{"id":45446,"date":"2011-10-15T08:00:01","date_gmt":"2011-10-15T06:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=45446"},"modified":"2011-10-14T10:23:54","modified_gmt":"2011-10-14T08:23:54","slug":"burn-out-nicht-immer-brennt-es-im-job","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/burn-out-nicht-immer-brennt-es-im-job\/","title":{"rendered":"Burn-out: Nicht immer brennt es im Job"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-37286\" href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2011\/07\/geprufte-medizin-klingt-komisch-ist-aber-so\/tkk_logo\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-37286\" title=\"TKK_Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/TKK_Logo.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"160\" \/><\/a>Hamburg (ots) &#8211; Burn-out ist in diesen Tagen auch medial ein Dauerbrenner. In den Talkshows geben sich prominente Patienten die Klinke in die Hand und berichten, wie sie durch \u00fcberzogene Anspr\u00fcche von innen und au\u00dfen krank geworden sind. Krankenkassen melden, dass immer mehr Besch\u00e4ftigte aufgrund psychischer St\u00f6rungen, allen voran die Depression &#8211; denn der Burn-out ist gar keine eigenst\u00e4ndige Diagnose -arbeitsunf\u00e4hig sind. Verbreitet sich der Burn-out tats\u00e4chlich wie ein Fl\u00e4chenbrand oder ist es nur ein mediales Strohfeuer? Und ist die Arbeitswelt hierzulande wirklich anstrengender geworden, so dass immer mehr Arbeitnehmer nicht mehr mithalten k\u00f6nnen?<!--more--><\/p>\n<p>Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) sind fast 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland der Meinung, dass ihr Leben nicht stressiger ist als fr\u00fcher, sondern dass nur mehr dar\u00fcber gesprochen wird. Nur knapp 60 Prozent der Befragten finden, dass das Leben anstrengender ist als fr\u00fcher. Von denen sehen die meisten die Ursache in ihrem Job (59 Prozent) bzw. auf dem Weg dorthin (26 Prozent). Einen gro\u00dfen Teil, 43 Prozent der Umfrageteilnehmer, belasten aber vor allem finanzielle Sorgen, drei von zehn Befragten leiden darunter, st\u00e4ndig erreichbar sein zu m\u00fcssen. Weitere Stressfaktoren sind neue Medien wie Smartphones und soziale Netzwerke (19 Prozent) und die Familie (23 Prozent).<\/p>\n<p>Heiko Schulz, Psychologe bei der TK: &#8222;Die Arbeitswelt, aber auch unser gesellschaftliches Zusammenleben haben sich in den letzten Jahren deutlich ver\u00e4ndert. Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft, zeigt sich auch darin, dass die Besch\u00e4ftigten weniger Schmerzen durch schwere k\u00f6rperliche Arbeit haben, Stress und psychische Belastungen nehmen daf\u00fcr zu. Wir leben heute in einer Pop-up-Gesellschaft, in der auf Handy-Displays und Bildschirmen st\u00e4ndig Fenster aufpoppen, die zum Multitasking zwingen und Arbeitsabl\u00e4ufe, aber auch unser Privatleben oft mehr beeinflussen als uns bewusst und lieb sein kann.&#8220; Zudem sorgt die mobile Kommunikation daf\u00fcr, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer weiter verschwimmt. Dennoch warnt der TK-Psychologe davor, den Begriff Burn-out inflation\u00e4r einzusetzen: &#8222;Nicht jede Belastung oder \u00dcberforderung ist ein Burn-out oder sofort behandlungsbed\u00fcrftig. Denn: Zum einen ist der Burn-out gar keine eigenst\u00e4ndige Diagnose und damit auch nicht zu quantifizieren, zum anderen handelt es sich in den meisten F\u00e4llen um eine Ersch\u00f6pfungsdepression, die am Ende eines langen Prozesses steht&#8220;, so Schulz.<\/p>\n<p>Wer jedoch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum feststellt, dass Freizeit und Urlaub nicht mehr zur Erholung ausreichen und unter Schlafst\u00f6rungen und k\u00f6rperlichen Beschwerden leidet, sollte medizinische Hilfe suchen. &#8222;Besonders gef\u00e4hrdet sind oft \u00fcberengagierte Menschen, die einen hohen Anspruch an sich selbst stellen. Die Betroffenen nehmen keine Erfolge mehr wahr, Dinge, die fr\u00fcher Spa\u00df machten, bereiten keine Freude mehr. Sie entwickeln einen Tunnelblick, entfernen sich von ihrer Umwelt, f\u00fchlen eine innere Leere und werden zynisch,&#8220; erkl\u00e4rt der Psychologe die typischen Anzeichen.<\/p>\n<p>Die Ursache muss dabei nicht immer im Job liegen. &#8222;Nicht jeder, der beruflich stark eingespannt ist, ist Burn-out-gef\u00e4hrdet. Wer Spa\u00df an seiner Arbeit hat, positives Feedback bekommt und das Gef\u00fchl hat, etwas Sinnhaftes zu tun, brennt auch in stressigen Phasen nicht aus&#8220;, so Schulz. Wichtig ist, dass man nicht dauerhaft auf Hochtouren l\u00e4uft und in der Freizeit f\u00fcr ausreichend Ausgleich sorgt. &#8222;Ein Burn-out entsteht erst, wenn es nicht gelingt, den K\u00f6rper in eine vern\u00fcnftige Balance aus Anspannung und Entspannung zu bringen, wenn Familie und Freundeskreis nicht als positive Ressource empfunden werden, sondern die famili\u00e4re Situation zus\u00e4tzlich belastet. Das betrifft h\u00e4ufig die Sandwich-Generation der 30- bis 50-J\u00e4hrigen, die im Job stehen und sich um die Kinder und ihre Eltern k\u00fcmmern. Wenn zudem keine Zeit f\u00fcr Sport und Entspannung bleibt, ger\u00e4t man schnell an seine Grenzen&#8220;, erl\u00e4utert der TK-Experte. Auch die elektronischen Medien sieht der Psychologe als Freizeitbesch\u00e4ftigung eher kritisch: &#8222;Facebook und Fernsehen sind zum Entspannen ungeeignet. Vor allem Menschen, die bereits ihren Arbeitstag weitgehend vor dem Bildschirm verbringen, sollten nach Feierabend einen die Sinne schonenden und sinnstiftenden Ausgleich suchen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; Burn-out ist in diesen Tagen auch medial ein Dauerbrenner. 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