{"id":460079,"date":"2026-06-15T17:46:55","date_gmt":"2026-06-15T15:46:55","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=460079"},"modified":"2026-06-15T17:57:38","modified_gmt":"2026-06-15T15:57:38","slug":"verkehrssicherheit-am-muehlentorplatz-hat-hoechste-prioritaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/verkehrssicherheit-am-muehlentorplatz-hat-hoechste-prioritaet\/","title":{"rendered":"Verkehrssicherheit am M\u00fchlentorplatz hat h\u00f6chste Priorit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Foto: HL \u00b7 Stadt L\u00fcbeck erl\u00e4utert die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Beschluss zur Umgestaltung des Verkehrsknotenpunkts und nimmt Stellung zum angek\u00fcndigten B\u00fcrgerbegehren.<!--more--><\/p>\n<p>Die Hansestadt L\u00fcbeck nimmt die Ank\u00fcndigung eines B\u00fcrgerbegehrens zum Erhalt des Kreisverkehrs am M\u00fchlentorplatz zur Kenntnis. B\u00fcrgerbegehren sind ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Demokratie. Zugleich sieht sich die Stadt in der Verantwortung, die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die fachlichen Grundlagen des Beschlusses der B\u00fcrgerschaft vom 28. Mai 2026 zu informieren.<\/p>\n<p><strong>Unfallh\u00e4ufungspunkt erfordert Handeln<\/strong><\/p>\n<p>Der Verkehrsknotenpunkt M\u00fchlentorplatz erfordert eine grundlegende Neuordnung. Seit vielen Jahren z\u00e4hlt er zu den Unfallh\u00e4ufungspunkten der Hansestadt L\u00fcbeck. Dies wird regelm\u00e4\u00dfig durch die Verkehrssicherheitsberichte der Polizei dokumentiert. Besonders h\u00e4ufig kommt es zu Konflikten zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrenden an den Zu- und Ausfahrten des Kreisverkehrs. Daraus ergibt sich ein dringender Handlungsbedarf.<\/p>\n<p>Die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist dabei keine politische Frage, sondern eine Verpflichtung. Unfallh\u00e4ufungspunkte m\u00fcssen so angepasst werden, dass sie regelkonform und sicher genutzt werden k\u00f6nnen. Die Stadt hat deshalb verschiedene L\u00f6sungsans\u00e4tze intensiv untersucht und bewertet.<\/p>\n<p><strong>Sicherheitsverbesserung im Kreisverkehr bereits erprobt<\/strong><\/p>\n<p>Dabei handelt es sich nicht nur um theoretische Betrachtungen. Bereits vor rund zwei Jahren wurde der ehemals zweispurige Kreisverkehr durch Markierungen und Anpassungen in einen einspurigen Kreisverkehr umgewandelt. Ziel war es, die Blickbeziehungen zwischen Rad- und Kraftfahrzeugverkehr zu verbessern und die Sicherheit an den Ein- und Ausfahrten zu erh\u00f6hen. Die Auswertung dieser Ma\u00dfnahme zeigte jedoch keine wesentliche Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Frage, ob ein umgestalteter Kreisverkehr die Unfallproblematik l\u00f6sen kann, wurde somit bereits praktisch erprobt.<\/p>\n<p><strong>Kreuzung bietet h\u00f6chste Verkehrssicherheit<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchungen sind eindeutig: Eine signalisierte Kreuzung, also eine Kreuzung mit Ampelsteuerung, bietet die h\u00f6chste Verkehrssicherheit aller untersuchten Varianten. W\u00e4hrend bei einer solchen L\u00f6sung nur noch ein relevanter Konfliktpunkt zwischen Kraftfahrzeug- und Radverkehr verbleibt, weist ein Kreisverkehr weiterhin neun Konfliktpunkte auf.<\/p>\n<p>Ein typisches Beispiel f\u00fcr einen Konfliktpunkt ist die Situation, wenn ein Auto aus dem Kreisverkehr ausf\u00e4hrt und dabei den parallel verlaufenden Radverkehr kreuzt. Gerade an diesen Stellen kommt es am M\u00fchlentorplatz immer wieder zu Unf\u00e4llen. Durch die Ampelsteuerung k\u00f6nnen die Verkehrsstr\u00f6me zeitlich voneinander getrennt werden, sodass sich Radfahrende und abbiegende Kraftfahrzeuge deutlich seltener in die Quere kommen. Besonders wichtig ist dies angesichts der hohen Zahl von Sch\u00fcler:innen und Student:innen, die den Bereich t\u00e4glich nutzen.<\/p>\n<p><strong>Umfassende Abw\u00e4gung statt einseitiger Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Die Initiative f\u00fchrt an, die B\u00fcrgerschaft habe sich bei ihrer Entscheidung \u00fcber fachliche Empfehlungen hinweggesetzt. Tats\u00e4chlich lagen zum Zeitpunkt der Beschlussfassung umfangreiche Untersuchungen, Gutachten und Bewertungen vor. Die B\u00fcrgerschaft hat diese Erkenntnisse in ihre Entscheidung einbezogen und nach Abw\u00e4gung aller relevanten Belange eine politische Entscheidung getroffen. Dies entspricht dem regul\u00e4ren demokratischen Verfahren.<\/p>\n<p>Auch die Behauptung, die Stimmen von Fachleuten seien ignoriert worden, entspricht nicht den Tatsachen. Im Rahmen des Planungsprozesses wurden unterschiedliche fachliche Perspektiven aus den Bereichen Verkehrsplanung, Stadtplanung, Freiraumplanung und Denkmalpflege ber\u00fccksichtigt. Die Stadt erkennt ausdr\u00fccklich an, dass der Kreisverkehr st\u00e4dtebauliche Qualit\u00e4ten besitzt und den Zugang zur Altstadt pr\u00e4gt. Gerade weil diese Qualit\u00e4ten unbestritten sind, fiel die Entscheidung nicht leicht.<\/p>\n<p><strong>Mobilit\u00e4t von morgen mitdenken<\/strong><\/p>\n<p>Die Diskussion um den M\u00fchlentorplatz beschr\u00e4nkt sich jedoch nicht allein auf Verkehrssicherheit und Stadtbild. Der Standort bildet einen wichtigen Eingang zur historischen Altstadt und muss zugleich den Anforderungen einer modernen und zukunftsf\u00e4higen Mobilit\u00e4t gerecht werden. Mit der Radroute Plus in der Ratzeburger Allee entsteht die erste Radschnellverbindung Schleswig-Holsteins. Bereits heute nutzen rund 8.500 Radfahrende t\u00e4glich diese Achse. F\u00fcr die Zukunft wird mit einer deutlichen Zunahme gerechnet. Die sichere Anbindung dieser wichtigen Radverkehrsverbindung an den M\u00fchlentorplatz stellt daher eine zentrale Anforderung an die Planung dar.<\/p>\n<p><strong>Langfristige L\u00f6sung statt kurzfristiger Kostenvorteile<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fcrgerbegehren verweist zudem auf m\u00f6gliche Kosteneinsparungen. Die Stadt weist darauf hin, dass die Umgestaltung des M\u00fchlentorplatzes zeitlich mit der ohnehin erforderlichen Sanierung der M\u00fchlentorbr\u00fccke abgestimmt wird. Die Arbeiten sollen damit weitestgehend im Schatten einer bereits notwendigen Gro\u00dfbaustelle erfolgen. Zus\u00e4tzliche langfristige Verkehrsbehinderungen entstehen dadurch nicht.<\/p>\n<p>Die Baukosten f\u00fcr die beschlossene Kreuzung mit Lichtsignalanlage werden derzeit auf rund 3 Millionen Euro gesch\u00e4tzt. Ein regelkonform umgebauter Kreisverkehr w\u00fcrde nach aktuellen Berechnungen rund 2,3 Millionen Euro kosten. Die Differenz betr\u00e4gt damit etwa 700.000 Euro.<\/p>\n<p>Entscheidend ist jedoch nicht allein die H\u00f6he der Investition, sondern deren nachhaltige Wirkung. Nach den vorliegenden Untersuchungen bietet die Kreuzung die h\u00f6chste Verkehrssicherheit und die gr\u00f6\u00dfte Leistungsf\u00e4higkeit aller gepr\u00fcften Varianten. F\u00fcr den Kreisverkehr konnte hingegen trotz umfangreicher Untersuchungen und bereits erfolgter Anpassungen nicht nachgewiesen werden, dass die Unfallh\u00e4ufungen nachhaltig reduziert werden k\u00f6nnen. Sollte sich nach einem Umbau herausstellen, dass die Unfallzahlen weiterhin hoch bleiben, w\u00e4ren weitere bauliche Ma\u00dfnahmen oder eine sp\u00e4tere Signalisierung erforderlich. Dies w\u00fcrde zus\u00e4tzliche Kosten verursachen und erneut Bauarbeiten notwendig machen.<\/p>\n<p><strong>Planungssicherheit f\u00fcr die Gesamtma\u00dfnahme<\/strong><\/p>\n<p>Der Beschluss der B\u00fcrgerschaft schafft zudem Planungssicherheit f\u00fcr die anstehende Umsetzung. Eine erneute grundlegende \u00dcberplanung des Verkehrsknotens w\u00fcrde zus\u00e4tzliche Planungszeit erfordern und weitere Kosten verursachen. Gleichzeitig best\u00fcnde das Risiko, dass die Sanierung der M\u00fchlentorbr\u00fccke abgeschlossen wird, w\u00e4hrend f\u00fcr den M\u00fchlentorplatz noch keine baureife L\u00f6sung vorliegt. In diesem Fall k\u00f6nnten die erforderlichen Arbeiten nicht wie vorgesehen geb\u00fcndelt werden. Dies w\u00fcrde nicht nur zu zeitlichen Verz\u00f6gerungen f\u00fchren, sondern auch die Gefahr zus\u00e4tzlicher Verkehrsbeeintr\u00e4chtigungen und Mehrkosten erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>Stadtbild bleibt wichtiger Bestandteil der Planung<\/strong><\/p>\n<p>Die Stadt teilt die Auffassung, dass der M\u00fchlentorplatz auch k\u00fcnftig ein attraktiver Stadteingang bleiben soll. Deshalb wurde bei den Untersuchungen ausdr\u00fccklich darauf geachtet, eine L\u00f6sung mit m\u00f6glichst geringem Fl\u00e4chenbedarf zu entwickeln und Eingriffe in den vorhandenen Baumbestand so weit wie m\u00f6glich zu minimieren. Gleichzeitig muss jedoch gew\u00e4hrleistet sein, dass alle Verkehrsteilnehmenden den Knotenpunkt sicher nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Verkehrssicherheit bleibt ausschlaggebend<\/strong><\/p>\n<p>Die Hansestadt L\u00fcbeck respektiert das Engagement der Initiative und wird den weiteren demokratischen Prozess konstruktiv begleiten. Die Entscheidung der B\u00fcrgerschaft basiert jedoch nicht auf einer Gegen\u00fcberstellung von \u201eKreisverkehr oder Kreuzung\u201c, sondern auf einer umfassenden Abw\u00e4gung von Verkehrssicherheit, Stadtgestaltung, Leistungsf\u00e4higkeit, Wirtschaftlichkeit und den Anforderungen einer modernen Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Nach den vorliegenden Erkenntnissen bietet die signalisierte Kreuzung die beste M\u00f6glichkeit, die bestehenden Sicherheitsprobleme dauerhaft zu l\u00f6sen und den M\u00fchlentorplatz zukunftsf\u00e4hig zu gestalten. Ferner werden so Bauverz\u00f6gerungen zwischen der Sanierung der M\u00fchlenbr\u00fccke und der Umgestaltung des M\u00fchlentorplatzes vermieden und eine schnellere Durchfahrt zur M\u00fchlenstra\u00dfe wieder erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Alle Informationen sowie aktuellen Entwicklungen sind in K\u00fcrze online abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.luebeck.de\/muehlentorplatz\">www.luebeck.de\/muehlentorplatz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: HL \u00b7 Stadt L\u00fcbeck erl\u00e4utert die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Beschluss zur Umgestaltung des Verkehrsknotenpunkts und nimmt Stellung zum angek\u00fcndigten<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":460080,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[6,10,5],"tags":[28347],"class_list":["post-460079","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bauen-wohnen","category-lubeck-lupe","category-politik-wirtschaft","tag-verkehrssicherheit-am-muehlentorplatz-hat-hoechste-prioritaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460079","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=460079"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460079\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":460091,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460079\/revisions\/460091"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/460080"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=460079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=460079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=460079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}