{"id":445157,"date":"2025-04-07T13:58:16","date_gmt":"2025-04-07T11:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=445157"},"modified":"2025-04-07T13:58:31","modified_gmt":"2025-04-07T11:58:31","slug":"forschungsprojekt-precise-elektronische-nase-gegen-lebensmittelverschwendung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/forschungsprojekt-precise-elektronische-nase-gegen-lebensmittelverschwendung-2\/","title":{"rendered":"Forschungsprojekt PRECISE: Elektronische Nase gegen Lebensmittelverschwendung"},"content":{"rendered":"<p>Fotos: TH L\u00fcbeck \u00b7 Eine deutsch-d\u00e4nische Forschungsgruppe arbeitet im Projekt PRECISE an einem neuartigen Frischesensor f\u00fcr Fleisch und Fisch. Das Ziel der Forscher ist es, mithilfe einer neuartigen \u201eElektronischen Nase\u201c die Haltbarkeit von Fleisch und Fisch zu bestimmen und so pr\u00e4zise vorherzusagen, dass Tonnen von Lebensmitteln vor der Verschwendung gerettet werden. Experten der TH L\u00fcbeck sind Teil des Forschungsprojekts. Sie testen und optimieren derzeit den Frischesensor am Kompetenzzentrum CoSA. Die Forscher werden bis 31.03.2026 im Rahmen des EU-Programms Interreg Deutschland-Danmark mit 1.885.263 Euro gef\u00f6rdert.<!--more--><\/p>\n<p>Von der menschlichen zur elektronischen Nase<\/p>\n<p>Ob Fleisch oder Fisch noch genie\u00dfbar ist, wird derzeit auf zwei Arten getestet. Zum einen kontrolliert geschultes Personal mit der Nase die Haltbarkeit und zum anderen gibt es teure und zeitaufwendige mikrobiologische Analysen, deren Ergebnis erst nach Tagen vorliegt. Was fehlt, ist eine technische L\u00f6sung, die genau und schnell bestimmen und vorhersagen kann, wie lange Fleisch und Fisch haltbar sind. Allein in der deutsch-d\u00e4nischen Grenzregion entstehen pro Jahr circa 48.000 Tonnen an Abfall von Fleisch und Fisch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-445159\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/TH-Luebeck-Messaufbau-1-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/TH-Luebeck-Messaufbau-1-320x213.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/TH-Luebeck-Messaufbau-1-550x367.jpg 550w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/TH-Luebeck-Messaufbau-1.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>\u201eMan ist dazu angehalten das Fleisch nach einer gewissen Zeit zu entsorgen. Bei Fisch sind es zwei Tage, obwohl der Fisch eigentlich noch bis zu neun Tage verzehrt werden k\u00f6nnte\u201c, beschreibt Sebastian Hauschild, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum CoSA die aktuelle Lage.<\/p>\n<p>Was riecht denn da?<\/p>\n<p>Roana de Oliveira Hansen, au\u00dferordentliche Professorin am Mads Clausen Institute der Syddansk Universitet (SDU), leitet das Projekt. Die Professorin besch\u00e4ftigt sich am Institut in Sonderborg mit der Entwicklung von Cantilever-Sensoren. Cantilever-Sensoren sind d\u00fcnne, biegsame Balken, die sich verformen. Im Projekt PRECISE werden mit ihnen hochempfindliche Messungen durchgef\u00fchrt, um den Cadaveringehalt von verschiedenen Fleisch- und Fischsorten zu bestimmen und damit eine Aussage \u00fcber die Haltbarkeit zu machen. \u201eCadaverin entsteht bei der Zersetzung von Eiwei\u00df und erzeugt den typischen Geruch von verwesendem Fleisch\u201c, sagt die Professorin.<\/p>\n<p>Schwingender Sensor<\/p>\n<p>Der Cantilever-Sensor wird am Fraunhofer<em>&#8211;<\/em>Institut f\u00fcr Siliziumtechnologie (ISIT) gefertigt, vom d\u00e4nischen Startup AmiNIC in das Handger\u00e4t eingebaut und f\u00fcr Tests an das CoSA \u00fcbergeben. \u201eWir setzen den Handsensor auf das Fleisch auf. \u00dcber einen L\u00fcfter wird das Cadaverin in den Sensor gesaugt. Eine Elektronik bringt ihn zum Schwingen, \u00e4hnlich wie bei einem Sprungbrett in der Schwimmhalle\u201c, sagt Hauschild. \u201eJe nachdem wie viele Cadaverin Peptide am Sensor haften bleiben, ver\u00e4ndert sich die Schwingfrequenz. Der Sensor z\u00e4hlt sozusagen die Masse an Cadaverin. Mit den gewonnenen Daten wird dann die Vorhersage f\u00fcr die Haltbarkeit gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Pr\u00e4zise Vorhersage: kein Blick in die Glaskugel<\/p>\n<p>Ab dem ersten Tag der Schlachtung entsteht Cadaverin. Der Mensch kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrnehmen, wie viel Cadaverin im Fleisch- oder Fisch enthalten ist. \u201eDen Job soll in Zukunft die elektronische Nase \u00fcbernehmen\u201c, sagt Professor Horst Hellbr\u00fcck, Leiter des Kompetenzzentrums CoSA. \u201eIm Projekt haben wir einen Messaufbau gefertigt, an dem wir die verschiedenen Fleischsorten mit dem Frischesensor testen und die Verfallsdaten mithilfe von stochastischen Analysen voraussagen. Dabei beachten wir auch Umgebungsparameter wie Temperatur und Feuchtigkeit\u201c, erkl\u00e4rt Sebastian Hauschild.<\/p>\n<p>Deutsch-d\u00e4nische Zusammenarbeit<\/p>\n<p>Im Projekt arbeiten sechs Partner zusammen an einem gemeinsamen Ziel: potenziell 25.000 Tonnen Fleisch und Fisch vor dem Abfall retten. Das Team um Roana de Oliveira Hansen von der SDU bringt Erfahrung mit der Entwicklung von Sensoren ein. Das CoSA Team der TH L\u00fcbeck tr\u00e4gt zu den Vorhersagen der Haltbarkeit bei. Das Fraunhofer ISIT in Itzehoe produziert die piezoelektrischen Cantilever. Das d\u00e4nische Startup AmiNIC bringt Erfahrung im Prototyping ein, verbessert in Zusammenarbeit mit den Partnern die Hardware und f\u00fchrt Updates der Software auf Basis der erhobenen Daten der Partner durch. Weiterhin geh\u00f6rt das KIN in Neum\u00fcnster zum Partnerkreis. Lebensmittelsicherheit ist eine Kernkompetenz des KIN und nimmt mit Referenzen und Sicherheitschecks die Qualit\u00e4tskontrolle der Messungen vor. Dazu tr\u00e4gt auch die Hochschule Flensburg mit Messungen der Bakterienbelastung von Fischprodukten bei.<\/p>\n<p>Die Zukunft des Cantilever-Sensors<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich m\u00fcssen wir erst einmal unsere Lehren aus dem Markt mit gr\u00f6\u00dferen Unternehmen wie Restaurants und Superm\u00e4rkten ziehen. Aber auf lange Sicht k\u00f6nnte es sehr interessant sein, zu pr\u00fcfen, wie wir dieses Produkt f\u00fcr Haushalte verf\u00fcgbar machen k\u00f6nnen\u201c, sagt Jens Nielsen vom Startup AmiNIC im Hinblick auf die Zukunft der elektronischen Nase.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p>Wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen am Mads Clausen Institute der Syddansk Universitet (SDU): <a href=\"https:\/\/precisesensor.eu\/2025\/01\/08\/new-publication2025\/\">https:\/\/precisesensor.eu\/2025\/01\/08\/new-publication2025\/<\/a><\/p>\n<p>\u00dcber Interreg Deutschland-Danmark<\/p>\n<p>Das EU-F\u00f6rderprogramm Interreg Deutschland-Danmark unterst\u00fctzt die Weiterentwicklung der deutsch-d\u00e4nischen Region. In den Jahren 2021-2027 stehen 93,8 Mio. Euro f\u00fcr die F\u00f6rderung von deutsch-d\u00e4nischen Kooperationsprojekten zur Verf\u00fcgung. <a href=\"https:\/\/www.interreg-de-dk.eu\/projekte-ergebnisse\/unsere-projekte-1\/einzelansicht-projekte\/precise\/\">https:\/\/www.interreg-de-dk.eu\/projekte-ergebnisse\/unsere-projekte-1\/einzelansicht-projekte\/precise\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fotos: TH L\u00fcbeck \u00b7 Eine deutsch-d\u00e4nische Forschungsgruppe arbeitet im Projekt PRECISE an einem neuartigen Frischesensor f\u00fcr Fleisch und Fisch. 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