{"id":449365,"date":"2025-08-21T19:55:51","date_gmt":"2025-08-21T17:55:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=449365"},"modified":"2025-08-21T19:55:51","modified_gmt":"2025-08-21T17:55:51","slug":"bka-sexueller-missbrauch-von-kindern-fallzahlen-bleiben-2024-auf-hohem-niveau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-sexueller-missbrauch-von-kindern-fallzahlen-bleiben-2024-auf-hohem-niveau\/","title":{"rendered":"BKA: Sexueller Missbrauch von Kindern: Fallzahlen bleiben 2024 auf hohem Niveau"},"content":{"rendered":"<p>Bundeskriminalamt ver\u00f6ffentlicht Bundeslagebild zu Sexualdelikten gegen Kinder und Jugendliche.<\/p>\n<p>Im Jahr 2024 ist die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen nach jahrelangem Anstieg nahezu konstant geblieben. Mit 16.354 F\u00e4llen bei Kindern sowie 1.191 F\u00e4llen bei Jugendlichen bewegen sich die Zahlen aber weiterhin \u00fcber dem F\u00fcnf-Jahres-Durchschnitt. Einen H\u00f6chstwert erreichte die Anzahl der F\u00e4lle von Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornografischer Inhalte. Dies geht aus dem heute vorgestellten Bundeslagebild hervor.<!--more--><\/p>\n<p>Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: &#8222;Die Zahlen beim sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sind ersch\u00fctternd hoch und bleiben auf einem inakzeptablen Niveau. Wir d\u00fcrfen uns damit nicht abfinden. Jeder T\u00e4ter muss konsequent verfolgt werden. Dazu m\u00fcssen wir unsere Sicherheitsbeh\u00f6rden technisch so ausstatten, dass sie T\u00e4ter gerade im Netz identifizieren und laufenden Missbrauch stoppen k\u00f6nnen. Deshalb werden wir die Speicherung von IP-Adressen einf\u00fchren, als zentrales Werkzeug, um Kinder besser zu sch\u00fctzen und T\u00e4ter vor Gericht zu bringen.&#8220;<\/p>\n<p>Holger M\u00fcnch, Pr\u00e4sident des Bundeskriminalamts: &#8222;Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Hinweisen auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bleibt deren Bek\u00e4mpfung ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden in Deutschland. Wir haben die personellen Kapazit\u00e4ten in diesem Ph\u00e4nomenbereich erh\u00f6ht und bauen auch unsere technischen F\u00e4higkeiten weiter aus. Ziel ist es, T\u00e4ter k\u00fcnftig noch schneller und effektiver zu identifizieren und die kriminellen Strukturen zu zerschlagen. Dazu gehen wir gemeinsam mit den Polizeien der L\u00e4nder regelm\u00e4\u00dfig gegen Betreiber von Plattformen im sogenannten Darknet vor, auf denen Abbildungen und Videos von sexualisierter Gewalt an Minderj\u00e4hrigen verbreitet werden.&#8220;<\/p>\n<p>Kerstin Claus, Unabh\u00e4ngige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Miss-brauch von Kindern und Jugendlichen: &#8222;Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf ein sicheres Aufwachsen &#8211; offline wie online. Mit der digitalen Welt hat sich das Grundrisiko, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden, deutlich versch\u00e4rft. Die neuerlich gestiegenen Fallzahlen jugendpornografischer Darstellungen m\u00fcssen uns alle aufr\u00fctteln. Hier m\u00fcssen Politik und Plattformbetreiber handeln und f\u00fcr Safe Spaces sorgen. Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Diskussion dar\u00fcber, was uns Kinderschutz im digitalen Raum wert ist. Denn wir alle tragen Verantwortung daf\u00fcr, dass Kinder und Jugendliche k\u00fcnftig sicher und ohne sexualisierte Gewalt aufwachsen.&#8220;<\/p>\n<p>Im Jahr 2024 wurden in den 16.354 F\u00e4llen des Verdachts des sexuellen Kindesmissbrauchs 18.085 Opfer (2,2 Prozent weniger als 2023) und 12.368 Tatverd\u00e4chtige registriert, was einem Zuwachs von 3,9 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr entspricht.<\/p>\n<p>Sexuellen Missbrauch von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren stellte die Polizei in 1.191 F\u00e4llen fest (0,8 Prozent weniger als 2023). 1.259 Opfer wurden registriert (minus 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die Zahl der Tatverd\u00e4chtigen stieg um 6,8 Prozent auf 1.018.<\/p>\n<p>Die Anzahl der F\u00e4lle der Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornografischer Inhalte ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen und erreichte im Berichtsjahr 2024 mit 9.601 F\u00e4llen einen H\u00f6chstwert (plus 8,5 Prozent). Seit dem Jahr 2020 haben sich die Fallzahlen damit mehr als verdreifacht. Im Gegensatz dazu sind die registrierten Straftaten rund um kinderpornografische Inhalte und der sexuellen Ausbeutung zum Nachteil von Minderj\u00e4hrigen gesunken. Dennoch bleibt die Zahl mit 42.854 F\u00e4llen bei der Herstellung, Verbreitung, dem Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Inhalten weiterhin auf einem hohen Niveau.<\/p>\n<p>Weitere wesentliche Erkenntnisse aus dem Bundeslagebild: Anteil minderj\u00e4hriger Tatverd\u00e4chtiger anhaltend hoch Der Anteil der Minderj\u00e4hrigen, Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) und jungen Erwachsenen (21 bis 24 Jahre) an der Gesamtzahl der Tatverd\u00e4chtigen ist anhaltend hoch. So machen Minderj\u00e4hrige in Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten fast die H\u00e4lfte der Tatverd\u00e4chtigen aus. Straff\u00e4llige Kinder und Jugendliche sind h\u00e4ufig dem Ph\u00e4nomen der &#8222;Selbstfilmenden&#8220; zuzurechnen. Zudem leiten sie kinder- und jugendpornografische Inhalte h\u00e4ufig unbedacht an Personen aus ihrer Altersgruppe weiter. Viele handeln dabei ohne Bewusstsein f\u00fcr eine m\u00f6gliche strafrechtliche Relevanz sowie weitere pers\u00f6nliche und soziale Folgen ihres Handelns &#8211; insbesondere, wenn die Inhalte in Sozialen Medien geteilt werden.<\/p>\n<p>Mehr Hinweise auf Verdachtsf\u00e4lle von kinder- und jugendpornografi-schen Inhalten Das BKA erh\u00e4lt als Zentralstelle t\u00e4glich hunderte Verdachtsmeldungen des US-amerikanischen National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) auf kinder- und jugendpornografische Inhalte sowie Missbrauch von Minderj\u00e4hrigen im Internet. Im Jahr 2024 gingen im BKA 205.728 Hinweise des NCMEC ein. Etwas mehr als die H\u00e4lfte dieser Meldungen (106.353 Hinweise) war nach deutschem Recht strafrechtlich relevant. Mitarbeitende des BKA sichten diese Hinweise mit dem Ziel, Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr Ermittlungsverfahren zu finden und diese Infor-mationen an die zust\u00e4ndigen Polizeien weiterzugeben. In einigen F\u00e4llen von sexuellem Missbrauch ermittelt das BKA selbst oder unterst\u00fctzt die Polizeidienststellen der L\u00e4nder bei ihren Ermittlungen.<\/p>\n<p>Internet bietet zahlreiche Tatgelegenheiten Neben Straftaten, bei denen K\u00f6rperkontakt zwischen T\u00e4tern und Opfern besteht (sogenannte Hands-on-Straftaten), findet weiterhin ein gro\u00dfer Anteil der Delikte online statt. Das Internet bietet hier zahlreiche Tatgelegenheiten f\u00fcr Ph\u00e4nomene wie beispielsweise &#8222;Cybergrooming&#8220;, &#8222;Live-streaming&#8220; und &#8222;Sextortion&#8220;.<\/p>\n<p>Beim Cybergrooming nehmen T\u00e4terinnen und T\u00e4ter im Internet Kontakt zu Minderj\u00e4hrigen auf, mit dem Ziel, deren Vertrauen zu gewinnen, diese zu manipulieren und sexuelle Handlungen anzubahnen.<\/p>\n<p>Beim sogenannten Livestreaming handelt es sich um eine Live\u00fcbertra-gung des sexuellen Missbrauchs gegen Entgeltzahlungen. Tatverd\u00e4chtige bezahlen daf\u00fcr, dass sie Missbrauchshandlungen an Kindern und Jugend-lichen in Echtzeit per Video verfolgen k\u00f6nnen &#8211; h\u00e4ufig mit der M\u00f6glichkeit, das Geschehen durch Anweisungen direkt zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Sextortion &#8211; zusammengesetzt aus den englischen Begriffen Sex und Extortion (Erpressung) &#8211; bezeichnet eine Form der Erpressung: Dabei drohen T\u00e4terinnen und T\u00e4ter, intime oder pornografische Aufnahmen zu ver\u00f6ffentlichen oder weiterzugeben, um ihre Opfer zu bestimmten Hand-lungen oder finanziellen Zahlungen zu zwingen.<\/p>\n<p>Ganzheitlicher Bek\u00e4mpfungsansatz<\/p>\n<p>Das BKA erhebt in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) deutschlandweit Zahlen zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und analysiert die Lage fortlaufend, um ad\u00e4quate Ma\u00dfnahmen ergreifen zu k\u00f6nnen. Neben Ermittlungen und Strafverfahren, die sich gegen einzelne Missbrauchst\u00e4ter richten, liegt ein Schwerpunkt des BKA auf der Zerschlagung von kriminellen Strukturen, die bei der Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Inhalten eine Rolle spielen. Parallel zur polizeilichen Arbeit treibt das BKA die polizeiliche Forschung in diesem Ph\u00e4nomenbereich voran, f\u00f6rdert den fachlichen Austausch zwischen den Polizeien des Bundes und der L\u00e4nder sowie im internationalen Kontext und entwickelt Pr\u00e4ventionsprojekte.<\/p>\n<p>\u00dcber das Lagebild<\/p>\n<p>In das Lagebild &#8222;Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen&#8220; sind Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), der NCMEC-Hinweiseing\u00e4nge sowie Meldungen zur sexuellen Ausbeutung Minderj\u00e4hriger der Landeskriminal\u00e4mter, des Bundeskriminalamts, der Bundespolizei und des Zolls (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) zu den im Berichtsjahr abgeschlossenen Ermittlungsverfahren mit Tatorten in Deutschland und Ergebnisse verschiedener Forschungsprojekte eingeflossen. \u00dcber die genannten Zahlen hinaus enth\u00e4lt es weitere Informationen zu den verschiedenen Ph\u00e4nomenbereichen.<\/p>\n<p>Das Lagebild finden Sie hier: <a class=\"uri-ext outbound\" href=\"https:\/\/bmi.bund.de\/SexualdeliktezNvKindernuJugendlichen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/bmi.bund.de\/SexualdeliktezNvKindernuJugendlichen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundeskriminalamt ver\u00f6ffentlicht Bundeslagebild zu Sexualdelikten gegen Kinder und Jugendliche. 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