{"id":456572,"date":"2026-02-17T19:45:08","date_gmt":"2026-02-17T18:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=456572"},"modified":"2026-02-17T19:45:08","modified_gmt":"2026-02-17T18:45:08","slug":"dimensionen-der-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/dimensionen-der-freiheit\/","title":{"rendered":"DIMENSIONEN DER FREIHEIT"},"content":{"rendered":"<p>Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt &#8211; Ausstellung ab 23. Mai 2026 in der Kunsthalle St. Annen.<\/p>\n<p>Mit <em>Dimensionen der Freiheit <\/em>widmet sich die Kunsthalle St. Annen vom 23. Mai bis 25. Oktober erstmals umfassend dem Werk von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen, zwei zentralen Positionen der europ\u00e4ischen Nachkriegsmoderne und wichtigen Vertreter:innen der CoBrA-Bewegung.<!--more--><\/p>\n<p>Mehr als 150 Arbeiten aus vier Jahrzehnten zeichnen die Entwicklung einer Bildsprache nach, die aus Widerstand, radikaler k\u00fcnstlerischer Selbsterm\u00e4chtigung und kollektiver Kreativit\u00e4t hervorging. Die Ausstellung besch\u00e4ftigt sich mit den unterschiedlichen Dimensionen der Freiheit, von der k\u00fcnstlerischen Praxis \u00fcber das politische und gesellschaftliche Engagement bis zu spirituellen Neuerungen. Die Begegnung von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen markierte den Beginn einer intensiven k\u00fcnstlerischen wie pers\u00f6nlichen Partnerschaft. Beide wandten sich fr\u00fch gegen akademische Traditionen und schlossen sich den avantgardistischen K\u00fcnstler:innengruppen H\u00f8st und Helhesten an, die w\u00e4hrend der deutschen Besatzung D\u00e4nemarks aktiv Stellung gegen die nationalsozialistische Ideologie bezogen und sich mit den verfemten Positionen der sogenannten \u201eentarteten Kunst\u201c solidarisierten.<\/p>\n<p>1948 wurden beide K\u00fcnstler:innen Teil der internationalen CoBrA-Bewegung, die nach den Traumata des Zweiten Weltkriegs eine Kunst jenseits gesellschaftlicher und akademischer Zw\u00e4nge vertrat. Als Gr\u00fcndungsmitglied beeinflusste Pedersen mit seinem gestisch-expressiven, von nordischer Mythologie, Folklore und Kinderzeichnungen gepr\u00e4gten Stil die Bewegung nachhaltig. Alfelt hingegen blieb ihrer eigenen Bild- und Formensprache treu. Ihre Arbeiten \u00fcbersetzen Natur, Spiritualit\u00e4t und kosmische Vorstellungen in reduzierte und kristalline Bildr\u00e4ume aus Bergen, Monden und Sonnen, die sich bewusst von der \u00c4sthetik von CoBrA unterschieden.<\/p>\n<p>\u00dcber Jahrzehnte trat Alfelts Werk hinter dem ihrer m\u00e4nnlichen Kollegen zur\u00fcck. Wiederkehrende sexistische Zuschreibungen und strukturelle Ausgrenzung f\u00fchren exemplarisch die prek\u00e4re Position von K\u00fcnstlerinnen innerhalb der eigentlich progressiven und avantgardistischen Netzwerke der Nachkriegsmoderne vor Augen.<\/p>\n<p>Umso bedeutender erscheint heute die k\u00fcnstlerische Beziehung des Paares, die von gegenseitiger Einflussnahme und Unterst\u00fctzung gepr\u00e4gt war. Pedersen betonte wiederholt die grundlegende Rolle Alfelts f\u00fcr seine eigene Hinwendung zur Bildenden Kunst. Internationale Aufenthalte unter anderem in Island, Italien, Indien und Japan erweiterten ihre Motivwelten und f\u00fchrten zu kontinuierlichen formalen und thematischen Transformationen. Die Ausstellung schlie\u00dft mit Pedersens Sp\u00e4twerk, das nach Alfelts Tod noch \u00fcber drei Jahrzehnte aus dieser k\u00fcnstlerischen Verbindung sch\u00f6pfte und sie zugleich reflektierte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Kunsthalle St. Annen besitzt die Ausstellung eine besondere sammlungshistorische und kulturpolitische Bedeutung. Mit ihren Schwerpunkten auf deutscher und skandinavischer Nachkriegskunst sowie ihrer geografischen Lage im deutschd\u00e4nischen Grenzraum versteht sich die Pr\u00e4sentation zugleich als Ausdruck historischer und kultureller Verflechtung beider L\u00e4nder. Damit wird die Ausstellung auch zu einem Statement f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende kulturelle Zusammenarbeit, ein Gedanke, der tief im Werk beider K\u00fcnstler:innen verankert ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die erste gro\u00dfangelegte internationale Retrospektive wurde in Zusammenarbeit mit der Carl-Henning Pedersen Foundation, dem Vorsitzenden Finn Poulsen, dem ehemaligen Direktor des ARKEN Museums Christian Gether und dem Institut f\u00fcr Kulturaustausch entwickelt.<\/p>\n<p>Begleitend entsteht ein vielschichtiges Vermittlungsprogramm, das die Ausstellung als offenen Denk- und Erfahrungsraum versteht. Mehrsprachige Rundg\u00e4nge, Workshops und partizipative Formate in der Ausstellung sollen Hemmschwellen abbauen und neue Perspektiven auf Fragen von Freiheit, Kreativit\u00e4t und kollektiver Praxis er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Titelbild: \u00a9 VG-Bild Kunst, Carl-Henning Pedersen &amp; Esle Alfelts Museum, Foto Ralf S\u00f8ndergaard \u00b7<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt &#8211; Ausstellung ab 23. Mai 2026 in der Kunsthalle St. Annen. 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