{"id":454086,"date":"2025-11-14T19:18:22","date_gmt":"2025-11-14T18:18:22","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=454086"},"modified":"2025-11-14T19:18:22","modified_gmt":"2025-11-14T18:18:22","slug":"unternehmen-wollen-einmalige-ausgangsposition-in-der-fehmarnbelt-region-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/unternehmen-wollen-einmalige-ausgangsposition-in-der-fehmarnbelt-region-nutzen\/","title":{"rendered":"Unternehmen wollen \u201eeinmalige Ausgangsposition\u201c in der Fehmarnbelt-Region nutzen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEinfach machen!\u201c Diese zwei Worte beschreiben den d\u00e4nischen Pragmatismus ebenso klar wie \u201eHygge\u201c das Lebensgef\u00fchl im n\u00f6rdlichen Nachbarland Schleswig-Holsteins. Was f\u00fcr D\u00e4nen normal ist, l\u00f6st schon auf der deutschen Seite des Fehmarnbelts Aha-Momente aus \u2013 aber das soll sich bald \u00e4ndern. \u201eWir brauchen den Austausch, um voneinander zu lernen. Die D\u00e4nen sind manchmal weiter als wir. Daher wollten wir den Dialog mit unseren Partnern intensivieren, um zu erfahren, was in D\u00e4nemark gut funktioniert und was wir davon \u00fcbernehmen k\u00f6nnen\u201c, sagte Manfred Braatz, Leiter des Teams Standort der IHK zu L\u00fcbeck. Er begleitete eine Delegation ehrenamtlich engagierter Mitglieder der IHK-Wirtschaftsbeir\u00e4te f\u00fcr den Kreis Ostholstein sowie die Hansestadt L\u00fcbeck und der Unternehmerinitiative HanseBelt e.V. ins d\u00e4nische Maribo.<!--more--><\/p>\n<p>Schon zu Beginn stellte Silke Jaeger vom Beratungsunternehmen Deutsch-D\u00e4nisches Haus klar: \u201eViele Deutsche gehen davon aus, dass D\u00e4nemark das kleine Deutschland ist.\u201c Das stimme aber nicht, denn \u201edie Mentalit\u00e4t ist nicht \u00fcbertragbar\u201c. Daher gingen einige Prozesse im Nachbarland deutlich schneller und einfacher, erg\u00e4nzte Konsul Mirko Sch\u00f6nfeldt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Baltic Facility Solutions GmbH &amp; Co. KG. Ein Unternehmen zu gr\u00fcnden, dauere in D\u00e4nemark nur zwei Tage und koste umgerechnet 6.500 Euro. Der Verwaltungsaufwand sei gering, weil die Verwaltung komplett digitalisiert sei. Das Erfolgsrezept der D\u00e4nen: \u201eeinfach machen\u201c.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-454088\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Diealog_ehrenamtlicher_Mitglieder-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Diealog_ehrenamtlicher_Mitglieder-320x240.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Diealog_ehrenamtlicher_Mitglieder-550x413.jpg 550w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Diealog_ehrenamtlicher_Mitglieder.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><br \/>\nWer mit D\u00e4nen ins Gesch\u00e4ft kommen will, m\u00fcsse im Nachbarland Partner finden, ein d\u00e4nisches Netzwerk und vor allem Vertrauen aufbauen, so Sch\u00f6nfeldt. \u201eIhr macht alles richtig, weil ihr hier seid\u201c, sagte er zu den deutschen G\u00e4sten. Lolland sei ein gutes Beispiel f\u00fcr die Entwicklung einer d\u00e4nischen Teilregion im Zuge des Baus des Fehmarnbelt-Tunnels. Die Insel sei f\u00fcr deutsche Arbeitnehmer und Auftragnehmer attraktiv: \u201eLolland hat die 37-einhalb-Stunden-Woche, der Verdienst ist h\u00f6her als in Deutschland. Ein deutscher Handwerker hat keine Gr\u00fcnde, nicht herzukommen, au\u00dfer der Sprache. D\u00e4nisch ist ein Schl\u00fcssel zum Erfolg.\u201c<\/p>\n<p>Aber die Nachbarn k\u00f6nnten auch von den Deutschen lernen: \u201eWir haben Dinge, die die D\u00e4nen nicht haben\u201c, betonte Sch\u00f6nfeldt. So siedelten sich bereits Unternehmen der Erneuerbaren-Energien-Branche in D\u00e4nemark an. Das derzeit in L\u00fcbeck entstehende neue Rechenzentrum biete ebenfalls Kooperationspotenzial: \u201eDatentransfer ist die Zukunft \u2013 nicht Stahl oder Kohle.\u201c<\/p>\n<p>Die d\u00e4nischen Experten empfahlen den G\u00e4sten aus Deutschland, besonders auf j\u00fcngere Generationen zu schauen. Stig R\u00f8mer Winther, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer\u202fder Entwicklungsgesellschaft Femern Belt Development, empfahl, in der Region zwischen Hamburg und Kopenhagen internationale Schulen zu er\u00f6ffnen, um f\u00fcr Fachkr\u00e4fte und Familien attraktiv zu sein. Die \u00f6ffentliche internationale Kommunalschule in Maribo habe gleich nach ihrer Er\u00f6ffnung mit ausgebuchten Jahrg\u00e4ngen eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Kosten f\u00fcr Schule und Wohnen seien auf Lolland deutlich niedriger als in den gro\u00dfen Zentren. Akademiker kaufen auf Lolland nun H\u00e4user. Er blickt voller Optimismus in die Zukunft: \u201eWir werden langsam internationaler.\u201c<\/p>\n<p>Auch Bo Rasmussen vom Installationsunternehmen Obelitz Ny-EL ApS empfahl, f\u00fcr die Suche nach Arbeitskr\u00e4ften von morgen den Blick nach Skandinavien zu lenken. Als Beispiele nannte er Kooperationen zwischen Unternehmen f\u00fcr die Ausbildung von Studenten und Auszubildenden. \u201eDas sind unsere Fachkr\u00e4fte von morgen.\u201c Wichtig sei es auch, die eigene Belegschaft zu st\u00e4rken. Bei Obelitz kenne zum Beispiel jeder alle Preise und k\u00f6nne Angebote und Rechnungen schreiben. Der Wegfall von Zwischenschritten k\u00f6nne Gesch\u00e4ftsprozesse deutlich verschlanken und die Mitarbeiter motivieren.<\/p>\n<p>Diese skandinavische Unternehmenskultur sei in vielen deutschen Betrieben bereits angekommen, betonte der HanseBelt-Vorsitzende Arndt Schanze. \u201eDie D\u00e4nen sind zentraler und organisierter und haben weniger Bedenken, etwas zu tun, als die Deutschen.\u201c Aber die Chancen der gemeinsamen Grenzregion seien gro\u00df. \u201eWir haben hier eine einmalige Ausgangsposition und wollen uns mehr mit Unternehmen in D\u00e4nemark austauschen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir offen sein f\u00fcr neue Ideen und kein Kirchturmdenken praktizieren\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Zur Offenheit f\u00fcr Neues geh\u00f6re das Zulassen von K\u00fcnstlicher Intelligenz und Robotik f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Wettbewerbsf\u00e4higkeit, betonte Filia Severin, Leiterin des IHK-Teams Branchen. Wie neue Techniken die Produktion optimieren k\u00f6nnen, erfuhren die G\u00e4ste aus Deutschland bei einem Besuch des Unternehmens S.E.W. North Filtration A\/S in Maribo. Seit seiner Gr\u00fcndung 2011 automatisiert es schrittweise alle Prozesse zur Herstellung von Filterpatronen durch Robotik. \u201eDas Unternehmen ist attraktiv f\u00fcr Arbeitnehmer, sie bewerben sich gern bei North Filtration\u201c, sagte Severin. Im Hansebelt gebe es ebenfalls viele moderne und innovative Unternehmen. \u201eWir m\u00f6chten gern den Blick nach Skandinavien f\u00f6rdern, damit auch unsere Betriebe bei der Gestaltung ihrer Zukunft wie die D\u00e4nen einfach machen\u201c.<\/p>\n<p>Fotos: <em>IHK\/Schmidt \u00b7<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEinfach machen!\u201c Diese zwei Worte beschreiben den d\u00e4nischen Pragmatismus ebenso klar wie \u201eHygge\u201c das Lebensgef\u00fchl im n\u00f6rdlichen Nachbarland Schleswig-Holsteins. 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