{"id":458704,"date":"2026-04-28T18:19:49","date_gmt":"2026-04-28T16:19:49","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=458704"},"modified":"2026-04-28T18:19:49","modified_gmt":"2026-04-28T16:19:49","slug":"checkliste-fuer-den-ostseeschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/checkliste-fuer-den-ostseeschutz\/","title":{"rendered":"Checkliste f\u00fcr den Ostseeschutz"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Naturschutzverb\u00e4nde verfolgen Umsetzung des Aktionsplans Ostseeschutz<\/li>\n<li>Erste Meilensteine erreicht: Schutzgebiete ausgewiesen, freiwillige Vereinbarungen<\/li>\n<li>Verbindliche Ziele zur Reduktion des N\u00e4hrstoff-Eintrags in die Ostsee fehlen<\/li>\n<li>Reduktion von St\u00f6rungen in allen sensiblen Ostsee-Gebieten notwendigDer Ostsee geht es schlecht.\n<p>Zu hohe N\u00e4hrstoff-Eintr\u00e4ge, kaum noch Fisch, die Artenvielfalt ist bedroht. Der \u201eAktionsplan Ostseeschutz 2030\u201c zeigt, dass die Landesregierung das Problem erkannt hat und angehen will.Mit einer Checkliste hat das B\u00fcndnis der Naturschutzverb\u00e4nde zum Ostseeschutz die Umsetzung des Aktionsplans seit dessen Verabschiedung vor zwei Jahren verfolgt.<\/p>\n<p>Heute trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Verb\u00e4nde mit dem Ministerpr\u00e4sidenten Daniel G\u00fcnther sowie Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg und Umweltminister Tobias Goldschmidt zu einem Gespr\u00e4ch. Die Checkliste diente dabei als Grundlage f\u00fcr eine Bilanz der Erfolge und der dringend ausstehenden Ma\u00dfnahmen im Ostseeschutz.Die Verb\u00e4nde lobten die schnelle Einrichtung der neuen Ostsee-Schutzgebiete Schlei bis Gelting, Hohwachter Bucht und westlich Fehmarn. In diesen Gebieten darf nicht mehr gefischt werden.Echte Ruhezonen f\u00fcr die Natur sind aus Sicht der Naturschutzverb\u00e4nde erst dann gegeben, wenn in den Gebieten auch kein Wassersport mehr stattfindet. Vor allem f\u00fcr die sehr st\u00f6rungssensiblen Schweinswale und Wasserv\u00f6gel ist dies existenziell. Es sollen jedoch nach aktueller Planung selbst in den fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig kleinen Schutzgebieten Zonen f\u00fcr Wassersport eingerichtet werden, also zum Beispiel Surfen und Kiten. Lediglich motorisierter Wassersport soll in den drei neuen Schutzgebieten nicht mehr stattfinden. Endg\u00fcltig geregelt wird dies erst durch eine Befahrensverordnung des Bundes. Das Land erarbeitet zurzeit einen entsprechenden Antrag an das Bundesverkehrsministerium. Die Naturschutzverb\u00e4nde bringen sich mit ihren Forderungen in die Arbeitsgruppe ein und hoffen auf eine Regelung zugunsten der stark gef\u00e4hrdeten Meeresbewohner.<\/p>\n<p>Die Minimal-Forderung der Verb\u00e4nde ist bereits im Aktionsplan Ostseeschutz festgehalten: Das Verbot von Wassersport au\u00dferhalb der ausgewiesenen Wassersport-Zonen zwischen November und M\u00e4rz \u2013 der Zeitraum, in dem Tausende Meeresenten in der Ostsee \u00fcberwintern. F\u00fcr die Verb\u00e4nde hei\u00dft echter Naturschutz jedoch: ganzj\u00e4hrige Ruhezonen f\u00fcr Schweinswale, Enten &amp; Co., Wassersport nur au\u00dferhalb der Schutzgebiete \u2013 also im weitaus gr\u00f6\u00dften Bereich der Ostsee.<\/p>\n<p>\u00dcberd\u00fcngung ist ein weiterer Faktor, der den Lebensraum Ostsee akut bedroht. Das Land hat freiwillige Vereinbarungen mit der Landwirtschaft \u00fcber D\u00fcngemittel-Einsparungen getroffen. Aus Sicht der Naturschutz-Verb\u00e4nde sind diese jedoch zu unverbindlich. Ohne klare Vorgaben, bis zu welchem Zeitpunkt wie viel weniger Stickstoff messbar sein soll, kann das Ziel nicht erreicht werden. Au\u00dferdem werden weitere kleine Ma\u00dfnahmen zwar mitgedacht, aber noch nicht entschlossen genug angegangen, zum Beispiel die Ausstattung der H\u00e4fen mit leicht zug\u00e4nglichen Abwasser-Entsorgungsstationen.<\/p>\n<p>Die Naturschutzverb\u00e4nde erkennen an, dass die Landesregierung gro\u00dfe Anstrengungen unternimmt, um Munitionsaltlasten aus der Ostsee zu bergen, und dass hierf\u00fcr eine finanzielle Beteiligung des Bundes und anderer L\u00e4nder notwendig ist. Hier gibt es im Aktionsplan Ostseeschutz den Vorschlag, eine Spendenplattform einzurichten. Dies wurde bisher nicht umgesetzt. Dabei gef\u00e4hrden die R\u00fcckst\u00e4nde aus rostenden Bomben und chemischen Kampfmitteln nicht nur Fische und Muscheln, sondern auch Wassersportler*innen und Badeg\u00e4ste.<\/p>\n<p>Laut EU-Wiederherstellungsverordnung m\u00fcssen 20 Prozent der Meeresfl\u00e4che wieder in einen nat\u00fcrlichen Zustand versetzt werden. Eine Wiederherstellung ist nur mit konsequent nutzungs- und st\u00f6rungsfreien Wasserfl\u00e4chen und einer \u00dcberarbeitung der Managementpl\u00e4ne f\u00fcr die bereits bestehenden Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete (FFH-Gebiete) zu erreichen, wie die Verb\u00e4nde betonen. Sie stellen klar: \u201eEs geht hier nicht um Verordnungen, sondern darum, dass Schweinswale, Dorsche und andere charakteristische Ostsee-Arten akut vom Aussterben bedroht sind. Jetzt haben wir noch die Chance, ihre und unsere Lebensgrundlagen zu retten.\u201c<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis der Ostsee-Naturschutzverb\u00e4nde besteht aus der Arbeitsgemeinschaft Integrierter Ostseeschutz (AGIO), dem Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH), der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung, Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e.V. (LNV SH), dem NABU Schleswig-Holstein, dem Verein Jordsand und dem WWF Deutschland.<\/p>\n<p>Beim Termin mit Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther, Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg und Umweltminister Tobias Goldschmidt vertraten Prof. Dr. Holger Gerth (LNV SH), Wolfgang-Dieter Glanz (AGIO), Eva Krautter (NABU SH) und Dietmar Ulbrich (BUND SH) die oben genannten Verb\u00e4nde.<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naturschutzverb\u00e4nde verfolgen Umsetzung des Aktionsplans Ostseeschutz Erste Meilensteine erreicht: Schutzgebiete ausgewiesen, freiwillige Vereinbarungen Verbindliche Ziele zur Reduktion des N\u00e4hrstoff-Eintrags in<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":458707,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5,8],"tags":[28049],"class_list":["post-458704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-wirtschaft","category-flora-fauna-wasser","tag-checkliste-fuer-den-ostseeschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=458704"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":458708,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458704\/revisions\/458708"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/458707"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=458704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=458704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=458704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}