{"id":457513,"date":"2026-03-18T19:17:54","date_gmt":"2026-03-18T18:17:54","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=457513"},"modified":"2026-03-19T11:46:54","modified_gmt":"2026-03-19T10:46:54","slug":"zwei-jahre-aktionsplan-ostseeschutz-wichtige-impulse-vieles-unverbindlich-umsetzung-offen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zwei-jahre-aktionsplan-ostseeschutz-wichtige-impulse-vieles-unverbindlich-umsetzung-offen\/","title":{"rendered":"Zwei Jahre Aktionsplan Ostseeschutz: Wichtige Impulse, vieles unverbindlich, Umsetzung offen"},"content":{"rendered":"<p>Foto: Harald Rothe<br \/>\n&#8211; Naturschutzverb\u00e4nde ziehen Bilanz<br \/>\n&#8211; Erste Meilensteine erreicht: Ostseebeir\u00e4te, wissenschaftlicher Beirat, Beteiligungsverfahren zu Schutzgebiets-Verordnungen<br \/>\n&#8211; Verbindliche Ziele zur Reduktion des N\u00e4hrstoff-Eintrags in die Ostsee fehlen<br \/>\n&#8211; R\u00e4umung der Munitions-Altlasten stockt<!--more-->Zwei Jahre nachdem die Landesregierung den \u201eAktionsplan Ostseeschutz 2030\u201c ver\u00f6ffentlicht hat, zieht das B\u00fcndnis der Ostsee-Naturschutzverb\u00e4nde eine gemischte Bilanz. Erste Meilensteine wurden erreicht. So l\u00e4uft die Arbeit an den Schutzgebietsverordnungen f\u00fcr drei neue Naturschutzgebiete, es wurden Zielvereinbarungen mit der Landwirtschaft zur Reduktion von Nitrat- und Phosphat-Eintr\u00e4gen in die Ostsee geschlossen, die Ostseebeir\u00e4te haben zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen f\u00fcr weitere N\u00e4hrstoff-Reduktionen erarbeitet, ein wissenschaftlicher Beirat hat sich konstituiert und es wurde Personal eingestellt, unter anderem zur Ausarbeitung eines Partner-Programms.<\/p>\n<p>Vieles aber bleibt unverbindlich, unklar, offen.Zur Bergung von Munitions-Altlasten gab es Pilotprojekte. Nach Ansicht der Naturschutzverb\u00e4nde ist es jetzt dringend notwendig, eine z\u00fcgige und systematische Beseitigung der rostenden Bomben und chemischen Kampfmittel anzupacken, bevor sie weitere Fische und Muscheln vergiften und Wassersportler und Badeg\u00e4ste gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Dass weniger N\u00e4hrstoffe wie Nitrat und Phosphat in die Ostsee gesp\u00fclt werden sollen, wird im Aktionsplan Ostseeschutz als Ziel klar genannt. \u201eZur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) m\u00fcssen die mittleren j\u00e4hrlichen Stickstoffeintr\u00e4ge aus dem schleswig-holsteinischen Binnenland im Ostsee-Einzugsgebiet um rund 2.000 Tonnen und die mittleren j\u00e4hrlichen Phosphoreintr\u00e4ge um rund 65 Tonnen verringert werden\u201c, hei\u00dft es ab Zeile 511. Erreicht werden soll dies unter anderem durch die Umsetzung der D\u00fcngeverordnung. Doch eben diese wird zurzeit auf Landes- und Bundesebene massiv in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Die Ostseebeir\u00e4te haben komplexe Pl\u00e4ne f\u00fcr freiwillige Ma\u00dfnahmen erarbeitet, die zu einer weiteren Reduktion der N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge f\u00fchren sollen, von ackerbaulicher Feinsteuerung \u00fcber Gew\u00e4sserrandstreifen bis zu Zwischenfr\u00fcchten.<\/p>\n<p>Die Naturschutzverb\u00e4nde fordern jedoch Verbindlichkeit, verpflichtende Vorgaben und regelm\u00e4\u00dfige Erfolgskontrollen bei der Umsetzung.<\/p>\n<p>Eine Kleine Anfrage der SPD im Landtag ergab, dass im Jahr 2025 nur knapp die H\u00e4lfte der 600.000 Euro, die f\u00fcr freiwillige Ma\u00dfnahmen der Landwirtschaft f\u00fcr den Ostseeschutz eingeplant waren, abgerufen wurde \u2013 ein Hinweis darauf, dass diese sinnvollen, jedoch forschungsintensiven Projekte ihre Zeit zur Umsetzung brauchen. Die Ostsee-Natur hat diese<br \/>\nZeit aber nicht, denn schon jetzt entstehen in jedem Sommer gef\u00e4hrliche sauerstofffreie Zonen am Meeresgrund.<\/p>\n<p>Einfache Ma\u00dfnahmen wie etwa die Pflicht zu d\u00fcngemittel- und pestizidfreien Gew\u00e4sserrandstreifen von mindestens zehn Metern Breite an allen Gew\u00e4ssern h\u00e4tten eine schnelle, intensive und nachhaltige Wirkung und k\u00f6nnten parallel zu den l\u00e4ngerfristigen Projekten umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Naturschutzverb\u00e4nde loben, dass die Einrichtung der neuen Ostsee-Naturschutzgebiete schon weit fortgeschritten ist. Sie weisen jedoch darauf hin, dass mit den neuen und den bereits vorhandenen Schutzgebieten 12,5 Prozent der schleswig-holsteinischen Ostsee streng gesch\u00fctzt sind, w\u00e4hrend laut EU-Wiederherstellungsverordnung 20 Prozent der Meeresfl\u00e4che wieder in einen nat\u00fcrlichen Zustand versetzt werden sollen.<\/p>\n<p>Eine Wiederherstellung ist nur mit konsequent nutzungs- und st\u00f6rungsfreien Wasserfl\u00e4chen zu erreichen, wie die Verb\u00e4nde betonen. Dies muss in den Schutzgebietsverordnungen und im Antrag an das Bundesverkehrsministerium auf eine Befahrensverordnung verbindlich festgelegt werden.<\/p>\n<p>W\u00fcrde der Aktionsplan Ostseeschutz mit allen Schutzgebieten umgesetzt und im Binnenland, wie angek\u00fcndigt, Gew\u00e4sser und Feuchtgebiete konsequent und erfolgreich renaturiert, w\u00e4ren damit zugleich viele Forderungen der EU-Wiederherstellungsverordnung erf\u00fcllt, betonen die Naturschutzverb\u00e4nde. Sie stellen klar: \u201eEs geht hier nicht um Vorgaben und Richtlinien auf dem Papier, sondern darum, dass die Menschen in Schleswig-Holstein auch in zehn oder 50 Jahren noch Schweinswale, Robben und Watv\u00f6gel beobachten und in einer klaren Ostsee baden wollen.\u201c<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis der Ostsee-Naturschutzverb\u00e4nde besteht aus der Arbeitsgemeinschaft Integrierter Ostseeschutz (AGIO), dem Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH), der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung, Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e.V. (LNV SH), dem NABU Schleswig-Holstein, dem Verein Jordsand und dem WWF Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Harald Rothe &#8211; Naturschutzverb\u00e4nde ziehen Bilanz &#8211; Erste Meilensteine erreicht: Ostseebeir\u00e4te, wissenschaftlicher Beirat, Beteiligungsverfahren zu Schutzgebiets-Verordnungen &#8211; Verbindliche Ziele<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":434392,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5,8],"tags":[27784,27783,27782],"class_list":["post-457513","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-wirtschaft","category-flora-fauna-wasser","tag-umsetzung-offen","tag-vieles-unverbindlich","tag-zwei-jahre-aktionsplan-ostseeschutz-wichtige-impulse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/457513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=457513"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/457513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":457526,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/457513\/revisions\/457526"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/434392"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=457513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=457513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=457513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}