{"id":449325,"date":"2025-08-20T19:40:21","date_gmt":"2025-08-20T17:40:21","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=449325"},"modified":"2025-08-20T19:40:21","modified_gmt":"2025-08-20T17:40:21","slug":"dr-stephan-hofmeister-arbeitszeitwende-fuer-mehr-flexibilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/dr-stephan-hofmeister-arbeitszeitwende-fuer-mehr-flexibilitaet\/","title":{"rendered":"Dr. Stephan Hofmeister: \u201eArbeitszeitwende f\u00fcr mehr Flexibilit\u00e4t.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie freiberuflichen Praxen, Kanzleien, B\u00fcros und Apotheken stehen unter Druck. Der Ressourcenmangel \u2013 getrieben durch Fachkr\u00e4ftemangel und \u00fcberbordende B\u00fcrokratie \u2013 bringt die Freiberuflerinnen und Freiberufler l\u00e4ngst an ihre Belastungsgrenzen. Fr\u00fchere Umfragen zeigen: Der Fachkr\u00e4ftemangel bremst unsere Wirtschaftsleistung um j\u00e4hrlich 16\u202fMilliarden Euro. W\u00e4hrend 27\u202fProzent der Arbeitszeit f\u00fcr B\u00fcrokratie aufgewendet werden, die nicht zu den Kernaspekten ihrer freiberuflichen T\u00e4tigkeit z\u00e4hlt, arbeitet jede beziehungsweise jeder Dritte bereits \u00fcber Anschlag. Das ist ineffizient und demotivierend.<!--more--><\/p>\n<p>Trotzdem begegnen Freiberuflerinnen und Freiberufler dieser Situation mit hoher Flexibilit\u00e4t. Das best\u00e4tigt auch die aktuelle Sonderauswertung unserer j\u00fcngsten Konjunkturumfrage: Als Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber setzen die Freien Berufe auf Eigenverantwortung, Vertrauen und eine moderne Arbeitskultur. Wo es m\u00f6glich ist, bieten sie etwa Gleitzeit, Teilzeit oder eine Vier-Tage-Woche an \u2013 und schaffen so nicht nur Freir\u00e4ume, sondern auch attraktive Arbeitspl\u00e4tze. Flexible Modelle und echte Wertsch\u00e4tzung sind entscheidend, um qualifizierte Fachkr\u00e4fte zu gewinnen sowie zu halten und den Teamgeist zu st\u00e4rken\u201c, so BFB-Pr\u00e4sident Dr. Stephan Hofmeister zu den Ergebnissen einer Sonderauswertung der BFB-Konjunkturumfrage Sommer 2025.<\/p>\n<p>\u201eDie im Koalitionsvertrag angek\u00fcndigte Reform der t\u00e4glichen H\u00f6chstarbeitszeit hin zu einem flexiblen, wochenbasierten Modell muss so umgesetzt werden, dass sie in der Praxis greift \u2013 mit Spielraum etwa f\u00fcr Projektspitzen, Belastungsphasen oder Notdienste \u2013 und den Verwaltungsaufwand sp\u00fcrbar verringert. Statt neue b\u00fcrokratische Belastungen zu schaffen \u2013 wie etwa durch das geplante Tariftreuegesetz in seiner jetzigen Form \u2013 braucht es gezielte Entlastungen. Eine leistungsf\u00e4hige, digitale Verwaltung ohne Medienbr\u00fcche ist daf\u00fcr Grundvoraussetzung. Flexible Arbeitszeiten sind zudem ein Schl\u00fcssel zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wobei eine verl\u00e4ssliche Kinderbetreuung \u2013 auch zu Randzeiten und f\u00fcr alle Altersgruppen \u2013 ebenso wichtig ist.<\/p>\n<p>Viele L\u00f6sungsans\u00e4tze sind im Koalitionsvertrag angelegt. Doch es fehlt an der Umsetzung. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und den Rahmen schaffen, in dem wir Freie Berufe unsere Potenziale entfalten k\u00f6nnen \u2013 auch im Interesse unserer Teams, Patientinnen, Mandanten, Klientinnen und Kunden, der \u00fcbrigen Wirtschaft und der Gesellschaft.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Breites Spektrum an Arbeitszeitmodellen<\/strong><\/p>\n<p>Fast neun von zehn Befragten (86,4 Prozent) erm\u00f6glichen ihren Mitarbeitenden Teilzeitoptionen. Knapp zwei Drittel bieten flexible Pausengestaltung (64 Prozent) und Gleitzeit (62,8 Prozent) an. F\u00fcr knapp die H\u00e4lfte ist die Vier-Tage-Woche (49,3 Prozent) umsetzbar. Arbeitszeitkonten (44,8 Prozent) und die M\u00f6glichkeit zu unbezahltem Urlaub (43,9 Prozent) geh\u00f6ren bei vielen zum Angebot, ebenso wie eine flexible Einteilung der t\u00e4glichen Arbeitszeit (39,8 Prozent). Wo es die T\u00e4tigkeit erlaubt, setzen Freie Berufe moderne Arbeitszeitmodelle um \u2013 selbst in Teams mit starker pers\u00f6nlicher Pr\u00e4senz und direktem Kontakt zu Patientinnen, Mandanten, Klientinnen und Kunden.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr modernes Arbeiten sind drei Aspekte f\u00fcr die Abl\u00e4ufe im Betrieb besonders wichtig:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Vor allem w\u00fcnschen sich die Freiberuflerinnen und Freiberufler mehr medienbruchfreie digitale Prozesse \u2013 besonders auch bei Empf\u00e4ngern wie Beh\u00f6rden \u2013, um Abl\u00e4ufe zu erleichtern und zu beschleunigen.<\/li>\n<li>Ebenso zentral sind praxistaugliche Arbeitszeitmodelle, die den freiberuflichen Praxen, Kanzleien, B\u00fcros und Apotheken sowie ihren Besch\u00e4ftigten mehr Flexibilit\u00e4t erm\u00f6glichen.<\/li>\n<li>\u00dcberdies sind f\u00fcr eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch eine verl\u00e4ssliche Kinderbetreuung und weitere Unterst\u00fctzungsangebote wichtig.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>F\u00fcr modernes Arbeiten sind folgende grundlegende Rahmenbedingungen entscheidend:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Der Abbau b\u00fcrokratischer H\u00fcrden<\/li>\n<li>Eine angemessene und ausk\u00f6mmliche Verg\u00fctung<\/li>\n<li>Der Zugang zu qualifizierten Fachkr\u00e4ften<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Zentrale Elemente der Mitarbeiterf\u00fchrung und -entwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Offene Kommunikation hat bei Freiberuflerinnen und Freiberuflern mit Mitarbeitenden einen hohen Stellenwert: 93,7 Prozent der Befragten geben an, dass der Austausch zwischen F\u00fchrungskr\u00e4ften und Mitarbeitenden offen gestaltet wird, 87,3 Prozent best\u00e4tigen dies auch f\u00fcr die Kommunikation im Kollegenkreis. Auch Wertsch\u00e4tzung und Lob sind fest verankert \u2013 83,1 Prozent geben an, dass diese aktiv vermittelt werden. Zudem pr\u00e4gt eine hohe Eigenverantwortung (81,5 Prozent) die Arbeitskultur vieler freiberuflicher Betriebe.<\/p>\n<p><strong>Weiterbildung<\/strong><br \/>\nFreiberuflerinnen und Freiberufler motivieren ihre Mitarbeitenden gezielt zur Teilnahme an Weiterbildungsma\u00dfnahmen (77,8 Prozent) und informieren sie \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Angebote (71,5 Prozent). Die Kosten werden dabei meist vollst\u00e4ndig (70,5 Prozent) oder zumindest teilweise \u00fcbernommen. Auch eine Freistellung f\u00fcr die Weiterbildungszeiten wird h\u00e4ufig (62,8 Prozent) erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Umfrage<\/strong><br \/>\nSonderteil zu modernem Arbeiten auf Basis der BFB-Konjunkturumfrage Sommer 2025 des Instituts f\u00fcr Freie Berufe (IFB) im Auftrag des BFB vom 17. M\u00e4rz bis 28. April 2025 unter rund 1.700 Freiberuflerinnen und Freiberuflern.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber den BFB<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) vertritt als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verb\u00e4nde die Interessen der Freien Berufe, darunter sowohl Selbstst\u00e4ndige als auch Angestellte, in Deutschland. Allein die rund 1,48 Millionen selbstst\u00e4ndigen Freiberuflerinnen und Freiberufler steuern knapp zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie besch\u00e4ftigen \u00fcber 4,7 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter \u2013 darunter ca. 129.000 Auszubildende. Die Bedeutung der Freien Berufe f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft geht jedoch weit \u00fcber \u00f6konomische Aspekte hinaus: Die Gemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie freiberuflichen Praxen, Kanzleien, B\u00fcros und Apotheken stehen unter Druck. 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