{"id":446147,"date":"2025-05-08T13:59:13","date_gmt":"2025-05-08T11:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=446147"},"modified":"2025-05-08T14:00:53","modified_gmt":"2025-05-08T12:00:53","slug":"medienbildung-an-schulen-gescheitert-smartphone-verbot-symptom-tieferer-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/medienbildung-an-schulen-gescheitert-smartphone-verbot-symptom-tieferer-probleme\/","title":{"rendered":"Medienbildung an Schulen gescheitert: Smartphone-Verbot Symptom tieferer Probleme"},"content":{"rendered":"<p>Symbolfoto: Smartphones \u00b7 Anl\u00e4sslich der Debatte um die Verbannung von Smartphones aus hessischen Schulen hat der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Instituts f\u00fcr Medienp\u00e4dagogik in Darmstadt, Peter Holnick, das deutsche Schulsystem scharf kritisiert. Er sieht die Bem\u00fchungen um Medienkompetenz in den Schulen als weitgehend gescheitert an.<!--more-->W\u00e4hrend er das Verbot von Smartphones prinzipiell begr\u00fc\u00dft, liegt der Grund daf\u00fcr in der mangelnden Medienbildung und einer \u201eunfassbaren Inkompetenz und Verweigerung\u201c vieler Lehrkr\u00e4fte, sich mit digitalen Welten zu besch\u00e4ftigen, erl\u00e4utert er im Podcast Conny&amp;Kurt. In der aktuellen Situation werde das Smartphone in der Schule meist nur zum St\u00f6rfaktor, da es kaum sinnvoll im Unterricht genutzt werde.<\/p>\n<p>Conny&amp;Kurt<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.conny-kurt.de\/uncategorized\/medienbildung-an-schulen-gescheitert-smartphone-verbot-symptom-tieferer-probleme\/\">https:\/\/www.conny-kurt.de\/uncategorized\/medienbildung-an-schulen-gescheitert-smartphone-verbot-symptom-tieferer-probleme\/<\/a><\/p>\n<p>Youtube<br \/>\n<a href=\"https:\/\/youtu.be\/XTEElOCW2mo\">https:\/\/youtu.be\/XTEElOCW2mo<\/a><\/p>\n<p>Ein zentrales Problem sieht Holnick in der aggressiven Strategie der Unterhaltungsindustrie, deren h\u00f6chstes Ziel es sei, dass das Smartphone so oft wie m\u00f6glich genutzt wird. Diese Industrie wisse, wie sie Kindern ein schlechtes Gewissen bereiten k\u00f6nne, wenn sie ihr Ger\u00e4t ausschalten, und agiere nach dem Motto: \u201eHier geht\u2019s um Geld, da ist doch alles erlaubt\u201c. Schulen h\u00e4tten dieses Thema kaum auf dem Schirm. Holnick bef\u00fcrwortet die Idee, R\u00e4ume zu schaffen, in denen diese Industrie keinen Zugriff hat.<\/p>\n<p>Ein weiterer fundamentaler Konflikt liegt laut Holnick darin, dass das Bildungssystem fast ausschlie\u00dflich rational funktioniert, w\u00e4hrend Medien emotional wirken. Schule bewerte Fakten, aber Medien bildeten oft Inszenierungen und Emotionen ab, was von der Schule nicht erfasst oder bewertet werden k\u00f6nne. Themen, die mit Gef\u00fchlen zu tun haben \u2013 wie Fake-News, bei denen die H\u00e4lfte Gef\u00fchl sei \u2013 w\u00fcrden von der Schule gemieden.<\/p>\n<p>Kritik \u00fcbt Holnick auch an der Lehrerausbildung, die zu wenig P\u00e4dagogik und Beziehungsarbeit beinhalte, sondern sich oft auf F\u00e4cher und Stoffvermittlung konzentriere. Viele Lehrkr\u00e4fte hielten eine gro\u00dfe Distanz zu Sch\u00fclern und h\u00e4tten Angst, Objektivit\u00e4t zu gef\u00e4hrden. Holnick beschreibt das Schulsystem als eine \u201eRiesensimulation\u201c, die nicht mehr zur ver\u00e4nderten Welt passe.<\/p>\n<p>Die aktuelle Entwicklung von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) werde die Situation noch versch\u00e4rfen und mache Sensibilisierung und Kompetenzen im Umgang mit KI dringlicher denn je. Holnick beobachtet, dass sich junge Menschen zunehmend von KIs wie Alexa oder auf Snapchat beraten lassen und eine freundschaftliche Beziehung zu ihnen aufbauen, was dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass sie weniger mit ihren Eltern sprechen. Eine KI kritisiere zudem nicht, was sie f\u00fcr Kinder attraktiv mache, aber auch Probleme aufwerfe. Praktische Ideen f\u00fcr Medienbildung, wie etwa Rechercheprojekte in der Grundschule, scheiterten oft an rechtlichen Vorgaben wie der Aufsichtspflicht. Auch die Vermeidung schwieriger Themen durch Lehrkr\u00e4fte, weil ihnen die Ausbildung fehle, zeige den kritischen Zustand der Bildung.<\/p>\n<p>Holnick sieht die aktuelle Lehrergeneration, obwohl sie mit Medien aufgewachsen sei, oft nicht als L\u00f6sung, da sie den privaten Medienkonsum stark von der schulischen Anwendung trenne. Diese Trennung werde m\u00f6glicherweise sogar in der Ausbildung gef\u00f6rdert. Das Umfeld im Lehrerzimmer und der Mangel an politischem Willen, Personal und Geld zur Verf\u00fcgung zu stellen, erschwerten Ver\u00e4nderungen zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Herausforderungen betrachtet Holnick das Schulsystem als zum Scheitern begriffen. Er sagt, dass er mittlerweile dazu neige zu sagen: \u201eBitte keine Medienp\u00e4dagogik in der Schule, ihr macht\u2019s eh falsch\u201c. Er betrachtet das Verbot eher als Eingest\u00e4ndnis der Unf\u00e4higkeit. Eine Reform sei dringend n\u00f6tig, werde aber durch widerstreitende Interessengruppen blockiert. Alternative Ans\u00e4tze k\u00f6nnten medienp\u00e4dagogische Angebote am Nachmittag von Fachleuten sein, die au\u00dferhalb des benoteten Unterrichts stattfinden.<\/p>\n<p>Trotz der ern\u00fcchternden Analyse bleibt ein Funken Optimismus, dass ein anderer Umgang mit Medien als Werkzeug gelernt werden kann. Holnick betont die Bedeutung der au\u00dferschulischen Bildung, wo mehr Zeit und andere Beziehungsstrukturen herrschten. Der Ansatz des Jugendmedienschutzbeauftragten an hessischen Schulen, der sich auf Verbote konzentriere, sei ebenfalls unzureichend. (Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt, KHE)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Symbolfoto: Smartphones \u00b7 Anl\u00e4sslich der Debatte um die Verbannung von Smartphones aus hessischen Schulen hat der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Instituts f\u00fcr<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":74738,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[25634],"class_list":["post-446147","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-wirtschaft","tag-medienbildung-an-schulen-gescheitert-smartphone-verbot-symptom-tieferer-probleme"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=446147"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446147\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":446148,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446147\/revisions\/446148"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=446147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=446147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=446147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}