{"id":445886,"date":"2025-04-29T19:53:48","date_gmt":"2025-04-29T17:53:48","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=445886"},"modified":"2025-04-29T20:02:10","modified_gmt":"2025-04-29T18:02:10","slug":"kostensteigerung-bei-der-hubbrueckensanierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/kostensteigerung-bei-der-hubbrueckensanierung\/","title":{"rendered":"Kostensteigerung bei der Hubbr\u00fcckensanierung"},"content":{"rendered":"<p>Foto: HL \u00b7 Stadtverwaltung l\u00e4sst politische Gremien \u00fcber neues Vorgehen beraten.<\/p>\n<p>Die Hansestadt L\u00fcbeck sieht sich gezwungen, ihre Beteiligung an der Sanierung der historischen Eisenbahnhubbr\u00fccke neu zu bewerten. Die Sanierung der im Eigentum des Bundes befindlichen Br\u00fccke wird durch die Wasserstra\u00dfen \u2013 und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) geplant. Grund f\u00fcr eine notwendige Neubewertung ist eine drastische Kostensteigerung, die von der Hansestadt L\u00fcbeck zu tragen w\u00e4re: Die urspr\u00fcnglich auf rund 9 Millionen Euro gesch\u00e4tzten st\u00e4dtischen Ausgaben belaufen sich inzwischen auf \u00fcber 22 Millionen Euro \u2013 eine Erh\u00f6hung auf das 2,5-Fache.<!--more--><\/p>\n<p>Angesichts der massiv gestiegenen Kosten schl\u00e4gt die Hansestadt L\u00fcbeck der B\u00fcrgerschaft jetzt eine Neuausrichtung der st\u00e4dtischen Beteiligung vor. Ziel ist es, eine wirtschaftlich tragf\u00e4hige L\u00f6sung zu finden, ohne die Barrierefreiheit f\u00fcr den Fu\u00df- und Radverkehr aus dem Blick zu verlieren.<\/p>\n<p><strong>Ausgangspunkt: Sanierung des gesamten Hubbr\u00fcckenensembles<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2021 hatte die B\u00fcrgerschaft einstimmig beschlossen, die Eisenbahnhubbr\u00fccke zu einer barrierefreien Geh- und Radwegverbindung umzubauen \u2013 mit der ausdr\u00fccklichen Ablehnung einer L\u00f6sung \u00fcber Aufz\u00fcge. Damit sollte nicht nur die historische Struktur erhalten, sondern auch eine moderne Nutzung im Sinne der Verkehrswende erm\u00f6glicht werden. Teil dieses Beschlusses war auch die Pr\u00fcfung der Rechtslage zur Kostentragungspflicht sowie eine Regelung f\u00fcr eine haushaltsvertr\u00e4gliche Finanzierung und die Sicherung der Option auf eine sp\u00e4tere Wiederherstellung der Funktionsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Die Verantwortung f\u00fcr die Umsetzung der Gesamtma\u00dfnahme liegt bei der Wasserstra\u00dfen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), die die Br\u00fccken technisch betreut und saniert. Die Kosten f\u00fcr Umbauten sowie Unterhaltung der Eisenbahnhubbr\u00fccke muss jedoch die Hansestadt L\u00fcbeck tragen.<\/p>\n<p><strong>Kosten steigen um mehr als das Doppelte<\/strong><\/p>\n<p>Auf Basis der urspr\u00fcnglichen Sch\u00e4tzungen aus dem Jahr 2019 wurde der st\u00e4dtische Anteil damals mit rund 9 Millionen Euro veranschlagt. Inzwischen hat sich die Kostenprognose jedoch dramatisch ver\u00e4ndert: Die Hansestadt L\u00fcbeck m\u00fcsste nach aktueller Berechnung der WSV rund 22,2 Millionen Euro aufbringen \u2013 unter anderem f\u00fcr Baukosten, Bauleitung, Stra\u00dfenanbindung und die Abl\u00f6sung der Betriebs- und Unterhaltungskosten f\u00fcr die kommenden 60 Jahre. Ein erheblicher Teil der Kostensteigerung ergibt sich dabei aus allgemeinen Preisentwicklungen im Bausektor \u2013 seit 2019 ist der Baukostenindex um rund 48,6 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>\u201eDiese Entwicklung zwingt uns, den bisherigen politischen Beschluss zur Sanierung der Eisenbahnhubbr\u00fccke im Verbund mit dem Gesamtprojekt neu zu \u00fcberdenken\u201c, erkl\u00e4rt B\u00fcrgermeister Jan Lindenau. \u201eDie finanziellen Spielr\u00e4ume der Stadt sind begrenzt und die M\u00f6glichkeit zur weiteren Kreditaufnahme durch das Land Schleswig-Holstein bereits im letzten Haushalt gek\u00fcrzt worden. Wir m\u00fcssen abw\u00e4gen, was mit den vorhandenen Haushaltsmitteln mit Blick auf das Gemeinwohl und die Haushaltsstabilit\u00e4t tats\u00e4chlich machbar ist \u2013 und gleichzeitig eine funktionale L\u00f6sung f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger bieten, die der Bund z\u00fcgig umsetzt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Keine Einigung \u00fcber Finanzierung m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Die Stadt hatte urspr\u00fcnglich gehofft, mit der WSV eine tragbare L\u00f6sung \u00fcber eine j\u00e4hrliche Zahlungsweise der Unterhaltungskosten zu vereinbaren. Diese M\u00f6glichkeit wurde jedoch von der WSV abgelehnt \u2013 die Hansestadt L\u00fcbeck m\u00fcsste s\u00e4mtliche Kosten parallel zum Baufortschritt und in einer Summe begleichen. Dies macht das Projekt f\u00fcr die Stadt haushaltstechnisch kaum noch leistbar.<\/p>\n<p>Ein externes Rechtsgutachten best\u00e4tigte zudem, dass die Hansestadt L\u00fcbeck die alleinige Kostentr\u00e4gerin f\u00fcr den Umbau ist \u2013 da dieser als freiwillige Erweiterung des Bestandsbauwerks gilt. Geplant war, die ehemalige Eisenbahnbr\u00fccke f\u00fcr den Fu\u00df- und Radverkehr zu ert\u00fcchtigen.<\/p>\n<p><strong>Aufz\u00fcge statt Umbau \u2013 Einsparung von rund 20 Millionen Euro<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der aktuellen Entwicklungen schl\u00e4gt die Stadtverwaltung vor, den Umbau der Eisenbahnhubbr\u00fccke nicht weiterzuverfolgen und stattdessen die Barrierefreiheit durch zwei Aufz\u00fcge an der hochstehenden Gehwegbr\u00fccke herzustellen. Diese L\u00f6sung verursacht mit rund 800.000 Euro nur einen Bruchteil der bisherigen Kosten und ist technisch sowie denkmalvertr\u00e4glich umsetzbar.<\/p>\n<p>Die entsprechenden politischen Beschl\u00fcsse aus dem Jahr 2021 sollen aufgehoben werden, um das neue Vorgehen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u201eDer Einbau von Aufz\u00fcgen an die Gehwegbr\u00fccke ist sicher nicht die urspr\u00fcnglich gew\u00fcnschte Option \u2013 aber ein tragbarer Kompromiss. Er stellt eine funktionale und st\u00e4dtebaulich vertretbare L\u00f6sung dar \u2013 ohne die enormen finanziellen Belastungen des Umbaus. Wir w\u00fcrden damit zumindest eine barrierefreie Querung f\u00fcr alle Menschen, insbesondere f\u00fcr mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger erm\u00f6glichen. So handeln wir sozial wie wirtschaftlich verantwortungsvoll\u201c, erkl\u00e4rt Bausenatorin Joanna Hagen.<\/p>\n<p><strong>Option f\u00fcr sp\u00e4teren Umbau<\/strong><\/p>\n<p>Die Stadt weist zudem darauf hin, dass auch bei Verzicht auf den sofortigen Umbau der Eisenbahnhubbr\u00fccke einige vorbereitende Bauma\u00dfnahmen im Zuge der WSV Sanierung durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. Damit w\u00fcrde die Option erhalten bleiben, zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt \u2013 falls finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung stehen \u2013 den Umbau dennoch umzusetzen. Die Kosten f\u00fcr das Vorr\u00fcsten der hierf\u00fcr notwendigen Bereiche betragen zum jetzigen Zeitpunkt etwa acht Millionen Euro. Die Kosten f\u00fcr den Gesamtumbau k\u00f6nnen dann je nach Zeitpunkt des sp\u00e4teren Umbaus weiter steigen. Gegen diese Option sprechen allerdings aus Sicht der Verwaltung mehrere schwerwiegende Gr\u00fcnde:<\/p>\n<ul>\n<li>Die gew\u00fcnschte Barrierefreiheit ist mit den Aufz\u00fcgen bereits erreicht, somit entf\u00e4llt ein Hauptgrund f\u00fcr den Umbau.<\/li>\n<li>WSV m\u00fcsste erneut Kapazit\u00e4ten haben und den Umbau durchf\u00fchren. Die Priorit\u00e4ten werden nach Abschluss des Bauprojekts jedoch woanders liegen und eine weitere Bauma\u00dfnahme an den Hubbr\u00fccken nicht vordinglich betrieben.<\/li>\n<li>Die st\u00e4dtische Finanzlage bleibt voraussichtlich angespannt, die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine sp\u00e4tere Umsetzung ist sehr gering.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Politik muss neu entscheiden<\/strong><\/p>\n<p>Die Stadtverwaltung legt den politischen Gremien nun eine neue Beschlussvorlage vor, mit der die bisherigen politischen Beschl\u00fcsse zum Umbau der Eisenbahnhubbr\u00fccke aufgehoben und durch das neue Verfahren ersetzt werden sollen. Die Beratungen in den Aussch\u00fcssen beginnen am 5. Mai 2025.<\/p>\n<p>Die Verwaltung schl\u00e4gt dabei ausdr\u00fccklich keinen vollst\u00e4ndigen R\u00fcckzug vor \u2013 sondern eine pragmatische L\u00f6sung f\u00fcr eine barrierefreie Erschlie\u00dfung \u00fcber eine Aufzugl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Die neue Beschlussvorlage wird ab dem 28. April 2025 in die Beratungsfolge der politischen Gremien eingebracht. Die finale Entscheidung soll am 22. Mai durch die B\u00fcrgerschaft erfolgen.<\/p>\n<p>Die Verwaltung verweist au\u00dferdem darauf, dass die Nutzung der Eisenbahnhubbr\u00fccke f\u00fcr den Rad- und Fu\u00dfverkehr nur begrenzt Verbesserungen gebracht h\u00e4tte. Ein Gro\u00dfteil der umliegenden Wegeinfrastruktur sei ohnehin nicht barrierefrei und m\u00fcsse aufwendig angepasst werden.<\/p>\n<p>Die Beschlussvorlage k\u00f6nnen Interessierte unter <a href=\"http:\/\/www.luebeck.de\/politik\">www.luebeck.de\/politik<\/a> \u00fcber VO\/2025\/14059 einsehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: HL \u00b7 Stadtverwaltung l\u00e4sst politische Gremien \u00fcber neues Vorgehen beraten. 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