{"id":450197,"date":"2025-09-18T16:51:11","date_gmt":"2025-09-18T14:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=450197"},"modified":"2025-09-18T16:51:11","modified_gmt":"2025-09-18T14:51:11","slug":"fischersatzprodukte-mit-algen-gesunde-jodquelle-oder-riskante-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/fischersatzprodukte-mit-algen-gesunde-jodquelle-oder-riskante-alternative\/","title":{"rendered":"Fischersatzprodukte mit Algen: Gesunde Jodquelle oder riskante Alternative?"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr Menschen greifen zu pflanzenbasierten Fischalternativen. Algen liegen im Trend \u2013 und finden sich als Zutat auch in so manchem Fischersatzprodukten wieder. Als nat\u00fcrliche Quelle f\u00fcr Jod k\u00f6nnen sie einen Beitrag zur Jodversorgung des K\u00f6rpers leisten. Doch Vorsicht: Zu hohe Jodmengen k\u00f6nnen die Schilddr\u00fcsenfunktion beeintr\u00e4chtigen. Wie viel Jod tats\u00e4chlich in Fischalternativen steckt, wollten die Verbraucherzentralen wissen und lie\u00dfen sechs vegane Fischersatzprodukte im Labor untersuchen. Das Ergebnis: F\u00fcnf Produkte enthielten nennenswerte Jodmengen \u2013 ohne dass Verbraucherinnen und Verbraucher dies erkennen k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Auf die Dosis kommt es an: Jodversorgung in Deutschland unzureichend<\/strong><br \/>\nJod ist wichtig f\u00fcr die Funktion der Schilddr\u00fcse, die zahlreiche Stoffwechselprozesse reguliert. Eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Jodaufnahme kann jedoch die Funktion der Schilddr\u00fcse beeintr\u00e4chtigen. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) Erwachsenen eine Zufuhr von 150 Mikrogramm Jod pro Tag. Viele Menschen erreichen diesen Wert nicht. Seefische und andere Meeresfr\u00fcchte k\u00f6nnen einen wichtigen Beitrag zur Jodversorgung leisten. W\u00e4hrend Kabeljau und Seelachs etwa 120 bis 275 Mikrogramm pro 100 Gramm liefern, sind es bei Hering, Lachs und Thunfisch etwa 35 bis 60 Mikrogramm. Viele Menschen weichen jedoch aus ethischen, \u00f6kologischen oder gesundheitlichen Gr\u00fcnden auf pflanzliche Ersatzprodukte aus. Eine beliebte Alternative zu herk\u00f6mmlichem Fisch bieten Ersatzprodukte auf Basis von Algen. Doch wie sieht es mit deren Jodgehalt aus?<\/p>\n<p><strong>Algenprodukte k\u00f6nnen zur Jodversorgung beitragen<\/strong><br \/>\nDie Verbraucherzentralen haben den Jodgehalt von sechs algenhaltigen veganen Ersatzprodukten f\u00fcr Fisch und Meeresfr\u00fcchte untersuchen lassen, darunter pflanzliche Alternativen zu Thunfisch, R\u00e4ucherlachs und Kaviar. Ein Produkt enthielt keine nennenswerten Jodmengen: Der Jodgehalt lag unter der Bestimmungsgrenze von 10 Mikrogramm pro 100 Gramm. In den anderen Produkten wies das beauftragte Labor Jodmengen zwischen 29 und 226 Mikrogramm pro 100 Gramm nach. Damit enthielten f\u00fcnf der sechs getesteten Produkte relevante Jodmengen, drei davon so viel, dass sie als \u201ejodreich\u201c* gelten. Sie k\u00f6nnen damit einen Beitrag zur Jodzufuhr leisten.<\/p>\n<p>Das Produkt mit dem h\u00f6chsten Jodgehalt im Check war eine pflanzliche Thunfischalternative aus der Dose. \u201eDie 140-Gramm-Dose lieferte rund 316 Mikrogramm Jod\u201c, erkl\u00e4rt Levke Schwanz, Ern\u00e4hrungsexpertin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH). \u201eWer die ganze Dose verzehrt, nimmt mehr als die empfohlene Tageszufuhr an Jod auf.\u201c\u00a0Zum Vergleich: 140 Gramm Thunfisch in der Konserve enthalten lediglich etwa 21 bis 28 Mikrogramm Jod.\u00a0Dass manche veganen Ersatzprodukte derart hohe Mengen Jod enthalten k\u00f6nnen, ist nicht allen Verbrauchern klar. Wird dauerhaft zu viel Jod aufgenommen, kann das kritisch f\u00fcr die Schilddr\u00fcsenfunktion werden. Die empfohlene maximale Aufnahmemenge liegt bei 600 Mikrogramm Jod pro Tag \u2013 aus allen Quellen zusammen, etwa jodiertem Speisesalz, Fisch, Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln und eben auch algenhaltigen Erzeugnissen.<\/p>\n<p><strong>Jodgehalt f\u00fcr Verbraucher meist nicht erkennbar<\/strong><br \/>\n\u201eOb ein Produkt Algen enth\u00e4lt, sehen Verbraucher zwar in der Zutatenliste. Der Jodgehalt l\u00e4sst sich daraus allerdings nicht ableiten,\u201c so die Ern\u00e4hrungsexpertin der VZSH. Dieser h\u00e4ngt von der Art und der Menge der verwendeten Alge sowie nat\u00fcrlichen Schwankungen ab. Eine rechtliche Verpflichtung zur Kennzeichnung des Jodgehalts gibt es zwar. Diese greift allerdings nur, wenn mit Jod geworben wird. Bei einem Gehalt von 2.000 Mikrogramm pro 100 Gramm Trockenmasse empfiehlt das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR) die Angabe des Jodgehaltes zusammen mit einem Warnhinweis. Beides traf auf die getesteten Produkte nicht zu.<\/p>\n<p>Doch das birgt Gefahren und l\u00e4sst gleichzeitig Chancen liegen. \u201eDer Verzehr \u00fcblicher Portionsgr\u00f6\u00dfen kann in der Summe unbemerkt eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Jodaufnahme zur Folge haben. Fehlende Jodangaben f\u00fchren dazu, dass Verbraucher das damit verbundene Risiko nicht erkennen k\u00f6nnen. Andererseits k\u00f6nnen Verbraucher auch nicht erkennen, dass die Produkte einen sinnvollen Beitrag f\u00fcr die Jodversorgung leisten k\u00f6nnen. Hier muss nachgebessert werden\u201c, so Levke Schwanz.<\/p>\n<p><strong>Den Jodbedarf decken<\/strong><br \/>\nDie beste Basis f\u00fcr eine ausreichende Jodversorgung bleibt eine abwechslungsreiche Ern\u00e4hrung, in der auch algenhaltige Fischersatzprodukte ihren Platz haben d\u00fcrfen. Wichtig bleibt die konsequente Verwendung von Jodsalz anstelle von nichtjodiertem Speisesalz sowie der Verzehr von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln.<br \/>\nWeitere Informationen zum Test und zum Thema Jod finden Sie auf der\u00a0<a href=\"https:\/\/newsletter.verbraucherzentrale.de\/ka77vvxj-dpgm7phw-uyxtehhu-te0\">Homepage der Verbraucherzentralen<\/a>.<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert durch das Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.<\/p>\n<p>Foto: Yana Gayvoronskaya via Canva.com \u00b7<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Menschen greifen zu pflanzenbasierten Fischalternativen. 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