{"id":44807,"date":"2011-09-26T09:00:08","date_gmt":"2011-09-26T09:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2011\/09\/bka-bundeslagebild-menschenhandel-2010-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland-5\/"},"modified":"2011-09-26T09:00:08","modified_gmt":"2011-09-26T09:00:08","slug":"bka-bundeslagebild-menschenhandel-2010-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-bundeslagebild-menschenhandel-2010-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland-5\/","title":{"rendered":"BKA: Bundeslagebild Menschenhandel 2010, \nBundeskriminalamt ver\u00f6ffentlicht aktuelle Zahlen f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 470  Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen  Ausbeutung abgeschlossen. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr  einen R\u00fcckgang um 12 Prozent (2009: 534). Auch die Anzahl der Opfer  ist mit 610 um 14 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr (2009: 710) gesunken.<!--more--> Entsprechend der Entwicklung in den vergangenen Jahren stammte auch  2010 der Gro\u00dfteil der Opfer (85 Prozent) aus dem europ\u00e4ischen Raum.  Bei den ausl\u00e4ndischen Opfern dominierten erneut rum\u00e4nische (119  Opfer) und bulgarische (115 Opfer) Staatsangeh\u00f6rige. Die Zahl  nigerianischer Opfer stieg auf 46 (2009: 34). Rund 14 Prozent der  Opfer waren minderj\u00e4hrig. Die Zahl der wegen Verdachts des  Menschenhandels registrierten Tatverd\u00e4chtigen betrug 730 und damit  etwa sechs Prozent weniger als im Vorjahr (2009: 777). Bei den  Tatverd\u00e4chtigen dominierten mit einem Anteil von fast 26 Prozent  erneut deutsche Staatsangeh\u00f6rige. Den gr\u00f6\u00dften Anteil bei den  ausl\u00e4ndischen Tatverd\u00e4chtigen stellten bulgarische, rum\u00e4nische und  t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rige.     Nach wie vor ist von einem erheblichen Dunkelfeld im Bereich  Menschenhandel auszugehen. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bleibt die  Schwierigkeit, Opfer von Menschenhandel zu identifizieren und diese  zu einer Aussage vor den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu bewegen, um den  Straftatbestand des Menschenhandels nachweisen zu k\u00f6nnen. Bei  Staatsangeh\u00f6rigen aus den neuen EU-Beitrittsl\u00e4ndern, insbesondere  Bulgarien, Rum\u00e4nien und Ungarn, die sich mittlerweile legal in  Deutschland aufhalten und der Prostitution als selbst\u00e4ndiger  Dienstleistung nachgehen k\u00f6nnen, besteht h\u00e4ufig der Verdacht der  Scheinselbst\u00e4ndigkeit und von Ausbeutungsstrukturen. Diese Personen  sind \u00fcberwiegend aber fest in famili\u00e4r und\/oder ethnisch dominierte  Sozialstrukturen eingebunden, haben keine Beziehung zum deutschen  Rechts- und Sozialstaat und sind nicht bereit, gegen die T\u00e4ter aus  den eigenen Reihen auszusagen. Bei Opfern aus schwarzafrikanischen  L\u00e4ndern beobachten die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden weiterhin besondere  Formen der Einsch\u00fcchterung &#8211; beispielsweise bringen die T\u00e4ter die  Opfer durch Voodoo-Rituale in eine psychische Zwangslage. Die Folge  ist, dass die Betroffenen in der Regel nicht bereit sind, mit der  Polizei und den Fachberatungsstellen zu kooperieren oder ihre  anf\u00e4nglichen Zeugenaussagen oftmals wieder zur\u00fccknehmen. Speziell in  diesem Ph\u00e4nomenbereich wurden im Mai 2011 &#8211; auf Anregung und  koordiniert durch das BKA &#8211; bundesweit Kontrollen im Rotlichtmilieu  durchgef\u00fchrt. Ziel der Ma\u00dfnahmen war es, Opfer von Menschenhandel aus Westafrika zu identifizieren und Hinweise auf die dahinter stehenden  T\u00e4terstrukturen zu erlangen. Insgesamt wurden in 13 Bundesl\u00e4ndern  etwa 1.000 Prostitutionsst\u00e4tten durchsucht. Durch diese Ma\u00dfnahmen  konnten potentielle Opfer von Menschenhandel erkannt und 6  Ermittlungsverfahren gegen Menschenh\u00e4ndler eingeleitet werden.  (BKA-Pressemitteilung vom 13.05.2011).     Im Bereich Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der  Arbeitskraft wurden im vergangenen Jahr insgesamt 24  Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Dies entspricht einer Steigerung  von 140 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr.     Insgesamt wurden 37 Tatverd\u00e4chtige &#8211; und damit knapp 16 Prozent  mehr als im Vorjahr &#8211; registriert. Es dominierten deutsche  Staatsangeh\u00f6rige mit knapp 46 Prozent. Im Jahr 2010 wurden 41 Opfer  des Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft  ermittelt, rund 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Steigerungen sind vor allem auf einen Verfahrenskomplex des Landeskriminalamtes  Niedersachsen zur\u00fcckzuf\u00fchren. In diesem Komplex wurde gegen eine in  Hannover ans\u00e4ssige Firma wegen Verdachts des Menschenhandels zum  Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft zum Nachteil chinesischer  Staatsangeh\u00f6riger ermittelt. Nach wie vor ist die (illegale)  Arbeitsaufnahme in Deutschland ein wesentlicher Antrieb f\u00fcr  Migration. Es zeigt sich, dass die Delikte schwerpunktm\u00e4\u00dfig im  Gastst\u00e4ttengewerbe zum Nachteil von nichtdeutschen Staatsangeh\u00f6rigen  ver\u00fcbt werden. Auch in diesem Ph\u00e4nomenbereich muss von einem gro\u00dfen  Dunkelfeld ausgegangen werden, da auch hier eine besondere  Abh\u00e4ngigkeit der Opfer von den T\u00e4tern besteht, die die Opfer in ihrer Kooperationsbereitschaft mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden  einschr\u00e4nkt. Ziel muss es daher sein, Bek\u00e4mpfungskonzepte, die im  Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung seit Jahren erfolgreich in der Praxis angewendet werden, entsprechend  anzugleichen beziehungsweise zu erweitern und auf diesen  Ph\u00e4nomenbereich zu \u00fcbertragen. BKA-Vizepr\u00e4sident J\u00fcrgen Stock:  &#8222;Menschenhandel ist ein Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomen, bei dem die T\u00e4ter  gezielt ein Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis ausnutzen und ihre Opfer durch  physische und psychische Gewalt gef\u00fcgig machen. Die Aussagen der  Opfer sind nach wie vor von zentraler Bedeutung, um gegen die T\u00e4ter  ermitteln zu k\u00f6nnen. Polizei und Fachberatungsstellen m\u00fcssen Opfern,  die sich aus eigenem Antrieb an die Polizei wenden wollen, m\u00f6glichst  umfassende M\u00f6glichkeiten zur Anzeigenerstattung schaffen &#8211; durch  verst\u00e4rkte Pr\u00e4senz im Milieu und gezielte Ansprachen. Im Rahmen der  Befragung der Opferzeugen ist ein hohes Ma\u00df an Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen  und interkultureller Kompetenz notwendig &#8211; neben Herkunft und Kultur  muss dabei das oft sehr junge Alter der Betroffenen ber\u00fccksichtigt  werden. Nur wenn es uns gelingt, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen  und sie zur Kooperation mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu bewegen,  k\u00f6nnen wir den Kreislauf aus Unterdr\u00fcckung, Einsch\u00fcchterung und  Abh\u00e4ngigkeit zwischen Opfern und T\u00e4tern durchbrechen. Eine  professionelle Opferbetreuung und die enge Zusammenarbeit der  Strafverfolgungsbeh\u00f6rden mit Fachberatungsstellen sind daher auch  weiterhin von zentraler Bedeutung.&#8220;     Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Homepage des BKA unter  www.bka.de unter Themen A &#8211; Z \/ Menschenhandel.     <\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/7\/2118684\/bka-bundeslagebild-menschenhandel-2010-bundeskriminalamt-veroeffentlicht-aktuelle-zahlen-fuer\/api\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 470 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen. 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