{"id":462357,"date":"2026-09-02T18:17:25","date_gmt":"2026-09-02T16:17:25","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=462357"},"modified":"2026-09-02T18:17:25","modified_gmt":"2026-09-02T16:17:25","slug":"breko-marktanalyse-2026-mit-neuem-geschaeftsklimaindex-telekommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/breko-marktanalyse-2026-mit-neuem-geschaeftsklimaindex-telekommunikation\/","title":{"rendered":"BREKO-Marktanalyse 2026 mit neuem Gesch\u00e4ftsklimaindex Telekommunikation"},"content":{"rendered":"<p>Schlechte Investitionsbedingungen tr\u00fcben Stimmung im Markt<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Negatives Investitionsklima im Telekommunikationsmarkt<\/strong> (-13,3 Prozentpunkte), Gesch\u00e4ftslage noch positiv (26,8), aber Aussichten deutlich schw\u00e4cher (15,8). Verbesserung der Investitionsbedingungen dringend notwendig.<\/li>\n<li><strong>Stark gestiegene Ausbau- und Finanzierungskosten<\/strong> erfordern noch effizienteren Glasfaserausbau: Die Ausbauquote steigt auf 62 %, die Anschlussquote nur geringf\u00fcgig auf 29,8 %, und die Take-Up-Rate bleibt bei 27 %.<\/li>\n<li>Eine wettbewerbskonforme und regelgebundene Ausgestaltung des <strong>\u00dcbergangs von Kupfer- auf Glasfasernetze<\/strong> betrachten 78 % der Netzbetreiber als Anreiz f\u00fcr weitere Investitionen.<\/li>\n<li><strong>Wettbewerber investieren<\/strong> mit 29,4 % ihres Umsatzes weiterhin fast 50 % mehr als die Deutsche Telekom (20,9 %) und leisten den Gro\u00dfteil des Gesamtinvestitionsvolumens von 15,3 Mrd. Euro.<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Bonn\/K\u00f6ln, 2. September 2026<\/strong> \u2013 Die Netzbetreiber in Deutschland bringen den Glasfaserausbau auf eine Ausbauquote von 62,0 Prozent (28,7 Mio. Haushalte und Unternehmen; im Vergleich zum Vorjahr: +9,2 Prozentpunkte) und 7,9 Millionen aktive Anschl\u00fcsse (+1,3 Mio.) voran, doch die Marktlage verschlechtert sich zusehends. Das sind die Ergebnisse der aktuellen <a href=\"https:\/\/brekoverband.de\/aktuelles\/breko-marktanalyse\/\">BREKO-Marktanalyse zum Stand 30. Juni 2026<\/a>, die in diesem Jahr erstmals von IW Consult, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Die Studie belegt, dass sich der Glasfaserausbau in einer entscheidenden Investitionsphase befindet. Laut dem in der Studie neu eingef\u00fchrten Gesch\u00e4ftsklimaindex Telekommunikation bewerten Unternehmen die aktuelle Gesch\u00e4ftslage zwar noch als positiv, blicken aber auf schw\u00e4chere Aussichten. Die heutigen Investitionsbedingungen im Telekommunikationsmarkt sehen sie hingegen deutlich negativ, zeigen jedoch leichte Hoffnung auf Besserung.<\/p>\n<p>Stark gestiegene Material-, Bau- und Finanzierungskosten hinterlassen deutliche Spuren im Glasfaserausbau. So berichten drei von vier Unternehmen von steigenden Tiefbaukosten. Erstmals seit zehn Jahren f\u00fchrte der Kostenanstieg im Jahr 2025 bei den Telekom-Wettbewerbern zu leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Investitionszahlen. Obwohl sie mit 72 Prozent (+2 Prozentpunkte) der real angeschlossenen Geb\u00e4ude und Wohnungen (Homes Connected) den Hauptteil des bisherigen Glasfaserausbaus gestemmt haben und auch 2025 fast zwei Drittel (9,8 Mrd. Euro; -0,4 Mrd. Euro) des branchenweiten Investitionsvolumens von 15,3 Milliarden Euro (gleichbleibend zum Vorjahr) trugen, stellen die aktuellen Rahmenbedingungen viele Unternehmen vor gro\u00dfe wirtschaftliche Herausforderungen.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Michael H\u00fcther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), bewertet die Situation mit Blick auf die ver\u00e4nderte wirtschaftliche Realit\u00e4t: \u201eDer Glasfaserausbau kommt voran. Bis zur Fl\u00e4chendeckung ist es aber noch ein weiter Weg. Zu denken geben sollten uns die steigenden Kosten und das damit verbundene verhaltene Investitionsklima. K\u00fcnstliche Intelligenz l\u00e4sst den Bedarf an Netzkapazit\u00e4t weiter stark wachsen. Wer morgen bundesweit leistungsf\u00e4hige Netze haben will, muss heute die Investitionsbedingungen daf\u00fcr setzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Unternehmen setzen auf effizienten Ausbau: Glasfaseranschluss auf Vorrat nicht wirtschaftlich<\/strong><\/p>\n<p>Zwar steigt die Glasfaserausbauquote (Homes Passed) um \u00fcber neun Prozentpunkte auf 62,0 Prozent (28,7 Mio. Haushalte und Unternehmen; +9,2 Prozentpunkte) und die Zahl aktiver Anschl\u00fcsse klettert auf 7,9 Millionen (+1,3 Mio.). Doch die Zahl der tats\u00e4chlich mit Glasfaser angeschlossenen Geb\u00e4ude und Wohnungen (Homes Connected) w\u00e4chst nur um 1,2 Millionen \u2013 deutlich langsamer als im Vorjahreszeitraum (+2,1 Mio.). Damit n\u00e4hert sich Deutschland dem europ\u00e4ischen Durchschnitt etwas an, liegt aber insgesamt noch weit zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Netzbetreiber schlie\u00dfen Geb\u00e4ude angesichts hoher Bau-, Material- und Finanzierungskosten also nicht mehr \u201eauf Vorrat\u201c an. Das hei\u00dft, Hausanschl\u00fcsse werden kaum noch ohne vorliegenden Kundenvertrag (Homes Activated) gelegt, da der sogenannte Hausstich \u2013 die Verlegung der Leitung von der Stra\u00dfe bis in den Keller \u2013 mit mittleren Kosten von 1.950 Euro pro Anschluss der teuerste Teil des gesamten Glasfaserausbaus ist.<\/p>\n<p><strong>Wettbewerber fordern verl\u00e4sslichen Rahmen f\u00fcr weiteren Glasfaserausbau<\/strong><\/p>\n<p>Die Marktdaten unterstreichen die weiterhin zentrale Rolle der Wettbewerber der Telekom im Glasfaserausbau: BREKO-Mitglieder haben mittlerweile in Summe fast 900.000 Kilometer Glasfaser verlegt \u2013 davon knapp 40.000 Kilometer im Jahr 2025. Gemessen am Umsatz investieren alle Wettbewerber mit 29,4 Prozent nach wie vor fast 50 Prozent mehr als die Deutsche Telekom (20,9 %). Um die Wirtschaftlichkeit ihrer Glasfaserinvestitionen zu st\u00e4rken, setzen bereits 88 Prozent der Netzbetreiber auf Marktkooperationen \u2013 vorwiegend in Form von Open Access \u00fcber Layer-2 Bitstromzug\u00e4nge.<\/p>\n<p>BREKO-Pr\u00e4sident Norbert Westfal betont: \u201eDie Wettbewerber leisten den gr\u00f6\u00dften Beitrag zum Glasfaserausbau in Deutschland und wollen dies auch weiterhin tun. Wir k\u00f6nnen diesen Kraftakt aber nur im Rahmen des wirtschaftlich Machbaren umsetzen. Um Ressourcen effizient zu b\u00fcndeln und Netze auszulasten, sehen wir Open Access als wichtigsten Treiber. Damit der voll wirken kann, m\u00fcssen wir den Markt vor unfairem Verdr\u00e4ngungswettbewerb sch\u00fctzen. Mit dem Vorschlag f\u00fcr ein Fairplay Agreement f\u00fcr Open Access in Festnetz und Mobilfunk kam aus der Branche selbst bereits eine L\u00f6sung f\u00fcr verl\u00e4ssliche Spielregeln. Neue regulatorische Eingriffe w\u00fcrden eine marktgetriebene Einigung gef\u00e4hrden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Unternehmen erwarten bessere Investitionsbedingungen durch Kupfer-Glas-Upgrade<\/strong><\/p>\n<p>Auf Basis eines verbindlichen, regelgebundenen Fahrplans f\u00fcr den Umstieg vom Kupfer- auf das Glasfasernetz w\u00e4ren gut drei Viertel (77 %) der Unternehmen zu weiteren Investitionen in den Glasfaserausbau bereit. Ohne eine solche Regelung w\u00fcrden \u00fcber die H\u00e4lfte der Netzbetreiber (52 %) ihren weiteren Ausbau einschr\u00e4nken. Um den Ausstieg aus dem Kupfernetz einzuleiten, ist die Netzdichte in vielen Regionen heute schon hoch genug:\u00a0 Bei knapp einem F\u00fcnftel aller Adressen (5,7 Mio. Haushalte und Unternehmensstandorte) liegt die Glasfaserausbauquote bereits \u00fcber 85 Prozent. In diesen Gebieten kann also sichergestellt werden, dass in den mindestens drei Jahren bis zur tats\u00e4chlichen Abschaltung des DSL-Netzes gen\u00fcgend Glasfaseranschl\u00fcsse gebaut werden und kein Haushalt oder Unternehmen ohne Internetanschluss dasteht.<\/p>\n<p>BREKO-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Stephan Albers betont die Dringlichkeit f\u00fcr den von der Branche geforderten Weg: \u201eWer die Netze der Zukunft will, muss den Wechsel auf das zukunftsf\u00e4hige Glasfasernetz jetzt forcieren. Die Ergebnisse unserer Marktanalyse zeigen klar: Entscheidend f\u00fcr den Start des \u00dcbergangsprozesses ist eine hohe Ausbauquote vor Ort. Die Homes-Passed-Quote muss als ma\u00dfgeblicher Hebel angesetzt werden, statt den Wechsel an einer hohen Rate bereits fertig angeschlossener Geb\u00e4ude festzumachen. Nur so schaffen wir den n\u00f6tigen Investitionsschub f\u00fcr den weiteren Ausbau. Von Bundesregierung und Bundesnetzagentur erwarten wir, dass sie sich in Br\u00fcssel mit starker Stimme f\u00fcr eine wettbewerbskonforme, regelgebundene Ausgestaltung des Kupfer-Glasfaser-Upgrades im Digital Networks Act einsetzen. Eine verbindliche Regelung schafft Netzauslastung und die n\u00f6tige Investitionssicherheit.\u201c<\/p>\n<p><strong>Augenma\u00df bei Regulierung<\/strong><\/p>\n<p>Wenn das Ausbautempo der letzten f\u00fcnf Jahre aufrechterhalten werden kann, g\u00e4be es nach Prognose der BREKO Marktanalyse 2026 bereits 2030 mehr aktiv genutzte Glasfaser- als DSL-Anschl\u00fcsse. Damit Deutschland ein fl\u00e4chendeckendes Glasfasernetz erh\u00e4lt, sind jedoch noch hohe Milliardenbetr\u00e4ge an privatem Kapital notwendig.<\/p>\n<p>Doch das Investitionsklima ist in den letzten Jahren deutlich abgek\u00fchlt. Deshalb m\u00fcssen regulatorische Eingriffe Investitionsanreize und Wettbewerb gerade jetzt sorgf\u00e4ltig ausbalancieren. Neue Regulierungsverpflichtungen f\u00fcr Unternehmen unabh\u00e4ngig von ihrer Marktmacht \u2013 wie im aktuellen Entwurf des Telekommunikationsgesetzes vorgesehen \u2013 bergen das erhebliche Risiko, private Investitionen weiter zu bremsen. Dies trifft die Branche in einer Phase, in der Unternehmen dringend auf verl\u00e4ssliche Leitplanken angewiesen sind. Statt neuer H\u00fcrden braucht der Markt Rahmenbedingungen, die den Ausbau sowie die Aktivierung bestehender Anschl\u00fcsse gezielt st\u00e4rkenr. Regulatorische Eingriffe d\u00fcrfen nur dort erfolgen, wo tats\u00e4chlich konkrete Wettbewerbsprobleme bestehen.<\/p>\n<p><strong>Glasfaser-L\u00e4ndervergleich: Schleswig-Holstein f\u00fchrt Ranking weiter an, Saarland mit st\u00e4rkstem Zuwachs<\/strong><\/p>\n<p>Im Vergleich der Glasfaser-Ausbauzahlen der Bundesl\u00e4nder belegt der Norden weiterhin die Spitzenposition: Mitte 2026 betr\u00e4gt die Glasfaserausbauquote in Schleswig-Holstein 94,0 Prozent (+1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr), gefolgt von Hamburg (92,5 %; +1,7) und Bremen (88,9 %; +9). Den gr\u00f6\u00dften Zuwachs verzeichnen das Saarland und Berlin mit einem Plus von 19,0 bzw. 16,8 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Glasfaseranschlussquote liegen Schleswig-Holstein (66,7 %; +1,8), Hamburg (50,0 %; +2,7) und Brandenburg (48,8 %; + 1,8) vorn.<\/p>\n<p><strong>KI und regionale Rechenzentren als neue Wachstumstreiber<\/strong><\/p>\n<p>Durch die stark zunehmende Nutzung K\u00fcnstlicher Intelligenz steigt der Bedarf an Rechenzentrumskapazit\u00e4ten. Wachsende Anforderungen an Datensouver\u00e4nit\u00e4t, Resilienz und Latenz machen insbesondere regionale Rechenzentren zu einem attraktiven Gesch\u00e4ftszweig f\u00fcr viele Unternehmen der Telekommunikationsbranche. Rund die H\u00e4lfte der befragten Netzbetreiber (46,8 %) betreibt bereits eigene Rechenzentren oder plant dies (6,4 %). Allerdings hemmt 80 Prozent der Unternehmen das hohe erforderliche Investitionsvolumen beim Aufbau von Rechenzentren und \u00fcber die H\u00e4lfte (58,2 %) schreckt vor Energieeffizienzanforderungen f\u00fcr den Betrieb zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die gesamte BREKO Marktanalyse 2026 k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/brekoverband.de\/aktuelles\/breko-marktanalyse\/\">hier herunterladen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlechte Investitionsbedingungen tr\u00fcben Stimmung im Markt Negatives Investitionsklima im Telekommunikationsmarkt (-13,3 Prozentpunkte), Gesch\u00e4ftslage noch positiv (26,8), aber Aussichten deutlich schw\u00e4cher<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":462358,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[28846],"class_list":["post-462357","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-wirtschaft","tag-breko-marktanalyse-2026-mit-neuem-geschaeftsklimaindex-telekommunikation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/462357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=462357"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/462357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":462359,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/462357\/revisions\/462359"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/462358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=462357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=462357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=462357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}