{"id":45147,"date":"2011-10-12T12:38:46","date_gmt":"2011-10-12T10:38:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=45147"},"modified":"2011-10-12T12:38:46","modified_gmt":"2011-10-12T10:38:46","slug":"bund-und-euronatur-eu-agrarreform-halbherzig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bund-und-euronatur-eu-agrarreform-halbherzig\/","title":{"rendered":"BUND und EuroNatur: EU-Agrarreform halbherzig"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-34535\" href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2011\/05\/atomausstieg-bis-2022-ist-kein-konsens-mit-den-umweltverbanden-merkel-stilisiert-sich-als-mutter-theresa-der-energiewende-der-versprochene-schnellstmogliche-atomausstieg-wurde-vertagt\/bund_logo\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-34535\" title=\"BUND_Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/BUND_Logo.gif\" alt=\"\" width=\"164\" height=\"58\" \/><\/a>Berlin\/Radolfzell\/Br\u00fcssel (ots) &#8211; Als einen &#8222;richtigen, aber viel zu zaghaften Schritt&#8220; haben der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Naturschutzstiftung EuroNatur die Gesetzesentw\u00fcrfe f\u00fcr die europ\u00e4ische Agrarreform ab 2014 bezeichnet, die heute von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ver\u00f6ffentlicht werden. &#8222;Die grobe Richtung stimmt, aber die vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen reichen nicht aus, um die Umweltsituation nachhaltig zu verbessern&#8220;, so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Zwar sei das Prinzip, die Br\u00fcsseler Direktzahlungen an Landwirte k\u00fcnftig an Umweltauflagen zu koppeln, richtig. Praktisch m\u00fcssten selbst gro\u00dfe Agrarbetriebe jedoch dem Entwurf zufolge kaum Korrekturen an bisherigen, umweltsch\u00e4dlichen Anbauweisen vornehmen, um weiter Subventionen in voller H\u00f6he zu erhalten. Allein die Vorgabe, k\u00fcnftig wenigstens auf sieben Prozent der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che der Natur Vorrang einzur\u00e4umen, werde positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt entfalten, so der BUND-Vorsitzende.<!--more--><\/p>\n<p>Weiger: &#8222;Die Regeln f\u00fcr die Landwirte zur Fruchtfolgegestaltung und beim Gr\u00fcnlandschutz sind inneffektiv und damit inakzeptabel. Auch dass der Anbau von Monokulturen wie beispielsweise von Mais k\u00fcnftig als &#8218;Umweltleistung&#8216; gelten soll, ist nicht hinnehmbar. Au\u00dferdem gibt es in dem Gesetzespaket kaum Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Gew\u00e4sser- und Klimaschutz.&#8220; Ferner leiste die EU-Kommission der \u00dcberproduktion Vorschub, indem sie die Mengenregulierung abschaffe und gleichzeitig an Exportsubventionen festhalte, obwohl sie deren Abschaffung l\u00e4ngst angek\u00fcndigt hatte. Damit werde der Industrialisierung der Landwirtschaft fortgeschrieben.<\/p>\n<p>BUND und EuroNatur kritisierten, dass die Bundesregierung mit Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner auch noch die guten Ans\u00e4tze der Kommission stark verw\u00e4ssern wolle. Wenn Aigner die Deckelung von Subventionen f\u00fcr Gro\u00dfbetriebe blockiere, schw\u00e4che sie ein wichtiges Instrument zur gerechteren Verteilung der Agrargelder f\u00fcr landwirtschaftliche Betriebe. &#8222;Selbst die Vorschl\u00e4ge der CDU Brandenburg zur K\u00fcrzung der Zahlungen an Gro\u00dfbetriebe gehen \u00fcber das hinaus, was nun aus Br\u00fcssel kommen soll&#8220;, res\u00fcmierte Weiger.<\/p>\n<p>EuroNatur hob positiv hervor, dass es mit der Umsetzung der Kommissionsvorschl\u00e4ge f\u00fcr eine einheitliche Fl\u00e4chenpr\u00e4mie in vielen EU-Mitgliedsstaaten endlich zu gr\u00f6\u00dferen Umverteilungen der Finanzmittel kommen w\u00fcrde. &#8222;Davon werden in unseren Nachbarstaaten vornehmlich die Bauern in Gr\u00fcnlandregionen profitieren&#8220;, sagte Lutz Ribbe, naturschutzpolitischer Direktor von EuroNatur. &#8222;Wiesen und Weiden werden dort endlich nicht mehr schlechter gestellt als das Ackerland.&#8220;<\/p>\n<p>Viele der von der Landwirtschaft verursachten Probleme w\u00fcrden die Kommissionsvorschl\u00e4ge allerdings gar nicht angehen. So seien weder Ma\u00dfnahmen vorgesehen, um die Entwicklung zu immer gr\u00f6\u00dferen und regional konzentrierten Massentierhaltungsanlagen zu stoppen, noch Auflagen f\u00fcr einen verbesserten Tierschutz. Die Gesellschaft akzeptiere aber diese Form der Landwirtschaft nicht mehr. Aigner d\u00fcrfe sich jetzt nicht noch sch\u00fctzend vor diese Strukturen stellen. Vielmehr m\u00fcsse sie im EU-Agrarministerrat nun f\u00fcr Verbesserungen eintreten. Dazu geh\u00f6re, so Weiger, dass sie sich konsequent f\u00fcr den verpflichtenden Anbau von Proteinpflanzen im Rahmen einer Eiwei\u00dfstrategie einsetze, die Aigner selbst und ihr bayrischer Amtskollege in Deutschland bereits gefordert h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die Erwartungen der Verb\u00e4nde l\u00e4gen auch auf dem Europ\u00e4ischen Parlament, das bei dieser Reform erstmals in agrarpolitischen Fragen mitentscheidet. Ribbe forderte die Abgeordneten auf, dem vorgelegten Entwurf den &#8222;dringend notwendigen \u00f6kologischen und sozialen Feinschliff&#8220; zu verschaffen. Die bisherigen Signale seien positiv: Erst im Sommer hatte das EU-Parlament eine stringentere Regelung bei der Gestaltung der Fruchtfolgen gefordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin\/Radolfzell\/Br\u00fcssel (ots) &#8211; Als einen &#8222;richtigen, aber viel zu zaghaften Schritt&#8220; haben der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-45147","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport-freizeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45147"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45147\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}