{"id":459151,"date":"2026-05-12T19:49:07","date_gmt":"2026-05-12T17:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=459151"},"modified":"2026-05-12T19:49:07","modified_gmt":"2026-05-12T17:49:07","slug":"tag-des-ostsee-schweinswals-bund-fordert-ende-der-stellnetzfischerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tag-des-ostsee-schweinswals-bund-fordert-ende-der-stellnetzfischerei\/","title":{"rendered":"Tag des Ostsee-Schweinswals: BUND fordert Ende der Stellnetzfischerei"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Stellnetze gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr bedrohte Schweinswale<\/li>\n<li>Von echten Nullnutzungszonen in Schutzgebieten profitieren Natur und Fischerei<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ostsee und Schweinswale brauchen Rettungsplan und entschlossenes politisches Handeln<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Berlin\/Kiel\/Schwerin.<\/strong> Anl\u00e4sslich des Tags des Ostsee-Schweinswals am 17. Mai weisen die Meeressch\u00fctzerinnen des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die akute Gef\u00e4hrdung des kleinen Meeress\u00e4ugers durch die Stellnetzfischerei hin und fordern ambitioniertes politisches Handeln zu seiner Rettung. Jedes Jahr sterben hunderte Schweinswale in der Stellnetzfischerei als ungewollter Beifang, weil sie die d\u00fcnnen Netze nicht erkennen k\u00f6nnen, sich darin verfangen und ertrinken. F\u00fcr die BUND-Landesverb\u00e4nde Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein steht fest, dass dieses T\u00f6ten durch Beifang ein Ende finden muss.<\/p>\n<p>In der Ostsee leben zwei genetisch unterschiedliche Schweinswalpopulationen. Die Population in der westlichen Ostsee und Beltsee umfasst etwa 14.000 Tiere, doch es werden von Jahr zu Jahr weniger. Stellnetze sind die Hauptursache f\u00fcr den R\u00fcckgang: Allein in der Beltsee sterben durch d\u00e4nische und schwedische Stellnetzfischerei j\u00e4hrlich etwa 900 Schweinswale. Um die Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee steht es noch schlimmer, sie wird auf nur noch 400 bis 500 Schweinswale gesch\u00e4tzt und ist damit eine der am st\u00e4rksten bedrohten Meeress\u00e4ugerpopulationen Europas.<\/p>\n<p>Lena Hohls, Meeresschutz-Expertin des BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern: \u201eBereits der Verlust eines einzelnen Tieres kann \u00fcber das \u00dcberleben dieser kleinen Population in der zentralen Ostsee entscheiden. Wer Schweinswale retten will, muss die t\u00f6dlichen Stellnetze durch alternative Fangtechniken ersetzen und streng gesch\u00fctzte Gebiete schaffen, die vollst\u00e4ndig fischereifrei sind.\u201c<\/p>\n<p>Neben dem Beifang sind Schweinswale in der Ostsee zahlreichen weiteren Belastungen ausgesetzt. Der zunehmende Schiffsverkehr erh\u00f6ht das Risiko von Kollisionen und erzeugt Unterwasserl\u00e4rm, der die Wale bei der Orientierung sowie bei der Suche nach Nahrung und Partnern st\u00f6rt. Durch hohe N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge aus der Landwirtschaft ist die Ostsee \u00fcberd\u00fcngt, und es entstehen am Meeresboden\u00a0sogenannte Todeszonen, in denen\u00a0Sauerstoffmangel herrscht. Insgesamt verschlechtert sich dadurch der Zustand der Ostsee mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Schweinswale.<\/p>\n<p>Meeresschutzgebiete, die frei von Nutzung und St\u00f6rung durch Menschen sind, k\u00f6nnen den Belastungen entgegenwirken und eine Chance auf Erholung bieten. Das Land Schleswig-Holstein wies im M\u00e4rz 2026 drei neue Meeresschutzgebiete aus, in denen ab sofort keine Fischerei oder andere sch\u00e4dliche Aktivit\u00e4ten wie Bauma\u00dfnahmen erlaubt sind.<\/p>\n<p>Verena Platt-Till, Meeresschutzreferentin des BUND Landesverband Schleswig-Holstein: \u201eDie neuen Schutzgebiete sind ein bedeutender Fortschritt. Doch sie verdienen ihren Namen nur, wenn dort auch st\u00f6rende Nutzungen wie motorisierter Wassersport und dauerhafter L\u00e4rm konsequent ausgeschlossen werden. Solange die Schutzgebiete nicht frei von Nutzung sind, wird der Ostsee-Schweinswal weiterhin akut vom Aussterben bedroht bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Die K\u00fcstenfischerei der Ostsee bangt angesichts einer kranken Ostsee und schwindender Fischpopulationen um ihre Existenz. Doch der Erhalt einzelner Fangmethoden wie der Stellnetzfischerei darf nicht auf Kosten streng gesch\u00fctzter Tiere wie des Schweinswals gehen. Vielmehr m\u00fcssen die Ursachen politisch angegangen werden, die sowohl den Fortbestand der K\u00fcstenfischerei als auch das \u00dcberleben des Ostsee-Schweinswals bedrohen.<\/p>\n<p>Valeska Diemel, Fischerei-Expertin im BUND-Meeresschutzb\u00fcro: \u201eNicht die Ausweisung von Meeresschutzgebieten bedroht die K\u00fcstenfischerei, sondern die immer st\u00e4rker sp\u00fcrbaren Auswirkungen einer jahrzehntelangen \u00dcberfischung, der \u00dcberd\u00fcngung und des Klimawandels.\u201c<\/p>\n<p>Der BUND fordert einen konsequenten und ambitionierten Rettungsplan f\u00fcr den Ostsee-Schweinswal, der die Einrichtung echter Nullnutzungszonen, die drastische Reduktion der Stellnetzfischerei, eine strengere Begrenzung von Unterwasserl\u00e4rm und eine wirksame Senkung landwirtschaftlicher N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge einschlie\u00dft. \u201eDer Ostsee-Schweinswal steht symbolisch f\u00fcr den dramatischen Zustand des Meeres. Nur wenn die Politik jetzt konsequent handelt, besteht die Chance, den Schweinswal als einzige heimische Walart und die \u00d6kosysteme der Ostsee dauerhaft zu bewahren\u201c, so die Meeressch\u00fctzerinnen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Streng gesch\u00fctzte Meeresgebiete ohne Nutzung sind f\u00fcr alle Organismen, auch f\u00fcr Fische, wichtige Regenerationsr\u00e4ume. Individuen k\u00f6nnen hier gro\u00df werden und sehr viel mehr Nachkommen bekommen als die durch den Fischereidruck auf geringe Gr\u00f6\u00dfe selektierten Fischpopulationen. Durch solche Meeresschutzgebiete ist f\u00fcr alle genug da: Nahrung f\u00fcr Raubfische, Meeress\u00e4uger und Seev\u00f6gel sowie f\u00fcr den Menschen. Denn die Erfahrungen aus Regionen, wo es bereits streng gesch\u00fctzte Meeresgebiete gibt, zeigen, dass es durch den \u201espill-over Effekt\u201c wieder mehr und gr\u00f6\u00dfere Fische auch au\u00dferhalb von Schutzgebieten gibt, von denen die Fischerei ebenfalls profitiert.<\/p>\n<p><strong>Mehr Informationen:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber Schweinswale:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bund.net\/themen\/tiere-pflanzen\/tiere\/saeugetiere\/schweinswal\/\">https:\/\/www.bund.net\/themen\/tiere-pflanzen\/tiere\/saeugetiere\/schweinswal\/<\/a><\/p>\n<p>Bericht des BUND mit Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4gen zur Reduktion von Beif\u00e4ngen des Gew\u00f6hnlichen Schweinswals in der Ostsee:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bund.net\/service\/publikationen\/detail\/publication\/reduktion-von-beifaengen-des-gewoehnlichen-schweinswals-in-der-ostsee\/\">https:\/\/www.bund.net\/service\/publikationen\/detail\/publication\/reduktion-von-beifaengen-des-gewoehnlichen-schweinswals-in-der-ostsee\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellnetze gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr bedrohte Schweinswale Von echten Nullnutzungszonen in Schutzgebieten profitieren Natur und Fischerei Ostsee und Schweinswale brauchen Rettungsplan<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":445626,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5,8],"tags":[28130],"class_list":["post-459151","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-wirtschaft","category-flora-fauna-wasser","tag-tag-des-ostsee-schweinswals-bund-fordert-ende-der-stellnetzfischerei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=459151"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459151\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":459152,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459151\/revisions\/459152"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/445626"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=459151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=459151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=459151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}