{"id":460404,"date":"2026-06-26T19:44:07","date_gmt":"2026-06-26T17:44:07","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=460404"},"modified":"2026-06-26T19:44:07","modified_gmt":"2026-06-26T17:44:07","slug":"vom-piloten-in-die-praxis-erste-schritte-in-richtung-ki-nutzung-an-schulen-in-schleswig-holstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/vom-piloten-in-die-praxis-erste-schritte-in-richtung-ki-nutzung-an-schulen-in-schleswig-holstein\/","title":{"rendered":"Vom Piloten in die Praxis: Erste Schritte in Richtung KI-Nutzung an Schulen in Schleswig-Holstein"},"content":{"rendered":"<p>Foto: TH L\u00fcbeck \u00b7 In den meisten Kinder- und Jugendzimmern ist K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) bereits Teil des Alltags \u2013 im schulischen Umfeld stellt sich aber die Frage wie und in welchen Bereichen generative KI n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte. Dieser Frage ging das KI-Schulprojekt des Landes Schleswig-Holstein nach. Am Projekt beteiligt war auch TH-L\u00fcbeck Professor Sebastian Hobert. Nach Abschluss des Projektes liegt der Ergebnisbericht nun vor.<!--more-->L\u00fcbeck\/Kiel: Nach einem Jahr Projektbegleitung im Schuljahr 2024\/2025 und der anschlie\u00dfenden Evaluation stellten Bildungsministerin Dorit Stenke und Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schr\u00f6dter am 26. Juni 2026 die Ergebnisse des KI-Modellprojekts Schleswig-Holstein vor. Daf\u00fcr waren sie zu Gast an der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe, die als Pilotschule Teil des Projektes zur Erprobung generativer KI an Schulen war.<br \/>\n\u201eDas KI-Modellprojekt hat gezeigt, wie K\u00fcnstliche Intelligenz an Schulen sinnvoll genutzt werden kann. Entscheidend ist, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht nur lernen, KI anzuwenden, sondern auch die M\u00f6glichkeiten zu nutzen und Grenzen auszuloten\u201c, sagte Stenke und f\u00fcgt hinzu: \u201eDer reflektierte Umgang mit KI erweitert die Bildungsm\u00f6glichkeiten der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Die Erfahrungen unserer Pilotschulen helfen heute allen Schulen im Land.\u201c<\/p>\n<p>\u201eKI-Technologien verbessern auch das Lernen und Lehren. Der bewusste Umgang mit KI muss daher bereits im Schulunterricht beginnen\u201c, erg\u00e4nzt Dirk Schr\u00f6dter. \u201eSchleswig-Holstein verbindet dabei Innovation mit Verantwortung: Wir schaffen die Voraussetzungen daf\u00fcr, dass Schulen moderne KI-Technologien sicher, datenschutzkonform und niedrigschwellig nutzen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>TH L\u00fcbeck als Teil des KI-Schulprojektes Schleswig-Holstein<br \/>\nK\u00fcnstliche Intelligenz stellt im Bereich Schule und Unterricht dennoch eine relativ neue Entwicklung dar. Bisher gibt es nur wenig Feldforschung, bei der KI tats\u00e4chlich rechtskonform \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum an Schulen eingesetzt wurde. Daher wirft die Nutzung von KI an Schulen ganz unterschiedliche Fragen auf.<\/p>\n<p>Um diesen Fragen nachzusp\u00fcren wurde den beteiligten Pilotschulen mit dem Start des Projektes im Schuljahr 2024\/2025 ein datenschutzkonformes KI-Tool durch das Land Schleswig-Holstein bereitgestellt. Dieses wurde in der Online-Pinnwand Schleswig-Holstein (OP.SH) eingebaut und konnte von den Beteiligten Pilotschulen genutzt werden. Ein erster Schritt in Richtung digitales, KI-gest\u00fctztes Lernen und Lehren.<\/p>\n<p>KI-Schulprojekt soll einen \u00dcberblick verschaffen<\/p>\n<p>Das Schulprojekt zur K\u00fcnstlichen Intelligenz verfolgte dabei zwei Ziele: Zum einen sollte ein exemplarischer \u00dcberblick \u00fcber die Nutzung von k\u00fcnstlicher Intelligenz im Schulunterricht in Schleswig-Holstein geschaffen werden. Zum anderen sollten Fragen zum Einsatz von generativer KI bei der Vor- und Nachbereitung und im Schulunterricht beantwortet werden.<\/p>\n<p>Um diese Ziele zu erreichen sollten drei Themenbereiche untersucht werden. Im ersten Themenbereich ging es um die Motivation, k\u00fcnstliche Intelligenz zu nutzen und darum, welche Erwartungen und Ziele Lehrkr\u00e4fte mit dem Einsatz verbinden. Im zweiten Themenbereich sollten Anforderungen identifiziert werden, die sich f\u00fcr den Einsatz von generativer k\u00fcnstlicher Intelligenz im Schulunterricht ergeben. Der dritte Themenbereich ging der Frage nach dem wahrgenommenen Nutzen und der Praktikabilit\u00e4t des Einsatzes von KI nach.<\/p>\n<p>TH L\u00fcbeck begleitet Evaluation des KI-Schulprojektes<\/p>\n<p>Das KI-Schulprojekt wurde von einer Evaluation begleitet, die gemeinsam durch das Institut f\u00fcr Qualit\u00e4tsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und der TH L\u00fcbeck durchgef\u00fchrt wurde. Sebastian Hobert ist nicht nur Professor f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz und Bildung an der Hochschule, sondern ebenfalls einer von insgesamt zw\u00f6lf KI-Professoren des Landes Schleswig-Holstein. Die Landesregierung f\u00f6rdert diese KI-spezifischen Professuren seit 2023 \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren, um das Land auf dem Weg der digitalen Transformation weiter voran zu bringen.<\/p>\n<p>Onlineumfragen und Interviews<\/p>\n<p>Die Evaluation erfolgte haupts\u00e4chlich durch quantitative Online-Befragungen und qualitative Interviews mit ausgew\u00e4hlten Lehrkr\u00e4ften der beteiligten Pilotschulen. \u201eMein Schwerpunkt lag dabei haupts\u00e4chlich auf der Durchf\u00fchrung und Auswertung der Interviews\u201c, sagte Hobert im Gespr\u00e4ch. Zus\u00e4tzlich dazu war er aber auch am gesamten Evaluationsprozess, bei der vorgelagerten Gestaltung der Onlinebefragungen und als Co-Autor am Abschlussbericht beteiligt.<\/p>\n<p>\u201eDie qualitativen Interviews dienten der Erg\u00e4nzung und sollten die Themen aus den Onlineumfragen noch einmal vertiefen\u201c, erkl\u00e4rte er. Interviewpartner*in war jeweils eine Lehrkraft der Pilotschulen, die quasi als Multiplikator fungierte und die Eindr\u00fccke gesammelt einbrachte. \u201eDie Teilnahme an den Befragungen war anonym und auf freiwilliger Basis\u201c, so Hobert.<\/p>\n<p>Insgesamt gab es drei Zeitpunkte zu denen die Online-Umfragen und die Interviews stattfanden. Da die qualitativen Interviews erg\u00e4nzend wirken sollten, fanden sie in der Regel nachgelagert statt. Aus den unterschiedlichen Erhebungen konnten die Autor*innen einige Kernaussagen extrahieren.<\/p>\n<p>Kernaussagen nur Nutzung von KI an Schulen<br \/>\nAn Hand der vorliegenden Daten zeigte sich unter anderem, dass die Zunahme der Kostenentwicklung im Projektverlauf daf\u00fcrspricht, dass die Nutzung des KI-Tools kontinuierlich zugenommen habe und insbesondere die Sprachmodelle mehr zur Unterrichtsvor- und nachbereitung sowie von Sch\u00fcler*innen genutzt wurden. Hinzu kommt, dass der Nutzen von KI bei der Unterrichtsvorbereitung als hoch eingesch\u00e4tzt wurde \u2013 in diesem Zusammenhang wurde auch von einer deutlichen Arbeitserleichterung gesprochen.<\/p>\n<p>Als Herausforderung sah ein Gro\u00dfteil der Befragten fehlende Beispiele f\u00fcr den konkreten und fachbezogenen Einsatz von KI sowie das Thema Halluzinationen beziehungsweise die zum Teil nicht ganz faktengetreuen Antworten durch KI im Unterricht. Mehr als 80 Prozent w\u00fcrden laut den Befragungen ihren Kolleg*innen den Einsatz von KI empfehlen und 86 Prozent w\u00fcnschen sich, dass ihnen auch weiterhin ein KI-Tool zum Einsatz in Schule und Unterricht zur Verf\u00fcgung gestellt wird*.<\/p>\n<p>KI-Schulprojekt liefert erste Erkenntnisse zur KI-Nutzung<br \/>\nAus den Ergebnissen des Schulprojekts wurden am Ende Erkenntnisse gewonnen, die f\u00fcr den weiteren Umgang mit generativer k\u00fcnstlicher Intelligenz im schulischen Kontext relevant sein k\u00f6nnten.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich zeigten die Ergebnisse, dass das KI-Tool in unterschiedlichen Einsatzm\u00f6glichkeiten erprobt wurde \u2013 sowohl im Unterricht, als auch in der Vor- und Nachbereitung. Die Nutzung des Tools hatte \u00fcber den Projektzeitraum kontinuierlich zugekommen. Allerdings stellte sich auch heraus, dass die Ausgangspunkte und damit verbundenen Erfahrungen zum Thema KI-Nutzung deutlich variieren.<\/p>\n<p>Einer fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung eines KI-Tools f\u00fcr Schulen in Schleswig-Holstein stehen die meisten Befragten eher positiv gegen\u00fcber. Die von vielen Teilnehmenden wahrgenom-menen Herausforderungen legen allerdings nahe, dass ein vielf\u00e4ltiges und leicht zug\u00e4ngliches Unterst\u00fctzungsangebot f\u00fcr eine Ausweitung der KI-Nutzung auf weitere Schulen sinnvoll w\u00e4re. Daf\u00fcr br\u00e4uchte es ein umfangreiches, fachspezifisches, praxis- und toolnahes Schulungsangebot.<br \/>\nEine weitere wichtige Erkenntnis: der Zeitfaktor. Schulen und Lehrkr\u00e4fte ben\u00f6tigen ausreichend Zeit und Freir\u00e4ume, um sich mit den bereitgestellten Tools, den Schulungsm\u00f6glichkeiten und damit verbundenen Einsatzgebieten auseinanderzusetzen und neue Unterrichtsformate entwickeln zu k\u00f6nnen.<br \/>\nKI-Schulprojekt als Grundlage weiterer Forschung<br \/>\nIm Rahmen des KI-Schulprojektes konnten demnach eine Reihe von hilfreichen Erkenntnissen f\u00fcr den Einsatz von KI gewonnen werden. Sie erm\u00f6glichen es, die zuk\u00fcnftige Nutzung von KI unter Ber\u00fccksichtigung der Bedarfe von Lehrkr\u00e4ften und Sch\u00fcler*innen zu gestalten. Die Ergebnisse bieten eine Grundlage, auf die weitere Forschung aufbauen kann, um sinnvolle p\u00e4dagogische Konzepte zu entwickeln, Herausforderungen zu minimieren und das Personal bestm\u00f6glich zu schulen.<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt sind bereits jetzt in die Entwicklung von der KI-Chatbot-Oberfl\u00e4che eingeflossen, die seit November 2025 allen Schulen in Schleswig-Holstein kostenlos zur Verf\u00fcgung steht und inzwischen unter dem Namen AIS.chat genutzt werden kann. Der erste Schritt vom Piloten in die Praxis ist damit getan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: TH L\u00fcbeck \u00b7 In den meisten Kinder- und Jugendzimmern ist K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) bereits Teil des Alltags \u2013 im<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":460405,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[28426],"class_list":["post-460404","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenschaft","tag-vom-piloten-in-die-praxis-erste-schritte-in-richtung-ki-nutzung-an-schulen-in-schleswig-holstein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=460404"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":460406,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460404\/revisions\/460406"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/460405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=460404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=460404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=460404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}