{"id":461084,"date":"2026-07-22T19:18:15","date_gmt":"2026-07-22T17:18:15","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=461084"},"modified":"2026-07-22T19:18:15","modified_gmt":"2026-07-22T17:18:15","slug":"passat-dialog-demokratie-und-werte-in-europa-schuetzen-ist-aufgabe-aller-buergerinnen-und-buerger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/passat-dialog-demokratie-und-werte-in-europa-schuetzen-ist-aufgabe-aller-buergerinnen-und-buerger\/","title":{"rendered":"Passat-Dialog: \u201eDemokratie und Werte in Europa sch\u00fctzen ist Aufgabe aller B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Foto: Fotoatelier Braune \u00b7 \u201eVive l\u2019Europe! Vive la libert\u00e9!\u201c \u2013 \u201eEs lebe Europa! Es lebe die Freiheit!\u201c Mit diesen Worten appellierte Lor\u00e8ne Lemor, Generalkonsulin der Franz\u00f6sischen Republik, beim Passat-Dialog in L\u00fcbeck-Travem\u00fcnde an die Europ\u00e4er, ihre gemeinsamen Werte zu sch\u00fctzen und die europ\u00e4ische Idee zu st\u00e4rken. \u201eEuropa ist ein Projekt, das wir jeden Tag neu erschaffen m\u00fcssen durch unser Engagement\u201c, erg\u00e4nzte sie. Der engen deutsch-franz\u00f6sischen Partnerschaft komme dabei eine wichtige Rolle zu, aber auch das \u201eWeimarer Dreieck\u201c aus Deutschland, Frankreich und Polen als Verbindung von Ost und West leiste bereits einen wesentlichen Beitrag f\u00fcr Europa.<!--more--><\/p>\n<p>Die Diplomatin sprach auf Einladung des Honorarkonsuls der Republik Finnland und Doyen des Konsularkorps Schleswig-Holsteins, Bernd Jorkisch, Jan Lindenau von der Hansestadt L\u00fcbeck und Hans-Wilhelm Hagen vom Classical Beat Festival vor 220 G\u00e4sten aus Wirtschaft, Politik und Verb\u00e4nden. Unter den Teilnehmern war auch Dr. Olaf Tauras, Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein. Der Passat-Dialog hat sich fest im Programm der Travem\u00fcnder Woche etabliert. Thema des Abends war: \u201eEuropa denken \u2013 Demokratie st\u00e4rken!\u201c. Lemor rief die europ\u00e4ischen Demokratien dazu auf, enger zusammenzuarbeiten. F\u00fcr das \u201eWeimarer Dreieck\u201c sieht sie vor allem die Bereiche Verteidigung und Energie als Felder der engen Kooperation. \u201eUnsere trilaterale Zusammenarbeit ist wichtiger denn je, sie ist der Beweis, dass Europa eine Gemeinschaft des Handelns ist und nicht nur der Normen.\u201c Zugleich betonte sie, die europ\u00e4ische Souver\u00e4nit\u00e4t sei eine konkrete politische Notwendigkeit, um selbst entscheiden und handeln zu k\u00f6nnen. \u201eSouver\u00e4nit\u00e4t bedeutet nicht Abschottung, sondern Zusammenarbeit auf Augenh\u00f6he\u201c, sagte Lemor mit Blick auf die transatlantischen Beziehungen.<\/p>\n<p>Aleksandra Krystek-Biernacka, Generalkonsulin der Republik Polen, betonte, ihr Land habe viel von Deutschland und Frankreich durch die Zusammenarbeit im \u201eWeimarer Dreieck\u201c gelernt. \u201eSomit spielen wir \u2013 und das sage ich mit Stolz \u2013 eine f\u00fchrende Rolle in Europa\u201c, betonte sie. Die Demokratie stehe t\u00e4glich vor neuen Herausforderungen. \u201eIch weigere mich aber zu akzeptieren, dass die Demokratie in einer Krise ist. Es ist ein Normalzustand, dass sie sich entwickelt.\u201c Sie erinnerte daran, dass \u201ejeder einzelne B\u00fcrger Verantwortung f\u00fcr den Zustand der Demokratie tr\u00e4gt. Es geht ihr gut, solange wir unseren Anteil leisten\u201c.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Bernd Jorkisch liegt die Zukunft Europas gerade jetzt in der Zeit gro\u00dfer internationaler Krisen, Kriege und Herausforderungen in den H\u00e4nden Deutschlands, Frankreichs und Polens: \u201eSind sich diese Staaten einig, sind diese drei Schwergewichte dazu in der Lage, die Europ\u00e4ische Union in die richtige Richtung zu lenken und andere daf\u00fcr zu begeistern.\u201c Auf diese drei L\u00e4nder komme es an, dass Europa vorankommt, im interkontinentalen Wettbewerb besteht sowie Frieden und Freiheit sichert. Polen sei dabei ein sehr wichtiger Partner: \u201eDas Land beeindruckt mich. Polen ist der Aufsteiger Europas. Seit 1991 verzeichnet es durchschnittlich vier Prozent Wachstum. Das Land hat begriffen, was wir Deutschen mal konnten: Leistungskultur leben.\u201c Es sei daher verdient und konsequent, dass Polen nun an die T\u00fcr der G20-Staaten klopfe.<\/p>\n<p>In einer vom Journalisten Julian Marxen moderierten Diskussion betonte Dr. Detlef Puhl, der f\u00fcr die NATO sowie das deutsche und das franz\u00f6sische Verteidigungsministeriuem gearbeitet hat, Polen sei ein integraler Bestandteil Europas. Er w\u00e4re gerade aus dem Nachbarland zur\u00fcckgekehrt und habe keinen Unterschied zu den Staaten Westeuropas festgestellt. Es gelte jetzt, das \u201eWeimarer Dreieck\u201c weiter mit Leben zu f\u00fcllen. Bisher sei es eine Plattform. F\u00fcr die Beziehungen der drei Staaten und Europa seien Begegnungen von Menschen und grenz\u00fcberschreitende Netzwerke erforderlich.<\/p>\n<p>F\u00fcr Stefan Staudt, Landesvorsitzender der Europa-Union und ehemaliger Innenminister Schleswig-Holsteins, reichen Kooperationen wie im \u201eWeimarer Dreieck\u201c nicht aus, um Freiheit und Demokratie zu sch\u00fctzen. Diese seien aber in Gefahr. \u201eWir m\u00fcssen f\u00fcr sie k\u00e4mpfen. Daf\u00fcr brauchen wie alle Kr\u00e4fte aus Wirtschaft, Vereinen und Verb\u00e4nden.\u201c Aber so, wie die EU derzeit aufgestellt sei, \u201eist es nicht das, was wir uns vorstellen: eine wahrnehmbare Stimme in der Welt. Wir m\u00fcssen uns mit Selbstbewusstsein aufstellen, um nicht mehr der Spielball der M\u00e4chtigen in der Welt zu sein.\u201c Hoffnung gebe ihm allerdings, dass es gerade bei J\u00fcngeren ein ausgepr\u00e4gtes Bewusstsein f\u00fcr ein gemeinsames Europa gebe. \u201eDie jungen Menschen sind da viel weiter als wir \u00e4lteren.\u201c<\/p>\n<p>Einen Schl\u00fcssel f\u00fcr mehr gemeinsames Engagement f\u00fcr die Demokratie in Europa und den Schutz ihrer Werte sieht auch L\u00fcbecks B\u00fcrgermeister Jan Lindenau in der Pflege internationaler Kontakte. \u201eDiese sind entscheidend. Auf den Hansetagen mit den 200 Mitgliedern der Hanse sehen wir immer wieder die Gemeinsamkeiten der Partner aus vielen L\u00e4ndern Europas. Wir nutzen diese Wege aber noch viel zu wenig.\u201c \u00dcber den Hansetag lie\u00dfen sich Kooperationen einf\u00e4deln: \u201eAndere L\u00e4nder wollen mit Deutschland kooperieren. Dann k\u00f6nnen wir gemeinsam konkret Kooperation und Wirtschaft entwickeln.\u201c Gerade die anhaltend hohe wirtschaftliche Dynamik in Polen k\u00f6nne ein Motor der Zusammenarbeit sein. Da sich die Runde dar\u00fcber einig war, dass alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die Aufgabe h\u00e4tten, sich f\u00fcr die Demokratie zu engagieren, brachte Lindenau die \u201eVolksdiplomatie\u201c ins Spiel: \u201eSie nutzt die St\u00e4rke von Vereinen, Verb\u00e4nden und B\u00fcrgern, um dort anzusetzen, wo staatliche Diplomatie mal ins Stocken ger\u00e4t. Solange das m\u00f6glich ist, ist mir um die Demokratie nicht bange.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Fotoatelier Braune \u00b7 \u201eVive l\u2019Europe! Vive la libert\u00e9!\u201c \u2013 \u201eEs lebe Europa! 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