{"id":457620,"date":"2026-03-20T18:31:30","date_gmt":"2026-03-20T17:31:30","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=457620"},"modified":"2026-03-20T18:31:30","modified_gmt":"2026-03-20T17:31:30","slug":"kurs-zukunft-maritime-industrie-als-strategischer-standortfaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/kurs-zukunft-maritime-industrie-als-strategischer-standortfaktor\/","title":{"rendered":"Kurs Zukunft: Maritime Industrie als strategischer Standortfaktor"},"content":{"rendered":"<p>Die maritime\u00a0Industrie\u00a0ist ein zentraler Standortfaktor f\u00fcr Schleswig-Holstein\u202f\u2013 doch\u00a0unsichere industriepolitische Rahmenbedingungen,\u00a0geopolitische Spannungen\u00a0und stockende Genehmigungen gef\u00e4hrden ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Beim\u00a08.\u202fMaritimen Parlamentarischen Abend setzt die IHK Schleswig-Holstein ein deutliches Signal: Wir brauchen schnellere Verfahren, verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen, damit\u00a0die\u00a0maritime Wertsch\u00f6pfungskette\u00a0stabil\u00a0bleibt und wachsen kann.<!--more--><\/p>\n<p>Die maritime Industrie ist f\u00fcr Schleswig-Holstein weit mehr als ein Wirtschaftssektor\u202f\u2013 sie ist strategische Infrastruktur. <strong>Knud Hansen,\u00a0Pr\u00e4sident der IHK zu Kiel und Vizepr\u00e4sident der IHK Schleswig-Holstein,<\/strong>\u00a0macht deutlich,\u00a0weshalb\u00a0die maritime Wertsch\u00f6pfungskette eine industriepolitische Priorit\u00e4t\u00a0haben\u00a0muss: \u201eVon See aus gedacht,\u00a0geh\u00f6ren wir zur industriellen Mitte Deutschlands\u202f\u2013 nicht zum Rand.\u00a0Nur wenn Industrie\u2011,\u00a0Sicherheits\u2011\u00a0und Standortpolitik zusammengedacht und mit Verl\u00e4sslichkeit hinterlegt werden, k\u00f6nnen Unternehmen ihre technologische St\u00e4rke ausspielen. Die maritime Industrie ist Hochtechnologie unter realen Bedingungen\u202f\u2013 und braucht entsprechend stabile, planbare Rahmenbedingungen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Standort und Wettbewerb<\/strong><\/p>\n<p>Schleswig-Holstein tritt im maritimen Wettbewerb gegen Staaten an, die ihre Werften und Zulieferketten strategisch absichern und\u00a0mit langfristigen Industriestrategien\u00a0unterst\u00fctzen.\u00a0Knud Hansen macht klar: \u201eWettbewerbsf\u00e4higkeit entscheidet sich nicht im Markt allein. Ein Standort, der Entscheidungen\u00a0forciert, klare Zust\u00e4ndigkeiten hat, moderne Infrastruktur bietet und verl\u00e4ssliche Finanzierung erm\u00f6glicht\u202f\u2013 dort wird investiert, dort entstehen Arbeitspl\u00e4tze\u00a0und\u00a0dort\u00a0wird internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit erreicht.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sicherheit und Souver\u00e4nit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Die\u00a0sicherheitspolitische Lage\u00a0zunehmend\u00a0Taktgeber\u202f\u2013\u00a0auch\u00a0f\u00fcr die\u00a0maritime Industrie. Knud Hansen f\u00fchrt aus:\u00a0\u201eWir d\u00fcrfen uns nicht darauf verlassen, dass globale Lieferketten stabil bleiben, Rohstoffe immer verf\u00fcgbar sind und\u00a0Unternehmen viel Geduld bei \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen zeigen.\u201c Resilienz\u00a0ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit und kann nicht \u00fcber Nacht entstehen. \u201eWir\u00a0brauchen\u00a0robuste eigene maritime\u00a0Industriekapazit\u00e4ten\u201c, fordert Hansen. Konkret bedeutet das: Gezielte Investitionen, resilientere\u00a0Entscheidungsstrukturen und eine klare bundes- und landespolitische Priorisierung maritimer Sicherheitstechnologien.\u00a0\u201eIndustriepolitik, Sicherheitspolitik und Standortpolitik sind enger miteinander verwoben als je zuvor\u202f\u2013\u00a0und gerade in Nord- und Ostsee\u00a0tr\u00e4gt die maritime\u00a0Industrie\u00a0eine sicherheitsrelevante Verantwortung f\u00fcr Deutschland und Europa.\u201c<\/p>\n<p>Dass die maritime Industrie\u00a0f\u00fcr Sicherheit, Resilienz und industrielle Leistungsf\u00e4higkeit gleicherma\u00dfen entscheidend ist,\u00a0best\u00e4tigt auch die Landesregierung. Schleswig-Holsteins <strong>Wirtschaftsminister<\/strong>\u00a0<strong>Claus Ruhe Madsen<\/strong>\u00a0hebt\u00a0die besondere Rolle hervor:\u00a0\u201eAls Bundesland zwischen den Meeren spielen schleswig-holsteinische Unternehmen, Werften und Zulieferer eine wichtige sicherheitspolitische und infrastrukturelle Rolle. Der enorme globale Zeitdruck, sowie begrenzte Kapazit\u00e4ten und Fl\u00e4chen, erfordern mutige, schnelle und effiziente Entscheidungen \u00fcber unsere Grenzen hinweg. Die Landesregierung unterst\u00fctzt deshalb aktiv internationale Partnerschaften mit unseren Werften und Zulieferbetrieben, um den stetig wachsenden Bedarf an Aufwuchs und Modernisierung einer leistungsstarken maritimen Flotten Deutschlands und seiner Verb\u00fcndeten voranzubringen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Angebot der Landesregierung ist das gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Wirtschaftsf\u00f6rderung und\u00a0Wissenschaft initiierte technologieorientierte Innovationsnetzwerk der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Schleswig-Holstein\u202f\u2013\u00a0TechHUB\u00a0SVI Nord. Schleswig-Holstein kann mit seinen starken Unternehmen einen substanziellen Beitrag als verl\u00e4sslicher Quality-Partner leisten. Darin sehe ich die hohe industriepolitische Verantwortung des Landes.\u201c<\/p>\n<p>Auch\u00a0der Blick\u00a0der Branche\u00a0unterstreicht, wie dringend klare politische Entscheidungen f\u00fcr die maritime Industrie sind.<\/p>\n<p><strong>Dr.\u202fReinhard L\u00fcken, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes f\u00fcr Schiffbau und Meerestechnik, <\/strong>macht\u00a0dies\u00a0deutlich:\u00a0\u201eLegen wir gemeinsam den Hebel um auf Kurs Wachstum!\u202f\u2013\u00a0Die geopolitischen Entwicklungen zeigen, wie dringend eine leistungsstarke maritime Industrie gebraucht wird. Wir bringen in Deutschland, in Schleswig-Holstein exzellente F\u00e4higkeiten ein. Aber wir brauchen auch Rahmenbedingungen, die erm\u00f6glichen, nicht behindern.\u00a0Die R\u00fcckenwind\u00a0geben, damit die Industrie ihre Aufgaben erledigen kann. Deutschland braucht jetzt eine Haltung, die auf Chancen nutzen setzt. Davon gibt es reichlich in der maritimen Industrie!\u201c<\/p>\n<p>Die Perspektive der maritimen Zulieferindustrie zeigt zudem, wie\u00a0stark\u00a0robuste Lieferketten\u00a0und verl\u00e4ssliche Partnerschaften \u00fcber den Erfolg des Standorts entscheiden. <strong>Malte\u00a0Witowski, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer\u00a0der\u00a0Friesland-Kabel\u202fGmbH,<\/strong>\u00a0betont:<strong>\u00a0<\/strong>\u201eIn Zeiten geopolitischer Spannungen tragen Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung und leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, Wohlstand zu sichern und unsere Demokratie zu bewahren\u202f\u2013\u00a0durch verl\u00e4ssliches Handeln, nachhaltige Entscheidungen und starke Partnerschaften. Hierbei sind resiliente Lieferketten in der maritimen Branche unerl\u00e4sslich und ein strategischer Wettbewerbs- und Standortfaktor. Robustheit, Verl\u00e4sslichkeit und echte Partnerschaft entlang der Wertsch\u00f6pfungskette sind l\u00e4ngst keine reinen Effizienzthemen mehr, sondern sie sind strategische Erfolgsfaktoren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zentrale Forderungen der IHK Schleswig-Holstein\u00a0auf einen Blick:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen:\u00a0B\u00fcrokratie abbauen, Zust\u00e4ndigkeiten kl\u00e4ren, Prozesse digitalisieren<\/li>\n<li>Dual\u2011Use\u2011Technologien gezielt f\u00f6rdern:\u00a0f\u00fcr zivile und milit\u00e4rische Anwendungen<\/li>\n<li>Zugang zu \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen verbessern\u202f\u2013\u00a0besonders f\u00fcr KMU<\/li>\n<li>Physische Infrastruktur modernisieren:\u00a0Stra\u00dfen, Schienen, Kaikanten, sichere Wasserzug\u00e4nge, Verschlickungsmanagement<\/li>\n<li>Fachkr\u00e4fteeinwanderung erleichtern und Ausbildungswege st\u00e4rken<\/li>\n<li>Planungssicherheit f\u00fcr Werften und Zulieferer erh\u00f6hen:\u00a0\u00f6ffentliche Projekte fr\u00fch ank\u00fcndigen\u00a0und\u00a0zuverl\u00e4ssig umsetzen<\/li>\n<li>Norddeutsche Werftenkooperation bei Marineauftr\u00e4gen erm\u00f6glichen und st\u00e4rken<\/li>\n<li>Finanzierung der Munitionsbergung langfristig absichern:\u00a0Munitionsbergungsplattformen als neues Werftsegment<\/li>\n<li>Rechtsrahmen f\u00fcr gro\u00dfskaliges Schiffrecycling in Deutschland schaffen:\u00a0Kreislaufwirtschaft, Rohstoffsicherung<\/li>\n<li>Vernetzung entlang der maritimen Wertsch\u00f6pfungskette st\u00e4rken: Kooperation von Werften, Zulieferern, Dienstleistern und Forschung<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Positionen der IHK Schleswig-Holstein zur\u00a0maritimen\u00a0Industrie<\/strong><\/p>\n<p>Die IHK Schleswig-Holstein versteht sich als starke Stimme der maritimen Wirtschaft im Land zwischen den Meeren. Mit dem aktuellen Positionspapier zur\u00a0maritimen\u00a0Industrie\u00a0b\u00fcndelt sie die Anliegen und Perspektiven von Unternehmen, Verb\u00e4nden und Institutionen entlang der K\u00fcsten und Wasserwege. Ziel ist es, den\u00a0\u00f6konomischen\u00a0und sicherheitspolitischen\u00a0Beitrag der\u00a0maritimen\u00a0Industrie\u00a0sichtbar zu machen und zukunftsf\u00e4hige Rahmenbedingungen einzufordern.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum IHK-Positionspapier unter: <strong><a href=\"http:\/\/www.ihk.de\/sh\/maritimeindustrie\">www.ihk.de\/sh\/maritimeindustrie<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die maritime\u00a0Industrie\u00a0ist ein zentraler Standortfaktor f\u00fcr Schleswig-Holstein\u202f\u2013 doch\u00a0unsichere industriepolitische Rahmenbedingungen,\u00a0geopolitische Spannungen\u00a0und stockende Genehmigungen gef\u00e4hrden ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit. 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