{"id":45932,"date":"2011-10-19T16:00:44","date_gmt":"2011-10-19T14:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=45932"},"modified":"2011-10-19T16:00:44","modified_gmt":"2011-10-19T14:00:44","slug":"tastennacht-zu-liszt-in-der-lubecker-musikhochschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tastennacht-zu-liszt-in-der-lubecker-musikhochschule\/","title":{"rendered":"Tastennacht zu Liszt in der L\u00fcbecker Musikhochschule"},"content":{"rendered":"<p>Es war eine faszinierende und anspruchsvolle Soiree im Rahmen der &#8222;Festwoche 100 Jahre Musikhochschule L\u00fcbeck&#8220;. Am letzten Samstag wurden im reichlich gef\u00fcllten Gro\u00dfen Saal der Musikhochschule L\u00fcbeck unter dem Motto &#8222;Tastennacht in drei Akten- Franz Liszt zum 200.Geburtstag&#8220; Pr\u00e4sentationen aus dem Bereich Tasteninstrumente geboten. <!--more-->Im I.Akt erklangen das Pr\u00e4ludium nach Johann Sebastian Bach &#8222;Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen&#8220; von Franz Liszt (1811-1886), mit Franz Danksagm\u00fcller, Orgel, das gehaltvolle und originelle Konzert f\u00fcr drei Klaviere und Streicher d-Moll BWV 1063 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) mit Konstanze Eickhorst, Konrad Elser und Inge-Susann R\u00f6mhild, Klavier, und einem Streichensemble der Musikhochschule L\u00fcbeck und die Fantasie und Fuge \u00fcber BACH von Franz Liszt mit Lukas Mosur, Orgel.<br \/>\nWir haben von Liszt zahlreiche kleinere Orgelst\u00fccke, die entweder liturgischen Aufgaben dienen oder aber privaten Charakter tragen. Die liturgischen Werke stehen im Spannungsfeld von Autonomie und Funktionalit\u00e4t ganz auf der &#8222;dienenden&#8220; Seite und markieren den tiefen Bruch zwischen gottesdienstlich gebundener und autonomer Orgelmusik. Andere kleine St\u00fccke sind kompositionsgeschichtlich interessant.<br \/>\n&#8222;Mein Klavier ist f\u00fcr mich, was dem Seemann seine Fregatte, dem Araber sein Pferd-mehr noch&#8230;meine Sprache, mein Leben&#8230;&#8220;. Wie Chopin ging auch Liszt in der Zeit zwischen den Revolutionen von 1831 und 1848 vom Pariser Salon aus &#8211; als intimem Konzertsaal und Ort der Geschmacksbildung. Doch im Unterschied zu Chopin suchte er schon fr\u00fch eine breitere H\u00f6rerschar- spielte etwa in der Pariser Oper- und einen tieferen Erlebniskreis, dr\u00e4ngte zu sinfonischer Dramaturgie und Schlagkraft. Daf\u00fcr fand er neue, die Klaviertechnik bereichernde Satzl\u00f6sungen, denen dann erst im 20.Jahrhundert etwa durch Debussy und Prokofjew Entscheidendes hunzugef\u00fcgt wurde.<br \/>\nDas unglaublich umfangreiche Oeuvre dieses rastlosen Sch\u00f6pfers ist l\u00e4ngst noch nicht abgeschritten; in ihm verbirgt sich eine enorme Zukunftstr\u00e4chtigkeit. Bela Bartok stellte ihn als Initiator sogar noch \u00fcber Richard Wagner: &#8222;Die gro\u00dfen, vorw\u00e4rtsweisenden, damals zum allererstenmal gewagten K\u00fchnheiten &#8230;sind es, die Franz Liszt als Komponisten in die Reige der Gro\u00dfen erheben. Er brachte&#8230;so viele neuartige M\u00f6glichkeiten in Anschlag, ohne sie selbst bis aufs letzte zu ersch\u00f6pfen, dass er uns unvergleichlich mehr Anregungen bieten konnte als Wagner.&#8220;<br \/>\nLiszts vielgeschm\u00e4hte und schier zahllose Bearbeitungen und Paraphrasen hatten dennoch ein unbestreitbares historisches Verdienst- sie halfen, Werke fr\u00fcherer und zeitgen\u00f6ssischer Komponisten zu propagieren, und h\u00fcllten sie in ein zeitgem\u00e4\u00dfes Gewand. Man sollte ihre Meriten f\u00fcr das 19.Jahrhundert nicht untersch\u00e4tzen wie die k\u00fcnstlerischen Qualit\u00e4ten der besten unter ihnen \u00fcbersehen.<br \/>\nBertan Balli,Klavier, bot dann zu Beginn des II.Aktes &#8222;Vallee d`Obermann&#8220; aus: &#8222;Annees de Pelerinage&#8220;, Premiere Annee: Suisse, dann pr\u00e4sentierten Chika Matsuhisa eine Paraphrase \u00fcber Verdis Oper &#8222;Rigoletto&#8220;, Jong-Yeol Choi &#8222;Harmonies du soir&#8220; aus: &#8222;Etudes d`execution transcendante&#8220;, Mami Shindo Transkriptionen nach Liedern von Franz Schubert, Natali Shibukawa den Mephisto-Walzer Nr.1 &#8222;Der Tanz in der Dorfschenke&#8220;, Rafal Michalski &#8222;Funerailles&#8220; aus: &#8222;Harmonies poetiques et religieuses&#8220; und Violetta Khachikyan die Ungarische Rhapsodie Nr.12.<br \/>\nIm III.Akt erklangen dann die St\u00fccke &#8222;Improvisation&#8220; mit Matthias Flierl, Orgel, &#8222;Ein M\u00e4rchen&#8220; f\u00fcr Klavier und Orgel als Urauff\u00fchrung von Katharina Roth (geb.1990) mit Anne Michael, Orgel, und Susanna Amirkhanyan, Klavier, und die Suite f\u00fcr vier Klaviere op.284 &#8222;Paris&#8220; von Darius Milhaud (1892-1974) mit Manfred Aust, Marion Cinget, Nathalie Glinka und Alfred Sugiri, Klavier.<br \/>\nAlle Akteure wurden schlie\u00dflich mit sehr viel Beifall bedacht.<br \/>\nLutz Gallinat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war eine faszinierende und anspruchsvolle Soiree im Rahmen der &#8222;Festwoche 100 Jahre Musikhochschule L\u00fcbeck&#8220;. 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