{"id":461324,"date":"2026-07-29T17:58:16","date_gmt":"2026-07-29T15:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=461324"},"modified":"2026-07-29T17:58:16","modified_gmt":"2026-07-29T15:58:16","slug":"dgu-legt-politik-fahrplan-fuer-krisenfeste-traumaversorgung-bei-anschlaegen-katastrophen-und-im-buendnisfall-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/dgu-legt-politik-fahrplan-fuer-krisenfeste-traumaversorgung-bei-anschlaegen-katastrophen-und-im-buendnisfall-vor\/","title":{"rendered":"DGU legt Politik Fahrplan f\u00fcr krisenfeste Traumaversorgung bei Anschl\u00e4gen, Katastrophen und im B\u00fcndnisfall vor"},"content":{"rendered":"<p>Berlin, 29.07.2026: Die Sicherheitslage in Europa hat sich grundlegend ver\u00e4ndert. Nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie (DGOU) muss Deutschland deshalb auch seine medizinische Versorgung auf Krisen und den B\u00fcndnisfall vorbereiten.<!--more-->Mit dem neuen <a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.14f.1yyw.mzk.moqe3in7y2\">Wei\u00dfbuch \u201eTraumatologische Versorgung in Katastrophe, Krise, Krieg (3K)\u201c<\/a> unter Federf\u00fchrung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Unfallchirurgie (DGU) zeigt die Fachgesellschaft, wie sich die Versorgung Verletzter im Ernstfall unter Einbeziehung der bestehenden Strukturen der TraumaNetzwerke DGU<sup>\u00ae<\/sup> bundesweit koordinieren l\u00e4sst. Neue Parallelstrukturen braucht es daf\u00fcr aus Sicht der DGOU nicht.<\/p>\n<p>Stattdessen formuliert sie vier Ma\u00dfnahmen an die Politik, wie sich das bew\u00e4hrte Netzwerk gezielt weiterentwickeln und fest in die nationale Krisensteuerung einbinden l\u00e4sst. Denn dieselben Strukturen, die sich heute in der Versorgung Schwerverletzter bew\u00e4hren, werden auch bei Anschl\u00e4gen auf \u00f6ffentliche Veranstaltungen, Naturkatastrophen, Pandemien und im B\u00fcndnisfall ben\u00f6tigt.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie TraumaNetzwerke sind schon heute das R\u00fcckgrat der Schwerverletztenversorgung in Deutschland. Im B\u00fcndnisfall k\u00f6nnen sie ma\u00dfgeblich dazu beitragen, dass sowohl Kriegsverletzte als auch die zivile Bev\u00f6lkerung bestm\u00f6glich versorgt werden. Diese Doppelaufgabe kann aber nur bew\u00e4ltigt werden, wenn die TraumaNetzwerke fest in die Krisensteuerung eingebunden sind\u201c, sagt DGOU- und DGU-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Frank Hildebrand.<\/p>\n<p>\u201eGesundheitspolitik muss als Teil der nationalen Sicherheitsvorsorge verstanden werden. Deutschland braucht keine neuen Parallelstrukturen, sondern starke und krisenfeste TraumaNetzwerke. Daf\u00fcr sind Investitionen in Krankenh\u00e4user, Ausbildung, regelm\u00e4\u00dfige \u00dcbungen sowie eine verl\u00e4ssliche Vorbereitung auf Engp\u00e4sse bei Personal, Material und Infrastruktur notwendig. Das TraumaNetzwerk DGU<sup>\u00ae<\/sup> bietet daf\u00fcr bereits heute eine belastbare Grundlage\u201c, sagt DGU-Generalsekret\u00e4r Prof. Dr. Sascha Floh\u00e9.<\/p>\n<p><strong>TraumaNetzerk DGU in die Krisenst\u00e4be einbinden<\/strong><br \/>\nDen Grundstein daf\u00fcr legte die DGU bereits vor 20 Jahren mit ihrem Wei\u00dfbuch Schwerverletztenversorgung. Daraus entstanden die TraumaNetzwerke DGU<sup>\u00ae<\/sup> \u2013 heute eines der gr\u00f6\u00dften und am besten strukturierten Versorgungsnetzwerke f\u00fcr Schwerverletzte weltweit. Mehr als 600 zertifizierte Kliniken arbeiten in \u00fcber 50 regionalen TraumaNetzwerken zusammen. Das neue Wei\u00dfbuch 3K denkt dieses bew\u00e4hrte System gezielt f\u00fcr Katastrophen, langanhaltende Krisen und den B\u00fcndnisfall weiter.<\/p>\n<p>Wenn pl\u00f6tzlich sehr viele Menschen gleichzeitig verletzt werden, kommt es entscheidend darauf an, die Patientinnen und Patienten gezielt auf geeignete Kliniken zu verteilen. Das TraumaNetzwerk DGU<sup>\u00ae<\/sup> hat sich bei einem Massenanfall von Verletzten, etwa nach schweren Verkehrsunf\u00e4llen, bereits bew\u00e4hrt. Statt alle Verletzten in die n\u00e4chstgelegene Klinik zu bringen, werden sie dorthin gesteuert, wo die notwendige Expertise und freie Kapazit\u00e4ten vorhanden sind. So lassen sich \u00dcberlastungen einzelner Krankenh\u00e4user vermeiden und die vorhandenen Ressourcen bundesweit optimal nutzen.<\/p>\n<p>\u201eWir wissen, welche Klinik welche Kompetenzen und Kapazit\u00e4ten hat. Dieses Wissen erm\u00f6glicht es, Verletzte im Ernstfall schnell und zielgerichtet zu verteilen. Bei einer Massenkarambolage m\u00fcssen innerhalb kurzer Zeit viele Verletzte auf mehrere Krankenh\u00e4user verteilt werden. Im B\u00fcndnisfall gilt dieses Prinzip f\u00fcr ganz Deutschland und das \u00fcber Tage oder Wochen hinweg. Genau daf\u00fcr brauchen wir die TraumaNetzwerke\u201c, sagt Prof. Dr. Gerrit Matthes, Vorsitzender des Ausschusses TraumaNetzwerk DGU (TNW).<\/p>\n<p>Im Wei\u00dfbuch 3K zeigt die Fachgesellschaft, wie die bestehenden TraumaNetzwerke DGU<sup>\u00ae<\/sup> gezielt weiterentwickelt werden k\u00f6nnen und formuliert vier zentrale Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Politik:<\/p>\n<ul>\n<li>Bestehende TraumaNetzwerke in die nationale Verteilungsstruktur einbinden, damit Verletzte auch im Krisen- und B\u00fcndnisfall schnell in die richtige Klinik gelangen.<\/li>\n<li>Medizinisches Personal gezielt qualifizieren und regelm\u00e4\u00dfig trainieren, um auf au\u00dfergew\u00f6hnliche Schadenslagen vorbereitet zu sein.<\/li>\n<li>Krankenh\u00e4user durch Materialreserven, sichere Lieferketten und einer verl\u00e4sslichen Finanzierung krisenfest machen.<\/li>\n<li>Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz schaffen, das klare Zust\u00e4ndigkeiten und Rechtssicherheit f\u00fcr die medizinische Versorgung im Ernstfall gew\u00e4hrleistet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Versorgung Schwerverletzter im Krisen-, Katastrophen- und B\u00fcndnisfall kann nur interdisziplin\u00e4r und multiprofessionell gelingen. Deshalb wurde das Wei\u00dfbuch gemeinsam mit dem Zentralen Sanit\u00e4tsdienst der Bundeswehr und weiteren medizinischen Fachgesellschaften erarbeitet. Generalstabsarzt Dr. med. Johannes Backus, Kommandeur des Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr sagt: \u201eGelingt die Umsetzung der im Wei\u00dfbuch vorgeschlagenen Konzepte und Strukturen, entsteht ein Leuchtturmprojekt f\u00fcr eine qualitativ hochwertige, fl\u00e4chendeckende Traumaversorgung, die auch in Krisenzeiten funktioniert und tr\u00e4gt. Dieses Modell kann weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus als Vorbild f\u00fcr viele europ\u00e4ische Staaten dienen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr diesen interdisziplin\u00e4ren Ansatz sind die ersten seit Juni 2026 zertifizierten orthoplastischen Kompetenzzentren Deutschlands. Dort arbeiten Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie sowie Plastische und Rekonstruktive Chirurgie eng zusammen, um komplexe Explosions- und Mehrfachverletzungen bestm\u00f6glich zu versorgen. Langfristig soll jedes TraumaNetzwerk DGU<sup>\u00ae<\/sup> \u00fcber mindestens ein solches Zentrum verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>\u201eResilienz des Gesundheitswesens ist eine staatliche Verpflichtung. Sie entsteht nicht erst im Ernstfall, sie muss jetzt vorbereitet werden. Wer die medizinische Versorgung der Bev\u00f6lkerung auch in Krisen und im B\u00fcndnisfall sichern will, muss heute die richtigen politischen Entscheidungen treffen. Mit dem Wei\u00dfbuch legen wir f\u00fcr die Verletztenversorgung daf\u00fcr konkrete und praxiserprobte Vorschl\u00e4ge vor&#8220;, sagt Hildebrand.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><br \/>\n1) Das Wei\u00dfbuch \u201eTraumatologische Versorgung in Katastrophe, Krise und Krieg (3K)\u201c steht hier zum Download bereit:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.14f.1yyw.mzl.591m4e0eyh\">https:\/\/dgou.de\/fileadmin\/dgu-online\/Dokumente\/6._Versorgung_und_Wissenschaft\/Qualit%C3%A4t_und_Sicherheit\/2026_Wei%C3%9Fbuch_3K.pdf<\/a><\/p>\n<p>2) Video: Die wichtigsten Fragen zum Wei\u00dfbuch 3K<br \/>\nWas bedeutet das Wei\u00dfbuch f\u00fcr die medizinische Versorgung im B\u00fcndnisfall? Welche Rolle spielen die TraumaNetzwerke DGU<sup>\u00ae<\/sup>? Und welche politischen Weichenstellungen sind jetzt notwendig? DGU-Generalsekret\u00e4r Prof. Dr. Sascha Floh\u00e9 beantwortet die wichtigsten Fragen im Video.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.14f.1yyw.mzm.6tuocfe4xu\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uXw9ek3fI0s<\/a><br \/>\n3) Erkl\u00e4rungsvideo Wei\u00dfbuch 3K<br \/>\n<a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.14f.1yyw.mzn.whjl9mgh2t\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2DbGOglBKTo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 29.07.2026: Die Sicherheitslage in Europa hat sich grundlegend ver\u00e4ndert. 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