{"id":454977,"date":"2025-12-17T18:05:23","date_gmt":"2025-12-17T17:05:23","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=454977"},"modified":"2025-12-17T18:05:23","modified_gmt":"2025-12-17T17:05:23","slug":"ihk-zu-luebeck-sendet-weckruf-an-die-politik-wir-brauchen-reformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/ihk-zu-luebeck-sendet-weckruf-an-die-politik-wir-brauchen-reformen\/","title":{"rendered":"IHK zu L\u00fcbeck sendet Weckruf an die Politik: \u201eWir brauchen Reformen!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Stimmung in der Wirtschaft tr\u00fcbt sich ein. Waren im Hansebelt bis zum Sommer noch Optimismus und Vertrauen in den politischen Kurs vorherrschend, fehlt es den Unternehmen zunehmend an Zuversicht. \u201eDiese Erkenntnis ergibt sich aus pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen mit unseren Mitgliedern und aus unseren Konjunkturumfragen\u201c, sagt Thomas Buhck, Pr\u00e4ses der IHK zu L\u00fcbeck. Nach fast sechs Jahren Dauerkrisen fehlt es an wirksamen Impulsen f\u00fcr nachhaltiges Wachstum.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Wirtschaft ben\u00f6tigt dringend echte Reformen zum Abbau b\u00fcrokratischer Pflichten und Hemmnisse, vor allem der hohen Abgaben und Steuern\u201c, so Buhck. Ebenso wichtig seien Verl\u00e4sslichkeit in den politischen Entscheidungen und im Verwaltungshandeln, damit die Unternehmen wieder f\u00fcr die Zukunft planen k\u00f6nnen. Sein Appell richtig sich vor allem an die Bundesregierung und die Europ\u00e4ische Union, deren Entscheidungen gro\u00dfe Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Und es sei auch nicht einsehbar, dass in diesem Spannungsfeld regelm\u00e4\u00dfig die Anwendung von europ\u00e4ischen Vorgaben zu einer Versch\u00e4rfung der Vorschriften in Deutschland f\u00fchrt. Dies ergibt nicht hinnehmbare Nachteile f\u00fcr die deutsche Wirtschaft im europ\u00e4ischen Wettbewerb.<!--more--><\/p>\n<p>Dennoch seien Lage und Stimmung im Hansebelt noch weitgehend besser als in den industriellen Zentren in S\u00fcddeutschland. Buhck: \u201eUnsere Unternehmensstruktur im Norden ist mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gt, wir sind dadurch resilienter und durch einen guten Mix aus Handel, Dienstleistung und Industrie haben wir weniger Klumpenrisiken.\u201c Vor allem der industrielle Mittelstand ist aufgrund seiner Gr\u00f6\u00dfe, seiner Innovationskraft und seiner hohen Flexibilit\u00e4t national und international sehr gut aufgestellt. Die Exportzahlen blieben trotz der ver\u00e4nderten Zollpolitik in vielen L\u00e4ndern weitgehend stabil und die Export-Informationsveranstaltungen der IHK seien gut gebucht. Auch die stabilen Daten des Arbeitsmarktes belegten die noch bestehende Auftragslage und das Verantwortungsbewusstsein des Mittelstands f\u00fcr ihre Mitarbeiter und die Region. \u201eNachdem der von der Bundespolitik angek\u00fcndigte \u201eHerbst der Reformen\u201c weitgehend ausgeblieben ist, fehlt aber auch unserer Wirtschaft immer mehr die Luft zum Atmen\u201c, warnt Buhck.<\/p>\n<p>Immerhin b\u00f6ten die Sonderverm\u00f6gen des Bundes die Chance auf Impulse f\u00fcr die Wirtschaft. \u201eEs kommt jetzt allerdings darauf an, die dem Bund und den L\u00e4ndern zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel gezielt zu verwenden, damit nachhaltig Wachstum entsteht, dass dann auch dazu beitr\u00e4gt, die massiven Schulden des Bundes abzubauen\u201c, betonte der Pr\u00e4ses. Er mahnte zugleich, mutig Reformen bei der Alters- und Gesundheitsvorsorge anzugehen, um den Sozialstaat zu entlasten sowie die Lohnkosten f\u00fcr Unternehmen und Besch\u00e4ftigte zu senken. \u201eMit Entschlossenheit und Courage k\u00f6nnen wir unseren Staat reformieren und zu der alten St\u00e4rke zur\u00fcckkehren, die wir dank der sozialen Marktwirtschaft erreicht hatten.\u201c Sollten die Effekte aus den Programmen der Regierung verpuffen, droht Deutschland der Abstieg aus der Liga der gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften der Welt.<\/p>\n<p>Mit der B\u00fcsumer Liste haben die norddeutschen L\u00e4nder die aus Ihrer Sicht wichtigsten Verkehrsprojekte f\u00fcr Norddeutschland vorgelegt. Leider fehlt der Ausbau des Elbe-L\u00fcbeck-Kanals. \u201eDaf\u00fcr fehlt uns das Verst\u00e4ndnis\u201c, sagte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Lars Sch\u00f6ning. \u201eDiese Wasserstra\u00dfe hat einen gro\u00dfen Nutzen f\u00fcr das Gelingen der Verkehrswende und eine steigende Bedeutung f\u00fcr die Drehscheibe Deutschland im Zuge der geostrategischen Entwicklungen.\u201c In diesem Zusammenhang werde auch der L\u00fcbecker Hafen wichtiger, aber auch ein Ausbau seiner Anbindung an das Stra\u00dfen- und Schienennetz scheine aus Sicht der Politik nicht erforderlich zu sein. \u201eAuch im neuen Jahr werden wir unseren gesetzlichen Auftrag der Interessenvertretung und Politikberatung weiter intensiv erf\u00fcllen und im Dialog mit der Politik auf den Ausbau dieser Infrastruktur dr\u00e4ngen\u201c, k\u00fcndigte Sch\u00f6ning an.<\/p>\n<p>Erfreulich sei die Entwicklung bei der Autobahn A20. Nach 15 Jahren sei nun endlich ein Ende des Dauerstaus und der Belastung von Menschen und Umwelt in Bad Segeberg in Reichweite, so Sch\u00f6ning. \u201eDer Stillstand war unertr\u00e4glich und kein Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr unser Land. Diese Austobahn hat als West-Ost-Verbindung aber mittlerweile eine strategische Dimension erreicht, weil sie nach ihrer Fertigstellung die \u201aDrehscheibe Deutschland\u2018 st\u00e4rkt.\u201c<\/p>\n<p>Beim Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zeichneten sich zuletzt Verz\u00f6gerungen ab. Sch\u00f6ning: \u201eAuch dieses Projekt muss endlich auf die Zielgerade kommen. Aber ein kleiner Zeitgewinn erm\u00f6glicht es uns, auf deutscher Seite alle Anschl\u00fcsse zu vollenden und hoffentlich den Fehmarnsund-Tunnel zeitgleich mit den anderen Abschnitten fertigzustellen. Hier muss die deutsche Seite rechtzeitig liefern.\u201c Die Stimmung f\u00fcr dieses Jahrhundertprojekt sei gut, wie die IHK als Mitveranstalterin der Fehmarnbelt Days im vergangenen Juni In L\u00fcbeck erfahren hat: \u201eAuf dem B\u00fcrgerfest rund um die Musik- und Kongresshalle haben wir gemeinsam rund 20.000 Menschen informiert und f\u00fcr das Projekt begeistert. Auch die Fachkonferenz war ein Erfolg und belegte einmal mehr, wie wichtig diese Verbindung ist\u201c, erg\u00e4nzt Sch\u00f6ning.<\/p>\n<p>Zur St\u00e4rkung des Schieneng\u00fcterverkehrs in Schleswig-Holstein ist im vergangenen Sommer das gemeinsame Projekt \u201eRailcoach Schleswig-Holstein\u201c der IHK Schleswig-Holstein, der Logistik Initiative und des Landes Schleswig-Holstein gestartet. Aufgabe der zentralen, anbieterneutralen Anlaufstelle ist die Erstberatung in Verlagerungsfragen von G\u00fctern von der Stra\u00dfe auf die Schiene und in Fragen zur Reaktivierung von Gleisanschl\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die IHK zu L\u00fcbeck hat ihre Rolle als zentrale Anlaufstelle f\u00fcr Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder weiter gest\u00e4rkt, vor allem durch kontinuierliches Werben f\u00fcr das Thema Existenzgr\u00fcndung, pers\u00f6nliche Beratung sowie die regelm\u00e4\u00dfige Unterst\u00fctzung bei der Planung und Verwirklichung von Gr\u00fcndungsvorhaben. 2025 organisierte die IHK zu L\u00fcbeck mehr als 15\u00a0Informationsveranstaltungen zu relevanten Gr\u00fcndungsthemen und das Fachteam f\u00fchrte dar\u00fcber hinaus \u00fcber 1.000 Existenzgr\u00fcndungs-Erstberatungsgespr\u00e4che. Diese Aktivit\u00e4ten will die IHK auch 2026 fortsetzen. Sch\u00f6ning: \u201eAuch unsere Bedeutung als zentrale Ansprechpartnerin f\u00fcr Unternehmens\u00fcbernahmen in Schleswig-Holstein haben wir ausgebaut. In gut besuchten Nachfolge-Informationsveranstaltungen sowie monatlichen Finanzierungssprechtagen und mit der Kommunikationskampagne \u201a\u00dcbernehmen statt neu gr\u00fcnden\u2018 werben wir verst\u00e4rkt f\u00fcr erfolgreiche Nachfolgen im Hansebelt.\u201c<\/p>\n<p>Durch die R\u00fcckkehr zu G9 an den weiterf\u00fchrenden Schulen f\u00e4llt im Jahr 2026 ein Abiturjahrgang aus, der dem Ausbildungsmarkt nicht zur Verf\u00fcgung steht. Die IHK unterst\u00fctzte die Unternehmen dabei, ihre freien Ausbildungspl\u00e4tze zu besetzen. Unter anderem ist eine Ausweitung der bisher auf die Region L\u00fcbeck beschr\u00e4nkte Ausbildungs-Rallye auf weitere Teile des IHK-Bezirks vorgesehen. Die Verleihung der Auszeichnung \u201eTOP-Ausbildungsbetrieb\u201c an f\u00fcnf besonders engagierte Unternehmen, die mit innovativen Konzepten die duale Ausbildung aktiv f\u00f6rdern, hat sich erneut als gute Werbung f\u00fcr die Ausbildung erwiesen. \u201eDiese Aktion f\u00fchren wir 2026 fort\u201c, k\u00fcndigt Sch\u00f6ning an.<\/p>\n<p>Zudem l\u00e4dt die IHK zu zwei zentralen Veranstaltungen ein: \u201eMit einem Blick auf die Chancen und Herausforderungen in den Weltm\u00e4rkten starten wir in das neue Jahr: Der Bundestagsabgeordnete und Au\u00dfenminister Dr. Johann Wadephul ist Festredner auf unserem Neujahrsempfang am 14. Januar 2026 in L\u00fcbeck und wird die Auswirkungen der geopolitischen Ver\u00e4nderungen auf die Wirtschaft in Norddeutschland und im Hansebelt im Besonderen erl\u00e4utern\u201c, sagt Pr\u00e4ses Buhck. Zur gr\u00f6\u00dften wirtschaftspolitischen Veranstaltung in Schleswig-Holstein erwartet er mehr als 1.000 G\u00e4ste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und \u00f6ffentlichem Leben. Ebenso viele Teilnehmer d\u00fcrften die ganzt\u00e4gige 13. IT4B Digital Summit am 24. Juni 2026 in der L\u00fcbecker Kulturwerft Gollan besuchen. Schwerpunkte der Messe mit Kongress-Anteil sind Live-Demos, Experten-Talks und Impulse rund um die Themen KI, Marketing und Cyber-Security.<\/p>\n<p>Foto:\u00a0<em>IHK\/Kollmeier<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stimmung in der Wirtschaft tr\u00fcbt sich ein. 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