{"id":450139,"date":"2025-09-17T17:58:59","date_gmt":"2025-09-17T15:58:59","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=450139"},"modified":"2025-09-17T17:58:59","modified_gmt":"2025-09-17T15:58:59","slug":"einblicke-in-die-ausgrabungen-auf-der-stuelper-huk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/einblicke-in-die-ausgrabungen-auf-der-stuelper-huk\/","title":{"rendered":"Einblicke in die Ausgrabungen auf der St\u00fclper Huk"},"content":{"rendered":"<p>Einblicke in die Ausgrabungen auf der St\u00fclper Huk &#8211; Arch\u00e4olog:innen aus L\u00fcbeck und Kiel erforschen Wallanlagen.\u00a0Am Montag, 8. September 2025, hat eine zweiw\u00f6chige arch\u00e4ologische Ausgrabung auf der St\u00fclper Huk begonnen.<!--more-->Heute haben die Arch\u00e4olog:innen ihre neuen Erkenntnisse \u00fcber die Besiedlungsgeschichte der Hansestadt zur R\u00f6mischen Kaiserzeit pr\u00e4sentiert. Bereits bei der Voruntersuchung im M\u00e4rz 2025 konnten durch Bohrungen, Oberfl\u00e4chenbegehungen und eine unterwasserarch\u00e4ologische Suche eine Reihe von neuen Indizien gesammelt werden.<\/p>\n<p>So wurde im Flachwasser ein weiteres Pfahlfeld angetroffen, w\u00e4hrend die Bohrungen Hinweise auf den Wallaufbau lieferten. Die Begehungen lie\u00dfen neben vielen weiteren Funden ein mittelalterliches Metalldepot zu Tage treten, w\u00e4hrend die keramischen Funde vor allem in die R\u00f6mische Kaiserzeit \u2013 circa 0 \u2013 400 n. Chr. \u2013 weisen. Dieses Bild scheint sich nun zu best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der im Rahmen der Anfang vergangener Woche begonnenen Ausgrabung geborgenen Fundst\u00fccke f\u00e4llt in diese Zeit. \u00c4hnlich datieren auch die Pf\u00e4hle im Flachwasser sodass von einer gr\u00f6\u00dferen und l\u00e4ngerfristig genutzten Siedlung auszugehen ist. Ob diese auch befestigt war, wie die Wallanlagen nahelegen, dass versuchen die Arch\u00e4ologen mit einem gro\u00dfen Schnitt durch die obere Wall-Graben Anlage zu kl\u00e4ren. Auf jeden Fall hielt man den Platz f\u00fcr bedeutend genug, um ihn mindestens in zwei Epochen gegen\u00fcber Angreifern zu sichern.<\/p>\n<p><strong>Neue Aufschl\u00fcsse \u00fcber die Besiedlungsgeschichte der Hansestadt<\/strong><br \/>\n\u201eDie St\u00fclper Huk scheint in der R\u00f6mischen Kaiserzeit eine bedeutende Rolle gespielt zu haben. Zusammen mit der Siedlung, die bei der Gro\u00dfgrabung Semiramis \u2013 diese fand von 2018 bis 2022 auf der Fl\u00e4che des heutigen Gewerbeparks Semiramis statt \u2013 zum Vorschein trat und die aus der gleichen Zeit stammt, ist diese Epoche nun deutlich st\u00e4rker vertreten. Das wirft ein v\u00f6llig neues Licht auf die Besiedlungsgeschichte der Hansestadt L\u00fcbeck\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Felix R\u00f6sch, Unterwasserarch\u00e4ologe im Bereich Arch\u00e4ologie und Denkmalpflege der Hansestadt L\u00fcbeck und Projektleiter der Ausgrabung.<\/p>\n<p>\u201eDie vielschichtige Befundlage die bei der Ausgrabung am St\u00fclper Huk zutage trat, hat uns eine neue Perspektive auf die Vergangenheit dieses Ortes er\u00f6ffnet, die es so vorher nicht gab\u201c, f\u00fchrt Dr. Till K\u00fchl, Wissenschaftlicher Assistent am Institut f\u00fcr Ur- und Fr\u00fchgeschichte der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel und Projektleiter der Ausgrabung weiter aus. \u201eEs freut mich sehr, dass die Kooperation zwischen dem Bereich Denkmalpflege der Stadt L\u00fcbeck und der CAU f\u00fcr uns alle so erfolgreich verl\u00e4uft und hoffe auf eine ebenso erfolgreiche Zusammenarbeit in der Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist wunderbar, dass uns die enge Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Kiel die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, der St\u00fclper Huk ihre schon seit langem vermuteten Geheimnisse zu entlocken. Und einmal mehr zeigt sich, dass die Trave schon seit Jahrtausenden ein wichtiger Handels- und Kommunikationsweg ist\u201c, so Dr. Ingrid Sudhoff, Abteilungsleiterin Abt. Arch\u00e4ologie im Bereich Arch\u00e4ologie und Denkmalpflege der Hansestadt L\u00fcbeck.<\/p>\n<p>Weiterhin l\u00e4sst die geringe Anzahl an mittelalterlichem Fundgut die Einsch\u00e4tzung reifen, dass sich auf der St\u00fclper Huk weder eine l\u00e4ngerfristig genutzte mittelalterliche Burganlage, geschweige denn eine Art protourbaner Vorg\u00e4nger Travem\u00fcndes befunden hat, wie die in den 1930er Jahren errichtete Stele informiert. Das sich hier Alt-Travem\u00fcnde befand, ist also zunehmend in Zweifel zu ziehen.<\/p>\n<p><strong>St\u00fclper Huk: noch viele Geheimnisse, die es zu enth\u00fcllen gibt<\/strong><br \/>\nDie St\u00fclper Huk am Dummersdorfer Ufer ist eine Landzunge der Trave zwischen L\u00fcbeck und Travem\u00fcnde mit einer markanten Erhebung, dem sogenannten Hirtenberg. Bei Ausfl\u00fcgler:innen vor allem durch die reizvolle Landschaft beliebt, ist die St\u00fclper Huk auch ein Ort von historischer Bedeutung. W\u00e4hrend der Berg selbst mit Wall- und Grabenanlagen befestigt ist, sind auf und um die Erhebung arch\u00e4ologische Funde aus verschiedenen Epochen bekannt. Historisch wird der Platz zudem als Vorg\u00e4nger Travem\u00fcndes und als Zollstation diskutiert. Zuletzt wurde hier 2023 das in den sp\u00e4ten 1650er Jahren gesunkene Hanseschiff geborgen.<\/p>\n<p>Trotz einer langen Forschungsgeschichte die bis in die 2010er Jahre zur\u00fcckreicht, hat die St\u00fclper Huk viele ihrer Geheimnisse noch nicht offenbart. Die \u00e4ltesten Funde auf dem Berg stammen bereits aus der Jungsteinzeit, weitere Nutzungen fanden in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten, sowie im Mittelalter statt. Unklar ist bislang auch, in welche Epochen die Wallanlagen datieren.<\/p>\n<p>Im Zuge einer im Fr\u00fchjahr begonnenen Kooperation des Bereichs Arch\u00e4ologie und Denkmalpflege (Abteilung Arch\u00e4ologie) der Hansestadt L\u00fcbeck und des Instituts f\u00fcr Ur- und Fr\u00fchgeschichte der CAU, sowie dem Exzellenzcluster ROOTS, wird die St\u00fclper Huk erforscht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einblicke in die Ausgrabungen auf der St\u00fclper Huk &#8211; Arch\u00e4olog:innen aus L\u00fcbeck und Kiel erforschen Wallanlagen.\u00a0Am Montag, 8. 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