{"id":453714,"date":"2025-11-03T16:00:00","date_gmt":"2025-11-03T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wohneigentum-mit-konkurrenzfaehiger-rendite\/"},"modified":"2025-11-03T16:00:00","modified_gmt":"2025-11-03T15:00:00","slug":"wohneigentum-mit-konkurrenzfaehiger-rendite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wohneigentum-mit-konkurrenzfaehiger-rendite\/","title":{"rendered":"Wohneigentum mit konkurrenzf\u00e4higer Rendite"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; <\/p>\n<p>Das Hauptargument zur verst\u00e4rkten F\u00f6rderung der privaten Altersvorsorge \u00fcber den Kapitalmarkt sind dessen Renditechancen. Doch Wohneigentum schneidet \u00e4hnlich gut ab, wie Studien zeigen. <\/p>\n<p>Die Idee der Fr\u00fchstart-Rente hat alle Augen auf die private Altersvorsorge mit Hilfe des Kapitalmarkts gerichtet. Aktienfonds gelten aufgrund ihrer guten Renditechancen als der neue heilige Gral.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was dar\u00fcber in der politischen Diskussion in Vergessenheit geraten zu sein scheint, ist das selbst genutzte Wohneigentum. Die eigenen vier W\u00e4nde z\u00e4hlen jedoch aus guten Gr\u00fcnden zu den beliebtesten Formen der privaten Altersvorsorge. Der wichtigste darunter ist die ersparte Miete im Alter (Link). Der zweitwichtigste ist der gigantische Verm\u00f6gensvorsprung, den Eigent\u00fcmer kurz vor dem Ruhestand gegen\u00fcber Mietern haben. Dieser entsteht nicht, wie oft behauptet, durch die Wertentwicklung der Immobilien, sondern zum gr\u00f6\u00dften Teil aus eigener Kraft: Wer sich f\u00fcr selbst genutztes Eigentum entscheidet, spart im Laufe seines Lebens schlichtweg viel mehr als jemand, der zur Miete wohnt, insbesondere durch Tilgungsleistungen. Und zwar nicht, weil er mehr verdient hat, sondern weil er verglichen mit Mietern in derselben Einkommensgruppe ein disziplinierteres Spar- und Konsumverhalten aufweist, wie die LBS-Wohneigentumsstudie seit Jahren immer wieder eindrucksvoll belegt (Link). <\/p>\n<p>Die ersparte Miete ist deshalb der wichtigere Vorteil des selbst genutzten Wohneigentums, weil sie sofort bares Geld bedeutet, also das verf\u00fcgbare Einkommen im Alter verbessert. Der Wert der Immobilie dagegen ist solange einfach nur ein sicheres Ruhepolster, bis die Immobilie tats\u00e4chlich verwertet wird, also verkauft, verrentet oder nachbeliehen. <\/p>\n<p>&#8222;Ja, aber &#8211; die Rendite&#8220;, hei\u00dft es dann oft, die sei doch bei der Vorsorge mit Aktien viel besser als bei Immobilien und gerade die Bundesb\u00fcrger m\u00fcssten durch F\u00f6rderung endlich dazu gebracht werden, diese Renditechancen nicht liegen zu lassen. Letzteres ist sicher nicht falsch. Doch tats\u00e4chlich k\u00f6nnte man das Gleiche mit Fug und Recht auch \u00fcber Wohneigentum sagen: Das politische Augenmerk m\u00fcsste viel st\u00e4rker auf die Altersvorsorge mit dem eigenen Haus oder der eigenen Wohnung gerichtet sein. Denn: In puncto Rendite sind Immobilien konkurrenzf\u00e4hig zu Aktien. Das haben verschiedene Studien in der Vergangenheit gezeigt, f\u00fcr die umfangreiche internationale Datens\u00e4tze bis zur\u00fcck ins 19. Jahrhundert ausgewertet wurden. Solche historischen Renditebetrachtungen z\u00e4hlen zu den Hauptarbeiten des jetzigen Pr\u00e4sidenten des renommierten Kiel Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft, Moritz Schularick (siehe Quellen unten). Empirica hatte die Bedeutung dieser Forschungsergebnisse f\u00fcr das selbst genutzte Wohneigentum schon 2023 f\u00fcr die Landesbausparkassen aufbereitet, als die Reform der privaten Altersvorsorge durch die Ampelregierung Gegenstand annahm &#8211; sie sind im Lichte der Diskussion \u00fcber die Fr\u00fchstart-Rente aber nicht minder spannend. Im Einzelnen: <\/p>\n<p>Die Rendite von selbst genutztem Wohneigentum: Was ist das eigentlich?<br \/>\nDie Gesamtrendite von Wohnimmobilien setzt sich zusammen aus laufender Mietrendite und Wertsteigerungsrendite. Die laufende Mietrendite ergibt sich dabei aus der Relation von Jahresmiete zu Kaufpreis. Die Wertsteigerungsrendite gibt die prozentuale j\u00e4hrliche Wertver\u00e4nderung der Immobilie an. <\/p>\n<p>Diese Betrachtung gilt sowohl f\u00fcr vermietete als auch f\u00fcr selbst genutzte Immobilien, denn was beim Vermieter die Mieteinnahmen sind, ist beim Selbstnutzer die ersparte Miete. Diese ist \u00fcber die Jahre gesehen mindestens so hoch wie die Mieteinnahmen eines Vermieters, weil beim Selbstnutzer sowohl Leerstand als auch Mietausfall per definitionem ausgeschlossen sind. <\/p>\n<p>Wohnimmobilien weisen eine beachtliche Rendite auf<\/p>\n<p>Die \u00d6konomen Francisco Amaral, Martin Dohmen, Sebastian Kohl und Moritz Schularick haben 2021 die Objekt-Rendite von Wohnimmobilien \u00fcber einen sehr langen Zeitraum von rund sieben Jahrzehnten f\u00fcr die vier deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte Berlin, Hamburg, K\u00f6ln und Frankfurt analysiert. <\/p>\n<p>Die mittlere Gesamtrendite lag bei rund 6 bis 10 Prozent &#8211; und auch die reine Mietrendite, also ohne die Betrachtung der Wertsteigerung, betrug rund 3,5 bis knapp 6 Prozent.<br \/>\n\u00dcber ebenfalls noch recht lange Zeitr\u00e4ume von 43 und 25 Jahren wurden in dem Paper weitere 42 beziehungsweise 127 deutsche St\u00e4dte analysiert (Grafik). <\/p>\n<p>F\u00fcr dieses gro\u00dfe Sample an St\u00e4dten ergab sich eine mittlere Gesamtrendite von 4,6 beziehungsweise 5,0 Prozent. <\/p>\n<p>Die reine Mietrendite fiel hier mit 4,8 und 5,6 Prozent sogar noch etwas h\u00f6her aus, weil in beiden Zeitr\u00e4umen ein leichter Wertverlust zu Buche schlug. <\/p>\n<p>Im Renditevergleich sind Wohnimmobilien mindestens auf Augenh\u00f6he<\/p>\n<p>Schon in einer Publikation aus dem Jahr 2018 hatten die Wirtschaftsforscher \u00d2scar Jord\u00e0, Katharina Knoll, Dmitry Kuvshinov, Moritz Schularick und Alan. M. Taylor die mittleren Renditen verschiedener Anlageformen aus 16 Staaten \u00fcber 145 Jahre hinweg verglichen (Tabelle). Betrachtet wurden dabei kurzlaufende Staatspapiere (&#8222;Bills&#8220;), langlaufende Staatspapiere (&#8222;Bonds&#8220;), Aktien (&#8222;Equities&#8220;) und Wohnimmobilien (&#8222;Housing&#8220;). <\/p>\n<p>Im Ergebnis schnitten Wohnimmobilien mit real 7,1 Prozent durchschnittlicher j\u00e4hrlicher Rendite in der langen Frist sogar etwas besser ab als Aktien mit 6,9 Prozent.<br \/>\nWeit abgeschlagen im Vergleich landeten die risiko\u00e4rmeren Anlageformen mit einer realen Rendite von 2,5 Prozent bei Bonds und 1 Prozent bei Bills. Bei den Wohnimmobilien kommt noch hinzu, dass die Streuung der Rendite deutlich geringer als bei Aktien ausfiel. Wohneigentum ist also nicht nur unter Renditeaspekten auf Augenh\u00f6he, sondern zugleich eine relativ sichere Anlageform. <\/p>\n<p>Was das Bild mit Blick auf die Situation in Deutschland derzeit etwas tr\u00fcbt, ist die f\u00f6rderpolitische Benachteiligung von selbst genutztem gegen\u00fcber vermietetem Wohneigentum, wie k\u00fcrzlich eine Analyse von empirica f\u00fcr die Landesbausparkassen ergab (Link). Aus dieser Erkenntnis sollte sich ein Auftrag an den Staat ableiten, die Schlechterstellung der Selbstnutzer abzubauen und diese \u00e4quivalent zu f\u00f6rdern &#8211; sei es durch Zusch\u00fcsse, sei es durch zinsverg\u00fcnstigte Kredite, die nicht an \u00fcbergesetzliche energetische Auflagen gekn\u00fcpft sind, oder sei es durch eine verbesserte Ansparf\u00f6rderung zum Aufbau des f\u00fcr den Erwerb n\u00f6tigen Eigenkapitals. <\/p>\n<p>Pressekontakt:<\/p>\n<p>Dr. Ivonn Kappel<br \/>\nReferat Presse<br \/>\nBundesgesch\u00e4ftsstelle Landesbausparkassen<br \/>\nTel.: 030 20225-5398<br \/>\nFax : 030 20225-5395<br \/>\nE-Mail: ivonn.kappel@dsgv.de<\/p>\n<p>Original-Content von: Bundesgesch\u00e4ftsstelle Landesbausparkassen (LBS), \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde automatisch von Presseportal.de zur Verf\u00fcgung gestellt: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/35604\/6150711<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Das Hauptargument zur verst\u00e4rkten F\u00f6rderung der privaten Altersvorsorge \u00fcber den Kapitalmarkt sind dessen Renditechancen. 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