{"id":457860,"date":"2026-03-30T15:47:19","date_gmt":"2026-03-30T13:47:19","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=457860"},"modified":"2026-03-30T17:43:44","modified_gmt":"2026-03-30T15:43:44","slug":"das-expansionsstreben-frisst-sich-selbst-und-nennt-es-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/das-expansionsstreben-frisst-sich-selbst-und-nennt-es-strategie\/","title":{"rendered":"Das Expansionsstreben frisst sich selbst \u2013 und nennt es Strategie"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"translatable-message\">Man muss kein Freund von Pathos sein, um zu erkennen, was hier passiert: Der Krieg gegen Iran ist kein \u201eFehler\u201c der US-Politik. Er ist ihr logisches Ergebnis. Wer das\u00a0<\/span>Expansionsstreben\u00a0<span class=\"translatable-message\">nicht moralisch, sondern materiell analysiert, sieht&#8230;<\/span><!--more-->d<span class=\"translatable-message\">as System ist an einem Punkt angekommen, an dem es nur noch zwischen R\u00fcckzug und Eskalation w\u00e4hlen kann. Und Washington hat sich \u2013 wenig \u00fcberraschend \u2013 f\u00fcr die Eskalation entschieden.<\/span><\/p>\n<p>Der Angriff auf Iran ist kein Zeichen von St\u00e4rke, sondern von Verzweiflung. Genau das beschreibt auch die Analyse von Diesen: Die USA versuchen, ihren relativen Niedergang aufzuhalten \u2013 mit Gewalt. Das Problem ist nur: Gewalt ersetzt keine \u00f6konom<span class=\"translatable-message\">ische Basis. Lenin hat das vor \u00fcber 100 Jahren auf den Punkt gebracht \u2013 Imperialismus ist das Stadium, in dem die \u00f6konomischen Widerspr\u00fcche nach au\u00dfen exportiert werden.<\/span><\/p>\n<p>Heute sehen wir die Endphase dieses Prozesses. Der Nahe Osten ist dabei kein Nebenschauplatz, sondern das Herzst\u00fcck. Energie, Transportwege, Kontrolle \u00fcber strategische Knotenpunkte \u2013 das ist kein \u201eGeopolitik-Spiel\u201c, sondern nackte Klassenpolitik im Weltma\u00dfstab. Wer Hormus kontrolliert, kontrolliert Preise, Industrien, ganze Volkswirtschaften. Genau deshalb wird dort gez\u00fcndelt. Nur: Diesmal brennt nicht nur die Peripherie, sondern das System selbst.<\/p>\n<p>China reagiert nicht aus moralischer Emp\u00f6rung, sondern aus \u00f6konomischem Kalk\u00fcl. Wenn das gr\u00f6\u00dfte Gasfeld der Welt angegriffen wird, wenn Handelsrouten destabilisiert werden, dann ist das kein \u201eKonflikt\u201c, sondern ein direkter Angriff auf die globale Reproduktion des Kapitals. Peking sieht klar: Hier wird nicht nur Krieg gef\u00fchrt \u2013 hier wird die Weltwirtschaft geopfert, um eine br\u00f6ckelnde Hegemonie zu retten. Russland hat eine andere, aber erg\u00e4nzende Lektion gelernt: US-Diplomatie ist nicht mehr Mittel zur Stabilisierung, sondern Teil der Kriegsf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Verhandlungen werden zur taktischen Pause, nicht zur L\u00f6sung. Wer das einmal begriffen hat, verhandelt anders \u2013 oder gar nicht mehr. Das Ergebnis? Genau das Gegenteil dessen, was Washington wollte. Statt Russland von China zu trennen, schwei\u00dft der US-Imperialismus beide enger zusammen. Nicht aus Sympathie, sondern aus Notwendigkeit. Der gemeinsame Nenner ist simpel: Schutz vor einem System, das unberechenbar geworden ist. Eine Supermacht, die bereit ist, die Weltwirtschaft zu besch\u00e4digen, um\u00a0<span class=\"translatable-message\">ihre eigene Position zu retten, ist kein Partner mehr \u2013 sie ist ein Risiko.<\/span><\/p>\n<p><strong>Und Europa?<\/strong> Sitzt dazwischen wie ein abh\u00e4ngiger Zulieferer, der pl\u00f6tzlich merkt, dass die Lieferketten politisch sind. Die \u201eEnergieunabh\u00e4ngigkeit\u201c entpuppt sich als teure Illusion. Deindustrialisierung ist kein Schlagwort mehr, sondern Realit\u00e4t. Fabriken schlie\u00dfen nicht wegen \u201eStrukturwandel\u201c, sondern weil Energiepreise durch die Decke gehen. Die bittere Pointe: Dieselben Eliten, die jahrelang jede Ann\u00e4herung an Russland verteufelt haben, beginnen pl\u00f6tzlich umzudenken.<\/p>\n<p>Nicht aus Einsicht \u2013 aus Zwang. Der Markt diktiert, was Machtstreben vorher verbieten wollte. Das ist der Kern der Sache: Der Imperialismus kann seine eigenen Widerspr\u00fcche nicht l\u00f6sen. Er kann sie nur verschieben, versch\u00e4rfen oder \u2013 wie jetzt \u2013 milit\u00e4risch entladen. Aber jeder dieser Schritte beschleunigt den Verfall. Wer sich die Geschichte anschaut, erkennt das Muster. Systeme gehen nicht unter, weil sie \u201ezu schwach\u201c sind. Sie gehen unter, weil sie ihre Macht nicht mehr rational einsetzen k\u00f6nnen. Weil sie anfangen, ihre eigene Grundlage zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Genau das passiert hier. Der Iran-Krieg ist kein isoliertes Ereignis. Er ist ein Symptom. Ein Symptom daf\u00fcr, dass das \u201eamerikanische Jahrhundert\u201c nicht einfach endet \u2013 es implodiert. Und diese Implosion zieht die Weltwirtschaft, B\u00fcndnisse und ganze Regionen mit hinein.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage ist nicht, ob die USA verlieren. Die entscheidende Frage ist: Wie viel wird noch mitgerissen, bevor es soweit ist? Wer heute noch von \u201eStabilit\u00e4t\u201c unter US-F\u00fchrung spricht, hat entweder nichts verstanden \u2013 oder ein Interesse daran, dass es so bleibt.<\/p>\n<p>Quelle: <a class=\"anchor-url\" href=\"https:\/\/t.me\/Klartext2021Gemeinsam\">https:\/\/t.me\/Klartext2021Gemeinsam<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man muss kein Freund von Pathos sein, um zu erkennen, was hier passiert: Der Krieg gegen Iran ist kein \u201eFehler\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":435072,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20,5,14],"tags":[27877,27873],"class_list":["post-457860","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-besondere-neuigkeiten","category-politik-wirtschaft","category-tipps-informationen","tag-das-expansionsstreben-frisst-sich-selbst-und-nennt-es-strategie","tag-der-imperialismus-frisst-sich-selbst-und-nennt-es-strategie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/457860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=457860"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/457860\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":457895,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/457860\/revisions\/457895"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/435072"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=457860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=457860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=457860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}