutter Kuh t\u00f6ten\u201c. Und weiter: \u201eFordert nicht die Todesstrafe f\u00fcr die Kuhschl\u00e4chter. T\u00f6tet sie und fordert die Todesstrafe f\u00fcr euch selbst. Wartet nicht darauf, dass das Gesetz handelt.\u201c<\/p>\n<p>Das Video von Sonis Aufruf zur Gewalt wurde an mehreren Stellen in den sozialen Medien verbreitet und ging dort viral. Erg\u00e4nzend zu den Reden wurde eine WhatsApp-Gruppe f\u00fcr Menschen eingerichtet, die sich an der Aktion beteiligen wollen. Darin werden unter anderem konkrete Treffpunkte und Ansprechpartner genannt.<\/p>\n<p>In einem anderen Facebook-Video, das Soni gemeinsam mit einem christlichen Gesch\u00e4ftsmann aufnahm, behauptete er, er sei nicht gegen Christen, sondern nur gegen diejenigen, die K\u00fche schlachten. Dennoch bef\u00fcrchten viele Christen drastische Konsequenzen der Rede, da sie darin als Kuhschl\u00e4chter bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Christen aus allen Teilen Indiens haben sich zu Wort gemeldet und die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden aufgefordert, die geplanten Ausschreitungen zu verhindern. Seit einigen Tagen patrouillieren Polizeibeamte in den Orten und haben zugesichert, Schutz f\u00fcr die Christen in den D\u00f6rfern zu gew\u00e4hrleisten. Am heutigen Freitag kursierte ein Bericht, die geplanten Angriffe seien vorerst abgesagt worden; dies konnte allerdings noch nicht best\u00e4tigt werden und die Situation ist weiterhin ungewiss.<\/p>\n<p>Die drei betreffenden D\u00f6rfer liegen im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh \u2013 einem Brennpunkt der Christenverfolgung. 2023 wurden dort aufgrund gewaltsamer \u00dcbergriffe \u00fcber 1.000 Christen obdachlos. Die Kommission f\u00fcr Religionsfreiheit innerhalb der indischen Evangelischen Allianz beziffert die Zahl koordinierter christenfeindlicher Angriffe f\u00fcr 2023 auf 132.<\/p>\n<p>Auf dem <a href=\"https:\/\/www.opendoors.de\/christenverfolgung\/weltverfolgungsindex\">Weltverfolgungsindex 2025<\/a> steht <a href=\"https:\/\/www.opendoors.de\/indien\">Indien<\/a> an 11. Stelle unter den L\u00e4ndern, in denen Christen am st\u00e4rksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Symbolbild: Open Doors \u00b7 Hindu-Extremisten stellen angebliche \u201eKuhschl\u00e4chter\u201c an den Pranger. 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