{"id":462701,"date":"2026-09-14T17:55:26","date_gmt":"2026-09-14T15:55:26","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=462701"},"modified":"2026-09-14T17:55:26","modified_gmt":"2026-09-14T15:55:26","slug":"sozialministerin-aminata-toure-eroeffnet-woche-der-pflegenden-angehoerigen-vereinbarkeit-von-pflege-und-beruf-im-mittelpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/sozialministerin-aminata-toure-eroeffnet-woche-der-pflegenden-angehoerigen-vereinbarkeit-von-pflege-und-beruf-im-mittelpunkt\/","title":{"rendered":"Sozialministerin Aminata Tour\u00e9 er\u00f6ffnet \u201eWoche der pflegenden Angeh\u00f6rigen\u201c: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Mittelpunkt"},"content":{"rendered":"<p>Foto: Kurt-Helmuth Eimuth \u00b7 KIEL. Mehr als 80 Prozent der pflegebed\u00fcrftigen Menschen in Schleswig-Holstein werden zu Hause versorgt \u2013 \u00fcberwiegend von Familienmitgliedern, Freunden oder Nahestehenden. F\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige ist die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf dabei eine besondere Herausforderung.<!--more-->Die vom Sozialministerium gef\u00f6rderte \u201eWoche der pflegenden Angeh\u00f6rigen\u201c macht in diesem Jahr zum dritten Mal auf die Situation pflegender Angeh\u00f6riger aufmerksam und informiert \u00fcber Unterst\u00fctzung, Beratung und Entlastungsm\u00f6glichkeiten. Zum Auftakt informierte sich Sozialministerin Aminata Tour\u00e9 heute bei der NAH.SH \u00fcber das Pilotprojekt \u201ePflege-Guides\u201c.<\/p>\n<p>\u201eViele Menschen \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcr die Versorgung von pflegebed\u00fcrftigen Angeh\u00f6rigen und stehen gleichzeitig mitten im Berufsleben. Sie organisieren Arzttermine, unterst\u00fctzen im Alltag, koordinieren die ambulante Pflege und sind f\u00fcr ihre Angeh\u00f6rigen da. Diesen Spagat t\u00e4glich zu meistern und dabei die Anforderungen des eigenen Arbeitsplatzes und der beruflichen Entwicklung im Blick zu behalten, ist eine riesige Herausforderung. Mit der \u201aWoche der pflegenden Angeh\u00f6rigen\u2018 wollen wir diese wichtige und herausfordernde Aufgabe sichtbar machen. Au\u00dferdem soll sie einen \u00dcberblick \u00fcber konkrete Unterst\u00fctzungs- und Entlastungsangebote geben\u201c, sagte Tour\u00e9.<\/p>\n<p>\u201eDie bisherigen Vorschl\u00e4ge des Bundes f\u00fcr eine Pflegereform waren ein Schlag ins Gesicht f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige. Es ist gut, dass das auch der neue Bundesgesundheitsminister Linnemann erkannt hat und die vorgesehenen K\u00fcrzungen bei den Rentenpunkten zur\u00fccknehmen will. Diesen kleinen Schritt in die richtige Richtung muss der Minister jetzt unbedingt weitergehen und eine Pflegereform auf den Weg bringen, die echte Entlastungen f\u00fcr Pflegebed\u00fcrftige und ihre Angeh\u00f6rigen bedeutet\u201c, so die Ministerin weiter: \u201eAuf Landesebene machen wir im September eine Veranstaltung, um dieses wichtige Thema mit Betroffenen und Interessierten weiter zu diskutieren.\u201c<\/p>\n<p>Im Rahmen der \u201eWoche der pflegenden Angeh\u00f6rigen\u201c finden in dieser Woche mehr als 100 Veranstaltungen in ganz Schleswig-Holstein statt. Das Programm umfasst unter anderem Vortr\u00e4ge, Informationsveranstaltungen, Beratungsangebote und Gespr\u00e4chsrunden. Im Mittelpunkt des Auftakts steht in diesem Jahr die Frage, wie Pflege, Beruf und selbstbestimmtes Leben besser miteinander vereinbart werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dazu informierte sich Ministerin Tour\u00e9 bei der NAH.SH \u00fcber das von der AOK NordWest finanzierte Pilotprojekt \u201ePflege-Guides\u201c. Betriebliche Pflege-Guides sind Besch\u00e4ftigte, die sich als Ansprechpersonen f\u00fcr das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege qualifizieren. H\u00e4ufig tritt die Pflegebed\u00fcrftigkeit eines Angeh\u00f6rigen unvermittelt ein und die betroffenen Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen stehen vor gro\u00dfen Herausforderungen.<\/p>\n<p>Pflege-Guides k\u00f6nnen ihnen eine erste Orientierung geben, \u00fcber betriebliche und gesetzliche Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten informieren und bei der Suche nach individuellen L\u00f6sungen unterst\u00fctzen. Die Qualifizierung der betrieblichen Pflege-Guides in Schleswig-Holstein wird von der AOK NordWest organisiert. Das Pilotprojekt richtet sich an die Unternehmen im ganzen Land, um f\u00fcr pflegende Besch\u00e4ftigte eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu erreichen.<\/p>\n<p>\u201eBeruf und Pflege lassen sich oft nur schwer unter einen Hut bringen. Die betrieblichen Pflege-Guides k\u00f6nnen in dieser Situation die Besch\u00e4ftigten konkret entlasten. Sie geben den Kolleginnen und Kollegen eine erste Orientierung im Umgang mit der Pflegesituation und leiten Informationen \u00fcber externe Hilfs- und regionale Beratungsnetze weiter. Sie informieren \u00fcber Vereinbarkeitsangebote im Unternehmen, geben einen \u00dcberblick \u00fcber gesetzliche Regelungen und unterst\u00fctzen pflegende Besch\u00e4ftigte bei individuellen L\u00f6sungen zum Aufbau eines tragf\u00e4higen Pflegearrangements im privaten Umfeld\u201c, sagte Iris Kr\u00f6ner, Mitglied des Vorstandes der AOK NordWest.<\/p>\n<p>Auch Nicole Knudsen vom Verein wir pflegen SH e.V. unterstrich die Bedeutung besserer Rahmenbedingungen f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige: \u201eDie durchschnittliche Pflegezeit ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen &#8211; auf inzwischen mehr als sieben Jahre. Die Hauptpflegepersonen sind dabei Frauen, fast 70 Prozent der Pflegenden sind unter 64 Jahre alt und somit in einem erwerbsf\u00e4higen Alter. Doch durch die Pflege sind Angeh\u00f6rige schon jetzt durch reduzierte Erwerbst\u00e4tigkeit, damit einhergehende Einkommensverluste und geringere Rentenanspr\u00fcche \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig von Armut bedroht. Eine mangelnde Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird somit auch \u00f6konomisch f\u00fcr die Familien zur Schl\u00fcsselfrage.\u201c<\/p>\n<p>NAH.SH-Mitarbeiterin Kaja Lipfert l\u00e4sst sich in dieser Woche schulen. Zwei Tage dauert die Qualifizierung, danach kann sie als Pflege-Guide starten. NAH.SH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Birgit Austen betonte: \u201eDie Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist f\u00fcr uns ebenso Teil einer modernen Unternehmenskultur wie Vielfalt und Chancengleichheit. Pflege sollte selbstverst\u00e4ndlich von Menschen aller Geschlechteridentit\u00e4ten getragen werden.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht es Arbeitsbedingungen, die die \u00dcbernahme von Pflegeverantwortung erm\u00f6glichen, ohne berufliche Perspektiven einzuschr\u00e4nken. Mit der Qualifizierung eines betrieblichen Pflege-Guides m\u00f6chten wir dazu beitragen, dass Mitarbeitende in dieser herausfordernden Lebensphase fr\u00fchzeitig Orientierung und Unterst\u00fctzung erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Die \u201eWoche der pflegenden Angeh\u00f6rigen\u201c wird vom Verein wir pflegen SH organisiert und durch das Forum Pflegegesellschaft und das Kompetenzzentrum Demenz unterst\u00fctzt. Das Sozialministerium f\u00f6rdert die Aktionswoche in diesem Jahr mit rund 40.000 Euro. Sie ist eine Ma\u00dfnahme aus dem Ma\u00dfnahmenpaket zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in Schleswig-Holstein des Landespflegeausschusses.<\/p>\n<p>Weitere Informationen und alle Termine: <a href=\"http:\/\/www.woche-der-pflegenden-angehoerigen-sh.de\">www.woche-der-pflegenden-angehoerigen-sh.de<\/a>.<br \/>\nInformationen zur Pflegeveranstaltung des Sozialministeriums: schleswig-holstein.de &#8211; Ministerium f\u00fcr Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung &#8211; Pflegende Angeh\u00f6rige und die Zukunft der Pflege &#8211; was muss sich jetzt \u00e4ndern?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Kurt-Helmuth Eimuth \u00b7 KIEL. 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