{"id":455663,"date":"2026-01-15T19:59:52","date_gmt":"2026-01-15T18:59:52","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=455663"},"modified":"2026-01-15T19:59:52","modified_gmt":"2026-01-15T18:59:52","slug":"wildkatze-nach-jahrhunderten-zurueck-im-hohen-norden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wildkatze-nach-jahrhunderten-zurueck-im-hohen-norden\/","title":{"rendered":"Wildkatze nach Jahrhunderten zur\u00fcck im hohen Norden"},"content":{"rendered":"<p>\u2022 Genetische Haaruntersuchung liefert erstmals den 100-prozentigen<br \/>\nNachweis<br \/>\n\u2022 Lockstock-Monitoring soll Erkenntnis \u00fcber Verbreitung der Art bringen<br \/>\n\u2022 Lebensr\u00e4ume m\u00fcssen sicher sein, damit Population wachsen kann<\/p>\n<p>Berlin\/ Kiel. Eine kleine Sensation zum Jahresbeginn: Zum ersten Mal seit Jahrhunderten wurde in Schleswig-Holstein eine Europ\u00e4ische Wildkatze genetisch nachgewiesen. Damit ist die streng gesch\u00fctzte Art offiziell in das n\u00f6rdlichste Bundesland zur\u00fcckgekehrt. Um mehr \u00fcber eine m\u00f6gliche Verbreitung der Wildkatze zu erfahren, startet der BUND gemeinsam mit dem Landesamt f\u00fcr Umwelt (LfU), der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, dem Zweckverband Schaalsee-Landschaft und weiteren Partnern in den n\u00e4chsten Tagen das erste sogenannte Lockstock-Monitoring in Schleswig-Holstein \u2013 eine Sammlung von Haarproben.<br \/>\n<!--more-->Bereits im M\u00e4rz vergangenen Jahres hatte das LfU mit einer Wildtierkamera ein Tier mit wildkatzentypischen Merkmalen, wie dem buschigen Schwanz, im Kreis Herzogtum Lauenburg fotografiert. Nun gelang ganz in der N\u00e4he der erste genetische Nachweis einer Wildkatze.<\/p>\n<p>Erster Nachweis nach Rettung aus Wildzaun<\/p>\n<p>Das Tier wurde zuvor von J\u00e4ger Jan Haberkamm in h\u00f6chster Not entdeckt. Er fand die Katze fest verknotet in einem Zaun h\u00e4ngend. Sie konnte sich nicht aus eigener Kraft befreien. Der J\u00e4ger schnitt die Katze frei und rettete ihr damit das Leben. Anschlie\u00dfend sammelte er Haare ab, die das Tier am Zaun hinterlassen hatte und das LfU lie\u00df die Haare beim Institut Senckenberg in Gelnhausen genetisch analysieren. Das Ergebnis ist eindeutig: eine Europ\u00e4ische Wildkatze. Viele Wildtiere verenden qualvoll an Knotengeflechtz\u00e4unen. Der BUND setzt sich seit Jahren daf\u00fcr ein, diese Z\u00e4une abzubauen und durch sichere Alternativen aus Holz zu ersetzen.<\/p>\n<p>Erfolg jahrzehntelanger Schutzarbeit<\/p>\n<p>Martin Schmidt, Pressesprecher des LfU: \u201eDer Nachweis der Wildkatze in Schleswig-Holstein ist ein echter Meilenstein f\u00fcr die Art und ein bedeutender Erfolg f\u00fcr den Naturschutz.\u201c<br \/>\nFriederike Scholz, Koordinatorin des \u201eRettungsnetz Wildkatze\u201c beim BUND-Bundesverband: \u201eUnsere langj\u00e4hrige Arbeit zum Schutz und zur Vernetzung von Wildkatzenlebensr\u00e4umen zeigt Wirkung. Jetzt m\u00f6chten wir herausfinden, wo die gef\u00e4hrdete Wildkatze im Norden genau lebt. Nur so k\u00f6nnen wir ihre Lebensr\u00e4ume sichern und die Art bei der R\u00fcckkehr unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Uta von Bassi, BUND-Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg: \u201eWir von der Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg vermuten, dass sich die Wildkatze entlang des Gr\u00fcnen Bandes zu uns bewegt hat und von dort f\u00e4cherf\u00f6rmig entlang von Boize, Schaale, Delvenau und Steinau in unsere Region ausgebreitet hat. Sie braucht Waldkorridore, um in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vereinzelt liegende W\u00e4lder zu erreichen und sich dauerhaft anzusiedeln. F\u00fcr diese Idee der Waldvernetzung setzt sich unsere Kreisgruppe schon seit einigen Jahren ein und arbeitet dabei mit vielen Akteuren hier im Kreis zusammen.\u201c<\/p>\n<p>Gemeinsam auf Spurensuche<br \/>\nOb sich die Wildkatze dauerhaft in Schleswig-Holstein angesiedelt hat, ist noch offen. Um mehr zu erfahren, startet in Kooperation verschiedener Akteure nun das erste sogenannte Lockstock-Monitoring in Schleswig-Holstein. Dabei sammeln Freiwillige Haarproben an Lockst\u00f6cken, die mit Baldrian bespr\u00fcht werden \u2013 ohne die Tiere zu st\u00f6ren. Sie untersuchen dabei Fl\u00e4chen im Umkreis des neuen Wildkatzenfundes.<\/p>\n<p>Auch in Mecklenburg-Vorpommern geht der BUND den Spuren der Wildkatze direkt angrenzend an Schleswig-Holstein nach auch direkt im Grenzgebiet. Gemeinsam mit dem M\u00fcritz Nationalpark und dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft werden in beiden Schutzgebieten Lockst\u00f6cke aufgestellt und von Freiwilligen betreut.<br \/>\nHintergrund:<br \/>\nDie Europ\u00e4ische Wildkatze war als \u00fcberwiegend waldbewohnende Art in Schleswig-Holstein bereits im Mittelalter ausgestorben. Die weitr\u00e4umige Waldvernichtung hatte ihren Lebensraum zerst\u00f6rt, hinzu kam direkte Bejagung. Das Landesamt f\u00fcr Umwelt konnte anhand von Aufnahmen aus landeseigenen Wildkameras 2025 erstmals eine Wildkatze in Schleswig-Holstein fotografisch nachweisen. Das genetisch sicher dokumentierte n\u00f6rdlichste Verbreitungsgebiet der Wildkatze endete bislang in der L\u00fcneburger Heide. Die Elbe stellte bisher eine nat\u00fcrliche Barriere f\u00fcr eine weitere Ausbreitung dar.<br \/>\nUm die Europ\u00e4ische Wildkatze nachweisen zu k\u00f6nnen, nutzt der BUND das sogenannte Lockstock-Monitoring. Freiwillige Helferinnen und Helfer bringen Holzst\u00f6cke in Gebieten aus, in denen die scheue Wildkatze vermutet wird. Sie bespr\u00fchen die St\u00f6cke mit Baldrian. Der Geruch ist den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr \u00e4hnlich und zieht die Tiere magisch an. Die Katzen reiben sich am rauen Holz und hinterlassen einzelne Haare. Die Natursch\u00fctzer*innen sammeln diese ab. Anschlie\u00dfend schicken sie die Proben f\u00fcr eine genetische Untersuchung zur Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung.<br \/>\nIm Rettungsnetz f\u00fcr die Wildkatze engagieren sich 13 BUND-Landesverb\u00e4nde sowie der Bundesverband und die BUNDjugend f\u00fcr den Schutz der Europ\u00e4ischen Wildkatze und ihrer Lebensr\u00e4ume. Damit decken sie das gesamte Verbreitungsgebiet der Art in Deutschland ab. Aktuell gestalten zehn von ihnen im Projekt \u201eWildkatzenw\u00e4lder von morgen\u201c, gef\u00f6rdert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, sichere und strukturreiche Lebensr\u00e4ume f\u00fcr die Art. Unter anderem bauen sie unn\u00f6tige Knotengitterz\u00e4une, die f\u00fcr wandernde Wildtiere t\u00f6dlich sein k\u00f6nnen, gemeinsam mit den Landbesitzenden ab.<br \/>\nMehr Informationen:<br \/>\n\u2022 Wildkatzenverbreitungskarte mit den neuesten Vorkommensgebieten<br \/>\n\u2022 Problematik Knotengitterz\u00e4une: Aufnahme des Online-Seminars \u201eSichere W\u00e4lder f\u00fcr Wildkatzen\u201c auf YouTube<\/p>\n<p>Foto: Jan Haberkamm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2022 Genetische Haaruntersuchung liefert erstmals den 100-prozentigen Nachweis \u2022 Lockstock-Monitoring soll Erkenntnis \u00fcber Verbreitung der Art bringen \u2022 Lebensr\u00e4ume m\u00fcssen<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":455664,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[8],"tags":[27333],"class_list":["post-455663","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-flora-fauna-wasser","tag-wildkatze-nach-jahrhunderten-zurueck-im-hohen-norden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/455663","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=455663"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/455663\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":455665,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/455663\/revisions\/455665"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/455664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=455663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=455663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=455663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}