{"id":448633,"date":"2025-07-28T18:46:38","date_gmt":"2025-07-28T16:46:38","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=448633"},"modified":"2025-07-28T18:46:38","modified_gmt":"2025-07-28T16:46:38","slug":"selbstoptimierung-durch-superfoods-mythos-oder-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/selbstoptimierung-durch-superfoods-mythos-oder-wahrheit\/","title":{"rendered":"Selbstoptimierung durch Superfoods: Mythos oder Wahrheit?"},"content":{"rendered":"<p>Schneller gebr\u00e4unt, besser best\u00fcckt, m\u00e4rchenhaft versch\u00f6nt: Der Hype um Superfoods wie \u201eCollagen-Kaffee\u201c, \u201eBusenpollen\u201c und \u201eGerstengras-Smoothies\u201c ist real. Doch was ist dran? Erzielen die Wunder(lebens)mittel sichtbare Erfolge? Oder wird hier mit Hoffnung Geld verdient? Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) erkl\u00e4rt, was hinter den Trends zur Selbstoptimierung steckt, ob eine Wirkung erwartbar ist, oder wann es sogar gef\u00e4hrlich werden kann.<!--more-->\u00dcber Social Media werden junge Verbraucherinnen und Verbraucher tagt\u00e4glich mit Informationen \u00fcberschwemmt \u2013 auch mit Influencer-Werbung zu Ern\u00e4hrungstrends. Aus dem K\u00f6rper wird ein Projekt, aus Gesundheit ein Ziel und die Nahrungsaufnahme Mittel zum Zweck. Superfoods und Nahrungserg\u00e4nzungsmittel versprechen schnelle Erfolge f\u00fcr das perfekte \u00c4u\u00dfere \u2013 dabei spielt die Frage nach wissenschaftlichen Belegen f\u00fcr die Wirkung oder m\u00f6glichen Gesundheitsrisiken oft keine Rolle.<\/p>\n<p><strong>\u201eBusenpollen\u201c \u2013 darf\u2019s ein bisschen mehr sein?<\/strong><br \/>\nNat\u00fcrliche Brustvergr\u00f6\u00dferung verspricht ein Social Media-Trend derjenigen, die sich t\u00e4glich reichlich\u00a0<strong>Bl\u00fctenpollen<\/strong>\u00a0g\u00f6nnt. Verantwortlich f\u00fcr den Effekt sollen die darin enthaltenen Phyto\u00f6strogene sein, die eine hormon\u00e4hnliche Wirkung besitzen. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-ntgu7pjm-52v\">empfohlene Verzehrmenge<\/a>\u00a0liegt bei zwei Teel\u00f6ffeln Pollen t\u00e4glich. Ob diese Menge f\u00fcr ein sichtbares Brustwachstum ausreicht, ist fraglich. Zudem sollten die gesundheitlichen Risiken von Bl\u00fctenpollen nicht untersch\u00e4tzt werden, denn sie besitzen allergenes Potenzial. Kristina Rerich, Ern\u00e4hrungsexpertin bei der VZSH, sagt dazu: \u201eDie genaue Art der Bl\u00fctenpollen in einem Produkt ist oftmals nicht bekannt. Besonders Menschen, die auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagieren oder Allergien gegen Bl\u00fctenpollen von Birke, Hasel oder Gr\u00e4sern haben, sollten besser auf die Pollen verzichten.\u201c Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen die Produkte\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-pluf1o37-551\">Pyrrolizidinalkaloide<\/a>\u00a0enthalten, die potenziell krebserregend sind. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten sind m\u00f6glich. Wer die Bl\u00fctenpollen einnehmen m\u00f6chte und Medikamente zu sich nimmt, sollte daher zuvor \u00e4rztlichen Rat einholen.<\/p>\n<p><strong>Br\u00e4une aus der K\u00fcche: Wie M\u00f6hren und Oliven\u00f6l den Br\u00e4unungsprozess beeinflussen \u2013 oder auch nicht<\/strong><br \/>\nKarotten und Oliven\u00f6l gelten zu Recht als gesunde Lebensmittel und Teil einer ausgewogenen Ern\u00e4hrung. Als Superfoods eingesetzt sollen sie sogar die Hautbr\u00e4unung unterst\u00fctzen. Wie? Durch den hohen Gehalt an Beta-Carotin, einem fettl\u00f6slichen, tief-orangefarbenen Vitamin, kann der regelm\u00e4\u00dfige Verzehr gro\u00dfer Mengen\u00a0<strong>Karotten<\/strong>\u00a0die Haut gelblich-orange f\u00e4rben. Um eine F\u00e4rbung wahrzunehmen, m\u00fcssten t\u00e4glich etwa 4-6 Karotten \u00fcber mehrere Wochen hinweg gegessen werden. Wem das zu viel ist und deshalb auf\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-tyor5ofm-18ga\">Nahrungserg\u00e4nzungsmittel mit Carotinoiden<\/a>\u00a0zur\u00fcckgreift, sollte auf die Aufnahmeempfehlung achten. \u201eZu hohe Dosen an Beta-Carotin k\u00f6nnen nachweislich das Lungenkrebsrisiko bei bestimmten Personen wie starken Rauchern zus\u00e4tzlich erh\u00f6hen\u201c, so Rerich.\u00a0<strong>Oliven\u00f6l<\/strong>\u00a0wird ebenfalls nachgesagt, den Br\u00e4unungsprozess zu unterst\u00fctzen. So soll durch die lichtreflektierende Wirkung die UV-Strahlung intensiviert und die Melaninproduktion anregt werden. Ob das eine schnellere und intensivere Br\u00e4unung der Haut bewirkt, ist bis dato nicht sicher wissenschaftlich belegt. Allerdings kann ein l\u00e4ngerer Aufenthalt in der Sonne, kombiniert mit dem Auftrag einer dicken Schicht Oliven\u00f6l, zu hautsch\u00e4digendem Sonnenbrand f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Kollagen, Matcha, Gerstengras \u2013 Sch\u00f6nheit aus dem Glas?<\/strong><br \/>\nF\u00fcr viele Influencer geh\u00f6rt ein Matcha-Tee oder \u201eGlow-Coffee\u201c zum perfekt inszenierten Start in den Tag. Pulvern wie Matcha, Gerstengras und Kollagen werden zahlreiche Wirkungen nachgesagt, wobei die meisten davon keine wissenschaftliche Evidenz aufweisen.<\/p>\n<p>Mit\u00a0<strong>Kollagen-Kaffee<\/strong>\u00a0gegen die Falten antrinken? Ein strafferes Hautbild verspricht bereits die\u00a0t\u00e4gliche Aufnahme kleiner Mengen\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-vqjcf4rb-1dmj\">Kollagenpulver<\/a>\u00a0im Kaffee. Zwar kann es die Elastizit\u00e4t der Haut unterst\u00fctzen, eine optische Hautalterung jedoch nicht verhindern. Ein gesunder Lebensstil kann Vergleichbares erzielen, indem er die k\u00f6rpereigene Kollagenbildung anregt.<\/p>\n<p><strong>Vorsicht: <\/strong>Echtes Kollagen ist immer tierischen Ursprungs und wird haupts\u00e4chlich aus Rind, Schwein oder Fisch gewonnen. Fischallergiker sollten daher unbedingt auf die Herkunft des Proteins achten. Au\u00dferdem kann Kollagen Nicotins\u00e4ure enthalten, die zu Gesichtsr\u00f6tungen und Hitzewallungen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcntee und\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-6wqpww8z-1aq7\">Matcha<\/a><\/strong>,\u00a0eine konzentrierte Form des Gr\u00fcntees,\u00a0erfreuen sich weltweit gro\u00dfer Beliebtheit, so enthalten sie beispielsweise Antioxidantien wie Epigallocatechingallat. Diesen werden zahlreiche Wirkungen nachgesagt: F\u00f6rderung der Gehirnleistung, verringertes Risiko an Alzheimer, Parkinson oder Krebs zu erkranken sowie die Unterst\u00fctzung des Herz-Kreislaufsystems. Viele konsumieren Gr\u00fcntee aufgrund seiner entspannenden und gleichzeitig konzentrationssteigernden Wirkung, die auf das L-Theanin im Tee zur\u00fcckgef\u00fchrt wird. Matcha enth\u00e4lt zudem viel Koffein. Zuviel Koffein kann jedoch zu \u00dcbelkeit, Abh\u00e4ngigkeit oder sogar\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-8p5e3m1u-11pv\">Leber- und Nierenproblemen<\/a>\u00a0f\u00fchren, weshalb die Ern\u00e4hrungsexpertin der VZSH empfiehlt, nicht mehr als zwei Tassen t\u00e4glich zu sich zu nehmen. Gerade Schwangere und Stillende sollten auf die Menge achten und nicht zu viel davon trinken. F\u00fcr Kinder ist der Konsum generell nicht zu empfehlen.<\/p>\n<p><strong>Gerstengras<\/strong>pulver verspricht Haare wie Rapunzel. Die enthaltenen Mikron\u00e4hrstoffe und Antioxidantien sollen laut Influencern und Herstellern das Haarwachstum unterst\u00fctzen, die Haar- und Hautgesundheit f\u00f6rdern und die Kollagenproduktion anregen. Sogar gegen M\u00fcdigkeit soll es helfen und durch das enthaltene Serotonin und Tryptophan das allgemeine Wohlbefinden und die mentale Gesundheit verbessern. \u201eAllerdings wurde noch keines dieser Versprechen wissenschaftlich bewiesen\u201c, sagt Rerich.<br \/>\nVorsicht: Viele der Pulver enthalten Gluten. Um allergische Reaktion zu vermeiden, sollten Menschen mit Z\u00f6liakie die Pulver vorsorglich nicht verzehren. Bei Gerstengraspulver sind Wechselwirkungen mit Medikamenten \u2013 beispielsweise mit Blutverd\u00fcnnern \u2013 m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong><u>Fazit<\/u><\/strong><br \/>\nZur versprochenen Wirkung vieler \u201eWundermittel\u201c fehlen wissenschaftliche Belege. Der Wunsch nach Selbstoptimierung kann zu einer st\u00e4ndigen Unzufriedenheit und einem ungesunden Perfektionsstreben f\u00fchren. Infos zu\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-d010njxj-12rc\">ausgewogener Ern\u00e4hrung<\/a>\u00a0sowie zu\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-eu40ge4m-5cz\">Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln<\/a>\u00a0sind auf unseren Webseiten zu finden. Das Portal \u201e<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-meg63mb5-kztj17gn-j4g\">Klartext Nahrungserg\u00e4nzung<\/a>\u201c bietet Information und ist Anlaufstelle f\u00fcr Beschwerden zu Inhaltsstoffen, Kennzeichnung oder auch unlauteren Gesch\u00e4ftspraktiken bez\u00fcglich Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln. Verbrauchern k\u00f6nnen hier auch auff\u00e4llige Erzeugnisse melden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schneller gebr\u00e4unt, besser best\u00fcckt, m\u00e4rchenhaft versch\u00f6nt: Der Hype um Superfoods wie \u201eCollagen-Kaffee\u201c, \u201eBusenpollen\u201c und \u201eGerstengras-Smoothies\u201c ist real. 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