{"id":444358,"date":"2025-03-17T18:18:42","date_gmt":"2025-03-17T17:18:42","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=444358"},"modified":"2025-03-17T18:18:42","modified_gmt":"2025-03-17T17:18:42","slug":"alternde-gesellschaft-schrumpfende-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/alternde-gesellschaft-schrumpfende-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Alternde Gesellschaft \u2013 schrumpfende Wirtschaft?"},"content":{"rendered":"<p>Jan-Niklas Hustedt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Sparkassen-Personalberatung GmbH,<br \/>\nspricht \u00fcber den demografischen Wandel als gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr<br \/>\nDeutschlands Zukunft und erkl\u00e4rt, wie sich dieser begegnen l\u00e4sst:<!--more-->\u201eDeutschlands \u00d6konomie und Arbeitsmarkt stehen vor gro\u00dfen Herausforderungen:<br \/>\nUnternehmen suchen dringend nach qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften, w\u00e4hrend viele Stellen<br \/>\nunbesetzt bleiben. Politik und Wirtschaft sprechen von einem Fachkr\u00e4ftemangel, der das<br \/>\nWachstum hemmt und langfristig den Wohlstand beeinflussen kann. Doch es reicht nicht,<br \/>\ndieses Problem allein auf einen Mangel an Fachkr\u00e4ften zu reduzieren. Vielmehr stellt sich die<br \/>\nFrage, ob vorhandene Potenziale ausreichend genutzt werden und wie sich Strukturen<br \/>\nverbessern lassen, um Talente besser zu erreichen und einzubinden. Neben dem<br \/>\ndemografischen Wandel, der sich seit Jahrzehnten abzeichnet, bedarf es gezielter<br \/>\nMa\u00dfnahmen, um die Arbeitsmobilit\u00e4t zu erleichtern und eine effiziente Zuwanderungspolitik<br \/>\nzu gestalten. Andernfalls k\u00f6nnte Deutschland wirtschaftlich an Dynamik verlieren.<\/p>\n<p>Neue Bundesl\u00e4nder als mahnendes Beispiel<\/p>\n<p>Die Auswirkungen des demografischen Wandels zeigen sich besonders deutlich in<br \/>\nOstdeutschland. Seit der Wiedervereinigung haben viele junge, gut ausgebildete Menschen<br \/>\ndie neuen Bundesl\u00e4nder verlassen. Laut dem Bundesinstitut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung sind<br \/>\nzwischen 1991 und 2027 rund 3,7 Millionen Menschen abgewandert. Vor allem Frauen mit<br \/>\nhoher Bildung suchten ihr Gl\u00fcck in den westlichen Bundesl\u00e4ndern, w\u00e4hrend \u00e4ltere<br \/>\nGenerationen zur\u00fcckblieben.1 Damit hat diese Entwicklung nicht nur regionale Disparit\u00e4ten<br \/>\nverst\u00e4rkt, sondern auch wirtschaftliche Herausforderungen mit sich gebracht. Das Resultat:<br \/>\neine \u00fcberalterte Gesellschaft, stagnierende Wirtschaftsleistung und eine wachsende Kluft<br \/>\nzwischen Boom-Regionen und vernachl\u00e4ssigten Landstrichen. Dieses Schicksal droht in<br \/>\nabsehbarer Zeit auch strukturschw\u00e4cheren Regionen in Westdeutschland, sollte sich der<br \/>\nTrend ungehindert fortsetzen.<br \/>\nMobile Arbeitskr\u00e4fte, starre Arbeitgeber<br \/>\nFachkr\u00e4fte sind grunds\u00e4tzlich vorhanden, doch nicht immer dort zu finden, wo Unternehmen<br \/>\nsie suchen. W\u00e4hrend Arbeitnehmer l\u00e4ngst erkannt haben, dass sie flexibel sein m\u00fcssen, um<br \/>\nKarriere zu machen, haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, sich an ver\u00e4nderndeRahmenbedingungen anzupassen. Wirtschaftswachstum konzentriert sich somit auf urbane<br \/>\nZentren wie M\u00fcnchen, Frankfurt oder Hamburg, w\u00e4hrend l\u00e4ndliche Regionen oft strukturell<br \/>\nzur\u00fcckfallen. Viele Unternehmen verharren in alten Strukturen. Dabei k\u00f6nnten sie durch<br \/>\nflexiblere Arbeitsmodelle, attraktivere Standortf\u00f6rderung und bessere Gehaltsstrukturen<br \/>\ngezielt Fachkr\u00e4fte anziehen. Hier gilt es, innovative L\u00f6sungen zu entwickeln, um bestehende<br \/>\nPotenziale besser auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Migration konsequent vorantreiben<\/p>\n<p>Auch mit einer verbesserten Mobilit\u00e4t innerhalb Deutschlands bleibt eine zentrale<br \/>\nHerausforderung bestehen: der rapide Alterungsprozess der Gesellschaft. Laut dem<br \/>\nStatistischen Bundesamt k\u00f6nnte die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen bis 2035, um bis zu sieben<br \/>\nMillionen sinken. Dies allein mit inl\u00e4ndischen Fachkr\u00e4ften auszugleichen, scheint kaum<br \/>\nrealistisch. Eine gezielte Einwanderungspolitik kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.<br \/>\nEntscheidend ist, dass das Verfahren zur Anerkennung ausl\u00e4ndischer Qualifikationen<br \/>\nvereinfacht und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten effizienter gestaltet werden. Hierbei sollten<br \/>\nUnternehmen eine st\u00e4rkere Entscheidungsfreiheit dar\u00fcber erhalten, welche Fachkr\u00e4fte ihren<br \/>\nAnforderungen entsprechen, anstatt dies allein durch staatliche Vorgaben zu regulieren.<br \/>\nAndere L\u00e4nder machen es vor: Kanada und Australien beispielsweise standen vor demselben<br \/>\nProblem wie Deutschland und sie haben l\u00e4ngst Strategien etabliert, um gezielt qualifizierte<br \/>\nZuwanderer anzuwerben und erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.<\/p>\n<p>Zukunft gestalten, statt Risiken verwalten<\/p>\n<p>Die Zukunft des Arbeitsmarkts entscheidet sich nicht allein in politischen Diskussionen,<br \/>\nsondern durch konkrete Ma\u00dfnahmen in Unternehmen und Institutionen. Wer den<br \/>\ndemografischen Wandel als Chance begreift, kann gezielt gegensteuern. Dies erfordert eine<br \/>\nbessere Nutzung inl\u00e4ndischer Fachkr\u00e4fteressourcen durch mehr Mobilit\u00e4t und Standortanreize<br \/>\nsowie kluge Migrationsstrategien, die international qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte gezielt<br \/>\nansprechen. Deutschland muss Verfahren beschleunigen, administrative H\u00fcrden abbauen<br \/>\nund klare Perspektiven f\u00fcr Zuwanderer schaffen. Nur so kann das Land langfristig<br \/>\nwirtschaftlich stark bleiben und den Herausforderungen des demografischen Wandels<br \/>\nerfolgreich begegnen.\u201c<br \/>\nWeitere Informationen finden Sie unter <a href=\"https:\/\/sparkassen-personalberatung.de\/\">https:\/\/sparkassen-personalberatung.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jan-Niklas Hustedt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Sparkassen-Personalberatung GmbH, spricht \u00fcber den demografischen Wandel als gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr Deutschlands Zukunft und erkl\u00e4rt, wie<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":444359,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[25209],"class_list":["post-444358","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-wirtschaft","tag-alternde-gesellschaft-schrumpfende-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/444358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=444358"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/444358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":444360,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/444358\/revisions\/444360"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/444359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=444358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=444358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=444358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}